Wenn Sie lieber hören als lesen – hier mein kurzer Video-Kommentar
Er verkündet bei jeder Gelegenheit groß, dass er Deutschland neu aufstellen will, dass er als Reform-Kanzler in die Geschichte eingehen will – und er ist nicht mal in der Lage, eine kleine Kabinettsumbildung geräuschlos über die Bühne zu bringen.
Und macht selbst daraus einen Bauchklatscher.
Da lässt er den Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler (CDU) vom Campingplatz per Regierungslimousine ins Kanzleramt kutschieren, damit der das Verkehrsministerium übernimmt. Güntzler sagt ja.
Merz will die neue Mannschaft am Morgen stolz auf einer PK präsentieren.
Doch dann bekommt er um vier Uhr morgens eine SMS von Güntzler: Absage. Weil seine gesamte berufliche und politische Kompetenz auf dem Fachwissen bei Steuern und Finanzen beruhe. Und er sich für Verkehrspolitik nicht zuständig fühlte.
Am Vortag war das offenbar noch nicht so.
Tschüss.
Was kaum ein großes Medium so benennt – obwohl es der eigentliche Skandal ist, der eigentliche GAU: Wenn Güntzler sagt, dass er sich für Verkehrspolitik nicht zuständig fühle, dann gibt er damit ungewollt preis, worauf Merz bei seiner Personalauswahl ganz offensichtlich kein bisschen geachtet hat. Kompetenz war kein Kriterium. Die Mainstreammedien erwähnen zwar seine Aussage – wenn überhaupt – im Kleingedruckten. Ohne eins und eins zusammenzuzählen. Wer nicht zwischen den Zeilen liest, verpasst den Kern der Geschichte.
Merz versuchte es normal per Telefon.
Erfolglos. Wie so vieles bei ihm.
Der amtierende Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), den Merz entlassen will, hat zu dem Zeitpunkt bereits seinen Abschied angekündigt.
Chaos in Berlin.
Merz steht sechs Stunden später vor der Presse – ohne Kandidaten, ohne Plan, mit dem Versprechen, es werde „weitere Veränderungen geben“. Irgendwann. Vielleicht.
Wer nicht mal eine Personalie geräuschlos über die Bühne bringt, dem sollte man keine Industriepolitik zutrauen. Oder Haushalt. Oder Migration.
Das eigentliche Elend ist nicht Merz.
Sondern die Tatsache, dass dieser Mann in Deutschland eine Mehrheit hinter sich bringen konnte – wie auch immer.
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Bild: Symbolbild/KI/Gemini
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