Brief von KSK-Oberleutnant a.D. war ein Fake Oberfeldwebel aus der Haft entlassen

+++ Der in diesem Brief aufgeführte Brief des KSK-Oberleutnant hat sich leider als Fake herausgestellt. Mario Martin hat sich bei der Verifizierung auf einen bisher immer verlässlichen Informanten aus der Bundeswehr verlassen. Fälschlicherweise, wie sich nun herausstellte. Aber auch der Informant selbst wurde leider hinters Licht geführt. In aller Form entschuldige ich mich auch bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, für diesen Fehler. Wir nehmen diesen Fehler als Anlass, künftig noch vorsichtiger zu sein. Vor Fehlern sind wir leider nicht gefeit. Aber wir können versprechen: Wenn wir welche machen, stehen wir dazu und korrigieren uns selbst schnellstmöglich. Auf Gründen der Authentizität lassen wir den Artikel mit dem falschen Brief hier unverändert stehen. +++

Von Mario Martin

An gleicher Stelle berichteten wir letzte Woche von einer Kampfansage an die Bundesregierung vom Bundeswehr-Oberfeldwebel (OFW) Andreas Oberauer.

Im Anschluss an die Veröffentlichung des Artikels folgten zwei weitere Videos des OFW. Im ersten Video droht er der Politik und setzt ein Ultimatum, die Impf-Duldungspflicht für die Bundeswehr zurückzunehmen. Konsequenzen wurden allerdings nicht angekündigt, sollte das Ultimatum verstreichen.

Im folgenden Video fordert er die Kameraden in der Bundeswehr auf, die Spaziergänge zu schützen.

Ein weiteres Video, eine Rede des OFW, wurde am 29.12. gepostet. Für Aussagen, die der OFW in diesem Video tätigt, wurde er heftig kritisiert. Darin sagt er voraus, dass die Gegner des Grundgesetzes in Scherben geschlagen und ihre Leichen auf den Feldern verstreut werden würden.

Am Tag vor Silvester veröffentlichte Oberauer dann über Telegram eine Nachricht, wonach er am gleichen Tag auf dem Münchner Marienplatz erscheinen wolle. Dort wurde er dann von der Münchner Polizei festgenommen, am nächsten Tag aber bereits wieder entlassen.

Ermittlungen gegen 'Querdenker in Uniform'

Seitdem ermittelt der Militärische Abschirmdienst (MAD) nach weiteren “Querdenkern in Uniform”, wie ‘Der Spiegel’ (Paywall) titelt. Laut Spiegel sei der MAD angewiesen worden, eng mit den Polizeibehörden und dem Verfassungsschutz zu kooperieren.

Der Spiegel schreibt, Oberauer hätte mit Gewaltaktionen gedroht, was auch der Auslöser für die laufenden Ermittlungen gewesen wäre. Allerdings fehlen diese Gewaltandrohungen in den Videos. Zwar droht der OFW, allerdings bleibt offen, womit er droht. Ist dies auch der Grund für seine Entlassung bereits am nächsten Tag?

Die Münchner Staatsanwaltschaft schreibt, von Oberauer gehe keine akute Gefahr aus. Wie passt das mit den im Spiegel verkündeten Gewaltandrohungen zusammen?

Aus den allgemein gehaltenen Aussagen eine persönliche Gewaltandrohung zu machen, ist eine Verdrehung der Tatsachen. In bester Relotius-Manier erfindet der Spiegel hier scheinbar Gewaltandrohungen, die sie dem Soldaten andichten.

Sollten diese Gewaltaufrufe irgendwo zu finden sein, lässt sich der Autor davon gern in den Kommentaren überzeugen und ändert seine Einschätzung.

Konkret heißt es im Spiegel: „Wörtlich kündigte er an, die Führung »in Scherben schlagen« und »Leichen auf den Feldern verstreuen« zu wollen.“

Diese Worte fallen zwar in dem Video, allerdings geben sie eine allgemeine Warnung und nicht die Ankündigung einer eigenen geplanten Tat wieder.

Oberauer ein Provokateur?

Das Verteidigungsministerium tweetete daraufhin, es handele sich um einen “angeblichen Soldaten”, der das Video verbreiten würde.

Es erscheint abwegig anzunehmen, das Verteidigungsministerium hätte zu diesem Zeitpunkt nicht über die Identität eines OFWs Bescheid gewusst. Nach der Festnahme schlug die Geschichte auch auf Social Media Wellen und es hagelte Kritik von prominenter Stelle, wobei Oberauer unterstellt wurde, er sei ein Provokateur.

Auch der Investigativjournalist Gerhard Wisnewski, dessen Wohnung kürzlich von der Polizei durchsucht wurde, revidierte seine anfängliche Einschätzung, es handele sich hier um ein Geheimdienstmanöver. Auch Wisnewski merkt an, der OFW hätte für die Anwendung von Gewalt plädiert.

Dem Autor liegen bisher keine Informationen vor, dass dies den Tatsachen entspräche. Kameraden äußern sich jedenfalls in eine andere Richtung. Nach der Aktion wurden mehrere Videos von Kameraden und Veteranen veröffentlicht, die sich zu der Aktion bekennen. Auch der ehemalige Kommando Spezialkräfte (KSK)-Oberst a.D. Maximilian Eder stellte sich am 30.12. hinter Oberauer und ruft am 7.1. für den 8.1. zu einem gewaltfreien Kameradschaftstreffen in Uniform auf, das im Umkreis von 150 Kilometern von Berlin stattfinde. Das besagte Veteranentreffen fand heute, am 8.1. in Magdeburg statt.

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Aus den Reihen der Grünen wird vorgeschlagen, die Magdeburger Innenstadt deshalb zu meiden. Sollten wie angekündigt hunderte Veteranen an der Demonstration teilnehmen, ergibt sich auch für die Polizei eine völlig neue Situation. Zuletzt fanden immer wieder große Demonstrationen in Magdeburg statt.

OFW Oberauer wurde auf der Demonstration von SternTV interviewt. Auch dort wird der Vorwurf wiederholt, Oberauer hätte dazu aufgerufen, die Leichen von Politikern über Feldern zu verstreuen.

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Wie viele Veteranen auf der Demonstration anwesend waren, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden. Der MDR gibt die Gesamtzahlt der Teilnehmer mit 5.000 Menschen an.

Dazu kommen Proteste aus der Zivilbevölkerung, die am 30.12. vor den Kasernen im ganzen Land stattfinden sollten. Uns erreichten Bilder aus Bad Reichenhall. Dort gingen Bürger und Soldaten gemeinsam auf die Straße:

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Motive für die Aktion

Warum die Aktion so durchgeführt wurde, wie sie durchgeführt wurde, und ob dies der Forderung nach einer Abschaffung der Impf-Duldungspflicht zuträglich ist oder nicht, muss an dieser Stelle offen bleiben.

Drei Dinge hat Oberauer durch seine Drohungen jedenfalls erreicht:

1. Auf Social Media wurde das Thema breit diskutiert und in den großen überregionalen Medien – bis hin zur Tagesschau – wurde über die Aktion berichtet. Die Forderungen wurden so einem großen Personenkreis zur Kenntnis gebracht.

2. Nach der Aktion bekannten sich mehrere Soldaten öffentlich zum OFW. Es ist anzunehmen, dass die Anzahl an Sympathisanten wesentlich höher ist als jene, die öffentlich zu der Sache Stellung bezogen haben. Zusätzlich könnte es durch die Aktion zu einem Solidarisierungseffekt innerhalb der Truppe gekommen sein.

3. Genau das scheint der Grund zu sein, warum das Verteidigungsministerium inzwischen den Militärischen Abschirmdienst eingeschaltet hat, um das Gefahrenpotenzial in der Truppe zu analysieren und ggf. Gegenmaßnahmen einzuleiten. Damit hat der OFW also auch eine Überwachung der Truppe erreicht.

Oberleutnant ruft Veteranen auf, Spaziergänge zu schützen

Einen weiteren offenen Brief schrieb am 4.1. der Oberleutnant a.D. Schneider. Schneider war nach eigenen Angaben einer der ersten 25 Soldaten, die das KSK aufbauten und mit 201 Verwendungen (Einsätzen) einer der erfahrensten Soldaten überhaupt.

Für seine Einsätze im Dienst der Bundesrepublik Deutschland erhielt er 68 Auszeichnungen.

Diese Auszeichnungen nebst Urkunden schickt er zurück und bittet um die sofortige Vernichtung. Er fügt hinzu, aus den Auszeichnungen könnten alternativ Bundesverdienstkreuze für Wissenschaftler gefertigt werden.

Die gegen die Spaziergänger und Demonstranten eingesetzten Polizeikräfte bezeichnet er als “Schlümpfe”. Der Oberleutnant a.D. kündigt an, dass ab sofort 650 bis 700 Veteranen bereitstünden, für den Schutz der Teilnehmer zu einzustehen.

Hier lesen Sie den Brief in Gänze:

Deutscher Bundestag Platz der Republik 1
10557 Berlin 04.01.2022

Vertraulich!

Zur Weiterleitung an den Bundespräsidenten, dem Bundeskanzler, der Bundesministerin für Verteidigung

Rückgabe der Auszeichnungen

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
sehr geehrter Herr Bundeskanzler,
sehr geehrte Frau Verteidigungsministerin,
sehr geehrte Damen und Herren auch Bedienstete des Volkes genannt,

hiermit überreiche ich, Oberleutnant a.D. Schneider, meine mir verliehenen 68 Auszeichnungen nebst Urkunden zur sofortigen Vernichtung. Alternativ können Sie daraus Bundesverdienstkreuze für Wissenschaftler fertigen.

Begründung:

Ich selbst war einer der ersten 25 Soldaten, welche 1996 das Kommando Spezialkräfte aufbaute und mit 201 Verwendungen einer der überhaupt erfahrensten Soldaten bin bzw. war. Es war und ist mir Heute noch stets eine Ehre, für dieses Land mein Leben zu riskieren und mein Blut als Sold dafür zu geben. Mit Blick in meine Personalakte erfahren Sie Bestätigung.

Personenkennziffer: 070475-S 23121 PersNr.: 8903219

Mit Blick auf die Geschehnisse in den letzten über 20 Monaten fragen ich mich nach den demokratischen Grundsätzen. Nicht nur, dass Sie als Politiker sämtliche Grundrechte mit wahrlich Tricks ausgehebelt haben, nein Sie gängeln mittlerweile massiv die Bevölkerung. Ein jeder von Ihnen, der je gedient hat, erkennt meine Gedanken. Sie attackieren mittels Polizeikräften, nachfolgend Schlümpfe genannt, die gesamte Bevölkerung.

Mittlerweile werden Kinder und Jugendliche, Frauen und ältere Menschen von Schlümpfen drangsaliert. Und man nennt das Politik?

Ich teile Ihnen hiermit mit, dass nahezu ab sofort 650 – 700 Veteranen sich um den Schutz von Spaziergängern kümmern werden und im Fall der Fälle mittels der rechtlich unbedenklichen Nothilfe einschreiten werden, sofern etwaige Schlümpfe über das Maß der Verhältnismäßigkeit schreiten und unnötige körperliche Gewalt gegen Mitbürger ausüben.

Diese Kameraden sind alles Altgediente mit massiven Einsatzerfahrungen und es bedarf eine Menge Schlümpfe diese an ihrem Schutzauftrag zu hindern.

Die Politik sollte sich tunlichst überlegen, was sie anrichten kann, wir Soldaten halten uns an unseren Eid, was man von Politikern nicht behaupten kann.

Hiermit teile ich mit, dass ich keine weiteren Lehrgänge als „ zivile Person“ sowohl bei der KSK als auch KSM leiten werden.

Ja, ich bin mir bewusst das meine teure Ausbildung die BRD bezahlt hat, aber ich werde unter solchen Umständen diese Fertigkeiten nicht mehr weitergeben.

Ferner gebe ich massiv zu bedenken, dass diese aggressive Durchsetzung der Duldungspflicht i.V.m. der Impfung gegen Covid-19 zur Spaltung und damit Einsatzfähigkeit der Truppe führt. Die neuesten Berichte zu den Impfstoffen deuten mehr auf eine Schädigung der Einsatzbereitschaft als auf einen Nutzen. Die Moral der Truppe und besonders die wichtige Kameradschaft ist am Boden.

Die Bevölkerung geht auf die Straßen, denn man merkt immer mehr, die Zahlen und Informationen stimmen nicht. Die Politik ist nicht in der Lage die Bevölkerung zu schützen, ergo ist es an der Zeit, dass die Menschen aufstehen, die dafür ausgebildet sind und es bei ihrem Leben geschworen haben.

facit omnias voluntas

OLt. a.D. Schneider

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Mario Martin ist Ökonom und arbeitet als Software-Projektmanager in Berlin.

Bild: privat
Text: mm

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