Gute Gründe für entspannten Sommer – doch Regierung und RKI halten eisern dagegen Rückgang der Infektionen und positive Expertenprognosen

Von Christian Euler

Während die Zahl der Corona-Neuinfektionen weltweit sinkt und immer mehr namhafte Experten Mut machen, schüren die Regierung und das ihr gegenüber weisungsgebundene Robert-Koch-Institut (RKI) weiter die Angst. Merkel & Co. zeigen sich so resistent gegen die Verbreitung von Zuversicht, wie man sich das vom Immunstatus der Bevölkerung gegen das Virus nur wünschen könnte.

Sechs Wochen in Folge ist die Zahl der gemeldeten Corona-Fälle gesunken. Für die vergangene Woche wurden weltweit 2,4 Millionen neue Infektionen gemeldet, ein Rückgang zur Vorwoche um elf Prozent und die niedrigste Anzahl von Infektionsfällen seit dem Herbst.

„Die schlimmsten Szenarien sind vorbei und die Corona-Pandemie wird in wenigen Monaten überstanden sein.“ Diese Einschätzung stammt nicht von einem Virus-Leugner oder Maßnahmen-Kritiker, sondern vom WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Henri Kluge. Das Virus wird seiner Ansicht nach zwar nicht verschwinden. Aber er glaubt nicht, dass Einschränkungen nötig sein werden. Auch sein Chef, WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sieht angesichts zurückgehender Fälle an oder mit Corona Verstorbener „Zeichen der Hoffnung“.

Andere Experten wie Heiner Fangerau, Direktor des Instituts für Medizingeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, geben mit Blick auf historische Vergleiche Entwarnung: Sowohl bei der Asiatischen Grippe von 1957 als auch bei der Hongkong-Grippe gab es jeweils eine erste Welle und eine zweite, wesentlich stärkere Welle. Mit der dritten Welle klangen die Pandemien ab.

Mut macht auch ein am 12. Februar im viel beachteten Wissenschaftsmagazin „Science“ erschienener Beitrag mit dem Titel „Immunological characteristics govern the transition of COVID-19 to endemicity“. Danach deutet ein von den drei Autoren Jennie S. Lavine, Ottar N. Bjornstad und Rustom Antia entwickeltes Modell darauf hin, „dass SARS-CoV-2, sobald die endemische Phase erreicht ist und die primäre Exposition in der Kindheit liegt, möglicherweise nicht gefährlicher ist als eine Erkältung.“ Das Wissenschaftler-Trio geht davon aus, dass sich das Coronavirus künftig nur noch lokal verbreiten wird. Fazit: Aus der Pandemie werde damit eine Epidemie. Der Übergang von epidemischer zu endemischer Dynamik sei mit einer Verschiebung der Altersverteilung der Primärinfektionen zu jüngeren Altersgruppen verbunden, was wiederum davon abhänge, wie schnell sich das Virus ausbreite.

Die Regierung, das RKI und die von ihr bestellten Wissenschaftler lassen sich davon nicht beeindrucken. Meinungspluralismus in der politischen und wissenschaftlichen Debatte findet weiterhin nicht statt. Vielmehr geben Vermutungen, fragwürdige Simulationen und düstere Prognosen die Marschrichtung vor. Während RKI-Chef Lothar Wieler „deutliche Signale einer Trendumkehr“ sieht, sind wir laut Perma-Warner Karl Lauterbach, schon „klar in der dritten Welle angekommen.“

„Wissenschaftler mit abweichender Meinung werden ignoriert“, brachte der Bonner Virologe Hendrik Streeck die Haltung der Regierung Anfang Februar gegenüber der „Welt“ auf den Punkt. Er sieht die Politik „in der Pflicht, nicht nur eine Position zu hören.“

Lockerungen sind vor diesem Hintergrund wohl kaum zu erwarten, wenn die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten in der kommenden Woche die weitere Vorgehensweise diskutieren. Selbst wenn kein niedrigerer Inzidenzwert als neue Referenzgröße aus dem Hut gezaubert wird, werden die Begründungen für die erneute Verlängerung des Lockdowns vermutlich einmal mehr lauten: „Wir dürfen das Erreichte nicht gefährden.“

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Dipl.-Volkswirt Christian Euler widmet sich seit 1998 intensiv dem Finanz- und Wirtschaftsjournalismus. Nach Stationen bei Börse Online in München und als Korrespondent beim „Focus“ in Frankfurt schreibt er seit 2006 als Investment Writer und freier Autor u.a. für die „Welt“-Gruppe, Cash und den Wiener Börsen-Kurier.
Bild: RegionalStock/Shutterstock
Text: ce

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