„Arschlöcher“ in der ARD: Hass und Hetze gebührenfinanziert Propaganda-Tiefpunkt im Ersten

Sollten Sie sich jetzt fragen, ob mir die Kinderstube abhandengekommen ist und ich plötzlich zur Fäkalsprache neige, kann ich Sie beruhigen: nein. Es handelt sich bei der Überschrift lediglich um eine korrekte Beschreibung einer als „Satire“ getarnten Propaganda-Sendung in der ARD. Darin wird Til Schweiger als „Arschloch“ bezeichnet (haargenau so, auch wenn es mir schwerfällt, das so niederzuschreiben). Grund dafür, dass der Schauspieler in diese Kategorie fällt: Er postete ein Selfie mit mir. Wie groß muss die Nervosität in den Medien sein, wenn man darauf reagiert wie auf einen Stich in ein Wespennest – und daraus einen Skandal macht, der quer durch Zeitungen und Fernsehen geht?

Ich bin nach 16 Jahren Moskau einiges gewohnt. In diesem Fall wundert mich deshalb vor allem das abgrundtiefe Niveau, mit dem hier Hass und Hetze verbreitet wird. Selbst das kann man halbwegs geistreich machen oder zumindest, ohne einfach nur ordinär und geschmacklos zu sein. Was immer noch schlimm genug ist. Aber hier lautet das Fazit fast: Zu dumm und zu wenig Intellekt zum Hetzen. Was ja durchaus sein Gutes hat. Aber zu viel der Worte für diese Abgründe, die wir leider alle mit unseren Gebühren finanzieren müssen: Wenn Sie starke Nerven haben, sehen Sie sich die Szene an – mit meinen Kommentaren. Hier geht es zu meinem Video.

PS: Eine Mitarbeiterin schrieb mir gerade: „Frau Kebekus hat ja auch Werbung für die Maske in der Kölner Straßenbahn gemacht. Auch da schon mit drastischen Worten…“

 

Hier noch ein Auszug aus meinem aktuellen Wochenbriefing – Sie können es hier kostenlos und jederzeit widerrufbar abonnieren.

Liebe Leserinnen und Leser,

der heutige Montag war sehr ereignisreich. Zumindest für mich. Bis vor ein paar Jahren hätte ich mir nie vorstellen können, dass ein Foto, auf dem sich zwei Freunde ablichten, die privat etwas unternehmen, zu einem Sturm der Entrüstung führen kann. Zumindest, wenn sie nicht Straftaten begangen haben oder eine ähnliche Brisanz vorhanden ist. Heute ist das ganz anders: Am Wochenende war ich mit Til Schweiger auf einer Bootstour. Wir sind befreundet, aber haben das nie an die große Glocke gehängt. Und dann das: Seit Til ein Bild auf Instagram veröffentlichte, das uns gemeinsam zeigt, und mich dort auch noch lobend erwähnte, hat man den Eindruck, dass nicht die halbe Republik, aber doch die halbe Medienlandschaft und halb Twitter hyperventiliert.

Was ich heute alles über mich gelesen habe in den großen Medien, hat mich mehr als verwundert. Die Quintessenz könnte man wohl etwas überspitzt mit „Staatsfeind“ zusammenfassen. Hier ein paar Ausschnitte aus den Überschriften: „Til Schweiger auf Abwegen – Selfie mit ‚Querdenker‘, titelt die Stuttgarter Zeitung. „Til Schweiger zeigt sich mit Verschwörungs-Verbreiter Boris Reitschuster“, heißt die Schlagzeile im Kölner Stadtanzeiger. „Reitschuster – der Til Schweiger der Journalismus-Darsteller“, spottet das Portal web.de über mich: „Um sich den Grand Slam der Aluhut-Meisterschaften endgültig zu sichern, posiert Schweiger auf Instagram diese Woche stolz mit seinem ‚Helden‘ Boris Reitschuster. Ein selbsternannter Journalist, der auf seinem Blog eine Art Abenteuerspielplatz für Fake News betreibt.“

Die Dame, die mich als „selbsternannten Journalisten“ bezeichnet, schreibt über sich auf ihrer Autoren-Seite: „Marie von den Benken arbeitet als Model, Autorin und Influencerin und lebt in Hamburg, Berlin und Paris. Sie kommuniziert insbesondere über ihren Twitter-Account und Instagram und engagiert sich für PETA, Viva con Agua, Weisser Ring und Trash-TV. Sie pendelt zwischen den internationalen Fashion Weeks und deutschen TV-Studios. Das ist auch der Grund, warum „Germany‘s Next Topmodel“ ihr Lieblingsformat ist. Eine Mischung aus beidem. Seit 2020 ist sie auch SPD-Mitglied, wird aber vermutlich trotzdem nie Bundeskanzlerin.“ Ein klassischer Beleg für die alte Theorie, dass jeder beim anderen immer dort Schwachstellen sucht, wo er sie selbst bei sich verortet.

Weiter heißt es in dem Text des Models: „Eine unheilige Allianz der Selbstüberschätzung, die zweifelsfrei passt wie die berühmte Faust aufs Auge. Der Mann, der schauspielerisch besser einen Journalisten darstellen kann als Til Schweiger einen Tatort-Kommissar, Hand in Hand mit dem Mann, der seinen Film „Honig im Kopf“ ein wenig zu sehr verinnerlicht zu haben scheint.“

Wahrscheinlich bin ich durch die Jahre in Moskau sogar schon zu abgehärtet. Da wurde über mich sogar verbreitet, dass Männer wie mein Großvater wohl Hitler zum Krieg überredet hätten. Dumm nur – die waren ganz einfache Bürger und nie wirklich aus ihren Heimatorten herausgekommen, geschweige denn in irgendeine Nähe zu Hitler. Das russische Magazin, das solche Fakes verbreitete, erschien übrigens in Kooperation mit dem Spiegel. Noch vor Relotius. Vor dem Hintergrund solcher Hetz-Granaten sind Angriffe wie die der Web.de-Autorin fast schon putzig.

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Bild: Screenshot ARD
Text: br

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