Zufriedenheit mit Corona-Politik sinkt Umfrage: Wie die Deutschen über die Pandemie denken

„Die große Mehrheit der Deutschen steht hinter den von der Ministerpräsidentenkonferenz und der Kanzlerin abgesprochenen und auf den Weg gebrachten Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.“ So lautet das Fazit von Herman Binkert, dem Leiter des Meinungsforschungsinstituts INSA, aus seinen Umfragen zum Thema Corona und Corona-Politik (noch vor dem harten Lockdown-Beschluss vom Wochenende): „Die Menschen sind auch immer noch mehrheitlich zufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung und halten sich – zumindest laut eigener Aussage –überwiegend an die angeordneten oder empfohlenen Maßnahmen. Dies ergeben unsere Umfragen in den vergangenen Wochen und Monaten.“

„Wie es bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommt, dass aktuell immer mehr Politiker die Notwendigkeit eines harten Lockdowns damit begründen, dass die Bevölkerung sich nicht an die Maßnahmen gehalten hätte, bleibt abzuwarten“, so der Meinungsforscher: „Erfahrungsgemäß kommt es besser an, wenn Politiker auch zu Selbstkritik fähig sind und beispielsweise zugeben, dass die Lage schwieriger geworden ist, als man das zunächst erwartet hat. Wie der Versuch ankommt, den schwarzen Peter an die Bevölkerung weiterzugeben – ob berechtigt oder nicht – werden wir weiter beobachten.“

Lesen Sie hier die ausführlichen Ergebnisse der INSA-Umfragen. Wie immer ist die Interpretation sehr subjektiv. Binkert stellt die Zufriedenheit in den Vordergrund. Man kann aber genauso betonen, dass die Zufriedenheit sinkt und so gering ist wie noch nie. Und dass jeder Zweite entweder nicht zufrieden ist oder nichts dazu sagen kann oder will. Wie man auch immer man zu den Ergebnissen stehen mag – INSA hat in meinen Augen mehrfach bewiesen, dass es auch bei heiklen Thema keine Rücksicht auf politische Moden nimmt. Etwa bei der von mir beauftragten Umfrage, die zu dem Ergebnis kam, dass Angela Merkel die unbeliebteste Politikerin Deutschlands ist (siehe hier). Die INSA-Ergebnisse werfen zahlreiche Fragen auf. Etwa, wie im Dreiecksverhältnis Politik-Medien-Bevölkerung die Stimmungsbildung verläuft. Wer Getriebener ist und wer treibt. Am Ende alle bis zu einem gewissen Grad? Verbindliche Antworten kann ich Ihnen leider nicht bieten. Nur die Vermutung, dass hier sehr unglückliche gegenseitige Aufwiegelung-Mechanismen wirken. Wie immer, wenn massiv Ängste geschürt werden. Aber nun zu den Ergebnissen.

Machen sich die Befragten Sorgen wegen der Ausbreitung des Coronavirus?

Insgesamt macht sich weiterhin die deutliche Mehrheit der Befragten Sorgen wegen der Ausbreitung des Coronavirus (67 zu 22 %), so eine der aktuellen, repräsentativen Umfragen mit zwischen 1250 und 2000 Befragten. Damit verändert sich dieser Anteil im Vergleich zur letzten Erhebung Mitte November nicht.

Weibliche Befragte machen sich deutlich häufiger Sorgen wegen der Ausbreitung des Coronavirus als dies männliche tun (71 zu 63 %).

Der Anteil der Befragten, welche sich Sorgen wegen der Ausbreitung des Coronavirus macht, steigt mit zunehmenden Alter von 54 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen auf 80 Prozent bei den ab 60-Jährigen an.

Befragte, welche nicht erwerbstätig sind, machen sich dabei häufiger Sorgen wegen der Ausbreitung des Coronavirus als Befragte, die erwerbstätig sind (70 zu 64 %). Die Erwerbstätigen unter den Befragten geben dagegen deutlich häufiger an, sich keine Sorgen wegen der Ausbreitung des Coronavirus zu machen als dies die nicht erwerbstätigen Befragten angeben (28 zu 17 %).

Befragte ohne Migrationshintergrund geben deutlich häufiger an, sich Sorgen zu machen, als dies die Befragten mit einem Migrationshintergrund angeben (68 zu 58 %).

Mit steigendem politischen Interesse, steigt auch der Anteil der Befragten, welche sich Sorgen wegen der Ausbreitung des Coronavirus macht: So geben Befragte, welche sich entweder ziemlich oder sehr stark für Politik interessieren zu 74 bzw. 76 Prozent an, sich Sorgen zu machen, während dies lediglich 52 bis 65 Prozent der Befragten mit einem niedrigeren politischen Interesse angeben.

Wähler der AfD geben deutlich seltener an, sich Sorgen wegen der Ausbreitung des Coronavirus zu machen, als dies die anderen Wählergruppen angeben (36 zu 57 bis 82 %). So gibt die Hälfte der AfD-Wähler an, sich keine Sorgen wegen der Ausbreitung des Coronavirus zu machen, während dies nur 13 (Union- bzw. SPD-Wähler) bis 35 (FDP-Wähler) Prozent der anderen Wählergruppen angeben.

Machen sich die Befragten Sorgen wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise?

Drei Viertel aller Befragten machen sich derzeit Sorgen wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Lediglich 14 Prozent stimmen dem nicht zu. Damit ist der Anteil der Befragten, welcher sich derzeit Sorgen macht diesbezüglich, geringfügig um zwei Prozent gesunken, jedoch im langfristigen Vergleich seit Beginn der Corona-Krise konstant: Gaben Mitte April 72 Prozent an, sich Sorgen zu machen, so sind dies nun lediglich drei Prozentpunkte mehr.

Weibliche Befragte machen sich deutlich häufiger Sorgen wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise als dies männliche tun (80 zu 70 %).

Tendenziell steigt mit zunehmenden Lebensalter der Anteil der Befragten, welche sich wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise Sorgen macht. So geben die jüngsten Befragten (18 bis 29 Jahren) zu 63 Prozent an, sich diesbezüglich Sorgen zu machen, die mittleren Altersgruppen (30 bis 59 Jahren) zu 73 bzw. 75 Prozent und die ältesten Befragten (ab 60 Jahren) sogar zu 83 Prozent.

Befragte ohne Migrationshintergrund geben deutlich häufiger an, sich Sorgen wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu machen, als dies Befragte mit Migrationshintergrund machen (77 zu 68 %). Diese geben allerdings deutlich häufiger an, es nicht zu wissen oder möchten dazu keine Angaben machen (16 zu 10 % kumuliert).

 

Weiter ist auffällig, dass sich Befragte, die sich überhaupt nicht für Politik interessieren, sich deutlich seltener Sorgen wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise machen, als dies die anderen Befragten tun (61 zu 73 bis 82 %).

Die Anhänger aller Parteien machen sich in etwa gleichem Ausmaß Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen (72-81 %).

Sind die Befragten mit dem Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung zufrieden?

Der Anteil der Befragten, welcher zufrieden mit dem Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung ist, ist im Vergleich zur letzten Erhebung Mitte November von 53 auf 49 Prozent gesunken. Damit setzt sich die sinkende Tendenz im Herbst weiter fort: Während im Sommer (Ende Juli) noch 60 Prozent zufrieden waren, sind es nun elf Prozentpunkte weniger. Außerdem kann festgestellt werden, dass dies der geringste Wert ist, den wir bisher erhoben haben.

Tendenziell steigt der Anteil der Befragten, welcher zufrieden mit dem Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung ist, mit steigendem Lebensalter an. Befragte zwischen 18 und 29 Jahren sind relativ-mehrheitlich unzufrieden mit dem Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung (40 zu 35 %). Die anderen Altersgruppen sind mindestens relativ-mehrheitlich zufrieden, wobei die Befragten ab 60 Jahren häufiger zufrieden sind als die mittleren Altersgruppen (60 zu 45 bis 49 %). Dabei ist weiter auffällig, dass Befragte zwischen 18 und 29 Jahren sich deutlich häufiger nicht positionieren wollen oder können als dies Befragte älterer Altersgruppen tun (25 zu 8 bis 17 % kumuliert).

Befragte ohne einen Migrationshintergrund geben deutlich häufiger an, im Großen und Ganzen mit dem Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung zufrieden zu sein, als dies Befragte mit einem Migrationshintergrund angeben (51 zu 39 %). Diese Befragten geben deutlich häufiger an, es nicht zu wissen (17 zu 8 %).

Die Befragten, welche sich sehr oder ziemlich stark für Politik interessieren, sind auch deutlich häufiger zufrieden mit dem Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung als die anderen Befragten (57 bzw. 61 % zu 28 bis 46 %). Befragte, welche sich überhaupt nicht für Politik interessieren, verneinen eine Zufriedenheit häufiger als die anderen Befragungsgruppen (44 zu 32 bis 38 %) und geben häufiger an, sich nicht positionieren zu wollen oder zu können (28 zu 6 bis 17 % kumuliert).

Eine deutliche Mehrheit der Wähler der AfD sind aktuell nicht zufrieden mit dem Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung (79 zu 14 %). Auch die Wähler der FDP sind relativ-mehrheitlich unzufrieden (49 zu 41 %). Die Wähler der Linken sind gespalten, jedoch leicht häufiger zufrieden (46 zu 44 %). Unter den Wählern der Grünen, der SPD und der Union ist eine deutliche Mehrheit zufrieden (62 bzw. 68 bzw. 76 %).

 

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Bild: Jozsef Bagota/Shutterstock
Text: red


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