Eine kleine Osterbitte an Sie alle 1000 Dank im Voraus!

Liebe Leserinnen und Leser,

Ihnen allen ein frohes und trotz aller Umstände fröhliches Osterfest! Erlauben Sie mir an diesem hohen Feiertag eine persönliche Bitte an Sie? Ich bitte nicht für mich, sondern für einen Menschen, der mir so nahe steht wie kaum ein anderer. Der wesentlich dazu beigetragen hat, dass ich so bin, wie ich bin. Für meine Mutter. Sie ist 82 und kurz vor Ostern schwer gestürzt und jetzt in der Klinik. Wegen Corona darf sie niemand besuchen, nicht einmal mein Vater. Die beiden sind seit fast 62 Jahren unzertrennlich, und seit vielen Jahrzehnten gab es keinen Tag, an dem sie sich nicht gesehen haben. Was sie jetzt erleben, ist für sie sehr heftig. Ebenso wie es für sie sehr heftig war, etwa den Rufmord-Artikel in der Süddeutschen Zeitung über ihren Sohn zu lesen. Mir kam spontan die Idee: Da möchte ich einen Gegenakzent setzen. Und wer könnte das besser als Sie, liebe Leserinnen und Leser? Wenn Sie ein Zeichen setzen möchten gegen den Hass, wie ihn die Süddeutsche schürt und gegen die erzwungene Einsamkeit, und meiner Mutter (und gerne auch meinem Vater) ein paar Zeilen schreiben, ihr etwas Nähe und Wärme schenken, würden Sie damit nicht nur ihr eine Freude machen (auch wenn ihre Bescheidenheit eine solche Bitte nie zulassen würde, und sie mich dafür schimpfen würden) – sie würden auch mir eine riesige Freude bereiten. Gerne als Kommentar hier unten – ich werde alle ausdrucken und meiner Mutter per Post senden. Oder, was für sie sicher besonders bewegend ist, direkt: (hier stand die Krankenhausadresse, ich habe sie zwischenzeitlich entfernt, da meine Mutter am Donnerstag bereits aus dem Krankenhaus entlassen wurde).

Ich hoffe, Sie verzeihen mir diese Bitte. Aber was gibt es Wertvolleres auf dieser Welt als menschliche Wärme? Und was wäre all meine Arbeit wert, wenn ich sie nicht auch einmal nützen könnte, um einem Menschen, der mir so viel bedeutet und dem es schlecht geht, zu helfen? Meine 16 Jahre in Russland haben mich auch eines gelehrt – eine tiefe Achtung vor alten Menschen und ihrer Lebensleistung, und vor allem vor den eigenen Eltern. Ich denke, in Deutschland kommt beides oft etwas zu kurz. Zumindest aus meiner subjektiven Sicht: Denn ohne meine Zeit in Russland wäre ich da sicher selbst auch nicht so sensibel, wie es eigentlich alle sein sollten.

Ich danke Ihnen ganz herzlich,
Ihr

Boris Reitschuster

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!
Bild:  Shutterstock
Text: br

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