Berliner stimmen über thermale Selbstverstümmelung ab Aktivisten wollen Verzicht auf fossile Brennträger in Hauptstadt

Das Tempo, in dem sich die woke Hauptstadt-Gesellschaft von der Realität entfernt, ist atemberaubend. Auch wenn man glaubt, dass einen nichts mehr überraschen könnte, kommt man immer wieder ins Staunen. Weil auf der nach oben offenen Richterskala des Ideologie-Irrsinns in Berlin wieder eine neue Stufe erklommen wurde. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, und vielleicht bin ich etwas überempfindlich. Aber wenn es dabei um Reinheit geht, löst das bei mir besonders unangenehme Assoziationen aus. Diesmal geht es um die Reinheit der Energie.

Die SPD-Nachwuchsorganisation „Jusos“, die Grüne Jugend, die Organisationen „Fridays for Future“ sowie „Gas Exit“, der ADFC und die taz haben einen Volksentscheid durchgesetzt. Dank 261.000 Einwohnern der Hauptstadt, die mit ihrer Unterschrift das Ziel Energiereinheit fordern. Die Initiatoren – allein ihre Zusammensetzung ist beachtenswert – wollen die Nutzung von Gas, Öl und Kohle in Berlin schon ab 2030 komplett verbieten. Unter dem Namen „Klimaneustart Berlin“ sollen die Wahlberechtigten (in Berlin muss man das Wort sicher gendern, aber ich weiß nicht wie) am 26. März entscheiden, ob Berlin auf fossile Energien verzichtet. Diesen Termin legte der Berliner Senat am Dienstag fest.

‘Äußerst gefährlich‘

„Der Klima-Volksentscheid führt Berlin zurück in die Steinzeit“, warnte Gunnar Schupelius in der „B.Z.“. „Dieser Plan ist nicht nur vollkommen absurd, sondern äußerst gefährlich“. Denn: „99 Prozent aller Berliner Gebäude werden mit fossilen Brennstoffen beheizt. Die Industrie arbeitet zu 95 Prozent mit fossilen Energieträgern, etwa 96 Prozent der Autos und Lieferwagen und 100 Prozent der Lastwagen fahren mit Benzin oder Diesel. Mehr als 90 Prozent der elektrischen Energie wird in Berlin mit Kohle oder Gas erzeugt“, wie Schupelius ausführt.

Kongenial ist die Überschrift der „JF“ zu dem Thema: „Volksentscheid über Dauer-Blackout in Berlin“. Denn: „In sieben Jahren drohen Dauer-Blackout und weitere verheerende Folgen, sollte der Volksentscheid erfolgreich sein“, wie das Blatt schreibt. „Dann müßten alle Heizungen auf Elektrizität umgestellt sein. Doch aus fossilen Energieträgern dürfte der Strom dafür nicht mehr produziert werden. Selbst für Elektroautos wäre keine Energie mehr da. Als Alternative bliebe nur, den Individualverkehr komplett zu verbieten. Doch selbst U- und S-Bahnen hätten keinen Strom mehr. Auch Geschäfte mit Waren und Lebensmitteln zu beliefern, wäre verboten.“

„Kurzum: Berlin würde unbewohnbar werden“, so die „JF“. „Demnächst werden die Berliner darüber entscheiden, ob sie ab 2030 im Dunkeln, Kalten und ohne Infrastruktur leben werden. Die Grünen, die große Chancen haben mit der jetzigen Verkehrssenatorin Bettina Jarasch die künftige Regierende Bürgermeisterin zu stellen, unterstützen das Referendum.“

Deutsches Wesen

Bizarr ist der Volksentscheid auch, weil etwa elektrische Heizgeräte als Nothilfe zum Einsatz kommen könnten – die aber eine wesentlich schlechtere Energiebilanz haben als ein direktes Heizen mit fossilen Brennstoffen. Ein anderer Grund für die Absurdität: Die Initiative nach dem Motto „am deutschen Wesen soll das Weltklima genesen“ geht völlig an der Realität in anderen Ländern vorbei. In Russland etwa sind bis heute in vielen Wohnungen die per Fernwärme betriebenen Heizungen nicht regulierbar, selbst an eiskalten Wintertagen sind viele Fenster geöffnet – weil sich nur so die Temperaturen regeln lassen.

Dass sich parallel viele Berliner selbst ihrer Heizung berauben wollen, hat schon etwas von Masochismus, wenn nicht gar thermaler Selbstverstümmelung. Rational ist all das nicht mehr zu erklären. Möglicherweise müssen die Ideologen im polit-medialen Komplex und ihre Mitläufer womöglich wirklich erst einmal bis auf die Knochen frieren, bevor sie die Realität wieder über die Ideologie stellen. Mein Mitleid mit ihnen würde sich in Grenzen halten. Unendlich mitleiden würde ich dagegen mit denen, die all das jetzt klar sehen – aber nichts gegen den Irrsinn unternehmen können.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Bild: Shutterstock

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