Ein Tribunal im Theater – und ein Tabubruch Martenstein zerlegt ein AfD-Verbot – live

Manchmal erkennt man an einem Theaterabend mehr über den Zustand eines Landes als an hundert Leitartikeln. Gestern war so ein Abend. Im Thalia Theater in Hamburg inszenierte der Regisseur Milo Rau unter dem Titel „Prozess gegen Deutschland“ eine aufwendige Premiere rund um die Frage eines möglichen AfD-Verbots. Kein bloßes Schauspiel, sondern ein Tribunal mit echten Protagonisten. Befürworter eines Verbots – und Gegner. Sieben Geschworene sollten am Ende, so die Dramaturgie, ein Urteil sprechen.

Mit dabei als „Sachverständige“: die frühere AfD-Vorsitzende Frauke Petry, Hamburgs SPD-Kultursenator Carsten Brosda, ein AfD-Influencer – und Harald Martenstein, Kolumnist für „Zeit“, „Tagesspiegel“, heute „Welt“ und „Bild“. Was da in Hamburg geschah, war ein politischer und intellektueller Paukenschlag. Martensteins Rede war so klar, so präzise und intellektuell so unbestechlich, dass sie zwangsläufig im Netz viral ging. Im Saal dagegen reagierte ein Teil des Publikums anders: „Pfui“-Rufe, hörbar empört. Und statt des üblichen Szenenapplauses immer wieder diese gespenstige Stille, wenn jemand nicht klatscht, sondern nachdenken muss. Ich verlinke sie hier , so dass Sie sich in voller Länge ansehen können.

Aber da viele von Ihnen sie bereits kennen, möchte ich vorab noch eine Frage beantworten: Warum schlug diese Rede so ein – und zwar in beiden Lagern? Warum war das Publikum zunächst wie versteinert – und reagierte am Ende sogar mit „Pfui“-Rufen?

Weil Martenstein etwas tat, was im aufgeheizten politischen Klima der neuen Bundesrepublik selten geworden ist: Er argumentierte nicht tribal, sondern prinzipiell. Er sprach nicht als Verteidiger einer Partei, sondern als Verteidiger einer Ordnung. Und genau das irritiert. Wer in Lagerlogik denkt, erwartet Bekenntnisse. Wer Prinzipien verteidigt, wirkt verdächtig. Für die einen ist das Verrat, für die anderen zu wenig Angriff.

Die versteinerten Gesichter während der Rede hatten weniger mit Überraschung zu tun als mit Kontrollverlust. Wenn jemand die Spielregeln infrage stellt, mit denen man sich moralisch eingerichtet hat, entsteht Unruhe. Nicht weil die Argumente laut sind – sondern weil sie still treffen. Eine Rede, die nicht empört, sondern präzise ist, nimmt dem Publikum die gewohnte Empörungsroutine.

Und die „Pfui“-Rufe am Ende? Sie sind das Geräusch, das entsteht, wenn Argumente nicht einfach widerlegt werden können – und man sie trotzdem nicht gelten lassen will. Wer eine Partei verbieten möchte, braucht die Gewissheit, moralisch auf der sicheren Seite zu stehen. Wenn diese Gewissheit ins Wanken gerät, reagiert nicht jeder mit Nachdenken. Manche reagieren mit Affekt. Das erklärt die „Pfui“-Rufe. Wer sich sicher fühlt, argumentiert. Wer sich getroffen fühlt, ja ertappt, schreit.

HELFEN SIE MIT –
DAMIT DIESE STIMME HÖRBAR BLEIBT!

Im Dezember 2019 ging meine Seite an den Start – damals mit einem alten Laptop am Küchentisch. Heute erreicht sie regelmäßig mehr Leser als manch großer Medienkonzern. Und trotzdem: Der Küchentisch ist geblieben. Denn eines hat sich nicht geändert – meine Unabhängigkeit. Kein Verlag, keine Zwangsgebühren, keine Steuermittel. Nur Herzblut – und Sie.

Mein Ziel: 

Sie kritisch durch den Wahnsinn unserer Zeit zu lotsen.
Ideologiefrei, unabhängig, furchtlos.

Ohne staatliche Subventionen, ohne Abo-Zwang, ohne Paywall. Niemand muss zahlen, um meine Seite zu lesen – aber ich bin unendlich dankbar für jede Unterstützung, die freiwillig kommt. Sie trägt mich. Denn sie zeigt: Ich habe Rückhalt. Und mein Einsatz – mit allen Risiken, Angriffen und schlaflosen Nächten – ist nicht vergeblich.

Der direkteste Weg (ohne Abzüge) ist die Banküberweisung:
IBAN: DE30 6805 1207 0000 3701 71.

Alternativ sind Zuwendungen via Kreditkarte, Apple Pay etc. möglich – allerdings werden dabei Gebühren fällig. Über diesen Link

Auch PayPal ist wieder möglich.
Nicht direkt – aber über Bande, dank Ko-fi: Über diesen Link

(BITCOIN-Empfängerschlüssel: bc1qmdlseela8w4d7uykg0lsgm3pjpqk78fc4w0vlx)

Wenn Ihr Geld aktuell knapp ist – behalten Sie es bitte.
Mir ist wichtig, dass niemand zahlen muss, um kritisch informiert zu bleiben. Gleichzeitig bin ich umso dankbarer für jede freiwillige Geste, die keinen Verzicht abverlangt. Ob groß oder klein – Ihre Unterstützung ist für mich ein wertvolles Geschenk und trägt mich weiter.

Dafür: Ein großes Dankeschön– von ganzem Herzen!

Meine neuesten Videos und Livestreams

Zigtausende frieren – und unsere Medien spülen alles weich. Weil’s linker Terror war, nicht rechter.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Sicherheits-Placebo: Wie Augsburg sich mit Pollern vor Terror „schützt“ – aber nichts verhindert

Unheimlich daheim. Weihnachten in Augsburg

Bild: Screenshot Youtube

Bitte beachten Sie die aktualisierten Kommentar-Regeln – nachzulesen hier. Insbesondere bitte ich darum, sachlich und zum jeweiligen Thema zu schreiben, und die Kommentarfunktion nicht für Pöbeleien gegen die Kommentar-Regeln zu missbrauchen. Solche Kommentare müssen wir leider löschen – um die Kommentarfunktion für die 99,9 Prozent konstruktiven Kommentatoren offen zu halten.

Mehr zum Thema auf reitschuster.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert