Öffentlich-rechtliche animieren dazu, Menschen zu treten Angeblicher "Reichtstags-Sturm" jetzt als Video-Spiel

Der angebliche „Reichstags-Sturm“, bei dem es sich in Wirklichkeit nur um tumultartige Szenen vor dem Parlament handelte, hat jetzt auch die ARD- und ZDF-Jugendwelle „Funk“ auf den Plan gerufen. Sie ist berüchtigt für gebührenfinanzierte Geschmacklosigkeit und Menschenverachtung. Zu Beginn der Corona-Krise hieß es dort in einem Beitrag des so genannten „BrowserBallets“, das Virus sei ein „schöner und sinnvoller Reflex der Natur“. Dass vor allem Ältere daran sterben, sei „nur gerecht“. Denn diese Generation habe den „Planeten voll gegen die Wand gefahren“.

Später erschien im gleichen Format von ARD und ZDF ein Computerspiel: „das Game zur Krise“, so die Eigenwerbung. Worum es geht, wurde im Reklame-Video zu dem Spiel erklärt (siehe hier): „Kämpfe dich durch eine Armee von Vollidioten und Virenschleudern! Mach sie platt! Jogger, Prepper, Party-People, hochinfektiöse kleine Kinder!“ Die Spielfigur ist eine Krankenschwester, die sich durch Gefahren kämpfen muss: Kinder. Statt sich um diese zu kümmern, muss die Krankenschwester den Kindern auf den Kopf springen und sie so platt machen. Auf dem Bildschirm ist zu sehen, wie sie zerdrückt werden, und sich als Corona-Wolke auflösen. Pro zerdrücktem Kind bekommt der Spieler 150 Punkte.

Jetzt hat die Jugendwelle erneut zugeschlagen. In einem gebührenfinanzierten Spiel stehen drei Polizisten über den Treppen des Reichstags und müssen Menschen, die diese hinauf laufen, mit den Füßen herunter treten. Unter anderem sind Menschen mit der Deutschlandfahne auf der Treppe, die getreten werden sollen. Andere kommen mit der Reichsfahne. Beide Fahnen werden also gleichgesetzt. Die unterschwellige Botschaft: Wer mit der Deutschlandfahne kommt, ist Reichsbürger. Und Polizisten müssen brutal Gewalt anwenden. Pro erfolgreichem Tritt bekommt der Spieler 100 Punkte; die Getretenen fliegen in hohem Bogen davon (siehe hier).

mvg

In einschlägigen Kreisen im Internet wird das Spiel bejubelt: Während „der Corona-Hygiendemo in Berlin“ kam es zu vielen unschönen Bildern. Auf den Aufnahmen in sozialen Netzwerken und Medien sind unzählige Reichsflaggen auf der Demo zu sehen, sowie Symbole und bekannte Gesichter der rechtsextremen Szene“, heißt es etwa bei „business punk“: „Als sei das nicht schon genug, stürmten gegen Abend ein Pulk an Rechtsextremist*innen, Verschwörungstheoretiker*innen und Reichsbürger*innen die Treppen des Reichstages. Kurzzeitig mussten lediglich drei Polizist*innen den Gebäudeeingang absichern.“ Was in vielfacher Hinsicht Unsinn ist.

‘Spaßige Daddelei‘

Weiter freut sich „business punk“: „Das satirische Funk-Format ‘Bohemian Browser Ballett‘ hat nun das passende Online-Game zu den Geschehnissen am Samstagabend veröffentlicht. In ‘Reichstag Defender‘ müssen die Gamer*innen mit drei Polizist*innen den Eingang vor verrückten Demonstrant*innen schützen. Die Challenge: Wer reinlässt, verliert. Spaßige Daddelei für die Mittagspause – die gleichzeitig zum Nachdenken anregt, was da eigentlich passiert ist.“

Dass der Tumult vor dem Reichstag in völliger Verzerrung zum verhinderten Reichstags-Sturm stilisiert wird, ist leider keine Überraschung:  Derartige Manipulation ist man von den öffentlich-rechtlichen Sendern inzwischen leider gewohnt. Etwas anderes ist es, Menschen mit Füßen zu treten bzw. dazu zu animieren. Das zeigt erneut, wie groß die durch Ideologie ausgelöste Menschenverachtung in dem System ist. Und wie die selbst ernannten Kämpfer gegen den Hass genau diesen streuen.

Bild: BrowserBallet
Text: ref

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