Oliver Schmidt beim WM-Finale im ZDF-Kommentatorenturm – es fehlt nur noch das Palästinenser-Tuch und der Antifa-Anstecker (Screenshot ZDF)
Ging es Ihnen auch so wie mir? Hatten Sie beim WM-Finale Spanien-Argentinien am Sonntag im ZDF auch den Eindruck, bei einer Stunde Polit-Instruktion zu sitzen? Live-Reporter Oliver Schmidt unterließ keine Gelegenheit, den Zuschauern seine offenbar stramm rot-grüne Haltung aufzudrängen. Und dafür wurde er dann von unseren gleichgetakteten Woke-Medien wie etwa „web.de“ auch noch gefeiert – als “Held des Abends“. Sein Seitenhieb gegen Trump und Infantino („Da haben sich zwei gesucht und gefunden. Von der Macht fasziniert – und von sich selbst auch“) wurde wohlwollend als „Sinn für Humor“ abgebucht. Mein alter Arbeitgeber, der „Focus“, einst stolz als bürgerliche Alternative zum „Spiegel“ gegründet und heute kastrierter Bettvorleger von Rot-Grün, begeisterte sich: „Der Beste beim gruseligen WM-Finale ist ZDF-Kommentator Oliver Schmidt.“
Doch Abseits des Mainstreams gibt es auch kritische Stimmen – Gott sei Dank, sonst würde man am eigenen Verstand verzweifeln. Hubertus Hoffmann, von 1988 bis 1990 Mitglied der ZDF-Chefredaktion, schrieb zu dem Polit-Finale auf Facebook einen Text, den ich für so wichtig halte, dass ich ihn Ihnen einfach nicht vorenthalten kann – und mit seiner Erlaubnis (dafür ein herzliches Dankeschön) hier wiedergebe:
ZDF Skandal Nr X
Als ehemaliges Mitglied der ZDF-Chefredaktion (1988-1990 heute journal, tele illustrierte, Landesstudio Niedersachsen) war ich gestern Abend empört:
Der ZDF Live-Reporter Oliver Schmidt musste mir und den Zuschauern unbedingt mehrfach mitteilen, was er von Trump, Infantino („Lakai von Trump“), der FIFA hält: gar nichts.
Nervige politische Selbstprofilierung und Agitprop bei Live-Sport – geht’s“ noch ZDF? Wie DDR Fernsehen damals.
Mehrmals Beleidigungen und Reinreden, auch in der Ansprache von Tom Cruise, die man so nicht mehr verstehen konnte. Dort zugunsten iranischer Fußballfunktionäre, die natürlich Mullah-ausgewählt wurden und nach Morddrohungen Irans gegen Trump aus Sicherheitsbedenken nicht in die USA einreisen durften. Nachvollziehbar oder nicht nach München 1972, Herr Schmidt?
Dieses woke, profilierungssüchtige Trump-Bashing und Politik hat bei Live-Sport-Kommentaren im ZDF gar nichts zu suchen.
Wieder ein Manipulations-Skandal mehr im ZDF. Dem Intendanten und den Redakteuren sind wir Zuschauer egal geworden.
Bei meinem ZDF–Indentanten Dieter Stolte einfach undenkbar.
Widerspricht dem Programmauftrag.
Böse Parallelen
Was machen die Mitglieder im Fernsehrat oder die Medienbeauftragten der Staatskanzleien eigentlich?
Schweigen, Sitzungsgeld, sonst gar nichts.
Ich brauche von so einem Wirrkopf keine Belehrungen, sondern will Fußball sehen. Ich kenne Amerika besser als dieser Wichtigtuer.
Im Spiegel lässt er vorab politisch verkünden:
„Die Liebe zum Sport ist am Ende doch größer als die Abneigung gegen das Geschäft.“
Live-Verzerrung
Auch verlogen: denn in den Pausen machte das ZDF selber Millionen Kasse mit TV–Werbung – pervers. Und zahlen sich zudem fette Gehälter und Pensionen in die eigene Tasche von unseren Gebühren- aus „Liebe zum Sport“?
Eine ZDF Reporterin interviewte live junge Spanier der deutschen Schule aus Madrid auf der Tribüne : „Wir haben 60 Dollar bezahlt.“ Achso, geht auch. Was bezahle ich bei Top-Spielen in Europa?
Im Übrigen eine tolle WM-Show (mit den begeisternden Ghettokids aus Uganda und Shakira), die den Fussball würdigte und in den USA und weltweit noch populärer machte.
Eine klasse WM an der zehn kleine Länder teilnehmen durften. Darüber im ZDF kein positives Wort:
Kap Verde, Curacao, Haiti, Panama, Jordanien, Usbekistan, DR Kongo, Irak, Katar, Neuseeland: bravo, gut gemacht Infantino!
Fast mit allem einverstanden
Soweit der Text von Hoffmann. Da kann ich jedes Wort unterstreichen – bis auf die letzten drei. Denn ganz ehrlich – ich hadere mit FIFA-Chef Infantino und der völligen Kommerzialisierung des Fußballs, die unter ihm neue Urstände feiert. Und die eklige Selbstdarstellung – dass die Fernsehbilder, die die Fifa selbst produziert und kontrolliert, ständig ihn zeigen müssen. Dass er auf Intervention Trumps eine Sperre aufhebt. Und vieles andere mehr.
Und noch etwas entsetzt mich am Text von Hoffmann: Dass ich es selbst genauso wie er empfunden habe – aber offenbar an diese Politisierung schon derart gewöhnt bin und abgestumpft, dass ich mich anders als Hoffmann nicht gleich am nächsten Tag hingesetzt habe und einen Text wie seinen schrieb.
Fatale Gewöhnung
Und das ist das Erschreckendste. Nicht Oliver Schmidt. Nicht das ZDF. Auch wenn beides schlimm genug ist. Sondern dass wir uns gewöhnen an den Polit-Irrsinn, an die tägliche Indoktrination, an das ständige Belehren und Auf-Haltung-Bringen. Selbst wir kritischen Geister. Dass ein Mitglied der ZDF-Chefredaktion aus dem Jahr 1990 nötig ist, damit wir den Mund aufmachen. Jemand, der lange genug aus dem Geschäft ist, um noch den Maßstab von einst zu kennen – weil er ihn selbst mitgesetzt hat. Wir haben ihn verlernt — Sendung für Sendung, Kommentar für Kommentar, bis die Belehrung für uns zur Begleitmusik wurde, die wir gar nicht mehr wahrnehmen.
Ich finde, das sollten wir aus dieser Geschichte mitnehmen. Und ich selbst gelobe Besserung und mehr Wachsamkeit. Obwohl ich bisher immer glaubte, ich sei viel wachsamer als die meisten. Und damit wohl nicht mal falsch lag – nur dass eben die Mehrheit hierzulande im Tiefschlaf ist.
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Bild: Screenshot/ZDF
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