Bauchklatscher von reitschuster.de Peinlicher Reinfall auf vermeintlichen Brief von Elitesoldaten

Liebe Leserinnen und Leser,

wir leben in verrückten Zeiten. In denen leider massiv Falschinformationen verbreitet werden und mit Mitteln gearbeitet wird, die aus der Giftküche der Geschichte stammen.

Leider sind wir auf ein solches Fake hereingefallen. Niemand ärgert das so wie mich. Mein Mitarbeiter Mario Martin, den ich außerordentlich schätze, hat  leider den vermeintlichen Brief eines Oberleutnants a.D., der in den sozialen Medien kursierte, für bare Münze genommen – weil er sich bei der Verifizierung auf einen bisher immer verlässlichen Informanten aus der Bundeswehr verlassen hat. Fälschlicherweise, wie sich nun herausstellte. Aber auch der Informant selbst wurde leider hinters Licht geführt. Alles spricht dafür, dass der Brief ein Fake ist. Der Oberleutnant a.D., dem wir ihn zugeordnet haben, hat ihn jedenfalls nicht geschrieben. Dadurch, dass er sich heute bei uns meldete, wurden wir darauf aufmerksam. Ich möchte mich bei ihm, auch im Namen meines Teams, in aller Form entschuldigen.

In aller Form entschuldige ich mich auch bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, für diesen Fehler.

So etwas darf nicht passieren.

Ich fasse es als Lehre auf. Angesichts von akuter Zeitnot kann ich leider nicht alle Geschichten meiner Autoren persönlich komplett gegenrecherchieren. Aber wir werden daran arbeiten, die internen Abläufe zu optimieren.

Im konkreten Fall möchte ich mich auch bei den Kollegen vom RND und von dpa entschuldigen, dass sie hier auf meiner Seite fälschlicherweise der Desinformation beschuldigt wurden. Ich bedauere das sehr.

Aus Gründen der Authentizität lesen Sie unten den unveränderten Originalartikel (bis auf die Links zum Oberleutnant – wir wollen seinen Namen nicht noch mehr durch die Öffentlichkeit ziehen), und auch der ursprüngliche Artikel ist mit einem Hinweis auf den Fehler weiter zu lesen.

Wenn man kräftig austeilt und andere heftig kritisiert, muss man aber auch selbstkritisch sein: Daher habe ich eine Überschrift gewählt, die für mein Team und mich die verbale Maximalstrafe ist. Und ich habe diese Entschuldigung zur besten Zeit am Montag Abend ganz oben und ganz groß auf meiner Seite platziert. Wir haben das in diesem Fall leider verdient. Glauben Sie uns: Wir tragen schwer an diesem Fehler, und sind sehr zerknirscht.

Auch wenn das keine Rechtfertigung ist: Leider sind wir alle nicht vor Fehlern gefeit – umso mehr in diesen gruseligen Zeiten. Ich kann Ihnen leider nicht versprechen, dass wir keine neuen Fehler machen werden. Was ich Ihnen aber fest versprechen kann: Wenn wir Fehler machen, dann stehen wir dazu. Und korrigieren diese umgehend und öffentlich. Wie jetzt und hier.

Ich hoffe auf Ihre Nachsicht, auch im Namen von Mario Martin – und wir danken Ihnen ganz herzlich dafür.

Ihr

Boris Reitschuster

Hier nun der ursprüngliche Artikel:

Von  Mario Martin

Das »RedaktionsNetzwerk Deutschland« (RND) fällt immer wieder mit hochgradig einseitigen Positionen in der Corona-Berichterstattung auf.

Auch in der Bundespressekonferenz sind es oftmals die Fragen des RND, die nur eine Richtung kennen: Wie können die Maßnahmen noch verschärft werden? Wie kann die Politik die Menschen noch stärker drangsalieren?

Kritische Leserbriefe

Ein zuletzt auf dieser Seite erschienener Artikel, der die Ankündigung eines ehemaligen KSK-Oberleutnants aufgriff, sorgte bei einigen Lesern für Aufregung. Wir erhielten mehrere Mails, die die Veröffentlichung des Aufrufs kritisierten und die Identität des Mannes, der im Artikel als ehemaliger Oberleutnant O. S. bezeichnet wird, bezweifelten.

Wir sollten ordentlich recherchieren und aufhören, Falschinformationen zu verbreiten, so der Vorwurf.

Der genannte Soldat würde überhaupt nicht existieren, hieß es da immer wieder. Wir wunderten uns über das Misstrauen, da der Aufruf für authentisch gehalten wurde und dies auch im Vorfeld verifiziert worden war.

Woher kam das plötzliche Misstrauen und die Vorwürfe?

RND schreibt falschen Faktencheck

Schnell wurden wir auf einen Artikel des RND aufmerksam, der zwei Tage vorher veröffentlicht worden war. Dort schreibt Autor Felix Huesmann über den ehemaligen KSK-Offizier Folgendes: “Nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) aus Bundeswehrkreisen ist die Geschichte des angeblichen Soldaten jedoch frei erfunden.”

Und damit war klar, wie es zu den Vorwürfen wegen der Veröffentlichung des Aufrufs kam. Die Leser hatten den Artikel des RND gelesen und dem „Qualitätsmedium“ Glauben geschenkt.

Der Faktenchecker der dpa schließt sich einen Tag später dieser Bewertung an. Auch dort hält man den Soldaten für eine Erfindung.

Welche Bundeswehrkreise Autor Huesmann die Informationen wohl zugespielt haben mögen?

Angebliche Bundeswehrkreise frei erfunden?

Wurden Huesmann und die dpa etwa getäuscht?

Schwer vorstellbar, denn es finden sich in den Weiten des Internets viele Quellen, die die erhaltenen Informationen sofort hätten widerlegen können. Und die Informationen sind nicht etwa nur über das Darknet zugänglich. Eine einzige Duckduckgo-Suche hätte gereicht, um eine Vielzahl von Quellen zur Validierung zu erhalten. Da selbst von einem RND-Mitarbeiter die Bedienung einer Suchmaschine zu erwarten ist, ist hier die Annahme erlaubt, dass das RND in diesem Fall wider besseres Wissen Falschinformationen verbreitet.

Waren die Informationen dem Autor des RND etwa bekannt, aber man wollte dennoch einen wissentlich falschen Artikel veröffentlichen? Da der Artikel noch immer online ist, scheint dies zumindest in Betracht zu kommen.

Die Reaktion der Leser zeigt: Aktionen dieser Art verfangen bei den Lesern. Wer würde schon damit rechnen, von RND und dpa mit offenkundig falschen Informationen gefüttert zu werden? Und wen wird die Richtigstellung erreichen, wenn der Vorgang schon mehrere Tage zurückliegt? Falls es überhaupt noch zur Richtigstellung kommt.

RND als Propaganda-Arm der SPD

Auf Wikipedia heißt es: “Das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) ist die Redaktion für überregionale Inhalte der Verlagsgesellschaft Madsack in Hannover. Deren größte Kommanditistin ist die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft, das Medienbeteiligungsunternehmen der SPD.”

Das RND ist demnach das hauseigene Propagandaorgan der SPD. Der SPD, die sich Parteitage von Pfizer sponsoren lässt. Der mediale Filz der SPD, der durch den Betrieb einer riesigen Verlagsgesellschaft bis in die Redaktionsstuben der kleinsten Provinzzeitungen reicht, ist ein riesiger Skandal, der von den medialen “Konkurrenten” hätte aufgedeckt werden müssen. Aber es passierte nichts. Über das dubiose Konstrukt beschwerte sich im Mainstream niemand.

Nur auf wenige Medien ist noch Verlass. Die »Achse des Guten« schreibt zum SPD-Filz:

Die SPD und der Madsack-Konzern – das ist eine lange und enge Beziehung. Eine Beziehung, über deren tatsächlichen Charakter die SPD die Öffentlichkeit im Unklaren läßt. Doch die SPD hat einen deutlich höheren Einfluss auf Madsack, als allgemein bekannt ist. Und überdies lassen sie sogar die mögliche Wertung zu, dass die SPD nicht nur einfach an Madsack beteiligt ist, sondern Madsack tatsächlich beherrscht, wenn auch nicht alleine.

Der Madsack-Konzern ist einer der führenden deutschen Medienkonzerne. Ein anderer großer deutscher Medienkonzern ist die SPD. Die SPD verwaltet über die ihr zu 100 Prozent gehörende Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG) zahlreiche Beteiligungen an Zeitungen und Radiosendern. Deutschlandweit ist die DDVG an diversen Verlagen und Medienkonzernen beteiligt. Zum Beispiel an der DDV Mediengruppe (u.a. Sächsische Zeitung), am Frankenpost-Verlag und am Madsack-Konzern (u.a. Hannoversche Allgemeine Zeitung, Leipziger Volkszeitung, Ostseezeitung).

Das „Herz“ des Madsack-Konzerns ist die Verlagsgesellschaft Madsack. Rund 155 Unternehmen gehören laut Konzernabschluss 2017 dazu. Besondere Bedeutung kommt dem Umstand zu, dass Madsack das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) betreibt. Das ist eine Zentralredaktion in Hannover und Berlin, die deutschlandweit etwa 50 Zeitungen mit gemeinsamen überregionalen und internationalen Inhalten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur beliefert. Darunter befinden sich nicht nur die Madsack-Zeitungen, sondern auch Zeitungen, an denen die SPD/DDVG anderweitig beteiligt ist (z.B. Neue Westfälische zu 100 Prozent), sowie zahlreiche Zeitungen anderer Verlage wie insbesondere des Dumont-Konzerns (z.B. Berliner Zeitung, Berliner Kurier, Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau). Circa sieben Millionen Leser täglich erreicht das RND.

Für welche Art von System ist eine Steuerung der Medien durch Parteien kennzeichnend? Wieso ist es Parteien überhaupt erlaubt, eigene Verlagsgesellschaften zu besitzen? Reicht das korrupt/marode Stiftungswesen den Parteien nicht aus?

Das Medienorgan als Propaganda-Waffe. Eingesetzt zum Zwecke von Agitprop, Zersetzung und Diffamierung gegen die eigene Bevölkerung und den politischen Gegner. Wo inzwischen selbst vor der vollständigen Verleugnung unbequemer Personen kein Halt mehr gemacht wird.

Natürlich steht das RND mit dieser Vorgehensweise nicht alleine. In bestimmten Ausprägungen finden sich diese Tendenzen in allen Mainstream-Medien.

Die Diffamierungsmaschinerie des RND läuft jedenfalls weiterhin erfolgreich auf Hochtouren. In den letzten Monaten konnten die Abrufzahlen des Online-Portals erheblichen Zuwachs verzeichnen.

Betrug die Anzahl der monatlichen Besucher im Juli 2021 noch 10,57 Millionen, so besuchten im Dezember 16,18 Millionen Menschen die Seite. Ein Zuwachs von über 50 Prozent.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Mario Martin ist Ökonom und arbeitet als Software-Projektmanager in Berlin.

Bild: Shutterstock
Text: mm

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