47 Kinder als Opfer sexueller Gewalt – pro Tag! Fast jedes Siebte nicht einmal sechs Jahre alt

Von Daniel Weinmann

17.168 Fälle von sexueller Gewalt an Kindern zählte das Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr in Deutschland. Anders ausgedrückt: 47 Mal pro Tag wurde irgendwo zwischen Flensburg und Garmisch ein Mädchen oder Junge unter 14 Jahren missbraucht. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches darüberliegen. Denn viele dieser Fälle gehen nicht in die Kriminalstatistik ein, weil sie nie angezeigt werden.

Die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation geht vor diesem Hintergrund davon aus, dass Jahr für Jahr bis zu eine Million Kinder und Jugendliche in Deutschland sexuelle Gewalt erfahren mussten oder erfahren. Dies entspreche rund ein bis zwei Kindern je Schulklasse, so die WHO.

„Präzise Angaben zur Häufigkeit von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in Deutschland sind aufgrund der unzureichenden Datenlage nicht möglich“, gibt auch die ‚Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs‘ (UBSKM) zu bedenken. Dahinter verbirgt sich das Amt der Bundesregierung für die Anliegen von Betroffenen und deren Angehörigen, für Experten aus Praxis und Wissenschaft sowie für alle Menschen in Politik und Gesellschaft, die sich gegen sexuelle Gewalt engagieren. Die polizeiliche Kriminalstatistik gebe nur Aufschluss über die Fälle, die polizeilich angezeigt und strafrechtlich verfolgt werden, heißt es weiter.

Kinder mit Behinderungen fast dreimal häufiger betroffen als andere Kinder

Schon die offiziellen Zahlen im aktuellen „Lagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen“ sind mehr als schockierend, zumal die Opfer demnach in fast jedem siebten Fall jünger als sechs Jahre gewesen sind. Drei von vier waren Mädchen – und in mehr als der Hälfte der Fälle kannten sich Opfer und Tatverdächtige, weil sie beispielsweise miteinander verwandt sind oder in irgendeiner Art befreundet waren.

Besonders verstörend: Bei den Opfern unter 14 Jahren ereignete sich der sexuelle Missbrauch in jedem dritten Fall mit Gleichaltrigen. Minderjährige sammeln häufig bereits in frühem Alter sexuelle Erfahrungen mit Gleichaltrigen und seien sich dabei oft nicht der Strafbarkeit ihrer Handlungen bewusst, so die Kriminalpolizei. Ein weiteres knappes Drittel der Täter war über 40 Jahre alt. Nicht minder beklemmend ist, dass laut UBSKM Kinder mit Behinderungen fast dreimal häufiger von sexuellem Missbrauch betroffen sind als andere Kinder.

Von den 11.556 Tatverdächtigen waren 9.455 – also 82 Prozent – Deutsche. Unter den ausländischen Tatverdächtigen überwogen die syrische, afghanische und türkische Staatsbürgerschaft. Unter den Opfern waren 85 Prozent deutscher Nationalität. Unter den nichtdeutschen Opfern waren vor allem Kinder mit syrischer, rumänischer und polnischer Abstammung (109) Staatsangehörigkeit.

'Breite Sensibilisierungskampagne' als Antwort der Bundesfamilienministerin

Als Tatmotive für sexuellen Missbrauch von Kindern nennt der Bericht nicht zuletzt Intimitäts- und Bindungsdefizite, unbefriedigende Partnerschaft, Stress, emotionale Unreife. Aber auch die Ausübung von Macht gegenüber dem Opfer spiele in vielen Fällen eine Rolle.

Während die Zahl der Opfer 2022 überschlägig dem Niveau einer kriminalstatistischen Erhebung aus dem Vorjahr entspricht, hat die Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie erheblich zugenommen. Die Behörden registrierten einen Anstieg um 7,5 Prozent auf 42.075 Fälle. Die Zahl der Darstellungen mit jugendpornografischen Inhalten stieg um mehr als ein Drittel.

Bundesinnenministerin Nancy Faser kommentierte die jüngsten Zahlen mit den üblichen Worthülsen: „Wir müssen alle Mittel des Rechtsstaats nutzen und optimieren, um junge Menschen besser zu schützen. Kein Täter darf sich sicher fühlen, kein Opfer ohne Hilfe bleiben.“ Bleibt zu hoffen, dass ihren Worten zielgerichtete Taten folgen. Bundesfamilienministerin Lisa Paus will derweil in den kommenden Wochen eine „breite Sensibilisierungskampagne“ starten.

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Daniel Weinmann arbeitete viele Jahre als Redakteur bei einem der bekanntesten deutschen Medien. Er schreibt hier unter Pseudonym.

Bild: Screenshot Youtube-Video Generation Islam

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