Moderna-Chef hält dritte Dosis schon im Spätsommer für notwendig Impfen ohne Ende

Von Christian Euler

„Ich will helfen, Leben zu retten“, lautet das Credo von Stéphane Bancel. Der Chef und Mitbesitzer des Biotech-Konzerns Moderna rückte mit einem geschätzten Privatvermögen von 3,6 Milliarden Euro im vergangenen Monat auf Platz 23 der weltweit reichsten Menschen vor. Der Schlüssel für seine hehre Mission – „impfen, impfen, impfen“ – gleicht der Devise, die auch hierzulande spätestens seit dem Impfgipfel im März zum allgemeinen Sprachgebrauch der Regierung gehört.

Der schiere Reichtum des Franzosen kommt nicht von ungefähr: Bis heute bekamen 90 Millionen Menschen das Moderna-Vakzin verabreicht, das nun in Frankreich auch in Apotheken und bei Allgemeinärzten erhältlich ist.

Nach Einschätzung von Bancel sollte die Immunität je nach Patient zwar ein bis drei Jahre anhalten. Dennoch müsse ab Ende des Sommers mit einer dritten Impfung begonnen werden, da „zwei oder drei Monate Verspätung eine Vielzahl von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen bedeuten“. Vor allem die Entstehung neuer Virus-Varianten könne die Gefahr erhöhen, sagte der 49-Jährige in einem Interview mit der französischen Sonntagszeitung „Le Journal du Dimanche“.

'Ideal wäre, dass diese Altersgruppe vor Ende August geschützt wird'

Die dritte Dosis sollen nach Meinung des Multi-Milliardärs vor allem Risikopersonen am Ende des Sommers erhalten – insbesondere Bewohner von Pflegeheimen, die ihre erste Dosis zu Beginn des Jahres bekommen haben. „Auch Erwachsene und Jugendliche müssen dann eine Auffrischung erhalten, um gefährdete Personen zu schützen, die nicht geimpft sind. Das Vorsorgeprinzip, das manchmal eine Bremse darstellt, muss in Zeiten einer Pandemie Vorrang haben.“

Der Moderna-Chef erklärte darüber hinaus, dass sein Labor in ein paar Wochen einen Zulassungsantrag für einen Impfstoff bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA einreichen wird, mit dem Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren geimpft werden können.

Die Impfung dieser Altersgruppe ist laut Bancel von zentraler Bedeutung, da somit ein höherer Prozentsatz der Bevölkerung geimpft wird und die Herdenimmunität wächst. Dies würde die Übertragung des Virus und mögliche neue Pandemiewellen eindämmen. Ideal wäre, wenn die jungen Menschen „vor Ende August“ geschützt werden.

Dies dürfte Wasser auf die Mühlen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sein, der eigens Vorräte reservieren will, damit die Jugendlichen zügig geimpft werden können. „Ein Weg zu regulärem Unterricht nach den Sommerferien ist das Impfen der Jugendlichen“, bekräftigte der CDU-Politiker gegenüber der ‚Bild am Sonntag‘. Das erklärte Ziel sei, dass die Länder den minderjährigen Schülerinnen und Schülern bis Ende August ein Impfangebot machen. Schade nur für den Moderna-Mogul mit seinen gut gefüllten Konten, dass Spahn von BioNTech und Pfizer  sprach.

Drei Milliarden Impfdosen pro Jahr

Dem Deutschen Ärztetag wiederum scheint die Impfung für Kinder und Jugendliche nicht ganz geheuer zu sein. „Die angekündigte Impfung gegen COVID-19 bei Kindern und Jugendlichen wird alleine keine Rückkehr zur Normalisierung bedeuten“, hieß es kürzlich in einem Beschluss. „In den Schulen müssen parallel trotzdem deutlich mehr Hygiene- und Schutzmaßnahmen durchgeführt werden. Leider wurde dies an vielen Stellen in den zurückliegenden Monaten versäumt.“

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat das Vakzin des Mainzer Herstellers BioNTech und seines US-Partners Pfizer auch für Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren bereits zugelassen.

Moderna-Miteigentümer Bancel äußerte sich auch zur Aussetzung von Patenten auf Impfstoffe. Seine Antwort überrascht kaum: Nicht zuletzt ist er für die Beibehaltung des Patentschutzes, weil dadurch sichergestellt würde, dass Moderna in der Lage sei, drei Milliarden Dosen pro Jahr zu produzieren. Zusammen mit den von BioNTech/Pfizer angekündigten vier Milliarden Einheiten würde diese Menge genügen, um jeden Menschen auf der Erde zumindest mit einer Dosis zu impfen.

Dies dürfte Bill Gates trotz seiner aktuellen Probleme ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Der ambitionierte Wunsch des selbsternannten Weltretters war von Beginn der Krise an, jeden Bewohner dieses Planeten mit einer Impfung zu beglücken.

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Dipl.-Volkswirt Christian Euler widmet sich seit 1998 intensiv dem Finanz- und Wirtschaftsjournalismus. Nach Stationen bei Börse Online in München und als Korrespondent beim „Focus“ in Frankfurt schreibt er seit 2006 als Investment Writer und freier Autor u.a. für die „Welt“-Gruppe, Cash und den Wiener Börsen-Kurier.
Bild: Arek Socha/Pixabay
Text: ce

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