Wer anderen eine Grube gräbt… fällt besonders dann schnell hinein, wenn er sich als öffentlich-rechtlicher Journalismus-Apparatschik für einen besseren Menschen hält. So erging es jetzt ZDF-Mann Fabian Köster, der sich selbst für einen Kabarettisten hält und in meinen Augen nicht mehr ist als jemand, der seine Propaganda-Tätigkeit im Schafspelz von dünnem Humor verpackt und sich dabei selbst für lustig hält.
Bei seinem Wahlkampftermin in Oranienbaum sprach der Glaubenskrieger mit Mikrophon den AfD-Spitzenkandidaten von Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund an. Möglicherweise wollte er Material für die „Heute Show“ des ZDF, die Hetze gegen Andersdenkende als politische Satire verkleidet – während sich wirkliche politische Satire gegen die Regierenden richtet.
Siegmund begrüßt den Gebührenjournalisten, der sich – zur Tarnung? – ein Deutschland-Cap angezogen hat, mit Handschlag und einer Spitze, die sitzt: „Was machst du, wenn die GEZ weg ist? Normal arbeiten gehen, könnt ihr das?“
Es entspinnt sich ein Wortgefecht, das ich hier nur in Ausschnitten wiedergebe. Schon früh versucht Köster, ein Hätschelkind des öffentlich-rechtlichen Systems, Siegmund mit historischen Vergleichen anzuschwärzen bzw. anzubräunen. Er will wissen, was das Lieblingslied des AfD-Spitzenkandidaten sei – denn ein anderer AfD-Kandidat „hört ja Lieder der Hitlerjugend“. Weiter giftet er: „Sie singen die DDR-Hymne. Ich kenne mich langsam nicht mehr aus. Müssen Sie sich langsam nicht mal entscheiden, von welcher Diktatur Sie Fan sind?“
Siegmund hält dagegen: „Das war jetzt ein bisschen schwach, ehrlich gesagt. Ich dachte, Sie sind kreativ.“ Köster: „Wie wäre es, auf die Frage zu antworten?“ Siegmund bleibt hart: „Nee, das ist unkreativ. Sie sind beim ZDF, das merkt man.“
Den Großteil des Geplänkels erspare ich Ihnen – Sie können es in der „Welt“ hier nachlesen oder hier ansehen. Ich komme lieber gleich zur eigentlichen Kulmination, dem Moment, in dem Köster endgültig in die selbstgebaute Grube stolpert.
Sein Reinfall beginnt mit der Frage, wie Siegmund den Fachkräftemangel lösen wolle. „Da haben wir schon ausführlich Stellung bezogen“, antwortet der Kandidat, und man merkt, dass sein Geduldsfaden reißt: „Aber ich bin heute hier für die Bürger. Ich bin heute nicht hier für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Haben Sie jetzt noch etwas wirklich Sinnvolles?“
Köster kommt nun mit der Propaganda-Schallplatte mit Sprung, die AfD wolle „auf ausländische Fachkräfte verzichten“. Siegmund reagiert im Stile eines Sonderschulpädagogen: „Nein, die ausländischen Fachkräfte, die stehen hier bei unseren Ständen und setzen Vertrauen in unsere Politik“, meint Siegmund. Köster verbeißt sich: „Fachkräfte wollen sie nicht, steht im Wahlprogramm. Siegmund kontert, ausländische Fachkräfte seien „herzlich willkommen“, aber keine Lösung des Problems.
Und dann geht es los. Köster fragt ihn: „Das heißt, wenn Sie jetzt einen Schlaganfall kriegen, sollen wir warten, bis ein blonder, blauäugiger Arzt da ist?“ Siegmund daraufhin: „Also, ich dachte, es wird witzig, aber das ist ja wirklich unterste Schublade.“
Siegmund will sich nun anderen Besuchern zuwenden, doch der ZDF-Mann klebt sich an ihn: „Sie wollen das Ganze ja durch eine Geburtenwende lösen. Sind Sie aufgeklärt worden? Wissen Sie, wie lange das dauert, von der Zeugung bis zur Fachkraft?“
Infantil und stolz darauf
Siegmund, Vater von zwei Töchtern, kontert mit einer Gegenfrage: „Hast du Kinder?“ Der 31-jährige Köster muss passen: „Nee, bin ja selbst noch ein Kind.“ Darauf Siegmund: „Wunderbar, selbstentlarvend. Also, ich hab wirklich gedacht, das wird witzig. Offenbar gibt es beim ZDF schon die ersten Sparmaßnahmen. Wir merken es ja heute. Herzlich willkommen in Sachsen-Anhalt. Hier zerschellt der öffentlich-rechtliche Rundfunk an der Realität.“
Köster bekommt von Siegmund noch einen kumpelhaften Schulterklopfer, bevor er sich zurückzieht. „Wir holen uns unser Land zurück, liebe Freunde, jetzt muss ich weiter.“
Gebührenjournalisten wie Gabor Halasz von der ARD stellen das Gespräch auf den Kopf: Siegmund habe die Fragen von Köster nicht beantwortet, klagt der Mann aus dem Hauptstadtstudio auf X. Als ob es ernst gemeinte Fragen gewesen wären. Mit anderen Worten beklagen die mit Zwangsgebühren finanzierten Gesinnungswächter, dass Siegmund nicht brav über das Stöckchen sprang und in die Propaganda-Grube hüpfte. Dass er diese so geschickt umkurvte, dass Köster selbst hineinflog und sich zerlegte, ist für den Inquisitions-Journalismus ein Albtraum.
Der Spieß dreht sich um: Früher lachte man über die AfD, wenn die Anstalts-Journalisten sie vorführten – jetzt lacht man über die plumpen Taschenspielertricks der Vorführer. Das Propaganda-Kartenhaus bricht zusammen – und sie spüren es, auch wenn sie es mit aller Gewalt zu verdrängen versuchen. Die Reaktion ist pure Panik.
Eine Hand wäscht die andere
Auch über die Anstalten hinaus. Selbst früher konservative Medien wie die „Welt“ vermeiden in ihrer Berichterstattung über das Video geradezu krampfhaft jede Bewertung und verschweigen das Offensichtliche – wie sich der ZDF-Mann bis auf die Knochen blamiert hat. Egal, ob direkt durch Zwangsgebühren oder indirekt durch Steuermillionen gefüttert vom Staat: Das Medien-Kartell hält eben zusammen. Bloß nicht sagen, dass die Kaiser in den Anstalten nackt sind.
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Bild: Screenshot X
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