SPD Sachsen-Anhalt tanzt – auf dem Weg nach unten ESC-Flop als Wahlkampf-Inspiration – 6 Prozent in der Umfrage

Von Thomas Rießinger

Boris Reitschusters Idee, gelegentlich kurze Beiträge, die er als „Splitter“ bezeichnet, anzubieten, behagt mir sehr, vor allem dann, wenn es sich um eine Partei wie die SPD handelt, die sich auf dem Weg zur Splitterpartei befindet. Ich fasse mich deshalb ausnahmsweise kurz.

Vielleicht kann sich der eine oder die andere noch an den diesjährigen ESC erinnern, den Eurovision Song Contest, dessen Finale am 16. Mai 2026 in Wien stattfand, denn wer sich untersteht, den letztjährigen Wettbewerb zu gewinnen, darf sich im nächsten Jahr mit den absehbaren Folgen plagen. Offenbar hat man in Österreich aus den Fehlern des Jahres 2025 gelernt und trat mit dem eher überschaubar hochwertigen Stück „Tanzschein“ an, in dem thematisiert werden sollte, „dass es in Clubs um das Tanzen gehen solle und man nur mit einem Tanzschein Zutritt erhalte.“ Wer das Spektakel verpasst hat, kann leicht getröstet werden, denn das offizielle Video des Stücks ist selbstverständlich auf Youtube zu besichtigen, einschließlich des bahnbrechenden Refrains:

„Sie brauchen einen Tanzschein,
Da muss ich streng sein,
Weil ohne Tanzschein
Lass ich Sie nicht rein.
Haben Sie einen Tanzschein?
Das soll kein Witz sein,
Weil ohne Tanzschein
Da kommen Sie nicht rein.“

Was ist daran wichtig? Gar nichts, sofern man nicht der SPD Sachsen-Anhalt angehört, deren Bedürfnis nach Infantilität allem Anschein nach bisher noch nicht gestillt werden konnte. Auf Facebook verraten uns die Parteivertreter, dass in 100 Tagen die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stattfindet, und untermalen diese Erkenntnis mit einem Video, bei dem zumindest mir das Lachen nicht im Halse stecken bleibt, weil es erst gar keine Gefahr läuft, irgendwo zu entstehen. Noch ist das Video zu sehen, man sollte es sich nicht entgehen lassen. Das Anfangsbild stelle ich hier gerne zur Verfügung.

 

Sieben vermutlich altgediente Parteimitglieder lassen ihre ausgesprochen gute Laune erkennen, indem sie ausgelassen zur Musik von „Tanzschein“ tanzen, die tatsächlich mit dem oben zitierten Refrain im Hintergrund zu hören ist. Doch davon abweichend und damit die intellektuelle Kapazität der letzten verbliebenen SPD-Wähler auf das Äußerste fordernd wird ein origineller politischer Text eingeblendet, den ich den Lesern nicht vorenthalten will:

„Sie brauchen einen Wahlschein,
Das soll kein Witz sein,
Da muss ein Kreuz sein,
Sonst kommen wir nicht rein.
In 100 Tagen ist Landtagswahl.
Am 6.9. SPD wählen.“

Nach der letzten INSA-Umfrage steht die SPD in Sachsen-Anhalt bei 6 Prozent, das erklärt die Verzweiflung, aber nicht den schlechten Geschmack.

Mit dem Titel „Tanzschein“ erreichte Österreich beim ESC mit sechs Punkten den vorletzten Platz, „wobei fünf Punkte von den Zuschauern aus Deutschland und ein Punkt von der luxemburgischen Jury verteilt wurden.“   

Die Jury aus Luxemburg hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kein Stimmrecht.

Ich gratuliere zu dieser treffsicheren Werbung. 

Lesen Sie noch oder unterstützen Sie schon? Tausend Dank!

Ein anderes legendäres Politiker-Video-Eigentor ist hier zu finden: Was haben die denn für Sorgen?“ – SPD-Funktionärin live im ZDF.

Und noch eine Selbstentlarvung vor laufender Kamera: Peinlich im Quadrat: Lauterbach im Youtube-Kreuzverhör

Der Autor:

Thomas Rießinger ist promovierter Mathematiker und ehemaliger Professor für Mathematik und Informatik. Er publiziert Fachbücher, philosophische Aufsätze und Beiträge zur Unterhaltungsmathematik. Sein Buch „Wahrheit oder Spiel“ finden Sie hier,  „Umgang mit Formen“ über diesen Link.

Bild: Screenshot: SPD Sachsen-Anhalt/Facebook

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