Eigentlich sollte es nur ein kurzer Post werden. Und zwar folgender:
“Meine ausländischen Freunde überhäufen mich mit Nachrichten in Sachen Epstein, sind völlig entsetzt, einige sagen, ihr Weltbild sei zusammengebrochen. Und die deutschen Medien – fahren das Ganze auf Sparflamme. Berichten allenfalls das Nötigste, und das eher in den hinteren bzw. unteren Spalten, so mein Eindruck. Jedenfalls wird mir die Dimension des Ganzen aus dem deutschen Mainstream nicht bewusst. Ich hoffe, ich irre mich, und lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen…”
Doch dann sagte ich mir: Dieses Thema ist zu wichtig für ein paar flüchtige Sätze. Es ist ein Paradebeispiel für das, was ich seit Jahren beobachte: Wie die sogenannten “Qualitätsmedien” nicht nur durch das, was sie berichten, Meinung machen – sondern vor allem durch das, was sie nicht berichten. Oder wie in diesem Fall: durch die Art, wie gering dosiert sie berichten.
Die Fakten, die zu berichten wären
Jeffrey Epstein ist tot. Doch sein Netzwerk lebt weiter. Und die nun veröffentlichten Gerichtsdokumente aus den USA enthalten harten Stoff – von dem viele deutsche Medien am liebsten so tun, als sei er zu eklig, zu komplex, zu verschwörungstheoretisch:
- Minderjährige Mädchen wurden systematisch zur sexuellen Verfügung gestellt – teils als sogenannte “Massagetherapeutinnen”, teils in direkt beschriebenen Missbrauchsszenen. Opfer berichten von Gruppenzwängen, Drogen, psychologischer Abhängigkeit.
- Virginia Giuffre, eines der zentralen Opfer, beschreibt in eidesstattlichen Aussagen, wie sie mit 17 an Prinz Andrew “verliehen” wurde – inklusive Ort, Kleidung, Ablauf der sexuellen Handlungen.
- Epstein bewegte sich bis in höchste akademische Kreise – auch an Eliteuniversitäten. Ein Ex-Präsident einer Eliteuniversität sowie CIA-nahe Unternehmer und Hollywood-Stars werden in Zeugenaussagen genannt – teils mit konkreten Beschreibungen ihres Verhaltens gegenüber jungen Mädchen.
- In den Protokollen finden sich Hinweise auf Verbindungen nach Osteuropa – darunter gezielte Anwerbungen von Mädchen aus prekären Verhältnissen und Transporte über Drittländer.
- Mindestens eine Zeugin berichtet, sie sei als Minderjährige gezwungen worden, mit hochrangigen Politikern Sex zu haben – darunter angeblich auch Personen aus dem Umfeld von Al Gore und Bill Richardson.
- Der berüchtigte “Lolita-Express”, Epsteins Privatjet, flog nachweislich mit zahlreichen Prominenten an Bord – auch in Zeiten, in denen Missbrauchsvorwürfe längst öffentlich waren.
- In E-Mails und Notizen werden Rollenspiele mit Schuluniformen, “Sexsklavenverträge” und Manipulation durch Geldgeschenke an Eltern geschildert.
- Ex-US-Präsident Bill Clinton war laut Gerichtsdokumenten mehrfach in Epstein Umgebung unterwegs – auch zu Zeiten, als dort laut Opfern Missbrauch geschah. Clinton streitet bis heute jede Kenntnis ab.
Was nicht belegt ist
Wer über den Epstein-Komplex spricht, muss auch über die Schattenseite der Schattenseite reden: die grotesken Übertreibungen, die in Teilen des Netzes kursieren. Russische Staatsmedien und radikalisierte Telegram-Kanäle verbreiteten etwa Geschichten über Kannibalismus, Ritualmorde, Satanismus – angeblich rund um Epsteins Anwesen.
Für all das gibt es keinerlei belastbare Belege. Es sind Desinformationsnarrative, wie sie typischerweise genutzt werden, um reale Skandale durch groteske Zuspitzung unglaubwürdig zu machen.
Wer alles für wahr hält, wird am Ende gar nichts mehr glauben. Und genau darin liegt die perfideste Form der Propaganda. Leider fallen auch darauf viele Menschen rein – wie ich aus diversen Zuschriften erfahren musste.
Aber zurück zu dem, was nachweislich in den Akten zu finden ist. Man kann das alles für Gerüchte, für Verdächtigungen, für Einzelfälle halten. Man kann sagen – und das stimmt: Allein, dass ein Name dort auftaucht, ist juristisch kein Beweis für strafbares Verhalten. Ja. Aber die Masse, die Konstanz und die Glaubwürdigkeit vieler Aussagen sprechen eine andere Sprache. Und der systemische Skandal liegt nicht allein im Missbrauch – sondern im jahrzehntelangen Wegsehen, Vertuschen, Verharmlosen. Auch durch Medien.
Was die Medien daraus machen – ein stilles Lehrstück
Man kann nicht sagen, sie würden nicht berichten. Das wäre zu einfach – und schlicht falsch. Der Trick ist raffinierter: Es wird so berichtet, dass niemand wirklich aufmerkt. Ich wollte wissen, ob mich dieser Eindruck täuscht – und habe mir am Abend die Startseiten von vier großen Nachrichtenportalen angeschaut. Was ich sah, hat meine Zweifel eher bestärkt als zerstreut.
Beispiel „Spiegel Online“: Der wohl größte Skandal der jüngeren US-Geschichte taucht auf der Startseite nur am Rande auf, versteckt zwischen Bahnschubserei, Diättipps und einer Meldung zu Ricarda Lang.
Beispiel „Zeit Online“: Nur eine einzige Meldung auf der Startseite – mit Fokus auf Melinda Gates. Kein Aufriss, keine Einordnung, kein Hintergrund.
Beispiel Tagesschau.de: Immerhin ein Artikel zur Rolle des südafrikanischen Ex-Präsidenten. Doch auch hier kein dominierendes Thema, keine prominente Platzierung
Beispiel Süddeutsche: Auf der Titelseite keinerlei Hinweis. Erst in den Tiefen der Inlandsmeldungen findet sich etwas zu norwegischen Royals. Und zum “König, der nichts dafür kann”
Die Kunst der Dosis
All das wirkt nicht wie Zensur. Es ist keine Lüge. Kein aktives Unterdrücken. Und gerade deshalb ist es so effektiv:
Die Technik heißt “Dosissteuerung”. Wer auf der Klaviatur der Erregung spielt, kann nicht nur Lärm machen. Er kann auch die Lautstärke senken. Subtil, aber wirksam. Gerade bei Themen, die nicht ins Weltbild passen.
Denn was wäre, wenn sich bewahrheitet, was lange als Verschwörung galt? Dass ein globales Netzwerk aus Milliardären, Medienleuten und Politikern systematisch Kinder missbraucht, abschirmt, belügt? Was, wenn ein “deep state” nicht nur eine rechte Fantasie ist – sondern eine reale Grauzone, in der Macht, Schweigen und Perversion ein Kartell bilden?
Diese Fragen sind unbequem. Sie passen nicht zum Selbstbild deutscher Redaktionen, die sich als Aufklärer sehen, aber oft nur noch filtern, was ins eigene Lagerdenken passt.
Genau das ist das neue Schweigen
Früher wurden heikle Themen unterdrückt. Heute lässt man sie laufen – aber so leise, dass niemand mehr hinhört.
Das ist die neue Form der Propaganda: Nicht mehr das Verschweigen, sondern das Runterdimmen. Wer Empörung steuern will, muss nicht lügen – es reicht, den Ton zu regeln. Und das geht: je nach politischem Nutzen.
Wenn Donald Trump etwas missverständlich sagt oder ein AfD-Politiker ein schrilles Wort benutzt, dann dröhnen die Schlagzeilen, toben die Talkshows. Erregung auf Knopfdruck.
Beim Epstein-Komplex läuft es umgekehrt. Gerade weil er moralisch explodieren müsste, wird er kontrolliert gezähmt. Zur Randnotiz gemacht. Leisegedreht.
Der Fall ist vorbei? Nein. Er ist höchst aktuell. Nur wer sich taub stellt, muss nichts hinterfragen. Und genau darauf scheint das System zu setzen.
Zwei Seiten, ein Spiel
Die Wahrheit leidet nicht nur unter jenen, die alles ins Groteske überdrehen und Horrorgeschichten erfinden – sondern auch unter denen, die sich besonders aufgeklärt wähnen und dabei jedes Störgeräusch bis zur Unkenntlichkeit dämpfen, das nicht zu ihrer „Haltung“ und ihrem rot‑grünen Weltbild passt.
Die einen verbreiten Geschichten über Kannibalismus, Satanismus, Kinderopfer – ohne Belege, aber mit Agenda. Die anderen berichten pflichtschuldig, aber bremsen jedes Echo, bevor es zur Welle wird. Sie dosieren, statt zu recherchieren. Dimmen statt aufzudecken.
Zwei Seiten – ein System: Die einen zerstören Glaubwürdigkeit durch Übertreibung. Die anderen durch selektive Kälte.
Das eigentliche Opfer? Die Wahrheit. Und mit ihr: das Vertrauen. Beides ertrunken – in einem Meer aus Hysterie und Gleichgültigkeit.
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