Schwesig warnt Frauen vor der AfD – und schweigt zur echten Gefahr Bedrohung durch Migranten – für die SPD-Politikerin kein Thema

„Junge Frauen als Freiwild – und alle schweigen dazu“ – unter diesem Titel habe ich vor zwei Wochen hier einen Artikel darüber veröffentlicht, wie sich junge Frauen nicht mehr sicher fühlen, wie sie Angst haben, bei Dunkelheit aus dem Haus zu gehen. Und wie diese Angst und ihre Ursache – vorwiegend Migration aus frauenfeindlichen Weltgegenden ohne Gewalttabu – tabuisiert wird.

Und jetzt das! Bei X stieß ich auf ein Video von Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, in dem diese davor warnt, wie gefährlich es für unsere Frauen in unserem Land ist – wegen der AfD. Ich musste es mir dreimal ansehen, bevor ich diese Dreistigkeit und diesen Zynismus halbwegs verdauen konnte.

Hier die Aussage der Sozialdemokratin im Wortlaut (anzusehen ist sie hier):

Liebe Frauen, wir können doch unser schönes Land nicht den Männern von der AfD überlassen. Bankräuber, Extremisten, Radikale. Ich erlebe die AfD als bedrohlich und sexistisch. Und ich möchte, dass unsere Kinder, vor allem die Mädchen, frei und sicher in unserem Land aufwachsen können. Viele Frauen haben Jahrzehnte vor uns viele Rechte für uns erkämpft. Und es ist noch nicht alles perfekt. Aber was gar nicht geht, ist, dass viele dieser Rechte zurückgedreht werden sollen. Und deshalb bitte ich euch alle: Geht am 20.09. zur Wahl oder nutzt jetzt schon Briefwahl. Unterstützt mich mit beiden Stimmen für die SPD. Denn ich bin eure Frau für MV.

Rot. Weißes Shirt. Fester Blick. Die Ministerpräsidentin als Schutzheilige der Frauen. Und die Gefahr trägt blau.

Zwei Wochen zuvor beginnt genau jener Artikel von mir, den sie offenbar nicht gelesen hat – oder nicht lesen will –, mit einem Fall aus ihrem Land. Friedland bei Neubrandenburg. Eine 27-Jährige, mitten am Tag, vom Gehweg in ein Gebüsch gezerrt und vergewaltigt. Der mutmaßliche Täter: ein 24-jähriger abgelehnter Asylbewerber aus Benin. Die Staatsanwaltschaft hält den Fall wochenlang unter Verschluss. Opferschutz. Erst auf Nachfrage sickert er durch. Nicht etwa ein AfD-Abgeordneter. Kein Bankräuber aus der Opposition. Ein Mann, den dieses Land nicht abgeschoben hat – in einem Bundesland, das Manuela Schwesig seit Jahren regiert.

Das ist die Wirklichkeit. Der Spot ist die Lüge darüber.

Im NDR-Duell sagt AfD-Kandidat Leif-Erik Holm, was in Schwesigs Video fehlt: Frauen sollen wieder sicher durch die Städte kommen. Er nennt eine junge Frau in Schwerin, die nach der Arbeit abgeholt werden muss, weil sie sich in der Straßenbahn nicht mehr traut. Schwesig antwortet nicht mit Schutz. Sie antwortet mit Moral. Mit AfD-Posts. Mit dem Vorwurf, Holm trete mit Männern an, die Frauen kleinmachen. Holm nennt das eine „neue Masche“.

Auf X schreibt die fünffache Großmutter Baerbel Jilge, was die großen Medien nicht schreiben: Warnfinger auf die AfD, schützende Hand über Männer aus Kulturkreisen, die Frauen jedes Recht absprechen. In Krailling bei München steht ein Jemenit vor Gericht, weil er seiner Frau, die sich trennen wollte, den Kopf fast vollständig abgetrennt haben soll. In Zwickau sitzt ein 31-jähriger Syrer in U-Haft – eine 25-Jährige, die er kannte, ebenfalls aus Syrien, ist tot, die Polizei spricht von einer Beziehungstat. Die Liste ließe sich fast endlos fortsetzen. Vor solchen Männern will Frau Schwesig die Frauen nicht schützen. Vor den „Männern von der AfD“ schon.

Fragen über Fragen

Die frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Katja Adler parodiert den Spot: Lasst euch von der SPD beschützen – vor den bösen AfD-Männern. Sicherheit und Frauenrechte in Gefahr. Durch die AfD. Dann stellt Adler die Frage: Satire, KI – oder ideologisch geleitete Parallelwelt?

Schauen wir auf die Zahlen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zählt in MV 2.573 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung – plus 28 Prozent. Der Sprung steckt vor allem in der Kinderpornografie. Die engere Kategorie – Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexuelle Belästigung, Missbrauch und verwandte Delikte: 748 Fälle, plus sieben Prozent, rund zwei am Tag. Drei von vier Personen mit offenem Haftbefehl sind Ausländer; bei den 83 wegen Gewaltdelikten Gesuchten nach Auskunft der Landesregierung sogar knapp 90 Prozent. Und die Landeschefin stilisiert die Opposition zur Gefahr für Mädchen.

Das wirft die Frage auf: Ist Schwesig so zynisch oder so realitätsfremd? Oder beides? Fakt ist: Als gut beschützte Landeschefin hat die SPD-Politikerin selbst wenig zu befürchten – mit Sicherheitsbeamten und Chauffeur. Und auch ihre Tochter, zehn Jahre alt, wird kaum auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sein. Schwesig lebt in einer Wohlfühlblase und hat offenbar völlig den Bezug zu den Sorgen und Ängsten der normalen Menschen verloren – sonst käme sie nie auf die absurde Idee, die AfD zur Gefahr für die Frauen zu stilisieren. Sie merkt gar nicht, wie sehr sie damit sich selbst und ihre Abgehobenheit entlarvt.

Im März twitterte dieselbe Frau: „Frauen und Mädchen sind kein Freiwild.“ Sechs Monate später erklärt sie den Frauen, es sei die AfD, die Freiwild aus ihnen mache. Die 27-Jährige aus Friedland kommt in dem Video nicht vor. Sie stört das Narrativ.

Wer in diesem Land die Frauenrechte zurückdreht, das ist nicht eine Oppositionspartei. Zurückgedreht wird die elementarste Voraussetzung jeder Emanzipation: dass eine Frau nach Einbruch der Dunkelheit noch Herrin ihres Körpers ist. Dafür hat nicht die AfD gesorgt. Dafür hat eine Politik gesorgt, die millionenfach junge Männer aus Weltgegenden ohne Gewalttabu ins Land ließ – und jeden, der das benennt, als Sexisten, Radikalen oder Rechten diffamiert.

Das Fatale ist: Sie ist damit nicht allein. 62 Prozent wollen sie laut ZDF-Politbarometer weiter als Ministerpräsidentin. Auch wenn diese Zahlen geschönt sein sollten – es sind immer noch sehr viele. Solche Zahlen sind kein Betriebsunfall – wir haben es hier mit einer Verdrängungs-Symbiose zu tun. Die eine liefert das Märchen, die anderen dürfen weiter so tun, als gehe die Gefahr von einer Partei aus und nicht von jener Politik und jenen Tätern, vor denen Frauen nachts wirklich Angst haben. Wegsehen auf der Bühne, Wegsehen im Wahlvolk – aneinandergewachsen. Genau deshalb kann so ein Spot überhaupt funktionieren. Und genau deshalb ist er gefährlicher als bloße Wahlkampfprosa.

Schwesig will beide Stimmen. Als „eure Frau für MV“. Die Frau, unter der in Friedland eine 27-Jährige im Gebüsch landete. Die Frau, die Sicherheit predigt und die Ursache tabuisiert. Die Frau, die den Verrat an den jungen Frauen in Wahlwerbung verwandelt.

Zynischer geht es nicht. Und unwählbarer auch nicht.

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Meine Buchempfehlung zu dem Thema: „Beute – Warum muslimische Einwanderung westliche Frauenrechte bedroht“ von Ayaan Hirsi Ali.

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Bild: Symbolbild/KI/Grok

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