Vier Tische – und das Amt dreht durch Hannovers Verwaltung verlangt Statik-Gutachten für Sitzplätze

Immer häufiger fragt man sich in diesen verrückten Zeiten, ob es überhaupt noch Satiriker braucht in Deutschland. Die Realität ist ihnen hierzulande längst davongelaufen. Diesmal ist sie in Hannover unterwegs – und dort besonders gründlich.

Ein Geschäftsmann, Betreiber eines Delikatessengeschäfts im Stadtteil List, – dem „Elea“ auf der Lister Meile, das Olivenöl, Wein und andere Feinkost anbietet – möchte etwas tun, das in südlicheren Ländern als Akt der Gastfreundschaft gilt: ein paar Tische vor den Laden stellen, damit Kunden einen Kaffee trinken können. Kein fester Anbau, kein Wintergarten. Vier Tische. Klappbar. Mobil. Dabei hatte er im Vorjahr bereits eine Genehmigung für zwei Stehtische erhalten – doch die Kunden wollten im Sommer lieber sitzen.

Und, wie es scheint, staatsgefährdend.

Denn was daraufhin folgt, ist keine Posse, sondern ein Lehrstück deutscher Behördenlogik. Die Verwaltung fordert: eine Statikberechnung. Für den Gehweg. Also nicht etwa für die Tische, sondern dafür, dass auf dem städtischen Pflaster jetzt ein zusätzlicher Mensch sitzen könnte. Nicht springen. Sitzen.

Der Fall liegt – wie so oft – auf dem Tisch der Straßenbaubehörde, genauer gesagt: im Bereich Sondernutzung. Und was da vorgelegt werden muss, ist kein Scherz, sondern eine echte Ingenieursleistung. Zitat aus dem Ablehnungsbescheid: Es brauche „eine belastbare statische Beurteilung durch ein qualifiziertes Fachbüro“, um die „Tragfähigkeit der darunterliegenden Tiefgarage“ zu prüfen.

Die Stadt fordert diese Nachweise, obwohl sich auf dem betreffenden Gehweg bereits jahrzehntelang Friseure, Kunden, Passanten und Nachbarn ganz ohne Zwischenfall begegneten. In früheren Jahren war dort ein Friseurbedarfsladen untergebracht – und auch der hatte nie mit einstürzenden Gehsteigen zu kämpfen. In der Stadtverwaltung indes geht man offenbar davon aus, dass an der Stelle nie Menschen gelaufen sind — und es völlig ausgeschlossen gewesen war, dass sich da mal drei oder vier zu einem Plausch zusammenstellen, weil sonst wohl eine mittlere Kiesgrube da wäre, wo jetzt der Gehsteig ist.

Absurder geht es kaum noch.

Die Reaktion der Behörde wirkt nicht nur wie ein bürokratischer Schildbürgerstreich – sondern auch noch regelrecht zynisch. Denn sie versichert, sie nehme solche Anliegen „sehr ernst“. Was wohl bedeuten soll: Wer sich mit einem Latte Macchiato auf einen Hannoverschen Bürgersteig setzt, könnte womöglich einen Krater verursachen.

Koszewski hatte den Antrag bereits im Dezember gestellt – in der Hoffnung, bis zum Frühjahr eine Genehmigung zu erhalten. Doch im Februar kam stattdessen die Rückmeldung: Es brauche ein Gutachten durch ein Architekturbüro und einen Gebäudequerschnitt.

Der Geschäftsmann, ein erfahrener Unternehmer, ist fassungslos. In seiner langen Berufslaufbahn habe er „viel erlebt“, aber das hier – das toppe alles, sagt er laut „Hannoverscher Allgemeinen”. Die absurden Anforderungen kosten nicht nur Nerven, sondern auch bares Geld: Allein das Einholen der Pläne habe ihn schon 1.000 Euro gekostet, sagt Koszewski: Pro Tisch käme dann noch ein stattlicher Betrag darauf – gar nicht daran zu denken, was möglicherweise dann noch pro Klappstuhl fällig würde.

Dabei will Koszewski nicht zum Café werden, sondern einfach ein inhabergeführtes Feinkostgeschäft mit etwas Herzblut bleiben – und das Viertel ein bisschen beleben.

Was bleibt, ist ein absurdes Panorama: Während Deutschland sich fragt, warum in den Innenstädten immer mehr Läden schließen, behindert die Verwaltung die letzten, die noch versuchen, etwas Leben hineinzubringen. Es sind nicht die großen Verschwörungen, die Vertrauen zerstören. Es ist das tägliche Kleinklein, das Gefühl: Ich darf hier gar nichts mehr. Ohne Antrag. Ohne Gutachten. Ohne Genehmigung.

Und so steht dieser Fall aus Hannover exemplarisch für ein Land, das sich selbst blockiert – nicht aus Bosheit, sondern aus Prinzip. Man könnte fast meinen, Deutschland hätte sich selbst eine Verwaltung verordnet, die gegen gesunden Menschenverstand immun ist und sich selbst mit Absurditäten in Dauer-Aktion hält. Eine Art bürokratisches Perpetuum mobile. Es bewegt sich immer weiter – aber kein Mensch kommt voran.

Grenzkontrollen? Unmöglich. Gutachten für Tische auf dem Bürgersteig? Ein absolutes Muss!

Koszewski hofft dennoch, dass er in diesem Jahr wenigstens ein paar sonnige Tage mit Tischen vor dem Laden erleben darf. Vielleicht sogar ohne Krater.

Fazit: Vier Tische und ein Gutachten. Willkommen im Land der dichten (Sicherheits-)Netze, durch die keiner durchfällt – außer vielleicht der gesunde Menschenverstand und ein paar hunderttausend illegale Migranten.

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