Asoziale Verhaltenshygiene: Halsband für Mitarbeiter Neue Corona-Absurdität

Ein Gastbeitrag von Matthias Heitmann

Die Corona-Schutzmaßnahmen offenbaren immer häufiger ihren antihumanen Kern. Aktuelles Beispiel ist der Hygiene-Großkonzern Essity, der seine Mitarbeiter mit elektronischen Halsbändern zu Corona-konformem Verhalten bewegen will.

Seit vielen Monaten trägt die Welt Maske als Ausdruck „moderner Empathie“, und sie hält Abstand, um damit auf neue Art „soziale Nähe“ zu demonstrieren. „Social Distancing“ lautet das zentrale Motto der Corona-Bekämpfung – ein Begriff, der in Sachen Zynismus einer orwell‘schen Wortkreation in nichts nachsteht. Doch nur selten wird der tatsächlich antisoziale Charakter solcher Maßnahmen zum Gesundheitsschutz so offenkundig wie im Falle des Großkonzerns Essity.

Seit Mitte Januar wird der global agierende Hersteller von Hygieneprodukten (zudem u.a. die Marken Tempo, Tena und Zewa gehören) mit Hauptsitz in Stockholm kritisiert, weil er seine Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes an die Leine legen will: Sie sollen künftig ein elektronisches Gerät des belgischen Technologieunternehmens Phi Data zur Abstandskontrolle um den Hals oder um die Taille tragen. Bei Unterschreiten des Sicherheitsabstands von zwei Metern zu Kollegen solle es blinken oder einen Alarm in der Lautstärke eines Rasenmähers (bis zu 83 Dezibel) auslösen. Das System werde zunächst bei rund 2.500 Mitarbeitern in Frankreich getestet, um anschließend möglicherweise an weiteren Standorten zur Anwendung zu kommen.

Das börsennotierte Unternehmen Essity beschäftigt rund 46.000 Mitarbeiter und unterhält neben acht französischen Standorten auch Werke in Emmerich, Hamburg, Mainz-Kostheim, Mannheim, Neuss, Witzenhausen und Ismaning, wo sich der deutsche Hauptsitz der Gesellschaft befindet. Noch im letzten Jahr wurde Essity Germany u.a. wegen seiner Unternehmenskultur und seiner Mitarbeiterförderung vom renommierten Top Employers Institute als „Top Arbeitgeber“ ausgezeichnet. In einer unternehmenseigenen Pressemitteilung vom Januar 2020 betonte Yves Lagarde, Essity HR Direktor für Deutschland und die Schweiz, wie sehr dem Unternehmen die individuellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Karrieren am Herzen lägen und dass sehr viel dafür getan werde, um diese „in die Lage [zu] versetzen, sich weiterzuentwickeln und ihr individuelles Potenzial voll auszuschöpfen.“

Die nunmehr bekannt gewordenen Halsbandpläne von Essity offenbaren eine eigenwillige Interpretation von Mitarbeiterwertschätzung. Ihr Bekanntwerden rief u.a. die französische Gewerkschaft „Confédération française démocratique du travail“ (CFDT) auf den Plan, die das Vorhaben empört ablehnte und das Tragen eines Gerätes als menschenverachtend bezeichnete. Das Gerät erinnere an ein Hundehalsband, das Signale aussendet, um Hunde vom Bellen abzuhalten. Der Meldung der Agence France-Presse (AFP) vom 13. Januar folgten zahlreiche Berichte in großen europäischen Zeitungen, u.a. im französischen Le Monde und im britischen Guardian, darüber, dass Essity seine Mitarbeiter „wie Hunde“ behandeln wolle. Große deutsche Medien hüllten sich hingegen in Schweigen.

Ein Essity-Unternehmenssprecher versuchte gegenüber der AFP, den Vorwurf der Menschenverachtung zu entkräften: Es handele sich nur um einen Testlauf, zudem gehe es bei dem Alarmsystem um die Sicherheit der Mitarbeiter und nicht um deren Kontrolle oder Überwachung, da die Daten auch nicht personalisiert gespeichert würden. Außerdem würden die Geräte in der Kantine, auf den Toiletten und auf der Krankenstation deaktiviert. Erst, wenn ein Mitarbeiter an Covid-19 erkranke, könne durch Rückverfolgung festgestellt werden, welche anderen „Geräte“ mit ihm „in Kontakt“ gewesen seien.

Ganz offensichtlich verfehlten diese Worte jedoch ihren sedierenden Zweck. In den Belegschaften der französischen Essity-Werke wurde betont, man wolle sich nicht wie Hunde behandeln lassen und ggf. die Halsbänder als Symbole des „Angriffs auf die persönliche Freiheit“ schlichtweg boykottieren und entsorgen. Denn genau um diese persönliche Freiheit sowie um die Menschenwürde geht es. Menschen am Halsband zu führen – und wenn auch nur im übertragenen Sinne – entspricht in einer besonders perfiden Art dem Empfinden, das sich bei vielen angesichts der immer weiter reichenden Anti-Corona-Maßnahmen einstellt.

Wer nach Maskenpflicht nun auch den Einsatz von Alarm-Halsbändern „testet“, unterstreicht nur, dass er sich für legitimiert hält, Menschen künftig auch am Nasenring vorzuführen, wenn es denn dem Gesundheitsschutz dienlich ist. Insofern muss man dem schwedischen Unternehmen Essity eigentlich fast dankbar sein, die degradierende Essenz des um sich greifenden Hygiene-Regimes sichtbar gemacht zu haben.

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Matthias Heitmann ist freier Journalist, Buchautor und Kabarettist und lebt in Frankfurt am Main. Seine Website findet sich unter www.zeitgeisterjagd.de. Sein Podcast „FreiHeitmanns Befreiungsschlag“ erscheint regelmäßig auf www.reitschuster.de.

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Text: Gast

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Ketzerlehrling
1 Monat zuvor

Mich wundert nur, dass dies hierzulande noch nicht praktiziert wird, denn auf Abstand halten, wie der Reeker-Meter, verstehen sich die Deutschen. Nein, da sie ja oberschlau sind, warten sie auf die Impfdosen, spätestens bei der zweiten ist der Chip gleich mit drin. Keine Ironie, das wird in Zukunft so sein. Neugeborene werden, wie Hundewelpen oder Katzenkitten, gleich gechipt, noch im Krankenhaus. Die anderen bekommen ihre Chips bei Impfungen, egal für was, oder Spritzen mit Medikamenten. Punkt. Pässe, Ortungschips etc. werden überflüssig, allerdings auch eigenständige Gedanken, oder gar eigenmächtige Vorgehensweisen, oder individuelle Wege. Alles wird fremdgesteuert. Für den Michel brechen wahrlich paradiesische Zeiten an, er muss seine Komfortzone nicht verlassen, nicht selbst denken, nicht mehr selbst fahren, nicht selbst sprechen etc. etc.

Johannes
1 Monat zuvor

Ich finde so ein Halsband schick. Sollte man den Politikern verordnen. Und bei jeder Lüge wird das Band um 1 cm kürzer geschnürt.

Josef
1 Monat zuvor

Das sind wir mittlerweile fuer diesen Staat, Hunde fuer Arzneimitteltests.

was hier passiert sind Tierversuchen am Menschen, die dann passend dazu entrechtet werden, Maulkorb zu tragen haben, beim Gassi gehen Abstand von anderen zu halten haben und ab 21:00 in den Zwinger müssen.

Wer ausbuechst, soll bald ins Tierheim.. aeh.. Lager gebracht werden von den Tierfaengern.

Rudelbildung verboten.

Geht man so mit Menschen um?

ich erkenne hier kaum noch Menschenwuerde!

Chris V.
Antwort an  Josef
1 Monat zuvor

In Bawü ist es sogar ab 20.00 Uhr! Langsam bekomme ich auch Angst bei dem, was hier passiert oder sich abzeichnet. Man denkt immer, schlimmer oder verrückter kann es nicht mehr kommen und wird ständig eines Besseren belehrt. Seit einem Jahr denke ich täglich an Orwell, denke, ich bin im falschen Film oder träume, aber keiner weckt mich auf…

 

Alex Chara
1 Monat zuvor

Einfach keine Produkte mehr von denen kaufen… so einfach 😉 , Was soll man sonst da zu noch sagen … die spinnen , die …

Bella Vo.
Antwort an  Alex Chara
1 Monat zuvor

Und die spinnen noch mehr, siehe https://uncut-news.ch/armeeforscher-entwickeln-biohybride-kampfroboter-mit-lebendem-gewebe/

Der ganze Dreck kommt aus den USA. Dort haben die Schwerstkriminellen Narrenfreiheit. Forschung ist DAS jedenfalls nicht mehr.

D. E.
1 Monat zuvor

Den Maulkorb haben wir schon, jetzt kommt das Halsband. Was ist als nächstes dran? Chappi für alle? WEF wirbt ja schon mit planzlichem Fleisch, das aus dem Drucker kommt. Vielleicht darf’s dann noch das staatliche Hundekörbchen aus nachhaltigem Material sein und ab und zu darf das läufige Weibchen zum Deckrüden, der natürlich vom Staat ausgesucht wird, um dann die perfekt genetisch „verbesserten“ Jungen zu werfen? Ach so ne, braucht man ja auch nicht mehr, kann man ja bereits ex utero züchten. Ich hoffe, dass die Erde bald komplett von einem Meteoriten ausgelöscht wird. Mir reicht’s langsam.

Jule
1 Monat zuvor

Degradierend, degeneriert, dekadent.

Grischa
1 Monat zuvor

Menschenverachtendes Verhalten ist doch mittlerweile salonfähig geworden, Masken Tragen die einen entmenschlichen als Zeichen der Unterwerfung, Abstand halten jeden Kontakt zu freunden und Familie unterbinden, absolut asozial, Totale Überwachung durch kontakt Verfolgung, Halsbänder die einen zusammenzucken lassen wenn der Abstand nicht groß genug ist, Konzentrationslager für Quarantäne Brecher, sämtliche Kritiker zum schweigen bringen, Demokratie Abbau auf allen Ebenen, Kontaktloses Bezahlen um schneller das Bargeld abzuschaffen für noch mehr Kontrolle, Kindern eine normale Kindheit unmöglich machen, Bildungsabbau durch Schulschließungen. Was muß eigentlich noch kommen damit die Mehrheit aus ihrer lethargie erwacht?

Charlott
1 Monat zuvor

Ich find das super! So eine Art moderner Keuschheitsgürtel. Ich mach da mit, dann geh ich in Berlin ganz alleine durch den Görli (oder wie der heißt), und durch Duisburg-Marxloh und andere NoGo-Areas, und auf Bahnhofstoiletten (da lass ich aber das Teil nicht deaktivieren), und stell mich an die S-Bahn, und tanze an Silvester auf der Kölner Domplatte. Das wird ein Joke. Ach ja, meine Ohrstöpsel darf ich nicht vergessen.

Isabelle A.
1 Monat zuvor

Beim Wiener Eistraum vor dem Rathaus in Wien ist ein „Halsband“ ebenfalls zur Pflicht geworden. Jeder, der dort eislaufen möchte, muss sich einen sogenannten „Community Distance Marker“ um den Hals hängen, nachzulesen hier: https://www.wienereistraum.com/sicherheit/

Peter Tanner
1 Monat zuvor

Fachkräftemangel war gestern. Bald gibt’s den Fachsklavenmangel. Oder auch nicht? Vielleicht finden sich ja genug die das freiwillig machen. Ich spiele mal devil’s advocate und stelle ich folgenden Geanken in den Raum: Vielleicht gibt es einen Bedarf, ein Wunsch der Menschen für eine Gesellschaft nach römischen Vorbild?