Pennys Weihnachtsbotschaft gegen das Corona-Regime Mitten ins Herz: Ein Discounter trifft den richtigen Ton

Von Alexander Wallasch

Verdammt noch einmal, wenn es viele nicht längst täten, weil es der Discounter ums Eck ist, müsste man es spätestens jetzt jedem eindringlich empfehlen: Belohnt den Discounter Penny für ein Weihnachtsvideo, das besser als jeder kritische und aufgeregte Artikel zeigen kann, was in diesem Land heute los ist.

Das muss man sich einmal vorstellen, wo Deutschland heute unter diesen Corona-Maßnahmen angekommen ist, wenn mutmaßlich viele Menschen beim Schauen eines Penny-Videos nasse Augen bekommen – und das nicht, weil es etwa vielleicht um eine verkitschte Idee rund um Weihnachten ginge.

Schon drei Tage nach seiner Veröffentlichung hat der Werbeclip „Der Wunsch“ // PENNY Weihnachtswunder 2021 in seiner Langversion (3,5 Min.) bereits zwei Millionen Zuschauer auf Youtube und dafür gibt es triftige Gründe.

Einem Lebensmittel-Discounter gelingt mit einer mutig aufgestellten Werbeagentur, was mehrere Dutzend Filmschaffende und Schauspieler in ambitionierten Aktionen gegen die Corona-Maßnahmen zusammen nicht erreichen konnten – und das soll deren großartiges Engagement keinesfalls schmälern.

Worum es in dem Clip geht, beschreibt die Agentur selbst:

Sich nachts heimlich rausschleichen, die Schule vernachlässigen, wilde House-Partys feiern und das Herz gebrochen bekommen – das alles wollen Eltern ihren Kindern aus Sorge eher ersparen. Das Gegenteil tut die Mutter im aktuellen Penny Weihnachtsfilm. Sie möchte für ihren Sohn, dass er diese Erfahrungen, die zum Erwachsenwerden dazugehören und die er während der Pandemie nicht machen konnte, endlich nachholen kann.

Und dann ist es noch ein echter Glücksfall, die perfekten Protagonisten für den Clip verpflichtet zu haben, wie es den Werbern von Serviceplan für Penny gelungen ist. Die Mutter wirkt natürlich viel zu jung und zu attraktiv, aber sie ist vor allem glaubwürdig, nachdenklich und einfach eine Mutter, wie man sie jedem Heranwachsenden wünschen möchte. Ihr Sohn, der im Mittelpunkt des Clips steht, ist fast erwachsen, vielleicht 17 oder 18 Jahre alt.

Auf der Meta-Ebene geht es eigentlich darum, dass die Mutter sich an ihre Jugend erinnert: Diese kinderreichen Jahrgänge, denen die Mutter im Film angehören könnte, sind die wahrscheinlich glücklichsten oder erlebnisreichsten, welche Deutschland je zustande gebracht hat: Keine Kriege, Wohlstand, Unmengen an Spielkameraden, Freiheiten wie keine Generation davor.

Die Generation der von 1965 bis 1975 Geborenen beginnt ja gerade am Verlustschmerz des Älterwerdens zu begreifen, was sie alles in ihrer Jugend erleben durfte.

Und in diese Stimmung hinein platzt nun, was Eltern heute an ihren erwachsen werdenden Kinder sehen. Oder eben nicht sehen, weil die Jugend es unter den andauernden Corona-Maßnahmen nicht erleben darf.

Diese Trauer verunsicherter und verzweifelter Eltern, die alles hatten, es aber nicht an ihre Kinder weiterreichen können – der Schmerz ist in diesem Penny-Video einer mutigen Agentur erlebbar geworden. Ein großes Geschenk.

Ein Clip, der nicht nur herzzerreißend ist, er ist in seiner Wirkung vor allem rebellisch, angriffslustig und oppositionell: Die Anti-Corona-Maßnahmen-Bewegung ist bei Penny angekommen und Penny wünscht frohe Weihnachten!

Nochmal: Mindestens, wer heute heranwachsende Kinder hat, den trifft dieser Werbeclip ins Herz.

Es geht um Freundschaft, um Liebe, um Freiheit und nochmal um Freiheit, um Jugend und Entdeckertum, um Draufgängertum – also um alles, was diesen entsetzlichen Knebel aus dem Mund der Jugend nehmen will, der sich in Form der Maske so bildhaft über alle gestülpt hat, die darunter verstummt sind, verdammt, in ihren Jugendzimmern zu versauern und auf einen Tag X zu warten, der nur immer weiter verschoben wird.

Über die Augen der Mutter werden die Augen der Zuschauer feucht: „Ich wünsch mir einfach, dass Du Deine Jugend zurückbekommst.“ Auch schauspielerisch ist das bewegend.

Penny möchte mit diesem Video auf eine Aktion hinweisen: Der Discounter verschenkt 5.000 unvergessliche Erlebnisse an Jugendliche, die sich darum bewerben können unter einer zum Schluss des Clips eingeblendeten Internetadresse. Ja, hier geht es natürlich auch um Werbung, um das Verkaufen von Produkten, um das Image eines eher drögen Supermarktes. Aber selten war das so absolut okay wie in diesem Fall.

Der Sohn fragt seine Mutter, was sie sich zu Weihnachten wünscht und sie erzählt ihm, dass sie sich wünscht, er möge doch erleben, was sie in einer wundervollen Welt in ihrer Jugend erleben durfte. Und dann erinnert sie sich und wandelt ihre Erinnerungen in Wünsche für ihren Sohn um:

„Ich wünsch mir, dass Du nicht immer zu Hause rumhängst. Dass Du Dich einfach rausschleichst, dass wir nicht wissen, wo Du bist. Ich wünsch mir, dass Papa Dich abholen muss, weil Du viel zu viel getrunken hast. Ich wünsch mir, dass Du die Schule schleifen lässt, weil dir alles andere wichtiger ist. Weil es Dir scheißegal ist, was ich davon halte. Ich wünsch mir, dass du hier heimlich eine Party feierst und dass du diesem Mädchen endlich sagst, dass Du sie liebst und das sie dir das Herz bricht.
Und das Du dann losziehst … ich wünsch mir einfach, dass Du Deine Jugend zurückbekommst.“

Ein Aufruf zur Rebellion gegen diese so schwer erkrankte Welt der Erwachsenen könnte kaum warmherziger und eindringlicher formuliert sein. Penny sei Dank, möchte man anfügen, aber das wäre dann zum Schluss der kitschigste Satz von allen.

PS: Sollte es bei Penny demnächst wieder einen Lockdown-Krieg ums Klopapier geben, darf der Discounter nach diesem Streifen den angestiegenen Taschentücherbedarf bitte nicht vergessen.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

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Alexander Wallasch ist gebürtiger Braunschweiger und betreibt den Blog alexander-wallasch.de. Er schrieb schon früh und regelmäßig Kolumnen für Szene-Magazine. Wallasch war 14 Jahre als Texter für eine Agentur für Automotive tätig – zuletzt u. a. als Cheftexter für ein Volkswagen-Magazin. Über „Deutscher Sohn“, den Afghanistan-Heimkehrerroman von Alexander Wallasch (mit Ingo Niermann), schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: „Das Ergebnis ist eine streng gefügte Prosa, die das kosmopolitische Erbe der Klassik neu durchdenkt. Ein glasklarer Antihysterisierungsroman, unterwegs im deutschen Verdrängten.“ Seit August ist Wallasch Mitglied im „Team Reitschuster“.

Bild: screenshot https://www.youtube.com/watch?v=MdfNqlkqSeE
Text: wal

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