2.707 Menschen nach Impfung an Covid-19 gestorben 6.221 Geimpfte mussten wegen Covid-19 ins Krankenhaus

Sehen Sie hier auch mein Video zu dem Bericht.

2.707 Menschen sind in Deutschland nach einer Corona-Impfung an oder mit Covid-19 gestorben. 6.221 Geimpfte mussten wegen Covid-19 in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Insgesamt wurden 57.146 nach einer Impfung positiv auf SARS-CoV-2 getestet, 33.269 von diesen erkrankten an Covid-19. Das geht aus einer Antwort hervor, die das Bundesgesundheitsministerium nach mehrfacher Anfrage meinerseits auf der Bundespressekonferenz heute an mich geschickt hat. Mehr als fünf Prozent der in diesem Jahr an Covid-19 Verstorbenen waren demnach mindestens einmal geimpft.

In seinem neuesten „Sicherheitsbericht“ hatte das staatliche Paul-Ehrlich-Institut (PEI) Ende April über 49.961 gemeldete Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit der Corona-Impfung in Deutschland berichtet. Insgesamt wurden demnach 524 Todesfälle in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung gemeldet. Als „zeitlichen Zusammenhang“ erfasst das PEI laut den Anmerkungen in seinem Impfbericht einen 30-Tages-Zeitraum.

Von mir befragte Ärzte reagierten sehr unterschiedlich auf die Zahlen. Kritiker der Impfkampagne setzten den Akzent darauf, dass damit mehr als jeder Zwanzigste der mit oder an Corona Verstorbenen seit Jahresbeginn bereits geimpft worden sei. Zudem sei es äußerst merkwürdig, dass mehr als fünfmal so viele Menschen nach einer Impfung an Covid-19 verstorben seien, als das PEI offiziell als Todesfälle nach einer Impfung angebe.

Unterstützer der Impfkampagne verwiesen dagegen darauf, dass ein Großteil der 2.707 nach einer Impfung an oder mit Covid-19 Verstorbenen, nämlich 2.045, erst eine Impfdosis erhalten hätten, und es ja bekannt sei, dass diese nicht ausreichend schützt. Zudem sei auch bei den 662 nach der Zweitimpfung Verstorbenen unklar, wie viel Zeit seit der Verabreichung der zweiten Dosis vergangen sei. Denn nach dieser sei ein Zeitraum von zwei bis vier Wochen (offiziell zwei, bei Labormessungen bis zu vier) erforderlich, „um eine ausreichend starke Immunität im Sinne eines hohen Titers an neutralisierenden Antikörpern zu erreichen“. Die Kommunikationspolitik hinsichtlich dieses Umstandes halten diese Mediziner aber für “katastrophal verwirrend”.

Vergangene Woche und gestern hatte ich auf der Bundespressekonferenz die Sprecher des Gesundheitsministeriums gefragt, ob es Daten darüber gibt, wie hoch der Anteil der Geimpften an den positiv auf Corona Getesteten, an den Covid-19-Patienten und an den Covid-19-Toten ist. Das Ministerium arbeitet offenbar auch an Feiertagen, denn heute kam die Antwort.

Nach über 36 Millionen verabreichten Impfdosen wurden laut Robert-Koch-Institut demnach insgesamt 57.146 Covid-19 Fälle bei Geimpften gemeldet – das entspricht 0,016 Prozent bezogen auf die Impfdosen (nicht auf die Geimpften, denn viele bekamen ja bereits zwei Impfdosen). Als „Covid-19 Fälle“ wertet das Ministerium hier offenbar alle positiv Getesteten. 44.059, also 77 Prozent davon, waren einmal geimpft, 13.087, also 23 Prozent, zweimal geimpft. Zu letzteren heißt es in der Antwort des Ministeriums: „Zu den 2x Geimpften kann aufgrund der Kürze der Beantwortungszeit nicht angegeben werden, ob die Erkrankung 15 Tage nach 2. Impfung (Beginn Zeitpunkt des anzunehmenden vollständigen Immunschutzes durch die Impfung) auftrat und damit als Impfdurchbruch zu werten ist.“

Von den 44.059 positiv Getesteten, die einmal geimpft wurden, erkrankten 28.270, also 64 Prozent. 4.562, also 10 Prozent, mussten in ein Krankenhaus eingewiesen werden und 2.045, also 4,6 Prozent, sind verstorben.

Von den 13.087 zweimal Geimpften mit positivem Testergebnis erkrankten 4.999, also 38 Prozent. 1.659, also 13 Prozent, mussten ins Krankenhaus, 662, also 5,1 Prozent sind verstorben.

PS: Ein befreundeter Arzt, der große Stücke auf die Impfung hält, schickte mir als Reaktion auf diesen Beitrag den folgenden Kommentar – den ich gerne veröffentliche, da immer dafür bin, unterschiedliche Sichtweisen zu präsentieren:

„Ich verweise darauf, dass ein Großteil der 2.707 nach einer Impfung an oder mit Covid-19 Verstorbenen, nämlich 2.045, erst eine Impfdosis erhalten hatten, und es ja bekannt ist, dass diese nicht ausreichend schützt. Zudem ist auch bei den 662 nach der Zweitimpfung Verstorbenen unklar, wie viel Zeit seit der Verabreichung der zweiten Dosis vergangen ist. Denn nach dieser ist ein Zeitraum von zwei bis vier Wochen (offiziell zwei, bei Labormessungen bis zu vier) erforderlich, „um eine ausreichend starke Immunität zu erreichen“.  Seit Anfang 2021 hat es rund 40.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gegeben, davon 662 zweimal Geimpfte, von denen aber nicht bekannt ist, ob sie die entscheidende Marke von Tag 15 nach der zweiten mRNA oder 3 Monate nach AstraZeneca erreicht hatten. Diese 662 sind aufgerundet 1,7%. Der potenteste Impfstoff auf dem deutschen Markt (BioNTech, Moderna spielt zahlenmäßig kaum eine Rolle) bietet laut Zulassung eine Schutzleistung von knapp 95%, im realen Leben eher um die 90%, ab zwei Wochen nach der zweiten Impfung. Bei AstraZeneca ist der Effekt geringer. Die Zahlen sind also ein Beleg dafür, dass die Impfaktion nicht nur funktioniert, sondern dass sie sogar sehr viel besser funktioniert als erhofft.”

Hier die Antwort des Ministeriums im Original:

Guten Tag Herr Reitschuster,

Zu Ihrer gestrigen Frage, ob es Erhebungen darüber gibt, wie viele Prozent der positiv Getesteten, der in Krankenhäuser Eingelieferten und der an COVID-19 Verstorbenen geimpft sind, folgende Nachreichung:

Nach über 36 Mio. verabreichten Impfdosen wurden laut RKI insgesamt 57.146 (0,016 %) geimpfte COVID-19 Fälle gemeldet, davon waren 44.059 (77 %) 1x geimpft und 13.087 (23 %) 2x geimpft. Zu den 2x Geimpften kann aufgrund der Kürze der Beantwortungszeit nicht angegeben werden, ob die Erkrankung 15 Tage nach 2. Impfung (Beginn Zeitpunkt des anzunehmenden vollständigen Immunschutzes durch die Impfung) auftrat und damit als Impfdurchbruch zu werten ist.

Von den 1x Geimpften (n=44.059) wurde bei 28.270 (64 %) Personen ein Erkrankungsbeginn übermittelt für 4.562 (10 %) wurde eine Hospitalisierung angegeben und bei 2.045 (4,6 %) Personen angegeben, dass diese verstorben seien.

Von den 2x Geimpften (n=13.087) wurde bei 4.999 (38 %) Personen ein Erkrankungsbeginn übermittelt,  für 1.659 (13 %) wurde eine Hospitalisierung angegeben und bei 662 (5,1 %) Personen angegeben, dass diese verstorben seien.

Angaben zum Anteil mit intensivmedizinischer Behandlung liegen bei beiden Gruppen nicht vor.

Mit freundlichen Grüßen
XXXX XXXX
Referat Presse
Bundesministerium für Gesundheit

 

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Bild: Shutterstock
Text: br

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