Warum ich mich für mein Land und für meinen Beruf schäme "Scheiß-Juden"-Sprechchöre in Gelsenkirchen

Manchmal sind Vergleiche Notwehr. Und unverzichtbar. Auch wenn sie als Stilmittel abgenutzt sind. Stellen Sie sich bitte vor: Wütende Demonstranten ziehen vor eine Moschee und skandieren in einer deutschen Stadt in Sprechchören „Scheiß Moslems“. Auf einer unangemeldeten, also rechtswidrigen Versammlung, direkt vor den Augen der Polizei. Die untätig daneben steht und nicht einmal Ansätze zeigt, irgendetwas dagegen zu unternehmen. Was glauben Sie, wie die Reaktion in Deutschland ausgefallen wäre? Dieses Ereignis würde überall groß beleuchtet, es gäbe lautstarke Empörung von Politikern. Solidaritätsbekundungen. Und all das – völlig zu Recht.

Nun ist aber Mittwoch genau das geschehen – mit nur einem Unterschied. Die Demonstranten riefen „Scheiß Juden“. Und zwar vor einer Synagoge.

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Und wie reagieren viele deutsche Medien? Sie spielen diese unerträglichen Szenen als einen „antiisraelischen Demonstrationszug“ herunter. Die stramm auf Regierungslinie liegende Nachrichtenagentur dpa, das Leitmedium der Republik, macht es vor. Spiegel, Frankfurter Allgemeine und andere übernehmen es.

Die Demonstranten, die palästinensische, tunesische, türkische und algerische Fahnen bei sich hatten, haben nicht Israelis beschimpft, sondern Juden.

Sie standen nicht vor einer diplomatischen Vertretung Israels, sondern vor einer Synagoge.

Dass sich in Deutschland 76 Jahre nach Ende des Holocaust und der staatlich organisierten Vernichtung von Juden solche Szenen abspielen können, dass die Polizei, die bei Corona-Demos meist hart durchgreift und auch stumme rechtswidrige Versammlungen schnell auflöst, hier nicht tätig wird und seelenruhig zusieht, dass die Medien das herunterspielen, dass der Begriff Antisemitismus missbraucht wird, um politische Gegner zu stigmatisieren, und damit echter Antisemitismus verharmlost wird, kann einen an diesem Land verzweifeln lassen. Dass ständig bei Terrorangriffen auf Israel dessen Gegenwehr in den Medien so geschildert wird, dass der Eindruck entsteht, der Terror gehe von Israel aus. Dass auf Twitter der Hashtag „covid1948“ trendete, unter dem unverhohlen Judenhass propagiert wird.

In meinen Augen tun sich da Abgründe auf.

Gerade auch bei denen, die ständig lautstark verkünden, sie seien die Guten (was schon per se jedem klar Denkenden verdächtig sein sollte).

In einem Land, in dem der polit-mediale Komplex kaum eine Gelegenheit auslässt, um das „beste Deutschland aller Zeiten“ zu verkünden. Was ebenfalls per se mehr als beängstigend ist und von (neu)deutschem Größenwahn zeugt.

In dem die Regierung bei jeder Sonntagsrede betont, die Sicherheit Israels sei Staatsräson. Und dann in der UNO regelmäßig mit Staaten, die Israel vernichten wollen, gegen den Judenstaat stimmt.

Es bleibt einem nur ein Kommentar.

Der von Max Liebermann:

Man kann nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte.

PS: Und auch wenn ich damit nichts zu tun habe, möchte ich mich doch an dieser Stelle bei allen jüdischen Mitbürgern und Mitbürgerinnen entschuldigen für das, was ich oben beschrieben habe. Und versprechen, dass ich mit all meinen bescheidenen Mitteln versuche, auf diese Missstände aufmerksam zu machen. Und auf diejenigen, die sie durch Verharmlosen und Wegsehen mitzuverantworten haben.

PS: Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul sagte in der Tagesschau (siehe hier, ab Minute 4.00), man habe keine ausreichenden Polizeikräfte zur Verfügung gehabt, um die Demonstration aufzulösen; das sei erst nach zwei Stunden möglich gewesen. Wenn man betrachtet, wie schnell die Polizei in der Regel zur Stelle ist, wenn sich Corona-Maßnahmen-Kritiker versammeln, wirkt diese Aussage bemerkenswert.

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Bild: Screenshot/Twitter
Text: br

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