Feiern statt Lockdown und geringe Fallzahlen: Der Texanische Weg Großereignisse und normales Leben

Es sind Bilder wie aus einer anderen Welt und als sie mir gerade ein Leser schickte, traute ich meinen Augen kaum: In Texas finden Großereignisse statt als gäbe es kein Corona. Ein paar Leute haben Masken auf, viele nicht. Sehen Sie selbst:

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Während in den deutschen Medien vermeintliche Horrorszenarien und gefährliche Entwicklungen wie etwa in Indien regelrecht rauf- und runtergebetet werden, herrscht über positive Entwicklungen in Ländern und Staaten, die auch ohne heftige Corona-Maßnahmen nicht in eine Katastrophe abgleiten, ein ziemlich weitreichendes Schweigen. Eine Ausnahme sind die Blätter des Springer-Verlags. So schrieb etwa die „Bild“ kürzlich: „VIEL PARTY, WENIG INFEKTIONEN: Texas stellt die USA vor ein Corona-Rätsel.“ Im Text steht dann: „Denn trotz steigender Impfquote und strikter Maßnahmen gehen die Neuinfektionen nicht überall zurück – in Michigan explodieren die Zahlen förmlich. In anderen Staaten wie Texas, wo die Maßnahmen längst gelockert wurden, sinken sie.“

Bars und Restaurants seien in Texas gefüllt, schreibt das Blatt, Videos feiernder junger Menschen zu Spring Break kursierten in den Medien, Maskenpflicht ist Fehlanzeige. Parallel sanken die Infektionszahlen im 14-Tage-Trend zuletzt sogar um fünf Prozent auf aktuell rund 3.400 Neuinfektionen pro Tag (Stand: 17.4.2021). Ein möglicher Grund sei, so die „Bild“, der Unterschied im Klima: „Im kühleren Michigan im Norden spielt sich vieles im privaten Bereich innerhalb von Gebäuden ab. Im deutlich wärmeren Texas dagegen treffen sich die Leute beim Restaurantbesuch dagegen öfter im Außenbereich, wo die Ansteckungsgefahr nachweislich geringer ist.“

Wäre es nicht eine dringende Aufgabe für die Bundesregierung und ihre Wissenschaftler, das Phänomen Texas mindestens genauso aufmerksam zu verfolgen wie die Schreckensszenarien in anderen Ländern? Um möglicherweise etwas daraus zu lernen und Lehren zu ziehen? Etwa eine Öffnung der Außengastronomie. Leider sieht die Bundesregierung hier offenbar keinen Lernbedarf. Sehen Sie hier, wie mir der Sprecher von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf meine Frage nach Texas antwortete.

 

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Bild: Screenshot/twitter
Text: red

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Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2021 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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