Gefährliche Impfoffensive für unter 16-Jährige Dünne Datenlage und fragwürdige Nutzen-Risiko-Abwägung

Von Christian Euler

Geht es ums Impfen, denkt auch die kinderlose Kanzlerin an die Jugend. Man wolle bei den Impfungen „alles daransetzen“, die Jungen nicht aus den Augen zu verlieren, gab sich Angela Merkel kürzlich quasi-empathisch. Bis Ende August könne man allen Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren ein Impfangebot machen, sekundierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wenig später. Idealerweise könnten sie bis zum Ende der Sommerferien schon beide Impfungen erhalten, so der CDU-Politiker – wenn die Europäische Arzneimittel-Agentur grünes Licht gebe. Dann könne endlich auch der Schulbetrieb nach den Sommerferien wieder normaler beginnen.

Ob sich Spahns Wünsche reibungslos realisieren, ist alles andere als sicher. Denn die Zulassung eines Impfstoffes bedeutet nicht, dass er hierzulande auch sofort zur flächendeckenden Anwendung kommt. Denn davor steht in der Regel noch die Ständige Impfkommission (Stiko), die beim Robert Koch-Institut in Berlin angesiedelt ist. Doch diese ließ bereits durchblicken, eine schnelle Impfempfehlung für alle möglicherweise gar nicht auszusprechen. „Wir wollen in jedem Fall die Daten zur Impfung von Kindern genau prüfen, bevor eine generelle Impfempfehlung für Kinder gegeben werden kann“, sagte der Vorsitzende Thomas Mertens gegenüber der Zeitung „Die Welt“.

Erst die Evidenz schaffen und dann empfehlen, sei die richtige Herangehensweise. Aktuell besitze man aber noch gar keine detaillierten Studiendaten der Impfstudie bei Kindern. „Derzeit diskutierte Argumente wie Urlaub können nicht die primären entscheidungsrelevanten Argumente der Stiko sein“, betonte Mertens, „ich darf daran erinnern, dass noch im Dezember alles viel zu schnell ging und damit Risiken in Kauf genommen wurden.“

Zweifelhafte Nutzen-Risiko-Abwägung

Skeptisch stehen auch die Kinder- und Jugendärzte im Saarland der Absicht des Gesundheitsministers einer möglichst raschen Corona-Impfung von Zwölf- bis 15-Jährigen gegenüber. Sie bemängeln die dünne Datenlage und die fragwürdige Nutzen-Risiko-Abwägung. Zudem geben sie zu Bedenken, dass die Sicherheit des Impfstoffs in der diskutierten Altersgruppe wegen der kleinen Zahl an Probanden noch nicht abschließend beurteilt werden könne.

„Man kann nicht vorpreschen und sagen: Wir impfen jetzt alle Kinder, und nachher passiert etwas“, sagte Benedikt Brixius, der Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Landesverband Saarland, gegenüber dem Saarländischen Rundfunk.

Dazu passt: Schweden hat bereits vor gut einem Jahr festgestellt, dass Kinder sich in Schulen ebenso wie Lehrer zwar schnell infizieren, doch ohne ernsthafte Folgen. Bei Jugendlichen und Kindern unter 16 Jahren ohne Vorerkrankungen ist die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf ohnehin verschwindend gering.

Vor allem dürfte sie erheblich niedriger sein als die Wahrscheinlichkeit, dass diese Altersgruppe von unerwünschten Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einer Impfung geschädigt wird. So wurden laut VAERS (Vaccine Adverse Event Reporting System, ein Meldesystem für Verdachtsfälle unerwünschter Wirkungen von Impfstoffen in den USA) seit Beginn dieses Jahres über alle Altersgruppen hinweg bereits 148.240 unerwünschte Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einer Impfung beobachtet. Davon entfielen 147.453 beobachtete Nebenwirkungen auf die derzeit drei in den USA zugelassenen Covid-19 Impfstoffe. Im gleichen Zeitraum wurden im Zusammenhang mit den Covid-19 Impfstoffen 3.910 beobachtete Todesfälle gemeldet.

Hoffnung auf die Vernunft der Ärzte

Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr 2020 wurden für alle Impfstoffe zusammen in den USA 55.964 beobachtete unerwünschte Nebenwirkungen gemeldet, davon 249 Todesfälle. Dies legt nahe, dass die Corona-Impfstoffe deutlich reaktiver sind als die bisher bekannten Impfstoffe. Besonders bedenkenswert: Bei Kindern ist mit signifikant stärkeren negativen Folgeerscheinungen zu rechnen.

Gut möglich, dass sich die Bundesregierung nicht an die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission hält und deren Bedenken ignoriert. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion, Bärbel Bas, deutete gegenüber der „Welt“ an, im Zweifel nicht auf eine Empfehlung der Stiko zu warten. Die Datenlage und die Zulassung in den USA stimmten sie zuversichtlich, „dass auch wir zeitnah Jugendlichen in Deutschland eine Impfung anbieten können.“

So bleibt nur zu hoffen, dass zumindest manche Ärzte mit Blick auf die fehlende Stiko-Empfehlung nicht impfen.

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Dipl.-Volkswirt Christian Euler widmet sich seit 1998 intensiv dem Finanz- und Wirtschaftsjournalismus. Nach Stationen bei Börse Online in München und als Korrespondent beim „Focus“ in Frankfurt schreibt er seit 2006 als Investment Writer und freier Autor u.a. für die „Welt“-Gruppe, Cash und den Wiener Börsen-Kurier.
Bild: peter jesche/Shutterstock
Text: ce

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