Corona-Kosten: Bald deutlich weniger Netto vom Brutto? Krankenkassen warnen vor steigenden Zusatzbeiträgen

Von Elias Huber

Krankenkassen-Verbände warnen angesichts der Corona-Krise vor steigenden Zusatzbeiträgen. “Werden nach der Bundestagswahl nicht schnell entsprechende Steuerzuschüsse für die gesetzlichen Krankenversicherungen organisiert oder unpopuläre Spargesetze auf den Weg gebracht, stehen die gesetzlichen Kassen vor massiven Beitragssatzanhebungen”, sagte Martin Litsch, der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, gegenüber der Welt.

Laut ihm dürften den gesetzlichen Krankenkassen im kommenden Jahr etwa 17 Milliarden Euro fehlen. Er geht deswegen davon aus, dass sich der durchschnittliche Zusatzbeitrag auf 2,5 Prozent nahezu verdoppeln dürfte. Insgesamt müssten Arbeitnehmer im Schnitt 17,1 Prozent ihres Bruttolohns an die Krankenkassen abgeben.

Sollte Litsch richtig liegen, dürfte die Corona-Krise die Arbeitnehmer teuer zu stehen kommen. Etwa ein Prozent des Bruttolohns müssten die im Schnitt zusätzlich berappen, wenn die Politik nicht mehr Geld in die maroden Kassen pumpt.

Krankenkassen-Vertreter forderten deshalb Staatshilfen – und zwar spätestens nach der Bundestagswahl. “Denn die Reserven der Kassen werden dann aufgebraucht sein”, sagte Doris Pfeiffer, die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen. Auch Litsch prognostizierte: „Das dicke Ende für die gesetzliche Krankenversicherung kommt erst noch.“

Laut der Welt sind die Kassen unter anderem deshalb klamm, weil Kurzarbeiter deutlich geringere Beiträge einzahlten. Außerdem hätten sich einige Versicherte während der Corona-Krise länger krank gemeldet. Die Zahl der Krankengeldtage sei um satte 10 Prozent gestiegen. Auch aufgeschobene Operationen und Vorsorge-Behandlungen dürften die Kassen zukünftig belasten.

Zudem machten teure Gesetze den Krankenkassen zu schaffen, heißt es in dem Artikel – etwa die Gesetze für Pflege-Personalstärkung und für Terminservice und Versorgung. Corona-Genesene belasteten die Kassen weiter, zum Beispiel durch bleibende Schäden an Herz und Lunge. Außerdem zeigten sich bei Erkrankten vermehrt Depressionen, Angststörungen und das chronische Erschöpfungssyndrom.

SPD-Politiker Karl Lauterbach und die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen wollen derweil die privaten Krankenversicherungen gleich ganz abschaffen. Sie forderten gegenüber der Welt eine Bürgerversicherung.

Elias Huber arbeitet als freier Journalist in Frankfurt am Main.
Bild: 
Text: eli

mehr von Elias Huber auf reitschuster.de

Abonnieren
Benachrichtigen Sie mich bei
146 Kommentare
Bewertung
Neueste Älteste
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
tomtom
12 Tage zuvor

In diesem Artikel sind nur die Krankenkassen und deren Finanzloch beschrieben. Wartet mal ab, ich denke es wird möglichst bis nach der Bundestagswahl geschoben werden, was sich da noch für Löcher auftun werden. Wir werden alle unser blaues Wunder erleben. Aber, und da bin ich mir sicher, genau darauf ziehlt IM Erika. Was Reparationsleistungen nach dem 1. Weltkrieg und Ruinenlandschaften nach dem 2. Weltkrieg nicht geschafft haben, nämlich die Zerstörung Deutschlands, könnte sich dieses mal erfüllen.

Paulin
12 Tage zuvor

„Schweden stoppt Impfungen wegen starker Nebenwirkungen

In der schwedischen Region Sörmland wurde die Verabreichung des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca vorläufig eingestellt. 100 geimpfte Mitarbeiter in zwei Kliniken erlitten starke Nebenwirkungen. Auch in Deutschland fielen am vergangenen Freitag mindestens 21 Mitarbeiter des Rettungsdienstes nach ihrer Corona-Impfung krankheitsbedingt aus.“ Weiterlesen auf merkur.de v.16.02.2021———————–

Das alles ist erst die Spitze eines Eisberges.

Diesen mit heißer Nadel gestrickten Saft soll sich spritzen lassen, wer will.

Wir machen es nicht und ich finde es unverantwortlich, was uns diese miese Regierung zumutet.

Politiker scheinen den Verstand verloren zu haben.

 

Pauline
12 Tage zuvor

„Merkel holt schon wieder Migranten nach Deutschland

Während Angela Merkel und ihr bayerischer Adlatus die Grenzen in die Nachbarländer schließen und den Bürgern sogar das Reisen ins Nachbardorf verbieten, holt die Kanzlerin neuerlich Migranten aus griechischen Lagern nach Deutschland. Am morgigen Mittwoch sollen wieder 130 „Flüchtlinge“ in Hannover landen.“ Weiterlesen auf freiewelt.net v. 16.02.2021————–

Politiker haben den Erst der Lage immer noch nicht begriffen.

Wir sind voll und brauchen keine weiteren Nutznießer einer Vollversorgung ohne dafür Gegenleistung

zu erbringen. Möchte gar nicht wissen, wie hoch die Zahl der Kriminellen ist.

Johannes
12 Tage zuvor

„Das dicke Ende für die gesetzliche Krankenversicherung kommt erst noch.“

Na ja. Das konnte man natürlich nicht vorhersehen. Genau so, wie man nicht vorhersehen kann, daß der gesamte Sozialstaat Deutschland den Bach runter geht. Deutschland ist ein reiches Land! Keine Sorge, das wird schon. „Deutschland hat Platz!“ Der Staat wird helfen. 🙂

/sark

P.M
12 Tage zuvor

Korrekter Weise sollten alle Artikel NICHT mit Corona….. beginnen, sondern mit:  IN FOLGE VON GEWOLLT FALSCHEN REGIERUNGS ENTSCHEIDE WURDE……

Haschmich
12 Tage zuvor

Ich hätte eher erwartet, dass die vielen verstorbenen Hochbetagte die Krankenkassen zukünftig finanziell entlasten.

Horst Wurst
12 Tage zuvor

Hallo Herr Reitschuster,

Sie hatten mal den Leak aus dem Finanzministerium, wonach die Hilfen bis Juni geplant sind. Es ist soweit. Bayern verlängert das Soloselbstständigenprogramm bis Juni. Noch Fragen? Lockdown forever!

D. Preuß
12 Tage zuvor

Wobei des doch völlig wurscht ist, ob zur Deckung der regierungsseitig verursachen finanziellen Schäden die Krankenkassenbeiträge oder die Steuern erhöht werden.

Hannes
12 Tage zuvor

Irgendetwas ist da wohl faul an der Sache.       Die Krankenhäuser melden, dass sie sehr viel weniger Patienten seit Beginn der Coronahysterie behandeln, die Krankenkassen berichten von einem starken Rückgang von Krankschreibungen seit Beginn der Epidemie und Rehakliniken werden kaum noch in Anspruch genimmen.     –    Wo sollen dann die höheren Kosten entstanden sein?      –     Es geht wohl nur darum, Argumente zu finden um eine höhere Abzocke der Beitragszahler zu begründen. Bilanzzahlen kann man natürlich immer passend machen, so wie man sie braucht.

Peter Tanner
Antwort an  Hannes
12 Tage zuvor

Die sinnfreien Tests kosten schon etwas. Und die Impfungen. Das Konto von Drosten muss halt schön gefüllt werden.

Peter Tanner
Antwort an  Hannes
12 Tage zuvor

Da könnte der Wechsel zu den Privaten doch wieder attraktiver werden. Ich war als Selbständiger eine Zeit lang privat versichert. Die wurde dann immer teurer und ich bin wieder zurück zur GKV (damals ging das noch einfach dem Trick zwei Wochen in ein Angestelltenverhältnis zu gehen, HiWi Jobs bieten sich da an, dann nach ner Woche merkt man das ist doch nichts für einem und kündigt während der Probezeit). Ich habe das nicht primär wegen dem Preis gemacht sondern eher weil ich an das Solidarsystem geglaubt habe. Nach dem letzten Jahr und wenn ich sehe dass mittlerweile Aerzte quasi zu politischen Verfolgten werden weil Sie den Menschen nicht schaden wollen, Ihrem Eid folgen, und den Patienten nicht gleich jeden Chemie-Scheiss in die Adern spritzen den sich BigPharma gerade ausgedacht hat, komme ich doch stark ins Zweifeln ob das die richtige Entscheidung war. Also möchte ich ein solches System überhaupt noch unterstützen. Oder unterstütze ich lieber die Privaten… Es wird ja nicht besser werden und die andere Überlegung – hohe Kosten im Alter – die ist ja auch nicht mehr sicher. Die Privaten haben immerhin einen verlässlichen Plan wie die Kosten steigen werden und man kann halbwegs kalkulieren. Wenn das so weiter geht ist alles hin. Rente, GKV, Kultur, Öffis… na ja Hautpsache die jährliche Pandemie-Chemie in den Adern und Windräder.

Norbert Brausse
12 Tage zuvor

Schafft sie ab die private Krankenversicherung. Die Reichen brauchen sie ohnehin nicht und den Beamten und Selbständigen wird bloß vorgegaukelt, dass sie etwas Besseres seien ohne dass sie wirklich von einer besseren medizinischen Versorgung profitieren. Und bessere Serviceleistungen können sich Normalsterbliche inzwischen auch dazu kaufen.

Jürgen Schwerdt
Antwort an  Norbert Brausse
12 Tage zuvor

Ich würde eher die gesetzlichen mit ihren bürokratischen „Zuzahlungen“ (z.B.) abschaffen. Die Abrechnung (und teils dann wieder Erstattung) solcher Mini-Beträge ist doch nicht nur für die Versicherungen, sondern auch für Praxen und Apotheken doch ein Riesenaufwand. Die Privaten sind viel unkomplizierter und dadurch wirtschaftlicher.