Polizei-Gewalt 2021: Vierjähriges Kind von Pfefferspray erfasst GEZ-Sender beschönigt: "Von Nebelwolke erfasst"

Es sind erschütternde Szenen, die das Netz aufwühlen: Bei einem Polizei-Einsatz in Schweinfurt bei einer Kundgebung gegen die Corona-Politik und die geplante Impfpflicht haben Polizisten offenbar Pfefferspray eingesetzt, obwohl auch ein vierjähriges Kind anwesend ist. Zu sehen ist auf einem Video, wie Beamte versuchen, einem Kleinkind eine Erstversorgung zu geben, das offenbar kurz zuvor von Pfefferspray erfasst wurde. Andere Beamten bitten den Augenzeugen, der das Video aufnimmt, Abstand zu halten: „Wahren Sie bitte die Privatsphäre des Kindes.“

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Das »Redaktionsnetzwerk Deutschland«, zu dessen Eigentümern die SPD gehört, schreibt: „Am 2. Weihnachtsfeiertag haben in Schweinfurt mehrere hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Corona-Demo gegen die Maßnahmen der Politik protestiert. Einige sollen versucht haben, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen und sich gewaltvoll verhalten haben. Die Polizei musste Schlagstock und Pfefferspray einsetzen.“ Interessant ist die Formulierung „muss“ – so als ob die Beamten keine andere Wahl hätten. Auch der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet wortgleich. Er erwähnt auch die Verletzung des Kindes: „Die Polizei musste Schlagstöcke und Pfefferspray gegen aggressive Demonstrationsteilnehmer einsetzen. Dabei kam ein Kind mit einer Nebelwolke in Kontakt.“ Was für eine Beschönigung dafür, dass das Kind von Pfefferspray erfasst wurde! Einem Mittel, das für private Einsätze in der Regel nur gegen Hunde, nicht gegen Menschen zugelassen ist. Und das in meiner Erinnerung mit einem Strahl recht zielgenau aus der Dose kommt und keine wie auch immer geartete Wolke bildet.

Weiter schreibt der BR: „Die Polizei forderte daraufhin auch alle Eltern mit Kind auf, sich ‘von gewaltbereiten Aggressoren fernzuhalten‘. Das Kind sei von den Einsatzkräften unverzüglich zum Rettungsdienst gebracht worden.“  Besonders pikant. Erst kürzlich hatte eine Grünen-Politikerin ein hartes Vorgehen gegen Demonstranten mit Schlagstöcken und Pfefferspray gefordert.

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Eine Leserin schrieb uns:

Ich war dabei, eingekesselt, mit Pfefferspray bedroht, und habe das Zusammenschlagen des Spaziergängers gefilmt. Allerdings leider keine gute Qualität. Es war die Hölle, ich hatte selten so viel Angst. Alles war friedlich bis die Polizei es so hat eskalieren lassen. 
Wir sind friedlich gelaufen und plötzlich hat die Polizei vorne und hinten zugemacht. Die Teilnehmer haben gesungen. Einige Männer haben dann die Absperrung durchbrochen und ich konnte mit durchlaufen.
Der Mann, der versuchte zu flüchten, wurde von vier oder fünf Polizisten blutig geschlagen. Auf andere wurde mit Pfefferspray losgegangen.
Von dem Vorfall mit dem Kind im Kinderwagen und dem Pfefferspray habe ich leider nichts mitbekommen.
Mehrfach wurde versucht, uns einzukesseln, auch am Rossmarkt würden wir ohne Grund eingeschlossen. Das Ziel war eindeutig, die Situation eskalieren zu lassen.
Es war wirklich schlimm und ich war sehr froh, dass mein Mann mit unseren drei Kindern Zuhause geblieben ist. Letzte Woche waren wir noch zusammen in Schweinfurt:

Eine weitere Leserin schrieb:

Ich bin entsetzt darüber, zu lesen, was in Bild und auf WELT steht über den Spaziergang in Schweinfurt.
Ich war mit meinem Mann dort. Wie am 12.12.2021 und am 19.12.2021.
Als wir gegen 17:44 an der Kreuzung Obertor und Kornmarkt waren, spürten wir, dass die Situation heute anders ist als an den anderen zwei Sonntagen zuvor.
Die Polizei erschien uns aggressiver zu sein. Schon an der relativen großen Ampelkreuzung standen viele Polizei-Mannschaftsbusse aus Bamberg. Anders als am 19.12..
Die Obere Strasse, die zum Marktplatz führt, war besetzt mit vielen Polizisten und auch in jeder Gasse befand sich ein VW-Bus der Polizei.
Kurz vor 18:00 kam eine Durchsage aus einem Polizeiwagen auf dem Marktplatz… Maskenpflicht am Marklplatz-Rückertdenkmal, wenn mehr als 850 Menschen dort seien. Besonders wegen Omikron, laut Grundgesetz und Versammlungsgebot nach Bayrischem…, heute werde Pfefferspray und Schlagstöcke zum Einsatz kommen, alle Unbeteiligten sollten sich bitte fern halten von der Demonstration, sonst wären sie auch betroffen von diesen Maßnahmen, 1,5 m Abstand, Maskenpflicht….
Das, was in den BILD und WELT steht, haben wir nicht beobachtet. Die Polizisten waren von Anfang an auf Krawall aus und waren sehr aggressiv und aufgeputscht. Wir haben das ganze mit gewissem Abstand beobachtet . Ich habe Videos gedreht. Es sah sehr schlimm aus. Man machte Jagd auf die Spaziergänger.
Es waren friedliche Menschen, sie riefen den Polzisten zu…schämt euch, schämt euch. Man muss sagen, Aggressionen von Seiten der Spaziergänger waren nicht zu erkennen.
Die Polizei-Autos haben die anderen Autofahrer sehr bedrängt und auch genötigt und beleidigt. Eine Frau in einem roten Auto öffnete die Autotür hinter dem Fahrer und rief dem Polizisten im VW-Bus zu, er solle aufhören, sie so zu bedrängen, sie könnten nicht losfahren, da andere Autos sie auch blockierten. Man muss sagen, wir, mein Mann und ich mussten auf den Rasenstreifen, sonst wären wir von den Polizeiwagen umgefahren worden, die fuhren nämlich auf den Bürgersteigen , um Jagd nach den Spaziergängern zu machen.
Es wird immer schlimmer. Es war der 3. Sonntag für uns, aber der 2. Weihnachtsfeiertag war sehr schlimm für uns.
Was ist aus Deutschland geworden?!?!

Die Polizei twitterte:

Was auch immer in Schweinfurt geschah: Selbst bei Einsätzen gegen Schwerstkriminelle gilt für die Polizei die Maxime, auf Schwächste wie Kleinkinder besondere Rücksicht zu nehmen. Wie die Verhältnismäßigkeit eines Pfefferspray-Einsatzes bei Anwesenheit von Kleinkind zu begründen ist, bleibt mir ein Rätsel.

Die Polizei fiel in Deutschland 2021 durch eine derartige Brutalität im Umgang mit Regierungskritikern auf, dass sich sogar der Folter-Beauftragte der UNO einschaltete. Zum Jahresende scheinen die Beamten in Bayern, deren oberster Dienstherr Markus Söder ist, noch einen draufzusetzen. 

 

 

Transparenzhinweis: In der ersten Version dieses Beitrags wurde das Kind auch als „Baby“ bezeichnet, so wie das auch in den sozialen Medien beschrieben wurde. Anhand des Videos war diese Schilderung auch schlüssig. Wie die Polizei inzwischen mitteilt, ist das Kind vier Jahre alt.   

Bild: Screenshot Telegramm 
Text: br

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