„Wir übernehmen langsam!“ Ausgerechnet der Sprecher der AfD-Hasser spricht von Bevölkerungsaustausch

Es ist immer wieder atemberaubend, wie sich unsere selbsterklärten Bessermenschen selbst entlarven – und dann wie Soufflés, die man zu früh aus dem Backofen holt, in sich selbst zusammensinken. So sehr ich mir jedes Mal vornehme, nicht über jede dieser Selbstentblößungen zu schreiben – diese ist zu beeindruckend, um den Mantel des übersättigten Schweigens über sie auszubreiten.

Der Anti-Held des heutigen Tages: Suraj Mailitaf, Sprecher des Bündnisses „Widersetzen“ – also von genau jener Gruppe, die dieses Wochenende im vermeintlichen Kampf für Offenheit, Buntheit und Toleranz genau das Gegenteil von all dem versuchte mit ihrer Blockade des AfD-Parteitags in Erfurt. Von jenem Bündnis, das nachträglich die brutale Gewalt gegen Journalisten der „Jungen Freiheit“ und von „Apollo-News“ auf den Demonstrationen rechtfertigte (siehe hier).

In einem kurzen Video, das im Internet kursiert, sagte Suraj Mailitaf: „Wir übernehmen langsam“. Mit „Wir“ meint er Farbige. Und als Beleg führt er die Nationalmannschaften Englands und Frankreichs auf, in denen mehrheitlich schwarze Spieler spielen (anzusehen hier).

Rassismus mit umgekehrten Vorzeichen

Ich dachte immer, gegen Rassismus zu sein bedeutet, Menschen nicht nach Hautfarben zu unterscheiden. Aber die vermeintlichen Anti-Rassisten haben das ja auf den Kopf gestellt – nur dass bei ihnen jetzt eine andere Hautfarbe als die „Gute“ gilt als bei den alten Rassisten.

Mailitaf legt genau das an den Tag, was er seinen politischen Gegnern vorwirft: Hautfarbe vor Nation. Ein klassischer Fall von Projektion. Dabei wäre das noch nachvollziehbar – Menschen identifizieren sich nun mal mit ähnlichen Menschen, das ist so alt wie die Spezies. Aber eben ein Tabu für jene, die sich im Besitz der Moral wähnen.

Zweierlei Maß

Das eigentlich Aufschlussreiche ist deshalb die Asymmetrie, die dieses Kurzvideo entlarvt. Stellen Sie sich auch nur für einen Moment vor, ein konservativer Journalist hätte gesagt: „Wir sind back – schaut euch die Nationalelf an, endlich wieder mehrheitlich weiß.“ Der Mann wäre in 24 Stunden virtuell gelyncht worden: Shitstorm, Löschforderungen, Rassismusvorwürfe, Vertragsauflösungen.

Mailitaf sagt das Analoge – und keiner zuckt.

Ich weiß, was die linken Tugendwärter nun entgegenhalten werden: Solidarität unter Weißen sei toxisch, weil es Sklaverei, Kolonialismus und Völkermord gegeben habe. Schwarze Identifikation dagegen sei nur die Reaktion auf Unterdrückung und keine Bedrohung.

Ich finde – wenn wir anfangen, so zu argumentieren, lässt sich für alles eine Rechtfertigung finden und wir befinden uns in einer rhetorischen Giftspirale.

Regeln für alle – oder für keinen

Entweder spielt Hautfarbe keine Rolle. Dann für alle. Oder sie spielt eine – aber dann auch für alle. Aber dass unsere Linken Aussagen wie die von Mailitaf im besten Fall mit Schweigen kommentieren und im schlimmsten Fall damit sympathisieren, und es für sie gleichzeitig „Nazi“ ist, wenn sich andere über zu viel Vielfalt auf dem Platz beklagen – das ist schlicht pervers.

Aber all das sind Kinkerlitzchen im Vergleich zu dem Machtanspruch, den Leute wie Mailitaf offen demonstrieren: „Wir übernehmen langsam“ ist nicht Identifikation oder Solidarität. Das ist nicht mehr und nicht weniger als eine faktische Kriegsansage an die Alteingesessenen – ein unverhohlener Anspruch auf Dominanz.

Denn wer sagt „wir übernehmen“, impliziert zwingend: Jemand anderes gibt ab. Jemand anderes wird abgelöst.  Besonders paradox daran ist: Unter unseren Bessermenschen ist es Konsens, laut aufzuheulen, wenn sie von der sogenannten „Replacement Theory“, zu deutsch „Bevölkerungstausch“ hören: Der Vorstellung, dass die angestammte Bevölkerung durch Zuwanderung ersetzt wird. Für Habeck, Baerbock & Co. ist das ein rechtsextremes Hirngespinst. Wer es ausspricht, ist ein Nazi. Ein Gefährder. Ein Fall für den Verfassungsschutz.

Der Ankläger entlarvt sich

Denn wenn eine Gruppe eine andere ablöst – definiert entlang ethnischer Merkmale, wie er es selbst beschreibt –, dann hat das einen Namen: Bevölkerungstausch. Mailitaf sagt das. Nicht ich. Und dieselben Leute, die wie von der Tarantel gestochen aufspringen, wenn jemand außerhalb ihres Milieus so etwas sagt, scheinen mit der Aussage Mailitaf kein Problem zu haben. Oder sich vielleicht zu freuen – wurden doch viele von ihnen in dem Sponti-Milieu sozialisiert, in dem es einst hieß: „Liebe Ausländer, lasst uns nicht allein mit diesen Deutschen.“

Das ist politische Schizophrenie in Reinkultur. Und – wenn man das Kind beim Namen nennt – genau das, wogegen Mailitaf vorgibt zu kämpfen: Rassismus. Mit anderen Vorzeichen, neuer Fahne, gleicher Logik. Das wäre schlimm genug. Viel schlimmer ist aber, dass dieses Denken in weiten Teilen unserer selbsternannten Elite Konsens ist.

Nicht einmal zwei Promille meiner Leser sind auch Unterstützer. Bitte helfen Sie mit, das zu ändern. Dank! Hier steht, wie einfach es geht.

Mehr zum Thema:

Peter Hahnes passender Bestseller zum Thema

Beitragsbild: Screenshot X

Für Sie empfohlen: