Corona-Impfung: „Fließbandarbeit am Produkt Mensch“ Exklusiv: Mitarbeiter eines mobilen Impfteams berichtet

Von Elias Huber

Berichte häufen sich, dass Pfleger alte Menschen zur Impfung drängen. Bereits am 28. Januar meldete reitschuster.de einen mutmaßlichen Fall in einem Altenheim. Die Tochter einer Heiminsassin berichtete damals: “Als ich gesagt habe, dass ich der Impfung nicht zustimmen möchte, wurde mir sofort gesagt, dass ich dann aber eine der einzigen sei und so Druck ausgeübt.” Das Personal habe sogar angedroht, ihre Mutter zu isolieren.

Nun meldet sich ein Mitarbeiter eines mobilen Impfteams bei reitschuster.de und berichtet von ähnlichen Erlebnissen. Der Mann war nach eigenen Angaben vor Ort, als Anfang Januar in vier Altenheimen geimpft wurde. Zwischen 80 und 140 Pfleger und Bewohner erhielten in jedem Heim eine Spritze, berichtet er. Er selbst habe dabei administrative Aufgaben übernommen, während ein Arzt und ein Pfleger impften.

Laut dem Mann hatten etwa 10 Prozent der Geimpften Bedenken, als sie mit der Impfung an der Reihe waren. Auf diese Alten habe das Pflegepersonal teils massiven Druck ausgeübt. “Es fielen Sätze wie: ‚Du bist der einzige, der sich nicht impfen lässt‘ oder ‚Du könntest andere anstecken, wenn du der Impfung nicht zustimmst’”, sagt der Mann, der anonym bleiben möchte. Daraufhin seien fast alle der Alten eingeknickt. “Alte Menschen sind sehr einfach zu beeinflussen – das ist wie bei kleinen Kindern”, erzürnt sich der Mann, der als Ehrenamtlicher im Katastrophenschutz tätig ist.

Zudem habe der Arzt kaum Einzelgespräche geführt – weder mit dem Pflegepersonal, das geimpft wurde, noch mit den Alten. “Der Arzt hielt eine fünfminütige Ansprache vor der Mitarbeiterschaft und sagte im Kern: Das ist die Impfung, die ist ganz toll und jetzt impfen wir euch alle durch – Aufklärung gleich null”, berichtet der Mann. Wenige Wochen zuvor habe man im Impfzentrum sogar mit Stoppuhren getestet, wie lange die Impfung dauere. Die Vorgabe sei gewesen, dass ein Arztgespräch weniger als drei Minuten brauchen sollte. “Das war Fließbandarbeit am Produkt Mensch”, sagt der Katastrophenschützer.

Auch bei der Verwaltungsarbeit sei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen. So habe jeder Impfling einen Anamnesebogen ausfüllen und unterschreiben müssen. Darauf habe derjenige ankreuzen müssen, dass er auf ein Aufklärungsgespräch verzichte oder dass er keine weiteren Fragen habe. “Wenn keine der beiden Optionen angekreuzt war, hat ein Mitglied des Impfteams im Nachhinein ein Kreuz gesetzt”, sagt der Mann. Das sei definitiv eine “strafbare Handlung” gewesen, meint er.

Über seine Motive, beim Impfen zu helfen, sagt der Katastrophenschützer: “Ich wollte mir ein eigenes Bild machen.” Als seine Hilfsorganisation Freiwillige bei der Kontaktnachverfolgung eingesetzt habe, habe er eine Mitarbeit noch abgelehnt. Das Coronavirus halte er für “real”, aber es sei weniger gefährlich als von den Medien und der Politik behauptet. Es diene als Vorwand, um ganz andere politische Ziele durchzusetzen, sagt er.

Elias Huber arbeitet als freier Journalist in Frankfurt am Main.
Bild: Melinda Nagy/Shutterstock
Text: eli

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