Ursprung des Coronavirus doch ein Laborunfall in China? Umstrittene Theorie

Von Christian Euler

Ein Forscher der bisher nicht für Unseriosität bekannten Universität Hamburg verortet den Ursprung des Corona-Virus in China. In einer Studie kommt der Nanowissenschaftler Roland Wiesendanger zum Ergebnis, dass sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Indizien für einen Laborunfall am virologischen Institut der Stadt Wuhan als Ursache der gegenwärtigen Pandemie sprechen.

Die Studie betrachtet einen Zeitraum von Januar 2020 bis Dezember 2020. „Sie liefert keine hochwissenschaftlichen Beweise, wohl aber zahlreiche und schwerwiegende Indizien“, räumt die Universität Hamburg ein. Zu den wichtigsten Anhaltspunkten zählen:

• Im Gegensatz zu früheren Coronaviren-bedingten Epidemien wie SARS und MERS konnte auch bis mehr als ein Jahr nach Ausbruch kein Zwischenwirtstier identifiziert werden. Die Zoonose-Theorie als mögliche Erklärung für die Pandemie besitzt daher keine fundierte wissenschaftliche Grundlage.

• Die SARS-CoV-2-Viren können erstaunlich gut an menschliche Zellrezeptoren ankoppeln und in menschliche Zellen eindringen. Beide Eigenschaften zusammen waren bislang bei Coronaviren nicht bekannt und weisen auf einen nicht-natürlichen Ursprung des SARS-CoV-2-Erregers hin.

• Zahlreiche Fachpublikationen zeigen, dass eine Forschungsgruppe am virologischen Institut der Stadt Wuhan über viele Jahre hinweg gentechnische Manipulationen an Coronaviren vorgenommen hat – mit dem Ziel, diese für Menschen ansteckender, gefährlicher und tödlicher zu machen.

• Fledermäuse wurden nicht auf dem in Verdacht geratenen Fischmarkt im Zentrum der Stadt Wuhan angeboten. Im dortigen virologischen Institut gibt es gleichwohl eine der weltweit größten Sammlungen von Fledermauserregern, die von 2000 km entfernten Höhlen in südchinesischen Provinzen stammen. Es ist extrem unwahrscheinlich, dass Fledermäuse diese Entfernung auf natürliche Weise auf dem Weg nach Wuhan zurückgelegt haben, um dann in unmittelbarer Nähe dieses virologischen Instituts eine weltweite Pandemie auszulösen.

„Nur auf Basis dieses Wissens können adäquate Vorkehrungen getroffen werden, die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten ähnlicher Pandemien in Zukunft so klein wie möglich zu halten“, mahnt Studienautor Wiesendanger. Mit der Veröffentlichung will er eine breit angelegte Diskussion anregen.

Ein Durchbruch ist auf Basis dieser Arbeit wohl kaum möglich: Der Forscher nutzte für seine Arbeit vor allem bestehende Quellen, führte aber selbst keine wissenschaftlichen Untersuchungen vor Ort durch. Eigenen Angaben zufolge beruhen die Erkenntnisse aus „interdisziplinärer sowie fachspezifischer wissenschaftlicher Literatur mit und ohne wissenschaftliche Begutachtung, Briefen, Korrespondenz und Kommentaren, publiziert in der wissenschaftlichen Literatur, Medienberichten und der persönlichen Kommunikation mit internationalen Kollegen.“

Zwar mag es kein Zufall sein, dass die weltgrößte Virenbank nur einige Kilometer entfernt vom Ausbruchsort in Wuhan steht. Oder dass es schon im Jahr 2015 eine Abhandlung aus diesem Labor gab, wie man Corona-Viren in Fledermäusen züchten könnte. Doch gilt zu bedenken, dass das Virus bis heute weder in isolierter, gereinigter Form vorliegt, noch wissenschaftlich korrekt nachgewiesen werden kann.

Dazu passt: Während für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer noch nicht klar ist, woher das Virus stammt, behauptet China weiterhin, es könne durch tiefgefrorene Lebensmittel verbreitet worden sein.

Dipl.-Volkswirt Christian Euler widmet sich seit 1998 intensiv dem Finanz- und Wirtschaftsjournalismus. Nach Stationen bei Börse Online in München und als Korrespondent beim „Focus“ in Frankfurt schreibt er seit 2006 als Investment Writer und freier Autor u.a. für die „Welt“-Gruppe, Cash und den Wiener Börsen-Kurier.
Bild: modigia/Shutterstock
Text: ce

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Andreas Hammer
16 Tage zuvor

Es ist traurig wie sehr man sich auch hier gleich auf eine Seite schlägt anstatt auch diese Studie einfach als valides Indiz zu nehmen, das nun wirklich gut dokumentiert und nachvollziehbar ist. Das hat nichts mit Verschwörungstheorie zu tun sondern ist genau das, für das reitschuster.de steht: Journalismus. Ich denke es ist eine valide Theorie bzw. Hypothese  die auch von der WHO Delegation nicht schlüssig widerlegt wurde. Also bitte, inhaltlich damit auseinandersetzen.

Häbbe
16 Tage zuvor

Dieses berühmt berüchtigte Covid19 gab es nie und gibt es bis heute nicht. Es wurde nach vermuteten Eigentümlichkeiten von irgendwelchen unbekannten Virentrümmern am Computer kreiert und dann behauptet, so müsse es aussehen und wirken. Und bis heute wird eine   “ Coronaerkrankung oder Coronatod “ nicht deswegen festgestellt, weil dieses “ Virus “ tatsächlich im Patienten gefunden wurde, sondern alleine anhand von – angeblich – für Covid19  typischen Krankheitsbildern vermutet  Aber mit einem nicht Existentes Virus lässt sich eben besser Panik verbreiten als mit einem tatsächlich grassierenden. Letzteres ließe sich nämlich auf seine Gefährlichkeit hin untersuchen. So reicht jetzt schon ein einziger Drosten, und Demokratie und Freiheit ist nur noch für´n Arsch.

Die Waldfee
16 Tage zuvor

https://www.researchgate.net/publication/349302406_Studie_zum_Ursprung_der_Coronavirus-Pandemie

Die Studie ist für jeden zugänglich, was gemäß Vorwort auch das Anliegen von Prof. Wiesendanger war und ich sehr begrüße. JEDER soll sich selbst ein Bild machen können und Diskussionen zum Thema sind ausdrücklich erwünscht, anstatt es als abstrus zu bezeichnen, wenn jemand zwei und zwei zusammen zählt und behauptet, das Virus könne auch aus dem Labor in Wuhan kommen…

Ich finde, sachlicher kann man diese Vielfalt an Indizien derzeit nicht zusammenfassen und belegen. Meinen Dank dafür! Auch wenn ich schon ahne, dass man die Studie madig machen wird und den Professor in die rechte Verschwörungsecke stellen… traurig.

 

Ähm…Ob das „unser“ C. Drosten ist, der auf S. 49 genannt wird, an einem PEER-Review zu einer Studie beteiligt gewesen zu sein, die am „Wuhan Institute of Virology“ zu genmanipulierten Viren durchgeführt wurde?

Derselbe Drosten, der Marderhunde als Ursprung für wahrscheinlich hält? Kann nicht sein oder? Der würde doch als seriöser Wissenschaftler mit dem Wissen der dort durchgeführten „gain-of-function“-Forschung die Herkunft des Virus aus dem Labor wenigstens als eine Möglichkeit in den Raum stellen… muss sich also um einen anderen Drosten handeln 😉

derHoffi
Antwort an  Die Waldfee
16 Tage zuvor

@die Waldfee: Ich sehe es ganz genau so wie Sie. Ich glaube, Herrn Professor Wiesendanger war bewußt, welche Kontroversen er damit auslösen würde. Das wichtigste Anliegen ist es, den Blick auf die Gefährlichkeit der im Geheimen betriebenen gain-of-function-Forschung für die Menschheit zu lenken. Und wenn man selbst tiefert in die Materie eintaucht, dann kann es einem wirklich Angst werden, in welchem Ausmaß hier Politik, Militär und Lobbyverbände agieren.

Claudia Schoene
16 Tage zuvor

In einem YouTube Beitrag vom 16.01.2021 –

– weist Raphael Bonelli auf folgende Veröffentlichung der Forscherin Dr. Rosanna Segreto hin:
“The genetic structure of SARS‐CoV‐2 does not rule out a laboratory origin“
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/bies.202000240#

KV
16 Tage zuvor

Ja, ich finde die chinesische Staatsregierung ist sowas von vertrauensvoll… das wir sie zum Vorbild machen sollten: Lockdown härter, mehr staatliche Kontrolle… ! Direkter Link zur Untersuchung, die übrigens in einem gut funktionierendem Staat von der Polizei durchgführt hätte werden müssen: file:///C:/Users/shopp/AppData/Local/Temp/Studie_Corona-Pandemie_Wiesendanger_final.pdf

Doris Hörner
16 Tage zuvor
Auszug aus der PDF:
Immer mehr Täuschungen der Bundesregierung werden offenkundig
Offensichtlich wurde die Öffentlichkeit von der Bundesregierung bewusst belogen – und die Entwicklungen für einen Impfstoff wurden früher vorangetrieben, als bisher bekannt war. Im Geschäftsbericht 2019 von BioNTec lesen wir (1) „Bereits Mitte Januar haben wir das globale Entwicklungsprojekt Lightspeed gestartet, um einen gutverträglichen, potenten Impfstoff gegen das SARS-CoV-2 Virus in so kurzer Zeit wie möglich zu entwickeln.“ Zu einer Zeit, als das Virus in Europa, in Deutschland, noch weit unterhalb der Wahrnehmungsschwelle lief, als es später noch hieß, es wäre weit weg in Asien und nur eine harmlose Erkältung. (Drosten, Spahn), begannen BioNTec, Pfizer und Fosun Pharma in einer Kooperation mit der Entwicklung eines Impfstoffes.
Meine Anmerkung: Die Bevölkerung wusste damals noch 1 Jahr absolut nichts von einem Virus oder einer Pandemie.
Wolfram
16 Tage zuvor

Zitat aus dem Beschluss zur „Videoschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 10. Februar 2021“

„Gleichzeitig breiten sich Varianten des Coronavirus mit veränderten Eigenschaften aus. Insbesondere solche Mutanten, die ansteckender sind als der Wildtyp des Virus, breiten sich besonders schnell aus und erfordern erhebliche zusätzliche Anstrengungen, um die Infektionszahlen wieder zu senken.“ (Hervorhebungen durch mich)

Kann mir jemand erklären, warum hier zwischen Mutant und Wildtyp unterschieden wird?

847 KRIMINALSTATISTIKEN +Verbrechenskarten & Listen + Bevölkerungsentwicklung
16 Tage zuvor

China forschte schon lange an dem Virus.Siehe TV Bericht.

Junge Ferkel starben zu 90% aber KEIN MENSCH infizierte sich.Dann begann man zu forschen.

https://luegenpresse2.wordpress.com/2020/03/30/tv-2018-corona-expiremente-in-china-wuhan-institute-of-virology-in-news-on-china-central-tv-covid-19-coronavirus/

Matthias
16 Tage zuvor

Herr Prof. Wiesendanger hat die Ehre der Physiker gerettet! Was bisher von meinen Fachkollegen, einschließlich der Kanzlerin, in den Medien zu Corona vermittelt wurde, war ungenießbar und kaum wissenschaftlich korrekt. Seine Studie sollte von allen Interessierten sehr genau gelesen werden. Es muss eine weltweite Diskussion in der Wissenschaft beginnen, die vergleichbar ist mit der Diskussion zur atomaren Rüstung. Ich habe den Verdacht, dass unsere Herrschenden schon vermuten, wo die Pandemie ihren Ursprung hat und deshalb so viel Panik verbreiten.

Kalli Kohl
Antwort an  Matthias
16 Tage zuvor

Auch das was Herr Prof. Wiesendanger lieferte ist kaum wissenschaftlich korrekt lieber Matthias. Es ist eine Sammlung von Zeitungsmeldungen und PDF aus dem Internet. So etwas kann auch ein Schueler zusammentragen wenn er sich die Zeit dafuer nimmt. Sorry, aber Ehre der Physiker ist keineswegs gerettet.

Liz
Antwort an  Kalli Kohl
15 Tage zuvor

Egal, ob Professor oder Schüler, eine interessante Diskussionsgrundlage ist die Studie allemal.

Die angebliche Ehrenrettung der Physiker halte ich allerdings für Unsinn.

Matthias
Antwort an  Liz
15 Tage zuvor

@Liz: Ja, es ist eine interessante Diskussionsgrundlage. Aber es herrscht ja schon wieder die Distanzeritis. Den Begriff Ehrenrettung meinte ich etwas ironisch, wir bekommen ja in der Coronazeit immer wieder mal Hof- und Starphysiker vorgesetzt, die ganz schlimme Voraussagen machen, deren Korrektheit keine hohe Halbwertszeit hatten.

@Kalli Kohl: Diese Recherche von Prof. Wiesendanger wäre tatsächlich eine Aufgabe von Journalisten gewesen. Warum haben die das wohl nicht gemacht? Eine Idee?  Schüler dafür vorzuschlagen ist abwegig oder polemisch.

Tom Tom
Antwort an  Kalli Kohl
15 Tage zuvor

Ein sehr gute Feststellung. Überhaupt scheint sich dieses Virus in erster Linie medial zu verbreiten. Ich möchte in dem Zusammenhang noch einmal daran erinnern, dass Frau Merkel im Sept. 2019 die Stadt Wuhan besuchte, dort Xi Jinping traft und Gast bei der Eröffnung eines Werks eines deutschen Automobilzulieferers war. Zufälligerweise genau jenes Zulieferers, bei dem in Bayern der „Patient null“ nachgewiesen wurde, bei dem uns erklärt wurde, was ein „PCR-Test“ und eine „“Infektionskette“ ist und wie „Kontaktnachverfolgung“ funktioniert. Das war unser mediales Lehrstück für „Corona“. Deutlich weniger Beachtung fand übrigens ein Artikel in DIE ZEIT vom Oktober 2019 „Kurzschluss im Finanzsystem“…

Friedemann Lux
16 Tage zuvor

Is ja unglaublich…