CDU will trotz Desaster weiter regieren: Realitätsverlust im Endstadium Nibelungentreue zu Merkel auch im Desaster

Manchmal haben die Masken ihren Vorteil. Pikanterweise war das heute ausgerechnet bei Angela Merkel der Fall. Als die Kanzlerin hinter CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet im Konrad-Adenauer-Haus vor die versammelten Christdemokraten trat, verschleierte die Maske ihre Gesichtszüge. Ich bin überzeugt, eine fröhliche, fast strahlende Kanzlerin ausgemacht zu haben – am Tag eines historischen Desasters der Partei, die sie so viele Jahre geführt hat (ich schreibe explizit nicht „ihrer“ Partei). Aber hinter der Maske ist das Interpretationssache. Man kann sicher auch eine andere Stimmung hineininterpretieren. Fakt ist jedoch, dass ihr Nachfolger in der Partei-Spitze, Armin Laschet, am Tag des Desasters, in das Merkel die CDU geführt hat, noch einmal vor ihr „Männchen“ machte. „Es waren 16 gute Jahre mit Merkel“, sagte der Wahlverlierer. Dieses Zitat bringt das ganze Elend der Partei auf den Punkt: Selbst nach der Wahl ist sie so schwach, so kastriert, dass sie noch einmal den Kotau vor der Frau macht, die sie in den Abgrund gerissen hat. 

Das Elend war auch beim Interview von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak in der ARD zu bestaunen. ARD-Moderatorin Tina Hassel strahlte wie ein Kind nach der Bescherung am Weihnachtsbaum. Statt offen die historische Niederlage als solche zu benennen und damit die Worte mit seiner versteinerten, entsetzten Miene in Einklang zu bringen, faselte er von einer „Aufholjagd“ und einer „unglaublichen Mobilisierung“. Um sodann noch von einer „Zukunftskoalition“ mit den Grünen und der FDP zu reden. Laschet ignorierte die Niederlage und kündigte an, er wolle eine Regierung unter Führung der Union bilden. 

Das ist Realitätsverlust im Endstadium. Dafür steht auch eine Aussage von Ziemiak, wie man sie sonst eher aus verstörten Staatsparteien in Autokratien kennt: „Erst das Land, dann die Partei.“

Die CDU ist in diesem Zustand wohl kaum noch als Oppositionspartei zu gebrauchen. Aber wenigstens bietet ihr die Opposition eine – wenn auch nicht allzu große Chance – sich aus der Kastration durch Merkel zu lösen, deren Linksgrün-Kurs zu verlassen und wieder zu den Wurzeln der Partei zurückzukehren.

Mit der aktuellen Führung ist das wohl aber nicht zu machen.

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Bild: ARD/Screenshot
Text: Boris Reitschuster

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