Die „Klimawandel-Katastrophe“ – Wieviel davon ist unwissenschaftliche Ideologie? Politisierung der Umweltwissenschaften führt zur Vergiftung des geistigen Klimas

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Ulrich Kutschera

Am Montag, den 9. August berichtete »Welt.de« unter dem Titel „Weltklimarat prognostiziert zwei weitere Grad Erderwärmung – und große Risiken“ über den aktuellen Sachverständigenbericht des Weltklimarats der UN (IPСC). Bei 234 Autoren aus 66 Ländern kann das „Klimawissen“ wohl kaum solider dokumentiert sein – könnte man annehmen. Da es sich aber beim IPСC um ein politisch gebundenes Gremium handelt, und in der „Klimadebatte“ – wie bei Diskussionen zur rationalen Zurückdrängung der Ausbreitung importierter Corona (SARS-CoV-2)-Viren – unabhängige Wissenschaftler ignoriert werden, ist das leider nicht so. Nachfolgend wird der Welt.de-Artikel fachlich kommentiert.

Bereits als Schüler habe ich mich durch den Bau von Tümpeln zum Erhalt bedrohter Amphibien-Populationen usw. aktiv im Naturschutz engagiert – und diese „Manie“ ist bis heute geblieben. Durch Entdeckungen und Beschreibungen zahlreicher Tierarten (z.B. Freiburger Bächle-Egel und Golden Gate Leech, San Francisco, Kalifornien) sehe ich mich als Mitstreiter im Erhalt unberührter Lebensräume – nur das, was bekannt ist, kann geschützt werden! Da ich außerdem seit Jahren in der Photosyntheseforschung tätig bin, weiß ich aus eigener Erfahrung, wie man Kohlendioxid (CO2)-Gaswechselmessungen durchführt, und was die „Keeling-Kurve“, auf welcher die gesamte „Klimawandel-Debatte“ basiert, besagt. Als „Umweltschutz-Leugner“ möchte ich somit nicht missverstanden werden, wobei wir zum Kernpunkt gelangen.

Unter der Überschrift „Treibhausgase erwärmen die Welt“ beginnt der WELT-Bericht zum Weltklimarat-Report. Ohne zu sagen, dass das „Klima“ eine nicht „schützbare“ statistisch-abstrakte Größe ist, die aus 30-Jahre-Messreihen errechnet wird, erfährt der Leser, dass das CO2 das zentrale „Treibhausgas“ darstellt – was falsch ist. Da nur Moleküle, die aus mehr als zwei Atomen zusammengesetzt sind, als Infrarot-Absorber agieren können, ist Wasserdampf – H2O in Gasform – das Treibhausgas Nr. 1. Der Wasserfluss durch die Atmosphäre, in Form von H2O-Dampf, wird aber maßgeblich durch die Landpflanzen-Decke der Kontinente reguliert.

Fazit: Durch Abholzen der Regenwälder wird die Umwelt – die geschützt werden muss!– massiv beschädigt, und damit sind wir beim CO2-Effekt auf die Pflanzendecke. In keiner Zeile des Welt.de-Beitrags wird der Schlüsselbegriff „Global Greening“ erwähnt – die Menschheit düngt seit ca. 1880 durch CO2-Emissionen die Pflanzenbestände der Erde und verbessert damit die Ernährungsgrundlage vieler Menschen in Indien oder China, die von Photosyntheseprodukten wie Getreide usw. leben.

Es können nur politische Scheuklappen sein, die dem IPCC auferlegen, diesen positiven, anthropogenen Effek zu ignorieren, der vom zunehmenden „Grundnahrungsmittel der Pflanzen (d.h. Treibhausgas CO2)“ verursacht wird.

Wie auf Welt.de korrekt dargelegt, kam es zwischen 1850/1900 und dem Jahr 2000 bis heute zu einem Anstieg in der mittleren globalen Temperatur von plus 1 Grad Celsius. Die Frage, ob dieser Anstieg nicht natürlicherweise auf das Ende der „Kleinen Eiszeit“, nach welcher eine Wiedererwärmung folgte, basiert, wird nicht gestellt. Ebenso wird verschwiegen, dass das, in Absolut-Temperaturwerten (Kelvin, K) umgerechnet, gerade einmal plus 0,35 % pro 100 Jahre ausmacht!

Währenddessen stieg der CO2-Gehalt der Atmosphäre von ca. 280 ppm (1880) auf derzeit ca.410 ppm an (+50 %). Da mindestens 95 % des CO2-Kreislaufs in der Natur unabhängig vom anthropogenen Extra-Kohlendioxid erfolgt, ist auch hier zu hinterfragen, ob diese max. 5 %-CO2-Zulage wirklich derart negativ „klimaschädlich“ wirken kann. Im Grunde wird auf Welt.de eine pflanzenlose, „photosynthese-freie“ Schein-Welt vorgestellt und diskutiert, die es nie gab und nie geben wird.

Letztendlich sei erwähnt, dass führende Klimaforscher während der 1960er / frühen 70er Jahre eine kommende neue Eiszeit prognostizierten und ihre Nachfolger heute mit demselben Überzeugungswillen das Gegenteil verkünden. Auch damals hat man sich auf „Zukunfts-Modelle“ bzw. Vorausberechnungen berufen, die mit Vehemenz vertreten und als Angst-Szenarien über Leitmedien, wie z.B. »Der Spiegel«, verbreitet worden sind.

Abbildung 9.6 (S. 381)

Wie die Abbildung 9.6 (S. 381) im aktuellen Buch „Klimawandel im Notstandsland“ eindeutig zeigt, gibt es keine durchgehend positive Beziehung zwischen dem steigenden CO2-Gehalt der Luft (Keeling-Kurve!) und der mittleren Erdtemperatur. Aus diesem soliden Datensatz, der offensichtlich vom IPCC ignoriert wird, folgt, dass die grassierende „CO2-Hysterie“ auf fragwürdiger Faktenbasis vorangetrieben wird.

Fazit: Umweltschutz ist dringend geboten! Der anthropogene CO2-Ausstoß sollte von allen Industrieländern sozialverträglich reduziert werden, Aufforstungen und Solarenergie-Forschung (Artificial Photosynthesis) wären Zukunftsprojekte und das enorme Bevölkerungswachstum in Ländern wie Afrika muss gebremst werden. Mit diesem Maßnahmenkatalog könnte man, rational-fundiert, ohne Hysterie und Angstmacherei, die real existierenden Probleme der noch immer wachsenden Menschheit in den Griff bekommen. Da aber im Bereich Naturschutz – politisch korrekt als „Klimawandel-Katastrophe“ verpackt – unwissenschaftliche Ideologien und nicht nüchterne Fakten die Debatten dominieren, ist auch hier das „geistige Klima“ vergiftet. Populäre Nonsense-Schlagwörter wie „Corona- bzw. Klimaleugner“ belegen, wohin es führt, wenn die Naturwissenschaften politisiert und somit entwertet werden.

Weiterführende Infos zum Themenkomplex „Corona, Humanevolution, Massenzuwanderung, Psyche & Kriminalverhalten verschiedener Menschengruppen, Bildungsverfall und Klima-CO2-Hysterie sind im Fachbuch „Klimawandel im Notstandsland. Biologische Realitäten widerlegen Politische Utopien. Auflage, Tredition, Hamburg 2021“ nachlesbar, siehe hier.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

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Prof. Dr. Ulrich Kutschera ist ein in Deutschland und den USA tätiger Evolutionsbiologe und Physiologe. Als Autor von über 300 wissenschaftlichen Publikationen und 14 Fachbüchern verfügt er über ein breites Spektrum experimenteller Erfahrungen, auch zum Thema „Sexual- und Humanbiologie“, siehe www.evolutionsbiologen.de.
Bild: Shutterstock
Text: Gast
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