Die „Corona-Katastrophe“, die gar keine war Testergebnisse aus Garmisch widerlegen Alarm in Medien und Politik

Das Thema war ganz groß und oben zu finden in den meisten Medien, die Schlagzeilen alarmierend: “Garmischer Superspreaderin zeigt, was die Hauptgefahr der Corona-Pandemie ist”, titelte Focus Online. „Rückkehrerin macht Garmisch zum Hotspot“, war die Überschrift im Tagesspiegel. Doch die ist nur noch bei Google zu finden. Klickt man sie dort an, kommt man zu einer inzwischen völlig abgeänderten Schlagzeile. Da steht dann: „Nur drei neue Corona-Fälle nach Massentest in Garmisch.“ Die vermeintliche Corona-Katastrophe am bayerischen Alpenrand fiel in sich zusammen wie ein zu früh aus dem Backofen geholtes Soufflee. Über die Entwarnung wurde aber nicht mal ansatzweise so groß berichtet wie über den Alarm. So wird der bei den meisten Menschen hängen bleiben.

Etwa 1000 Menschen hatten sich in dem Fremdenverkehrsort an der Zugspitze untersuchen lassen, nachdem eine 26-Jährige US-Amerikanerin nach einem Griechenland-Urlaub trotz Krankheitszeichen durch Kneipen gezogen war. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen die Frau, wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung: „Was im Raum steht, ist eine mögliche Verletzung der Quarantänevorschriften.“ Von 28 Menschen angesteckten Menschen war die Rede. Ministerpräsident Markus Söder höchstselbst empört sich:  „Garmisch-Partenkirchen ist ein Musterfall für Unvernunft“. Der Fall sei Beispiel dafür, wie schnell sich Infektionen verbreiten könnten.

Und dann das. Der „Fall“ scheint nun eher ein Beispiel dafür zu sein, dass sich die Infektion offenbar doch nicht so schnell ausbreitet. Zumindest nicht immer und nicht so schnell wie die Alarmstimmung und die Empörung in Politik und Medien.

Aber  nicht nur in Garmisch unterscheiden sich die Zahlen ganz entscheidend von der Wahrnehmung. In Berlin hat der FDP-Abgeordnete Marcel Luthe in einer parlamentarischen Anfrage vom rot-rot-grünen Senat die Fallzahlen im „Labor Berlin“ angefordert, dem größten, landeseigenen Labor. Die Ergebnisse zeigen klar, wie gering der Anteil positiver Tests Ende August war – als in den Medien breit von der zweiten Welle gesprochen wurde. Am 29. und 30. August wurden gerade noch zwei positive Testergebnisse verzeichnet. Hier die gesamten Zahlen aus der Anfrage des Abgeordneten an den Senat:

Luthes Fazit: „Das Labor Berlin ist nicht irgendeine Einrichtung, sondern die gemeinsame Tochtergesellschaft der Charité und Vivantes und damit der Dienstleister der marktbeherrschenden Krankenhäuser. Ungeachtet der – ohnehin auf die Gesamtbevölkerung Berlins niedrigen – Testzahlen waren jeweils nur eine Handvoll dieser Tests positiv. Betrachtet man nun noch, dass ein positiver Test allein nichts über eine Erkrankung aussagt, wird deutlich, dass für die Annahme einer konkreten Gefahr – im Sinne des Gefahrenabwehrrechts, also das Eintreten eines bestimmten Ereignisses wahrscheinlich erscheinen lassen – keine Tatsachen vorliegen.“

Weiter führt der Angeordnete aus, warum in seinen Augen die geringen Fallzahlen die aktuellen Einschränkungen nicht rechtfertigen. Hier die zwar komplizierte, aber durchaus logische Begründung: „§32 IfSG ermächtigt die Landesregierungen ‘unter den Voraussetzungen, die für Maßnahmen nach den §§ 28 bis 31 maßgebend sind, auch durch Rechtsverordnungen entsprechende Gebote und Verbote zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten zu erlassen.‘ Historisch ist der § 32 IfSG identisch mit § 38a BSeuchG, zu dessen Begründung der Deutsche Bundestag in der Drucksache 8/2468 abschließend auf die Begründung zu § 12a BSeuchG verweist. In der Begründung zu § 12a BSeuchG wird exemplarisch genannt ‘z. B. die Verhängung eines Badeverbots für bestimmte Flußstrecken, das Verbot des Betretens eines Waldes oder die Anordnung von Verhaltensmaßregeln beim Betreten des Waldes zur Verhütung der Tollwut beim Menschen.‘ (…) ‘Er ergänzt die §§ 10, 10 a, 10b und 12 und bezieht sich wie diese nur auf die Abwehr konkreter Gefahren. Der Erlaß von Rechtsverordnungen ist an die gleichen inhaltlichen Voraussetzungen geknüpft, die auch für Maßnahmen nach den genannten Vorschriften gelten.‘“

Auf gut bzw. Nicht-Juristen-Deutsch: Maßnahmen und Verbote sind nur zulässig, wenn wirklich eine akute Gefahr besteht. Genau das solle nun aber nicht mehr gelten bzw. ganz anders ausgelegt werden, beklagt der Liberale: „Nach der Begründung zu § 10 BSeuchG soll es demnach (nun bereits) ausreichen, wenn ‘die begründete Annahme von Tatsachen, die zum Auftreten einer übertragbaren Krankheit führen können“ vorliegt. An dieser begründeten Annahme fehlt es nach meiner Überzeugung vor dem Hintergrund der objektiven Zahlen.“

Auch skeptische Stimmen zu den Corona-Maßnahmen wie die von Luthe sollten in den Medien zu Wort kommen und breit diskutiert werden. Leider ist das gerade bei den öffentlich-rechtlichen nicht der Fall. Youtube zensierte mein Interview mit Prof. Bhakdi und sperrte mich für eine Woche mit der Begründung, Maßnahmen der Weltgesundheitsorganisation WHO dürften nicht in Frage gestellt werden. Ich sah das bislang immer umgekehrt: Dass jede Entscheidung einer Administration, einer nationalen oder internationalen Organisation, eines Parlamentes oder eines Gerichtes einer öffentlichen Debatte unterzogen werden kann, ja soll. Und dass dies ein grundlegendes Wesensmerkmal von Demokratie und eine Aufgabe von Journalismus ist.

Bild: Irina Shibanova/iStock
Text: red

Abonnieren
Benachrichtigen Sie mich bei
75 Kommentare
Neueste
Älteste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Burkhard Repenning
5 Monate zuvor

„Der PCR-Test kann nicht nachweisen, ob das Virus replikationsfähig ist, sich in dem Wirt tatsächlich vermehrt und ob der Mensch damit ursächlich krank wird. Wenn beim PCR-Test auf der Oberfläche des Abstrichs diese Virus-RNA ist, heisst das noch nicht, dass es in den Zellen drin ist und ob eine intakte vermehrungsfähige Viruslast vorhanden ist.“ (Prof. Dr. Ulrike Kämmerer, Virologing und Immunologin, Uni Würzburg, u. a.)
Dass diese Feststellung richtig ist, wurde mir aus dem Schleswig-holsteinischen Gesundheitsministerium bestätigt.
Das Testergebnis „positiv“ bedeutet also nicht, dass eine Infektion mit COVID 19 bestätigt wurde. Dennoch berichten dieses die sog. „Leitmedien“ – umgangssprachlich ausgedrückt: Die „Leitmedien“ verbreiten insoweit (überwiegend) Lügen.

Sagrotanfee
5 Monate zuvor

Eigentlich kann man alles nur noch durch das Satireauge betrachten, sonst wird man verrückt. Bin MFA in einer Arztpraxis. Fleißiges Testen von Patienten seit März. In dieser Zeit insgesamt 8!!!!! Fälle. Leben alle putzmunter weiter. Wir arbeiten auch weiter, ohne selbst getestet zu werden, ist lt. RKI geschützter Kontakt, da Munaschu und Handschuhe…aha. Na, als medizinisches Personal kommt man eben schon immun auf die Welt. Lehrer werden kostenlos getestet, regelmäßig, Anspruch lt. Landesbildungsamt auf 2 Tests/ Monat. Erzieher, die dann nachmittags im Hort die gleichen Kinder haben, müssen die Tests bezahlen. Mein Fazit….Erzieher sind, wie wir Mediziner immun…haha. wusste gar nicht, dass ein Virus dahingehend mutiert und systemrelevante Berufe nicht angreift…..aber Urlaubsrückkehrer, Reiselustige, Gesellige, Kulturfreunde, Demonstranten
…seeehr interessant . Nein, und ich leugne das Virus nicht. Hinterfrage lediglich die Maßnahmen. Wenn im Pflegeheim das Norovirus ausbricht, kräht kein Hahn danach. Dort hats aber geschwächte alte Mitbürger, die durch diese üble Durchfallerkrankung ein letal endendes Nierenversagen bekommen können. Aber so lange es Brot und Spiele gibt, hält der brave Bürger sein Maul. War schon im alten Rom so.

Hein Noog
5 Monate zuvor

Ja Herr Söder, jetzt sehe ich sie auch, die Hunderte von Leichen die an Corona gestorben sind und die bei uns im Main vorbeitreiben.
Ich weiß, Corona ist ein ernstes Thema, aber Satire darf doch Dinge überspitzt darstellen, oder gilt das nur für die TAZ und Hengameh Yag..usw.

Miriam
5 Monate zuvor

Welche Medien die Aussage von der Virologin, dass der Virus aus einem chinesischen Labor stamme, erwähnen oder zumindest in Frage stellen, ist mal wieder bezeichnend. Außer Bild sind es alles nur kleinere Verlage, kein einziger größerer Verlag ála ZEIT, Stern, Focus, SPIEGEL ect hat diese Aussage irgendwo vermeldet, nicht einmal zur Diskussion gestellt. Schweigen sie eventuell, weil sonst die Gefahr bestünde, dass ihr mühsam erbautes Kartenhaus zusammen brechen könnte? Nicht auszudenken, wenn Trump und die Verschwörungstheoretiker richtig gelegen hätten.

Uwe Birke
5 Monate zuvor

Guten Morgen Herr Reitschuster
ich habe große Hochachtung vor ihrer mutigen Arbeit und lese ihre Artikel kontinuierlich und bewundere ihre Filmbeiträge zum 1. und 29.08. in Berlin , ich war auch dort u.ä. weiter so .
Ich werde sie finanziell unterstützen
MfG Uwe Birke

Röschen
5 Monate zuvor

Und die Finanzierung des Ganzen???
Wem nützt es (das mit den beiden Krankenhausketten war ein Teil einer Antwort) – und wann und wie kommt der „große Knall“? Die Krankenkasse, die das alles zahlen sollen … – Wahnsinn!

Paulsen, Sönke
5 Monate zuvor

Dazu passend und äußerst interessant ist eine Kritik, die im tagesschau Faktenfinder an dem SPD-Politiker und Epidemiologen Lauterbach geäußert wurde. Im Faktenfinder werden seine Tweets analysiert, die vorhandene wissenschaftliche Untersuchungen zum Ansteckungsrisiko (in Bars und Restaurants) stark überdehnen und auch Falschbehauptungen einfügen. Lauterbach bedankte sich für die Kritik bei der Redaktion mit den Worten:
„Es sei schwer, auf Twitter immer den richtigen Ton zu treffen, so dass die Menschen einerseits die Botschaft verstünden, andererseits aber die Wissenschaftlichkeit gewahrt bleibe. Er wolle sich in Zukunft noch mehr darum bemühen.“ Es scheint also gar nicht um die Wahrheit zu gehen, sondern darum durch Botschaften das Verhalten der Menschen zu steuern. Das findet er offensichtlich auch nicht anstößig. Macht ist eben prickelnder als Wahrheit. https://www.tagesschau.de/faktenfinder/lauterbach-twitter-101.html

Der Censor
5 Monate zuvor

Das Hauptproblem ist aus meiner Sicht, dass mangels echter, schwerer Krankheitsbilder und Todesfälle das Hauptaugenmerk inzwischen fast ausschließlich auf die „positiven Tests“ gelegt und diese mit Infektionen gleichgesetzt werden. Die einfachen Menschen auf der Straße unterscheiden das nicht. Sie kennen weder den Unterschied noch wissen sie zT überhaupt, was ein PCR-Test ist und wie er funktioniert. Ich konnte heute erst wieder am Wochenmarkt meiner heimatlichen Kleinstadt Zeuge werden, wie ernsthaft und besorgt die Kunden sich unter freiem Himmel und bei strahlendem Sonnenschein vorschriftsmäßig vermummen, auf Abstand achten und jeden Nichtmaskenträger misstrauisch beäugen.
Wenn „das Virus“ inzwischen eines erreicht hat, dann dies, den Großteil der Bevölkerung mental und praktisch auf die absolute Gehorsamkeitsschiene zu verlegen. Ich habe verschiedene Marktbesucher einfach mal so gefragt, warum sie das mitmachen. Die Antworten: weil ich Angst vor einem Bußgeld habe; weil ich mich nicht anstecken will; weil es nun mal so ist und wir alle „da durch müssen“. Kopfschütteln bei Fragen wie: Kennen Sie Prof. Bhakdi? Was ist das RKI? Wissen Sie, dass die meisten Menschen bei uns bereits herdenimmun sind? – So viel Fatalismus macht mich immer wieder sprachlos. Mein Fazit für heute: Wir haben eine Masseninfektion mit dem Angst-Virus. Dort ist leider keine Herdenimmunität in Sicht.

katscha
5 Monate zuvor

Was ich wirklich nicht verstehe, und ich verstehe es einfach nicht: Wenn diese Test nicht wirklich aussagekräftig sind in Bezug auf eine Erkrankungen: das ist doch ein RIESEN SKANDAL! Warum gibt es den aber NICHT? Das ist auch ein RIESEN SKANDAL!

Der Censor
Antwort an  katscha
5 Monate zuvor

Natürlich ist es ein Riesen-Skandal. Meines Wissens bereitet ein Anwalt (Dr. Fuellmich), Mitglied bei der Stiftung „außerparlamentarischer Corona-Ausschuss“ (zahlreiche Sitzungen be yt zu sehen) vor einem US-Gericht eine Sammelklage vor des Inhaltes, die Nichteignung des Drosten-PCR-Testes für die Diagnostik festzustellen. Der PCR-Test wurde auch in die USA verkauft, deshalb die Klage dort. Man rechnet sich vor einem US-Court wohl bessere Chancen aus als bei uns.

Miriam
5 Monate zuvor