Corona: Abgeordneter beklagt Test-Chaos Exklusiv-Interview mit dem Abgeordneten Marcel Luthe

„Es sind 550 unterschiedliche Tests in Deutschland. Es gibt keine Zulassungsstelle für medizinische Tests. Im Prinzip kann jeder seinen Test auf den Markt werfen. Was der testet, wie genau der ist, erfahren Sie erst mal nicht, und diese Daten werden alle nicht erfasst“: Der parteilose Berliner Abgeordnete Marcel Luthe erhebt schwere Vorwürfe gegen die Corona-Politik in seinem Bundesland Berlin, aber auch deutschlandweit (anzusehen hier). Wichtig sei bei den Tests etwa der Ct-Wert. Er besagt, wie viele Schritte zur Vervielfältigung des viralen Erbguts benötigt werden. Je höher der Ct-Wert ist, desto niedriger die anfängliche Viruskonzentration.

Ab einem Wert von 30 sei jemand nicht mehr ansteckend, damit liege dann auch keine Infektion im Sinne des Gesetzes vor, mahnt Luthe. Aber der Ct-Wert werde überhaupt nicht erfasst, wie ihm der Senat erst kürzlich auf eine parlamentarische Anfrage hin geantwortet habe: Alles wäre sehr leicht, wenn bei jedem einzelnen Labor erfragt würde, welchen Test von den 550 Herstellern man verwendete und ab welchem Ct-Wert ein Test als positiv gewertet werde. „Wenn Sie den Ct-Wert nicht erfassen, nützen Ihnen Ihre ganzen Daten nichts, denn wenn zum Beispiel dieser Wert erhöht wurde in der letzten Zeit, dann Sie würden jetzt lauter Menschen finden, die gar nicht ansteckend im Sinne des Gesetzes und im medizinischen Sinne sind, die damit Zahlen nach oben schrauben, auf deren Grundlage wir handeln, die in Wirklichkeit aber gar kein Problem darstellen“, so Luthe. Er forderte, es müsste immer abgewogen werden, wie viele positive und negative Effekte eine Maßnahme habe. Dies geschehe aber kaum, so der Volksvertreter, der Mitte Oktober aus Protest aus der FDP austrat (siehe hier): „Wir sollten alle Fragen stellen, um eine faktenbasierte Politik zu fahren. Das ist im Moment an ganz, ganz vielen Stellen nicht der Fall.“  Was ihn störe, sei das „nahezu Totalitäre“ in den Positionen.

Sehen Sie hier das ganze Interview mit Luthe und seine Abrechnung mit der Corona-Politik:

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Bild: Damir Sencar/Shutterstock
Text: br


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