Schwedens lockerer Weg: Was ist dran an den Horrormeldungen? Großer Hintergrundbericht direkt aus dem Land

Ein Gastbeitrag von Henning Rosenbusch, Stockholm

Die Berichterstattung der etablierten deutschen Medien über den schwedischen Sonderweg während der Corona-Pandemie bleibt im Großteil einseitig bis tendenziös, die Schlagzeilen reißerisch, dafür jedoch ohne jeden Nachrichtenwert. Ein Beispiel von vielen: „Mehr als 6000 Corona-Tote – das Ende des schwedischen Wegs?“, fragt die WELT am 7. November und müsste es doch besser wissen, denn dieses Ende wurde seit April in Deutschland unzählige Male ausgerufen und hat doch nie stattgefunden. Staatsepidemiologe Anders Tegnell will es weiter „relaxed“ angehen, wie er vor zwei Wochen verkündete: „Wir rufen die ältere Bevölkerung auf, sich nicht mehr komplett zu isolieren, nur noch große Menschenansammlungen zu vermeiden.“ Denn, die soziale Distanzierung wirke sich, Berichten zufolge, bei vielen Älteren negativ auf ihre psychische Gesundheit aus. „6000 Tote – viele Neuinfektionen – hohe Positivrate“, überschreibt der Tagesspiegel und lässt die guten Nachrichten einfach weg: Dass die Zahl der Corona-Toten in der parlamentarischen Monarchie seit dem 1. August um gerade mal 255 gestiegen ist, ganz ohne Lockdown und ganz ohne Masken, dafür fast ausschließlich mit Empfehlungen und trotz einem massiven Anstieg der Fallzahlen, ist im ansonsten durchaus ausführlichen Artikel, in dem vor allem Kritiker zu Wort kommen, nicht zu lesen.

Als besonders absurd stellte sich bei genauerem Hinsehen die weitverbreitete Meldung „Schweden mit Rekord-Todesfällen im ersten Halbjahr seit 150 Jahren“ aus dem Sommer heraus, da man einfach die absolute Zahl der Todesfälle während einer Hungersnot 1869 mit dem heutigen Schweden verglich. Dass die Bevölkerung in dieser Zeit von 4,1 Millionen auf 10,2 Millionen angewachsen ist und weiterwächst, was natürlicherweise für mehr Todesfälle pro Jahr sorgt, wurde in all diesen Berichten geflissentlich weggelassen. 

Mit komplett falschen Zahlen führte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vor zwei Wochen bei einer Regierungserklärung sogar den Landtag in die Irre: „München ist ein Drittel größer als Stockholm, aber Stockholm hatte 16 mal so viele Tote auf 100.000 Einwohner“, behauptete er da unwidersprochen. Der Corona-Hardliner kommt aber nur dann auf den Faktor 16, wenn er nicht Stockholm-Stadt, sondern die Region Stockholm mit München vergleicht. Und die hat 2,4 Millionen Einwohner, ist also nicht kleiner, sondern hat eine Million mehr Einwohner als München. Dabei ist Söder ja gar kein Bürgermeister: Wenn man Bayern auf die Einwohnerzahl bereinigt mit Schweden vergleicht, kommt man nicht einmal mehr auf den Faktor drei. Bayern liegt mit den restriktivsten Maßnahmen und der weitestgehenden Maskenpflicht mit 22,3 Corona-Toten auf 100.000 Einwohner momentan an der Spitze aller Bundesländer (Bundesschnitt: 13,6) und holt wie Gesamtdeutschland zu Schweden (59,5) tagtäglich auf. Im Oktober, auf die Einwohnerzahl bereinigt, hatte die Bundesrepublik fast doppelt so viele Corona-Tote wie Schweden zu beklagen und diese Entwicklung setzt sich fort.

 

Und so steht, Umfragen zufolge, die große Mehrheit der Bevölkerung mit steigender Tendenz, hinter dem Kurs der Gesundheitsbehörden und die internationale Berichterstattung ruft bei vielen stolzen Schweden nur noch Verwunderung und manchmal auch Wut aus. Tegnell steht bei den Pressekonferenzen in Stockholm angesichts stark ansteigender Fallzahlen weiterhin wie ein Fels in der Brandung, wobei die Journalisten lange nicht so eine Welle machen wie im April, als der Staatsepidemiologe für seinen vermeintlich laxen Umgang mit der Pandemie sogar Morddrohungen erhielt und unter medialem Dauerfeuer stand.

Auf Facebook gibt es heute Tegnell-Fanclub-Gruppen mit zehntausenden Mitgliedern, die weiterhin geöffneten Clubs feiern Partys für ihn. Fanartikel und T-Shirts werden verkauft, er wird gemalt und modelliert, gestrickt und plakatiert und bei vielen Menschen ziert er nun die heimische Einrichtung. Einige Schweden haben ihn sogar auf ihrer Haut als Tattoo verewigt. Ihm wurde auch die besondere Ehre zuteil, in diesem Jahr das „Sommerinterview“ führen zu dürfen, wofür er sich traditionell mit einem schwedischen Blumenkranz schmücken ließ. Tegnell wird für seine ruhige und klare Art verehrt und vor allem auch dafür, dass er etwaige Kollateralschäden von Maßnahmen immer im Blick hat.

Weil der 64-jährige eben nicht nur auf Fallzahlen schaut, die in Schweden nach einer Verdreifachung der Tests derzeit massiv ansteigen. Wobei in Schweden die Inzidenz (Fälle/100.000 Einwohner) im europäischen Vergleich niedriger liegt als in weiten Teilen Europas. Weil Tegnell, wie die Virologen Hendrik Streeck und Jonas Schmidt-Chanasit sowie der Kassenärzte-Verband für Deutschland forderte, die Positivrate, die Krankenhauseinweisungen und vor allem die weiter gleichbleibend niedrigen Todesfälle mit Covid-19 im Blick hat. Übrigens gilt dabei auch in Schweden die Definition der Europäischen Seuchenbehörde: Diese empfiehlt, dass jeder, der binnen 28 Tagen nach positivem Befund verstorben ist, in die Statistik aufgenommen werden müsse. Das gilt auch für diejenigen, die ohnehin auch ohne Covid-19 verstorben wären.

Das alles gibt es in Schweden weiterhin nicht: Masken(pflicht), Beherbergungsverbote, Sperrstunden, kalte Klassenzimmer mit maskierten Kindern, Aufrufe zum Denunziantentum, Verordnungswahn, Corona-Polizeikontrollen, Diskussionen um die Unverletzlichkeit der Wohnung, Demonstrationen gegen die Corona-Politik, Bundeswehr im Innern, Schulklassen in Quarantäne und vor allem bleibt es dabei: „Wir werden weitermachen wie bisher und Lockdowns vermeiden“, so Tegnell.

Das ebenso wie Deutschland stark exportorientierte Schweden scheint so in Punkto Wirtschaft besser zu fahren als die Länder, die mit strikteren Maßnahmen gegen die Pandemie vorgehen. Zwar brach auch das schwedische Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal während der Lockdowns im Ausland um nie da gewesene 8,2 Prozent zum Vorjahresquartal ein. Damit hielt sich die Wirtschaft aber besser als in Deutschland – hierzulande schrumpfte die Leistung im zweiten Quartal um 11,7 Prozent zum Vorjahr. 

Laut dem staatlichen Unternehmensanalysebüro Tillväxtanalys wurden in den ersten sieben Monaten 2020 knapp 9 Prozent mehr Konkurse verzeichnet als im gleichen Vorjahreszeitraum. Ernstzunehmende Vergleichszahlen aus Deutschland gibt es nicht: Die in Deutschland bis zum Jahreswechsel ausgesetzte Insolvenzanmeldepflicht gilt in Schweden weiterhin. Die Auskunftei Creditreform schätzte im August die Zahl der sogenannten „Zombie-Unternehmen“ derzeit auf 550.000. Sollte die Insolvenzantragspflicht in Deutschland bis März 2021 ausgesetzt bleiben, was im Gespräch war, so könnte sich die Zahl der Zombie-Unternehmen laut Creditreform auf 700.000 bis 800.000 erhöhen: „Die Lage verschlimmert sich von Tag zu Tag. Denn die Insolvenzen werden derzeit nur verschoben“, warnte seinerzeit Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter Wirtschaftsforschung bei der Auskunftei Creditreform gegenüber der „Welt“. „Dadurch könnten viele derzeit noch gesunde Firmen mit in den Abgrund gerissen werden.“ Das habe am Ende gravierende Auswirkungen auf die Zahl der Arbeitsplätze. Und: Weitere Lockdowns hatte die Creditreform seinerzeit noch gar nicht auf dem Schirm.

Die allgemeinen Empfehlungen zur Verringerung der Corona-Ausbreitung angesichts der steigenden Zahl der Neuinfektionen wurden verschärft und auf weitere Landesteile ausgeweitet: In den betroffenen Regionen werden die Menschen in den kommenden Wochen dazu aufgefordert, Kontakt mit Personen aus anderen Haushalten, den Nahverkehr und Veranstaltungen wie Konzerte oder sportliche Wettkämpfe zu meiden. Geschlossen wird allerdings nichts: In der Fußgängerzone der betroffenen Stadt Linköping (rund 100.000 Einwohner) beispielsweise herrschte am vergangenen Wochenende fast Normalbetrieb, so die Einzelhändler. Restaurant, Café- und Barbetreiber berichten allerdings von einem Einbruch der Gästezahlen: „Am Samstag sind wir üblicherweise komplett voll,“ sagt ein Kellner in der Sportsbar „shooters“, während gerade der Bundesligaknaller Dortmund – Bayern übertragen wurde, „heute sind wir bei 60 bis 70 Prozent.“ Eine Verschärfung: In Restaurants dürfen nur noch acht Personen (auch aus acht Haushalten) zusammen an einem Tisch sitzen. Dafür sind jetzt wieder Veranstaltungen mit bis zu 300 Besuchern erlaubt (vorher 50). Masken sind weiterhin drinnen wie draußen nicht zu sehen, eine Pflicht stand für Tegnell nie zur Debatte, „da wir nicht glauben, dass Erwachsene oder gar Kinder Masken so handhaben, dass sie am Ende auch nützlich sind.“ Einen wissenschaftlichen Beleg zum Nutzen der Masken gäbe es auch nicht, so Tegnell.

Dr. Sebastian Rushworth, tätig in der Notaufnahme einer der größten Kliniken Stockholms, und damit im Zentrum des schwedischen Corona-Sturm im April, kann über die erneut verhängten Lockdowns in Mitteleuropa nur noch den Kopf schütteln. Der Mediziner betreibt einen englischsprachigen Internetblog, wo er evidenzbasierte medizinische Erkenntnisse in einem Format bieten will, das auch Nicht-Wissenschaftler verstehen. Zuletzt war er vom Australischen Sender Sky News in eine Expertenrunde geladen und vorgestern veröffentlichte er einen Beitrag mit einer neuen Übersichtsstudie, die in „The Lancet“, einer der ältesten und renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften der Welt, veröffentlich wurde: „Kommen wir gleich zur wichtigsten Erkenntnis, man könnte fast zur Einschätzung kommen, dass die Autoren dies verbergen wollten, da sie es kaum besprechen: Sie fanden keinerlei Korrelation zwischen der Dauer und Härte von Lockdowns und der Zahl der Corona-Todesfällen.“  Es gäbe auch keinen Zusammenhang zwischen Massentests und der Zahl der Toten: „Im Grunde scheint nichts von dem, was verschiedene Regierungen zur Bekämpfung von Corona unternommen haben, irgendeinen Einfluss auf die Zahl der Todesfälle gehabt zu haben.“

Rushworth vertritt schon seit einigen Monaten die These, dass alle Länder, ganz gleich wie hart die Restriktionen für die Bevölkerungen sind, am Ende die gleiche Anzahl an Toten durch Covid-19 zu beklagen haben werden und feuert mit Zahlen gegen die wiederholten Lockdowns in Mittel und Südeuropa: „Der vergangene September war für Schweden der Monat mit der niedrigsten Sterblichkeit pro Einwohner aller Zeiten. Das Jahr 2020 ist bisher das Jahr mit der drittniedrigsten Sterblichkeit pro Einwohner aller Zeiten“. Und die Schweden wären bekannt für ihre genauen Statistiken, unterstreicht er. Bezogen auf die Bevölkerungszahl gab es im Januar 2000 mit einer Sterblichkeitsrate von 110,8 Todesfälle pro 100 000 Einwohner mehr Todesfälle als im April 2020 mit Covid-19. Da waren es 101,1 Todesfälle pro 100 000 Einwohner. Die schwedischen Covid-19-Opfer wurden im Median 86 Jahre alt und liegen damit im Bereich der üblichen Lebenserwartung im Land: „Das und die fehlende Übersterblichkeit im Vergleich zu den Vorjahren deuten an, dass viele vulnerable Menschen, die 2020 ohnehin verstorben wären, zu diesen Opfern gehören. Gleichzeitig sterben in Schweden 250 Menschen pro Tag an anderen Ursachen. Covid-19 ist momentan nur für 1,2% der Todesfälle in Schweden verantwortlich, erhält aber wahrscheinlich 99% der Aufmerksamkeit. Wir müssen eine gewisse Perspektive wahren, Zahlen in Relation setzen, um Gefahren richtig einschätzen zu können.“

Und große Gefahren für die Gesundheit der Bevölkerung sieht der 37-Jährige eher in weiteren Lockdowns: „Die Menschen müssen die Maßnahmen auch über einen längeren Zeitraum aushalten können. In vielen europäischen Ländern wird protestiert und man liefert sich auch schon Auseinandersetzungen mit der Polizei, etwa in Italien oder Spanien“. Tegnell hätte immer wieder darauf hingewiesen, dass es sich um einen Marathon handele, keinen Sprint. Und Rushworth liefert weitere Argumente: „In einer britischen Regierungsstudie rechnet man langfristig mit 200.000 Toten allein durch den ersten Lockdown, aufgrund von Verzögerungen im Gesundheitswesen und den wirtschaftlichen und sozialen Folgen.“ Dr. Scott Atlas, Chef der Neuroradiologie an der Universität Stanford, nannte Lockdowns kürzlich in Bezug auf verlorene Lebensjahre der Gesamtbevölkerung eine völlig destruktive Politik.

Dass Schweden dünner besiedelt und nicht vergleichbar wäre, dem sei nicht so: „Das gilt für den nördlichen Teil im und am Polarkreis. Schwedens Bevölkerung konzentriert sich auf die Küsten der südlichen Hälfte und hat einen Urbanisierungsgrad von 87 Prozent, zehn Prozent mehr als Deutschland.“ Auf Twitter setzte der praktizierende Arzt sogar noch einen drauf: „Lockdowns für einen Virus, der keine Übersterblichkeit in Schweden erzeugt?“ Es handele sich doch offensichtlich eher um eine „herkömmliche Erkältung, einen saisonalen Virus, als um Ebola“. Und in Schweden hätten in einigen Regionen schon genug Menschen Immunität aufgebaut: „Es gibt als Immunantwort nicht nur Antikörper, sondern auch die viel schwerer nachzuweisenden T-Zellen“, sagt Rushworth. Trotz zuletzt massiv steigender Fallzahlen im Großraum Stockholm gäbe es bisher nur einige wenige neue Covid-19-Patienten in den Intensivstationen: „Und ich gehe davon aus, dass es lange nicht mehr so viele Todesfälle geben wird, wie seinerzeit.“ Bisher hat er damit Recht behalten, auch wenn davon in den deutschen Leitmedien nichts zu lesen ist.


Bilder: RolandL/ Oleksiichik/ Basel Al seoufi/ Shuttstock
Text: Gast


 

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Gynther
1 Monat zuvor

Abgesehen vom Gefühl sind das die Todeszahlen in Schweden und in Norwegen: https://bit.ly/39b7oDB

 

Frank Volkmar
3 Monate zuvor

Man muss nur die tagesaktuellen Werte der an und mit Corona Gestorbenen ins Verhältnis setzen mit den so genannten Neuinfektionen. Trotz der möglichen Zeitverzüge (Annahme : gleiche Fehler bei allen Ländern) sieht man, das Schweden den geringsten prozentualen Anteil an täglich neu an und mit Corona Verstorbenen hat. Das soll nicht heißen, das das die absolute Wahrheit ist, gibt aber zumindest einen Anhaltspunkt für berechtigte Fragen nach dem Warum und die Forderung nach Verhältnismäßigkeit !

Isabel
3 Monate zuvor

Die wichtigsten Risiken für eine Tod mit Covid sind: hohes Alter (über 80 Jahre alt), Soziale Ungleichheit (bspw. höhere Todesrate bei der spanischen und schwarzen Bevölkerung der USA) und ein starkes Übergewicht und daraus resultierende Herz- und Kreislauferkrankungen. Das können wir leider nicht ändern, indem wir monatelang (überzogener Lockdown) zu Hause bleiben… Ein Pandemie ist leider ein Naturereignis.

Anna
Antwort an  Isabel
3 Monate zuvor

Gebe Ihnen völlig recht. Bis auf den Punkt der sozialen Ungleichheit. Der stimmt sicherlich zum Teil. Aber lässt einen sehr wichtigen Faktor außer Acht, klein aber oho: Vitamin-D-Mangel!Vitamin D entsteht durch UVB-Strahlung, die von unserer Haut entsprechend umgewandelt wird. Schon vor Covid gab es mehrere Studien, die den Menschen in den USA, die viel Melanin in der Haut haben (je mehr Melanin, desto dunkler die Haut), einen eklatanten Mangel an Vitamin D bescheinigt haben. Ergibt absolut Sinn: Melanin blockt UVB-Strahlen und verhindert dadurch einerseits Sonnenbrand, aber andererseits auch die Produktion von Vitamin D. Kein Problem, wenn man auf dem Afrikanischen Kontinent oder sonstigen Regionen mit viel Sonne lebt. Aber wenn Menschen afrikanischer Abstammung bspw. in Boston landen und im Sommer viel zu wenig Sonne abbekommen, haben sie spätestens im Herbst bereits einen riesigen Mangel. Ende des Winters ist eigentlich nichts mehr da.Da Vitamin D aber elementar wichtig für unser Immunsystem ist, glaube ich, dass der Vitamin-D-Mangel in der „melaninhohen“ Bevölkerung der USA eine große Rolle bei den ungleichen Verhältnissen bei Erkrankung und Todesrate spielen.Parallel dazu: Die dezidiert stärker betroffene Somali-Community in Schweden, wo auch schon Menschen mit wenig Melanin in der Haut ein halbes Jahr lang viel zu wenig Sonne abbekommen. Auch in Schweden natürlich systemischer Rassismus, aber doch hoffentlich eklatant weniger als in den USA.

Thorsten Maverick
3 Monate zuvor

Schweden hat entsetzlich viele Tote zu beklagen:

https://www.facebook.com/peter.mersch.1/posts/3800664386618596

Aktuell explodieren die Infektionszahlen. Das dauert drei Wochen, dann geht dort die Welt unter. Hier werden die Intensivbetten auch knapp werden. Bei aller Kritik an den Tests und der vollkommen überforderten Verwaltung, die benötigten Intensivbetten korrelieren mit Totzeit/zeitlichem Versatz gut mit den Infektionszahlen durch die Tests. Das wird hier noch lustig. Möglicherweise werden die Betten nicht reichen.

Frank Volkmar
Antwort an  Thorsten Maverick
3 Monate zuvor

Etwa so wie in der Grippesaison 1995/96 mit 31.000 Grippetoten ?

Oder so wie im Durchschnitt der 24 Jahre von 1984/85 bis 2007/08 mit jährlich 10.300 Grippetoten ? Da gab es in 11 von 24 Jahren mehr als 10.000 Tote pro Grippesaison !

Alles nachzulesen im Influenza-Beriecht des RKI aus dem Jahr 2009 !

Auf jeden Fall wird es interessant sein zu sehen, wie die Grippe in dieser Saison 2020/21

verläuft ! Ob es die wohl noch gibt ?

Anna
Antwort an  Thorsten Maverick
3 Monate zuvor

Schweden hatte 2019 extrem wenig Tote zu beklagen (vor allem im Vergleich zu den anderen skandinavischen Ländern). 2020 deswegen einige mehr. Insgesamt sieht es bis jetzt aber sehr danach aus, als dass Schweden in diesem ach so schlimmen Pandemie-Jahr sogar bei einer Untersterblichkeit (im Vergleich zu seiner Durchschnittsmortalität der letzten Jahre) landet. Wohlgemerkt bei fast völliger Maskenlosigkeit, ein paar wenigen Beschränkungen (Großevents etc.) und ansonsten völliger Freiwilligkeit. Eine Freundin aus Göteborg meinte neulich: Ja, es gebe bei ihr regional begrenzt wegen der hohen PCR-Zahlen (dass die damit noch nicht aufgehört haben, verstehe ich auch nicht) „verschärfte Empfehlungen“, aber die beruhen weiterhin auf völliger Freiwilligkeit. Manche Läden/Einrichtungen/Bars machen deswegen zu und Urlaub. Viele lassen offen. Wer feiern will, darf. Die Polizei kommt sicher nicht zum Kontrollieren, ist ja eh freiwillig. Nicht zu vergleichen mit den teils drakonischen Strafen in anderen Ländern.

Mike B
Antwort an  Anna
3 Monate zuvor

Nun zieht auch Schweden an. Auf Völlige Freiwilligkeit konnte man nicht bauen.

Die gewünschten 25 bis 30 % Herdenimmunität haben sich leider in Luft aufgelöst, wenn jetzt gerade einmal 5 bis 7 % eingetreten sind.

Karl Heinz Siber
3 Monate zuvor

Schweden meldete die Höchste Sterbezahl der „zweiten Welle“ am 1. November mit 20. Das war ein Ausreißer nach oben. Ansonsten bewegen sich die Werte für die täglichen Coronatoten fast durchweg um 10 herum. Der aktuellste verfügbare Wert ist 10 für den 11. November. Ähnlich sieht es bei den Einweisungen auf Intensivstationen aus: Da bewegen sich die schwedischen Zahlen zwischen 5 und 20 pro Tag.

Frank Volkmar
Antwort an  Karl Heinz Siber
3 Monate zuvor

Schweden hat den niedrigsten Anteil (prozentual) an Corona-Toten (tagesaktuell) zu Neuinfektionen (tagesaktuell) im Vergleich zu anderen europäischen Ländern.

Das natürlich immer als Mittelwert zum Beispiel rückgerechnet über die letzten 7 Tage !

1984
3 Monate zuvor

Interessant wäre: Welche Faktoren ermöglichen Schwedens Sonderweg überhaupt?

Frank Volkmar
Antwort an  1984
3 Monate zuvor

Faktor „Gesunder Menschenverstand“ ?

Faktor „Verhältnismäßigkeit“ ?

Faktor „Wie war das noch damals bei der Schweinegrippe“ ?

Thomas
3 Monate zuvor

Jetzt sollte den Menschen eigentlich klar werden, dass es andere, vernüftigere Wege gibt, um mit dieser Situation fertig zu werden. Für mich wird immer deutlicher, warum so viele Personen versucht haben, den schwedischen Weg zu torpedieren und zu bekämpfen. Das größte Problem für „Betüger“ ist, wenn man ihre Machenschaften mit anderen, seriöseren Methoden vergleichen kann. Ob es evtl. auch „unmoralische“ Angebote gegeben hat, um die Entscheidungen in die richtige Richtung zu lenken? Nach den ganzen bisher eingetretenen Schäden (menschlich/materiell) kann ich nicht sehen, dass nur unser Wohl bei den getroffenen Entscheidungen im Vordergrund gestanden haben soll. Eine Fassade, die von den üblen Machenschaften ablenken soll.

Leider führt die Fiktion auf Coronatote dazu, dass täglich ca. 2000 Menschen hier sterben, deren Tot irgendwie zur „Nebensache“ verkommen ist. Tausende Opfer, tausende Menschen, deren Familien und Angehörige, die doch auch täglich leiden. Mit mehr öffentlicher Aufmerksamkeit könnte man bei anderen Krankheiten evtl. größere Erfolge erzielen. Geld scheint ja seit Corona nicht das Problem zu sein. Auch diese Opfer/ Toten und deren Leiden hätten eine größere Medienpräsenz verdient.

Chrissie
Antwort an  Thomas
3 Monate zuvor

Wenn in Zukunft mal vielleicht meine Oma an Influenzagrippe zu sterben droht: warum spendiert der Staat da dann nicht auch 60 Mio. Für ihre Lebensrettung?

Ingrid Bieger
3 Monate zuvor
Norbert Brausse
Antwort an  Ingrid Bieger
3 Monate zuvor

Frau Bieger, lesen Sie sich bitte die Kommentare dazu durch, da sind sehr sachliche dabei, die die „schwedischen Verhältnisse“ gut beschreiben und nicht verstehen, warum Löfven die Schweden „auf eine schwere Zeit einstimmt“. Ich selbst habe nur die Überschrift und einige Kommentare aber nicht den Artikel gelesen.

Peter Kalaschnikoff
Antwort an  Ingrid Bieger
3 Monate zuvor

Der englische Premier Churchill sagte einmnal, er glaube keiner Statistik, nur der, die er selber gefälscht habe… – …und da sind wir jetzt  im schönen Deutschlanbd, wir werden veräppelt um es höflich auszudrücken…

Silverager
Antwort an  Peter Kalaschnikoff
3 Monate zuvor

Das ist sehr höflich ausgedrückt.
Ich sage, wir werden nach Strich und Faden verarscht!

Emma.w
Antwort an  Ingrid Bieger
3 Monate zuvor

Sie sollten das glauben was hier steht.
Ich lebe in Schweden und kann diesen Artikel voll und ganz bestätigen.

Martin Bichler
Antwort an  Ingrid Bieger
3 Monate zuvor

Zunächst mal die Wahrheit über Viren.

Es gibt Viren, aber weltweit wurde noch kein krankmachendes Virus bei Tieren oder Menschen nachgewiesen. Polio, Masern, Influenza, SARS-CoV-2 usw.  wurden nie gemäß den Koch’schen Postulaten nachgewiesen. (siehe link weiter unten, wo diese Tatsache ausführlich begründet wird)

Der PCR-Test findet Schnippsel, aber keine Viren. Wer also die Positiv-Tests mit Infektion gleichsetzt, lügt bewußt, um Todesängste zu schüren und seine politische Agenda durchzudrücken. (siehe zweiten link zu einem Artikel, wo der PCR-Betrug ausführlich dargestellt wird)

Es gab zu keinem Zeitpunkt einen nationalen Notstand, es gab zu keinem Zeitpunkt eine Pandemie. Das Infektionsschutzgesetz darf überhaupt nicht benutzt werden, weil der Nachweis des „Erregers“ fehlt. Hier wird also nicht nur die Verfassung gebrochen, sondern es wurde ein Diktatur errichtet, welche keine Rechtsgrundlagen hat.

Fazit: Merkel, Spahn, Wieler, Söder und all deren Helfer gehören vor Gericht und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Wer sich über die Fakten zu den nie nachgewiesenen krankmachenden Viren informieren möchte, findet auf dem Blog „Fassadenkratzer“ einige Artikel darüber.

Die „Wissenschaft“ vom Virus, das einfach nicht nachzuweisen ist

https://fassadenkratzer.wordpress.com/2020/07/16/die-wissenschaft-vom-virus-das-einfach-nicht-nachzuweisen-ist/#more-6408

Ein gigantisches Gebäude aus Lügen und Angst hält uns gefangen

https://fassadenkratzer.wordpress.com/2020/11/12/ein-gigantisches-gebaude-aus-lugen-und-angst-halt-uns-gefangen/

 

 

Bichler
Antwort an  Ingrid Bieger
3 Monate zuvor

Herr Reitschuster, mein Kommentar ist im Internet-Nichts verschwunden.

Das ist frustrierend. Da sitzt man eine halbe Stunde, klickt dann auf „Senden“ und weg ist der Kommentar.

Hier die Stichpunkte aus dem Kommentar:

  1. Krankmachende Viren bei Menschen oder Tieren wurden bisher von keinem Virologen nachgewiesen.

Die „Wissenschaft“ vom Virus, das einfach nicht nachzuweisen ist

https://fassadenkratzer.wordpress.com/2020/07/16/die-wissenschaft-vom-virus-das-einfach-

nicht-nachzuweisen-ist/

2. Der PCR-Test ist Betrug. Er kann keine vermehrungsfähigen Erreger nachweisen. Und die Falsch-Positiv-Rate liegt bei weit über 50 Prozent. Eine Münze werfen würde den gleichen Unsinn ergeben wie der PCR-Test. Es ist kriminell, mit dem PCR-Test den Menschen Todesängste einzujagen.

Ein gigantisches Gebäude aus Lügen und Angst hält uns gefangen

https://fassadenkratzer.wordpress.com/2020/11/12/ein-gigantisches-gebaude-aus-lugen-und-angst-halt-uns-gefangen/

 

Jo Bach
Antwort an  Ingrid Bieger
3 Monate zuvor

Frau Bieger, die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Die Berichterstattung über Schweden halte ich zwar auch für maßlos überzogen und tendenziös, aber einen Vergleich der nüchternen Zahlen mit den benachbarten skandinavischen Ländern kann man zugegebenermaßen auch nicht einfach wegdiskutieren. Bei all den Debatten um Sinn oder Unsinn der Schutzmaßnahmen, wird ja selten bedacht, dass sich das Verhalten der Menschen-unabhängig von staatlicher Anordnung- ändert. Meine beruflichen Kontakte zu Schweden (Uppsala) mögen nicht repräsentativ sein, aber sie erwecken zumindest den Eindruck bei mir, dass dort eine gewisse Disziplin herrscht. Die Welt schrieb kürzlich: „Mehrere Umfragen ergaben allerdings, dass 80 Prozent der Schweden ihr Verhalten wegen der Corona-Pandemie geändert haben. Sie scheinen den Aufforderungen der Behörden zu folgen, verstärkt im Homeoffice zu arbeiten, ihre persönlichen Kontakte einzuschränken und sich öfter die Hände zu waschen. Tatsächlich sind die Schweden für ihre Disziplin beim Einhalten von Regeln für das Miteinander bekannt.“ 

Hier stellt sich auch die Frage, warum gerade in vielen südostasiatischen Ländern relative geringe Infektionsraten vermeldet werden. Disziplin?

Die Verantwortlichen in Deutschland haben zu Beginn der Pandemie  betont, dass ein Lockdown vermeidbar sein wird, wenn jeder mitzieht. Leider hat das nicht funktioniert und ich glaube, man kann das sehr gut mit dem Paretoprinzip begründen.(https://de.wikipedia.org/wiki/Paretoprinzip)

Warum ist es so schwer diese 20% zu erreichen? Weil relativ simple Maßnahmen seit Beginn der Pandemie nicht nur vermehrt in Frage gestellt (was ja auch trotz Mangels an Beweisen legitim ist), sondern auch als Symbole totalitären Denkens diskreditiert werden und das ganze dann unterfüttert wird mit fragwürdigen Analysen zur Ätiologie und Pathogenese des Virus bzw. der Erkrankung? Ich weiß es nicht, aber ich sehe die Zahlen aus anderen Ländern, wie z.B. Brasilien und das sieht erschreckend aus. Wer diesen Zahlen nicht glaubt, der kann sich die Daten der Pfizer/BioNtech-Studie anschauen, die größtenteils dort weiterhin läuft.

 

Thorsten W.
Antwort an  Jo Bach
3 Monate zuvor

Sorry, da bin ich nicht mit einverstanden. Der Lockdown kam fast über Nacht.

Die Regierung hat erst gar nicht versucht, freiwillige Regeln aufzustellen. Im übrigen sollte man nicht immer auf andere Länder schauen. bei Euromomo sieht man sehr gut, wenn man durch die Jahre „scrollt“, dass in einigen Nachbarländern es immer wieder hohe Übersterblichkeit gibt, während bei uns alles relativ normal ist. Auch der zweite Lockdown ist völlig unnötig, die Intensivkurve flacht schon ab, und nach einer Zeit bis zur Intensivstation von ca. 15-20 Tagen nach Infizierung kann es nicht dem Lockdown zugeordnet werden. Selbstverständlich werden unsere Politiker uns das aber so verkaufen und der „Normalbürger“ wird es glauben, weil viele einfach zu bequem sind, sich mit der Situation auseinanderzusetzten.

Danny
Antwort an  Thorsten W.
3 Monate zuvor

Das stimmt nicht, im März gab es schon einiges vorher Aufrufe die Kontakte zu reduzieren, was nachweislich auch geschah.

Thorsten W.
3 Monate zuvor

Anders Tegnell hat sehr für das Impfen bei der Schweinegrippe geworben was zu ca. 700 Fällen von Narkolepsie bei Kindern geführt hat. Dafür zahlen die Schweden nun Schadensersatz. Ich denke, Herr Tegnell fällt nicht noch einmal auf die Pharmaindustrie herein, er wird wohl deutlich vorsichtiger geworden sein und einfach hinterfragen, was los ist. Danke an Schweden. Der Bericht erschien schon auf woanders als Video, ist also nicht tagesaktuell, aber sehr aufschlussreich.

Chris
Antwort an  Thorsten W.
3 Monate zuvor

Die Aktualität würde mich dann auch mal interessieren, speziell nach dem o.a. FAZ-Artikel, der ja eine drastische Verschlechterung der Lage in Schweden skizziert.

Norbert Brausse
3 Monate zuvor

Ich hatte schon vor einiger Zeit einen Kommentar zu den „schwedischen Verhältnissen“ geschrieben, deshalb hier nur kurz aus meiner Erinnerung: Schweden hatte keine Übersterblichkeit, aber doch mehr Tote (relativ zur Bevölkerungszahl) als Deutschland, aber weniger als Belgien, Spanien oder Italien. Schweden ist urbaner als Deutschland, was Corona begünstigt und die absolute Mehrheit der Verstorbenen stammt aus 3 städtischen Bezirken, eine Gruppe, männlich, über 70 mit Vorerkrankungen, Übergewicht und Diabetes war mit ca. 50% der betroffen, die Lebenserwartung der Verstorbenen betrug nur noch 1-2 Jahre, als einzige Maßnahme hatte man damals beschlossen, die Bürger in den Altenheimen besser zu schützen.