Wie die Regierung die Bürger verhöhnt Video-Spot zu Corona

Zynismus ist einer der Grundzüge der heutigen Politik. Besonders deutlich wird er im Verhalten der Bundesregierung. Ein neuer Video-Streifen, den Merkels Sprecher Steffen Seibert unter dem Hashtag #besondereHelden gerade auf Twitter veröffentlicht hat, bringt eine fast unerträgliche Verachtung der Regierenden gegenüber den Regierten zum Vorschein: Sie gehen mit ihnen um wie mit kleinen Kindern, die man zu erziehen hat, statt wie mit mündigen Bürgern. Ganz in dem Stil, den der Publizist Matthias Heitmann vor kurzem in seiner Video-Rubrik auf meiner Seite so definiert hat: „Die Kita-Republik mit ihrer Bundeskindergärtnerin“.

In dem steuerfinanzierten Streifen erzählt ein alter Mann im Stile von Veteranen in Dokumentationen etwa über den Zweiten Weltkrieg vom „Winter 2020“ und wie er damals zum Helden geworden sei: durch Nichtstun. Der Greis erzählt: „Es war im Winter 2020, als die ganze Welt auf uns schaute, ich war gerade 22 geworden, studierte Maschinenbau in Chemnitz, als die zweite Welle kam.“ In diesem Alter wollte man ja eigentlich feiern, doch das Schicksal habe andere Pläne gehabt: „Das Schicksal dieses Landes lag plötzlich in unseren Händen. Also nahmen wir all unseren Mut zusammen und taten, was von uns erwartet wurde. Das einzig Richtige: Wir taten – nichts. Absolut gar nichts. Waren faul wie die Waschbären. Tage und Nächte lang blieben wir auf unserem Arsch zu Hause und kämpften gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. Unsere Couch war die Front. Manchmal muss ich fast ein bisschen schmunzeln, wenn ich an diese Zeit zurückdenke. So wurden wir zu Helden.“ Zu sehen ist in einem Rückblick, wie der Erzähler sich 2020 auf dem Sofa räkelt und Chips isst. Unterlegt ist all das mit heroischer Musik (anzusehen hier).

In einem anderen Video aus der gleichen Reihe, das Seibert ebenfalls postet, ist ein Paar in der gleichen Situation zu sehen – im Rückblick: „…und das ganze Land schaute voller Hoffnung auf uns junge Leute. Wir fassten uns ein Herz und taten – nichts. Wir schimmelten zu Hause rum, trafen möglichst wenige Leute und verhinderten damit die Ausbreitung von Covid 19…“ (anzusehen hier).

Völlig losgelöst

Die Filme zeigen, wie die Regierung den Kontakt mit der Lebenswirklichkeit der Bürger verloren hat. Das Volk liegt einfach faul herum, so die Botschaft. Wie bitte soll dieses heroische Lob auf die Faulheit auf all jene wirken, die im Moment faktisch Berufsverbot haben und um ihre Existenz bangen müssen? Auf Mitarbeiter der Unterhaltungsbranche, der Gastronomie, des Hotelgewerbes, der Fitness-Studios und vieler anderen Branchen? Wie soll der Film auf Senioren wirken, die in Alten- und Pflegeheimen zum Teil faktisch eingesperrt sind, mit massiven Einschränkungen ihrer sozialen Kontakte? Auf Studenten, die wegen Corona mit psychischen Problemen kämpfen? Wie meine Gastautorin Franziska Weißgerber, die beschreibt, in welche Nöte sie und ihre Freunde die Corona-Politik stürzte (nachzulesen hier).

Die Videos machen auch historische Zeitzeugen lächerlich, indem sie Dokumentationen imitieren, in denen Menschen, die Schlimmstes durchmachen mussten, von den Schrecken des Erlebten berichten. Und diejenigen echten „besonderen Helden“, die Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg unter größten Entbehrungen und mit größtem Fleiß wieder aufgebaut haben, und so den Wohlstand schufen, von dem wir und unsere Regierung heute zehren. Noch. Und wohl nicht mehr allzu lange.

Auf Twitter lösten die Streifen teilweise heftige Reaktionen aus:

Den Publizisten Klaus-Rüdiger Mai erinnern die Videos gar an eine Aussage von Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble: „Die Corona-Krise ist eine große Chance. Der Widerstand gegen Veränderung wird in der Krise geringer. Wir können die Wirtschafts- und Finanzunion, die wir politisch bisher nicht zustande gebracht haben, jetzt hinbekommen …“ Angesichts solcher Aussagen, so Mai, stelle sich die Frage, ob man in der Politik die Corona-Krise schätzen zu lernen beginne.

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation, früher für die Kommunisten in Äthiopien aktiv und heute auf gutem Fuß mit denen in China, fand den Hohn auf die Menschen dagegen begrüßenswert – und war „völlig einverstanden“; auf Twitter schrieb er, das Video sei „absolut genial“:

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Bild: Screenshot twitter
Text: br
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Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2021 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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