Wie Schüler zum Denunzieren angestiftet werden Schul-"Maskenmuffel" als "Täter" bezeichnet

„Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant“. Dieser bekannte Ausspruch, der ohne Belege Hoffmann von Fallersleben zugeschrieben wird, gewinnt an trauriger Aktualität in Zeiten von Corona. Egal ob Polizisten oder Lehrer – wer mit Staatsdienern spricht in diesen Tagen, kann sich nicht des Eindrucks erwähnen, dass Denunziantentum in Zeiten von Corona fröhliche Urstände feiert. Ganz offiziell angeregt wird es jetzt in der „Freien Christlichen Schule Ostfriesland“ in Moormerland, wie der YouTube-Sender „Aurich TV“ berichtet.

In einem Schreiben an die Eltern wird dort geklagt: „Mehrfach wurde mir rückgemeldet, dass die Disziplin zum Tragen von Masken in den Bussen erheblich abgenommen hat. Dieses kann und will ich nicht hinnehmen, zumal die Busfahrt mit in meinen Verantwortungsbereich fällt und die Eltern mit Recht einen gewissen Anspruch auf Sicherheit im Bus haben – auch wenn dieser nicht 100% zu garantieren ist. In Absprache mit der Schulleitung gilt deshalb ab kommenden Donnerstag“ – also ab heute – „folgende Regelung: „Schülerinnen und Schüler, die keine Maske tragen und denen man es anmerkt, dass es sich nicht um ein momentanes Vergessen handelt, werden an anderen Busschülern noch am selben Tag der Schulleitung gemeldet: Täter der Sll an (geschwärzt) Täter der S1 an (geschwärzt) der Primarstufe an (geschwärzt).“

Aus Schülern werden also „Täter“, nur weil sie absichtlich keine Maske tragen.

Weiter wird direkt zum Denunzieren angestiftet: „Es reicht eine kurze Mail mit dem Vornamen oder Nachnamen der Schülerin oder des Schülers und die Nennung der Buslinie. Schülerinnen und Schüler der Primarstufe haben auch die Möglichkeit, Maskenverweigerer der Sekundarstufe I und II dem Sekretariat der Primarstufe zu melden. Die Maskenverweigerer werden von dem jeweiligen Schulleitungsmitglied befragt. Zeigt sich das Vergehen als erwiesen, droht ein sofortiger Ausschluss von der Busfahrt. Ich bitte um Verständnis dafür, obiges Verfahren umzusetzen, auch wenn dieses den Geschmack von ‘Anschwärzen eines Mitschülers‘ hat.“

Das Schreiben an die Eltern hat nicht nur den „Geschmack des Anschwärzens“, es ist eine Anstiftung zum Anschwärzen. Kinder werden hier gezielt zum Denunzieren angehalten. Und sie werden als „Täter“ diffamiert, nur, weil sie, möglicherweise ganz kurz, keine Maske anhaben.

Auf der Homepage der Schule im Internet steht unter „Das wollen wir„:

„Eine Schule, in der

  1. jedes Kind willkommen ist und sich wohlfühlt

  2. Werte vermittelt werden und Orientierung gegeben wird

  3. jedes Kind als wertvolles Geschöpf Gottesangenommen wird

  4. die individuellen Stärken jedes Kindesentwickelt und gefördert werden“

 

Dabei steht die Schule in Ostfriesland nicht allein. Die Neue Zürcher Zeitung schreibt unter der Überschrift „Deutsche Corona-Regeln: Aus Mitbürgern werden Kontrolleure“: „„In der Pressekonferenz präzisierte die Kanzlerin, «die Betreiber der Einrichtung» würden bei Verstössen belangt, weshalb sie sich im Zweifel den Personalausweis zeigen lassen sollten «oder den Führerschein oder was auch immer». Selbst Friseure sollen so verfahren.“ Haben Friseure und Wirte überhaupt ein Recht, von Kunden einen Ausweis zu verlangen?

Die Geschwindigkeit und das Ausmaß, mit denen im Zuge der Coronakrise Charakterzüge zu Tage kommen, die man seit Jahrzehnten überwunden glaubte, ist mindestens genauso erschreckend wie die möglichen Folgen des Virus.


Text: red

 

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