Verdachtsfall in Halle: Können Geimpfte Superspreader werden? Oberbürgermeister schlägt Alarm

Sehen Sie hier mein Video von der heutigen Bundespressekonferenz mit Jens Spahn.

„Corona: Erhöhte Ansteckungsgefahr durch Impfen? – Gefahren, von denen unsere Regierung nichts wissen will“: So lautete die Überschrift eines Artikels vom 28. Januar auf meiner Seite. Ich zitierte darin einen befreundeten Arzt mit folgender Warnung: „Es scheint derzeit darauf hinauszulaufen, dass alle neuen Impfstoffe (Vector & mRNA) keine (komplette) sterile Immunität erzeugen. Unter einer sterilen Immunität versteht man jene Art der Immunität, bei welcher man nicht nur selbst geschützt ist, sondern als Geimpfter den Erreger auch nicht mehr weitergeben kann. Man benötigt aber zwingend eine sterile Immunität, um nicht zu einem asymptomatischen Superspreader zu werden. Doch das ist unseren Regierenden egal und viele Redaktionen verstehen es offenbar schlicht nicht. Dabei wird an diesem Thema immer noch geforscht, die Risiken müssten allen Entscheidern in Politik und Wissenschaft klar sein. Dennoch reden unsere Politiker immer noch davon, junge und gesunde Menschen zu impfen (und tun es auch), vor allem jene im Gesundheits- und Pflegebereich, um die Schwachen, Alten und Vulnerablen zu schützen, von denen zahlreiche aufgrund von Kontraindikationen (z.B. Allergien und Autoimmunerkrankungen) gar nicht geimpft werden dürfen. Das grenzt an Kafka.“

Ich habe das Thema auch auf der Bundespressekonferenz angesprochen. Die Antwort empfand ich als ausweichend. Sie können meinen Wortwechsel mit dem Sprecher von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unten nachlesen.

Und nun das: „Mysteriöser Corona-Fall in Halle (Sachsen-Anhalt): Ein Mann soll in einer Klinik unwissentlich zum Superspreader geworden sein, obwohl er zwei Mal geimpft worden und ohne Symptome gewesen sei. Der Oberbürgermeister schlägt Alarm zu diesem Superspreader-Verdacht“ – so berichtet jetzt RTL:  „Ohne Symptome, mit negativem Test und zwei Impfungen zum Superspreader.“

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand ist dem Bericht zufolge in Sorge, nachdem ihm der Ärztliche Direktor des Elisabeth-Krankenhauses, Hendrik Liedtke, den Fall des Mannes schilderte, der mehrere Menschen in der Klinik unwissentlich angesteckt haben soll.  „Die Person habe demnach zwei Impfungen erhalten, sei symptomfrei im Krankenhaus erschienen und im Schnelltest negativ gewesen“, schreibt RTL. Ein PCR-Test habe dann bei dem Mann eine enorm hohe Virenlast zum Vorschein gebracht, so dass er womöglich völlig unwissentlich zu einem Superspreader geworden sei.

Das Virus trickse uns offenbar aus, so die Warnung des Klinik-Direktors nach den Worten des Oberbürgermeisters: “ ‚Das Virus hat offenbar eine neue Strategie und umschifft alle Abwehr-Maßnahmen, die wir bisher hatten. Das ist eine völlig neue Situation.‘ Liedtke habe ihn gebeten, seinen Bericht der Öffentlichkeit weiterzutragen“, so RTL.

Zu der Warnung aus Halle wollte ich heute Gesundheitsminister Jens Spahn befragen. Eine entsprechende Frage habe ich über das Online-System der Bundespressekonferenz gestellt, bei der Spahn heute zu Gast war. Leider wurde die Frage nicht berücksichtigt. Das ist umso erstaunlicher, als der Vorsitzende der heutigen Pressekonferenz einem Kollegen sogar schon das zweite Mal das Wort erteilen wollte, während ich mit meiner Frage noch gar nicht dran war. Ich habe die Gepflogenheiten so in Erinnerung, dass erst alle Fragen abgearbeitet werden, bevor jemand zum zweiten Mal drankommt. Im konkreten Fall zog der Kollege dann allerdings die angebotene Möglichkeit, ein zweites Mal dranzukommen, zurück. So viel Verständnis ich für die Schwierigkeiten einer Moderation habe und dafür, dass dabei Fehler und Abweichungen von den Gepflogenheiten unterlaufen – ich finde es merkwürdig, wenn sich der Eindruck ergibt, dass dies so oft ausgerechnet zu meinen Lasten geht.

Stenogramm meines Wortwechsels mit Spahns Sprecher auf der Bundespressekonferenz vom 27.1.2021 

FRAGE REITSCHUSTER: Herr Gülde, eine Frage zu den Impfungen: Nach den bisherigen Erkenntnissen ist ja nicht erwiesen, dass sie vor einer Übertragung schützen, und es ist auch nicht wahrscheinlich, dass sie zu einer sterilen Immunität führen, also dazu, dass der Geimpfte nicht mehr krank werden kann; sie schützen nur vor einem schweren Verlauf. Bei einigen Fachleuten gibt es nun eine Befürchtung. Sie sagen: Dadurch, dass Menschen geimpft sind, werden sie, gerade Jüngere, nach dieser Impfung keine Symptome zeigen und könnten dadurch zu Superspreadern werden, könnten das Virus also noch mehr verbreiten.

Wie sieht die Bundesregierung diese Gefahr? Die bisherige Impfstrategie ist ja, dass man Junge und Gesunde impft, um Schwache und Alte zu schützen. Wie funktioniert das, wenn die Impfung nicht vor einer Übertragung schützt und wenn die Gefahr besteht, dass keine sterile Immunität vorhanden ist?

GÜLDE: Die Impfstrategie der Bundesregierung sieht vor, dass wir jetzt in erster Linie erst einmal die Alten, Kranken und Schwachen impfen und nicht die Gesunden.

Zurzeit gibt es noch keine Hinweise darauf, dass mit einer Impfung nicht auch eine sterile Immunität einhergeht. Diese Forschungen laufen derzeit noch und deren Ergebnisse bleiben abzuwarten.

Grundsätzlich gilt aber nach wie vor natürlich auch die Einhaltung der weiteren Maßnahmen, sprich, Kontaktbeschränkungen, das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. All das sind Maßnahmen, die natürlich auch dazu führen, dass eine Übertragung verhindert werden kann.

ZUSATZFRAGE REITSCHUSTER: Sie sagten, es gebe keine Hinweise darauf, dass sie nicht eintritt. Ich schließe daraus, dass es umgekehrt auch noch keine belegten Hinweise darauf gibt, dass sie eintritt. Wenn man das nicht belegt, wäre das ja ziemlich negativ in der Hinsicht, dass dann die Impfung nicht insoweit helfen könnte, als dass man auf die Kontaktbeschränkungen und dergleichen verzichten könnte.

Ist also im Moment wirklich noch unklar, inwieweit die Impfung diesbezüglich zu einer Erleichterung führen wird?

GÜLDE: Eine Impfung sorgt in erster Linie dafür, dass eine schwere Erkrankung verhindert wird. Die vorliegenden Studien deuten genau darauf hin, dass dies wirklich so funktioniert.

Was die sterile Immunität anbelangt, so gilt es, die Forschungen dazu abzuwarten.

Grundsätzlich ist es so darauf haben wir auch immer wieder hingewiesen: Je mehr Menschen bereit sind, sich impfen zu lassen, desto schneller können wir dazu kommen, nach und nach auch kontaktbeschränkende Maßnahmen zu lockern.



Bild: Thomas Stockhausen/Shutterstock
Text: br


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