Ein Gastbeitrag Von Thomas Rießinger
Es wird eng für Donald Trump.
Wie man aus verlässlicher Quelle erfahren kann, wenden sich inzwischen sogar seine europäischen Freunde im Geiste von ihm ab. Robert Fico beispielsweise, Ministerpräsident der Slowakei, hat es während eines europäischen Spitzentreffens in Brüssel nicht an klaren Worten fehlen lassen, verrät uns die „Welt“, die sich dabei auf ihre „Partnerpublikation Publico“ stützt. „Robert Fico hat EU-Spitzenpolitiker beim Gipfeltreffen in der vergangenen Woche in Brüssel darüber informiert, dass er nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump schockiert über die geistige Verfassung des US-Präsidenten gewesen sei. Das sagten fünf europäische Diplomaten, die über das Gespräch unterrichtet wurden.“ Zwei der Diplomaten teilten mit, Fico habe sich Sorgen über Trumps „psychologischen Zustand“ gemacht, als er am 17. Januar in Florida mit Trump gesprochen habe: „gefährlich“ habe er auf ihn gewirkt.
Die „Welt“ hebt hervor, Ficos Aussagen seien „besonders relevant, da er zu den größten Trump-Befürwortern unter Europas Politikern zählt“, und, so soll sich der Leser denken, wenn der schon von Trumps Irrsinn überzeugt ist, dann muss es wirklich schlimm sein. Zwar habe Fico in seinem offiziellen Facebook-Post nichts dergleichen erwähnt, aber: „Fico habe durch seine Begegnung mit dem US-Präsidenten „traumatisiert“ gewirkt, sagte dagegen einer der europäischen Diplomaten. Der slowakische Regierungschef habe Trump als „nicht bei Verstand“ beschrieben, so ein Diplomat, der die Worte wiedergab, die ihm von seinem direkt an dem Gespräch in Brüssel beteiligten Regierungschef übermittelt worden seien.“
Wie ist die Beweislage? Fünf Diplomaten wurden über das Gespräch informiert, das „in einer separaten informellen Runde zwischen einigen Staats- und Regierungschefs und führenden EU-Vertretern“ stattgefunden haben soll und nicht etwa während der offiziellen Gespräche. Selbst dabei waren sie nicht, andere haben es ihnen erzählt – das bezeichnet man als Hörensagen, der Beweiswert ist überschaubar. Wer die fünf Diplomaten waren, wissen wir nicht, denn ihnen, „wurde Anonymität zugesichert, damit sie über die vertraulichen Gespräche zwischen den Staats- und Regierungschefs sprechen können.“ Das erhöht den Beweiswert nicht unbedingt; jetzt haben wir es also mit fünf anonymen Zeugen zu tun, denen andere Leute etwas berichtet haben, was Robert Fico gesagt haben soll.
Darauf bauen Politico und die „Welt“ ihren Bericht auf. Immerhin hat man auch die Amerikaner gefragt, dass aus amerikanischer Sicht nichts dergleichen aufgefallen sei und es sich um ein angenehmes und normales Gespräch gehandelt habe. Auf Anfragen von Politico habe man leider nichts von Ficos Sprechern gehört. Das war der Stand vom 28. Januar.
Am gleichen 28. Januar äußerten sich zwar nicht Ficos Sprecher, aber Fico selbst, ganz ohne Anonymität und nicht auf der Basis von schlichtem Hörensagen, da er selbst Betroffener war. Um 9 Uhr 46 veröffentlichte er auf seinem X-Account eine Stellungnahme, die ich hier in deutscher Übersetzung wiedergebe, Unter der Überschrift „Ich weise die Lügen des hasserfüllten, pro-Brüsseler liberalen Portals POLITICO entschieden zurück“ teilt er mit:
„Es ist ein trauriger Blick auf die liberale und progressive Politik- und Medienwelt. Der Missbrauch des Strafrechts zur Vernichtung von Gegnern, die Ablehnung abweichender Meinungen, grenzenlose Lügen in den Medien und Versuche, politische Führer in der Slowakei und den USA zu ermorden.
Erst gestern musste ich die Lügen des neuen liberalen, pro-Brüsseler ungarischen Stars P. Magyar zurückweisen. Weniger als 24 Stunden später muss ich die Lügen des Portals POLITICO über meine Einschätzung meines Treffens mit US-Präsident D. Trump bei einem informellen Gipfeltreffen in Brüssel nachdrücklich zurückweisen. Niemand hat etwas gehört, niemand hat etwas gesehen, es gibt keine Zeugen, aber nichts hat das Portal POLITICO daran gehindert, Lügen zu verbreiten.
Es ist bekannt, dass ich einer der „Lieblinge” dieses Portals bin, wo Souveränität, der Kampf für nationale Interessen und die eigene Meinung als Verbrechen angesehen werden. Also:
- Ich habe auf dem informellen Gipfeltreffen in Brüssel nicht gesprochen, wie auch kein anderer Premierminister. Zum Beispiel kein einziger aus der V4. Ich habe dieses Gipfeltreffen, seine Vorbereitung und seine Einberufung offen kritisiert. Auf dem Gipfel habe ich mit keinem Premierminister oder Präsidenten informell über meinen Besuch in den USA gesprochen.
- Es gab beharrliche Bemühungen, meinen Besuch in den USA zu vereiteln, wie es auch bei meinem Besuch in Russland der Fall war, wo mir einige EU-Mitgliedstaaten nicht einmal erlaubt haben, ihr Hoheitsgebiet zu überfliegen! Das nennt man Solidarität.
- Ich stimme vielen Strategien des US-Präsidenten zu, einigen jedoch nicht. Ich habe ehrlich gesagt erwartet, dass mein Besuch in den USA nach meiner scharfen Äußerung zu Venezuela abgesagt werden würde. Dies ist nicht geschehen, weshalb ich das Treffen mit dem US-Präsidenten umso mehr zu schätzen weiß.
- Das Ziel von POLITICO ist es lediglich, die konstruktiven Beziehungen der Slowakei zu allen Teilen der Welt zu zerstören. Dies betrifft auch das Interesse der Slowakischen Republik an der Diversifizierung ihres friedlichen Atomprogramms und der Zusammenarbeit mit den USA.
- Wenn ich eine kritische Meinung äußern muss, brauche ich dafür keine Megaphone. Vielleicht reicht das Beispiel meines Vorschlags zur Notwendigkeit, K. Kallas zu ersetzen.“
Die Entlassung der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas hat Fico tatsächlich vor Kurzem in aller Offenheit gefordert, ganz ohne Umwege über anonyme Diplomaten, und auch sonst ist er eher durch offene Worte aufgefallen.
Kurz gesagt: Politico und mit ihm die „Welt“ machen Gerüchte zu Wahrheiten. Wer in dem „Welt“-Artikel nur die Überschrift „Nicht bei Verstand“ – Trumps Fürsprecher in der EU schockiert über dessen Geisteszustand“ gelesen hat, wird kaum auf den Gedanken kommen, dass es hier um anonym verbreitetes Hörensagen geht.
Auf wessen Seite die glaubhafteren Beweise zu finden sind, bei Politico oder bei Ficos eigener Aussage, mag jeder selbst entscheiden.
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Thomas Rießinger ist promovierter Mathematiker und war Professor für Mathematik und Informatik an der Fachhochschule Frankfurt am Main. Neben einigen Fachbüchern über Mathematik hat er auch Aufsätze zur Philosophie und Geschichte sowie ein Buch zur Unterhaltungsmathematik publiziert.
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