Oligarch für Verlegung von russischer Hauptstadt INNENANSICHTEN AUS RUSSLAND

Der russische Milliardär Oleg Deripaska ist einer der einflussreichsten Wirtschaftsführer in Russland. Mit dem „Rusal“-Konzern hat er die größten Vermögenswerte in Sibirien gebunden. Er, der früher eng mit Putin war und auch unter die Sanktionen des Westens fällt, ruft jetzt zum Frieden auf. In einer Rede auf dem Krasnojarsker Wirtschaftsforum schlug er überraschende Töne an: Er schlug vor, die russische Hauptstadt von Moskau nach Nowosibirsk oder Krasnojarsk zu verlegen, und warnte vor einer Krise, die dreimal so schwer werden könne wie die katastrophale „Rubel-Krise“ von 1998. Faktisch brachte Deripaska mit seiner Rede eine Teilung Russlands ins Spiel. Ich habe die von Tayga.info verbreitete Rede hier für Sie übersetzt – damit Sie sich aus der Originalquelle ein Bild machen können:

Vor so einer Herausforderung standen wir noch nie. Wenn die Leute sich darüber unterhalten, ob der Eiserne Vorhang herunterkommen wird oder nicht, muss ich sagen: Er ist bereits heruntergekommen. So sind die Tatsachen. Ich wurde eindringlich gebeten, zu diesem Thema nicht zu sprechen, ich möchte natürlich sehr, dass zuerst Frieden kommt. Wichtig ist es trotzdem. Wenn das jeden Tag passiert, ist das natürlich ein absoluter Verlust.

[…]

Am sibirischen Integrationsprogramm wurde enorme Arbeit geleistet. Es gab eine sehr gute Karte aller Projekte und Aktivitäten. Natürlich werden wir leben, niemand wird irgendwohin weglaufen, aber die Bedingungen werden sich ändern. […] Es wird notwendig sein, dieses ganze Thema des Staatskapitalismus zu beenden. Staatsbanken – in drei Wochen werden wir verstehen, was von ihnen übrig ist.

Können Sie sich Hypotheken in Bratsk für 22 Prozent vorstellen?

Natürlich wird es für Sibirien eine wichtige infrastrukturelle Unabhängigkeit geben. Mit eigenen Finanzinstituten – es wird nicht notwendig sein, nach Moskau zu reisen. Diese Banken müssen mit Kapital aufgestockt werden. Diese Fragen hängen natürlich miteinander zusammen – etwa Zinssätze von 20 Prozent. Können Sie sich das vorstellen? In Bratsk ein Zinssatz für eine Hypothek von 22 Prozent? Das bedeutet einen Baustopp.

Die Priorität besteht darin, dass das – ich möchte es nicht näher bezeichnen (er meint den Krieg, aber der darf nicht beim Namen genannt werden in Russland, Anm. des Übersetzers) – endet, je früher, desto besser. Wenn wir uns dieses Programm ansehen, wer übrig bleibt von unseren Partnern, ich denke, wir werden sehr überrascht sein, wie viele von ihnen noch bleiben werden, wir werden sie direkt an einer Hand abzählen können

Warum brauchen wir eine Hauptstadt in Moskau?

Es wird wichtig sein, die Bevölkerung zu unterstützen. Ich bin ein sehr großer Gegner dieses starken finanziellen Drucks. Sie [die Bevölkerung] ist an nichts schuld. Im Gegenteil, sie müssen den Druck verringern, den Leuten eine Möglichkeit geben, sich umzusehen, zu orientieren und Stellung zu beziehen. Ich war schon früher sicher, dass Russlands Interessen in Asien liegen.

Wir müssen das System der Steuerung des Landes ändern. Ich habe immer gesagt: Warum brauchen wir eine Hauptstadt in Moskau, wenn alle unsere Interessen in Asien liegen? Und die Raketen brauchen länger, bis sie herabgeflogen kommen. Vielleicht sieht es ganz anders aus, wenn die Hauptstadt sich in Nowosibirsk befindet. Oder in Krasnojarsk.

Nochmals – [wenn] wir nicht bereit sind, diesen Schritt zu tun, müssen wir wenigstens einen Teil der Kontrolle hierher übertragen. Neue Banken werden entstehen, neue Finanzinstitute – denn was bringt es, für einfache Dinge nach Moskau zu fliegen? Diese Lektion wurde gelernt. Ich habe viele Schlussfolgerungen für mich selbst gezogen, aber zuerst muss Frieden geschaffen werden.

[…]

Die Krise ist extrem schwerwiegend und wird mindestens drei Jahre anhalten. Multiplizieren Sie die Rubel-Krise von 1998 mit drei. Ein Ausweg aus dieser Krise wird, unter Berücksichtigung der gesammelten Erfahrungen, gefunden werden. Der wichtigste und erste Schritt besteht jedoch darin, Frieden zu schaffen – durch Kompromisse.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!
Bild: ID1974/Shutterstock
Text: br

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