Geht es Ihnen auch so wie mir, dass Ihnen viele unserer Politiker nicht mehr wie Kapitäne auf rauer See vorkommen wie einst Helmut Kohl oder Helmut Schmidt, sondern eher wie Leichtmatrosen, die vor allem auf die richtige Seemannstracht bedacht sind? Also auf Außendarstellung? Wobei – unter Schmidt oder Kohl wären Günther, Wüst & Co. wahrscheinlich nicht mal als Leichtmatrosen in Frage gekommen.
Man soll die eigenen Annahmen ja immer kritisch hinterfragen – aber zumindest im Falle von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten hat sich die kritische Herangehensweise jetzt wieder einmal bestätigt. Der Mann, der früher als Generalsekretär der CDU seinen Vorgänger quasi zum Vermieten anbot („Rent a Rüttgers“) und als stramm grün orientierter Merkelianer gilt, wurde nun einer überaus peinlichen Selbstinszenierung überführt.
In einem Video, das er postet, begegnet er angeblich „zufällig“ einem bekannten Straßenphotografen und erklärt sich „spontan“ zu einem Shooting bereit, wie der „Kölner-Stadt-Anzeiger“ berichtet. Das Video ging viral. Viele Kommentatoren im Internet fielen auf den Schmu herein und lobten Wüsts angeblich „sympathische“ spontane Reaktion.
Doch jetzt wurde klar: Alles war inszeniert. Es handelte sich also um eine PR-Lüge. Aus Regierungskreisen kam jetzt das kleinlaute Eingeständnis: „Der Ministerpräsident hat an jenem Tag verschiedene Social-Media-Formate unter anderem an gleicher Stelle wahrgenommen. Dass darunter auch eine Begegnung mit dem genannten Fotografen sein würde, war im Vorfeld den Beteiligten bekannt.“
Weiter hieß es dem Bericht zufolge, die Interaktion zwischen dem Ministerpräsidenten und dem Fotografen sei allerdings aus der Situation heraus geschehen. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Für wie dumm halten die Regierenden uns eigentlich? Das Treffen war abgesprochen – und dass offenbar nicht jeder Satz, jedes Wort geskriptet war, sondern das Gespräch zumindest in Teilen nicht nach Drehbuch lief, wird uns nun als Errungenschaft verkauft.
Das ist – man muss es leider so nennen – Arroganz der Macht. Wüst & Co. glauben offenbar in ihrer Abgehobenheit, der Bürger merke nicht, wie er nach Strich und Faden hinter das Licht geführt wird (und leider haben sie in Hinblick auf erschreckend viele Bürger damit auch Recht).
Wer wie der grüne Christdemokrat aus Rhede politische Volksnähe im Windkanal züchtet, hat den Kontakt zur Realität draußen im Land längst verloren. Es ist ein bitteres Kennzeichen unserer Zeit: Wo früher Staatsmänner standen, die für ihre Überzeugungen auch mal gegen den Wind segelten, ohne Rücksicht auf die Frisur, finden wir heute nur noch PR-geschulte Akteure, die panische Angst davor haben, dass ihr mühsam von PR-Beratern und Persönlichkeits-Stylisten aufgebautes, angepasstes Image auch nur einen winzigen Riss bekommt. Die „Begegnung“ mit dem Volk findet nur noch dann statt, wenn die Beleuchtung stimmt und der Fotograf die Rechnung stellt. Und selbst das Styling muss bei vielen noch der Steuerzahler bezahlen.
Und die sogenannten „Haltungsjournalisten“ in den „Qualitätsmedien“? Sie spielen das Spiel brav und untertänig mit, hoch erfreut über jeden Gnadenakt von denen, die sie kontrollieren sollten – wie etwa Interviews. Nur wenn der Druck aus den sozialen Netzwerken zu groß wird, lässt man – wie jetzt beim „Kölner Stadt-Anzeiger“ – notgedrungen auch mal etwas Dampf ab und berichtet verschämt über die Inszenierung. Oder genauer gesagt: muss berichten. Doch die moralische Empörung bleibt aus. Stellen Sie sich für einen Moment vor, ein Politiker, der nicht zum grün-affinen Merkel-Flügel gehört, hätte sich so eine Inszenierung erlaubt. Der mediale Aufschrei wäre ohrenbetäubend.
Doch bei den „Leichtmatrosen“ vom Schlage eines Wüst oder Günther drückt man beide Augen zu. Man gehört schließlich zum selben Club der vermeintlich „moralisch Überlegenen“. Was dabei auf der Strecke bleibt? Die Wahrheit. Wer schon bei einem simplen Foto-Shooting lügt und trickst, der hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn ihm bei den großen Fragen der Zeit – von der inneren Sicherheit bis zur Wirtschaftskrise – immer weniger Menschen glauben.
Das System Wüst ist das System der Fassadendemokratie: Außen glänzt der Lack auf der Frisur, doch hinter der Fassade herrscht gähnende Leere. Man möchte fast rufen: „Kapitän, wir sinken!“ – aber man weiß genau: Der Kapitän ist gerade damit beschäftigt, sein Profilbild zu aktualisieren.
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