Kommt der Stimmungswandel? Schauspieler machen gegen Corona-Politik mobil Satirische Aktion im Internet

Kommen die Null-Covid-Stimmung und der Trend, noch härtere Maßnahmen gegen das Virus zu fordern, jetzt ins Wanken? Zumindest in den Medien und in der Regierung schien die Liebe zum harten Kurs vorherrschend. Doch nun machen Schauspieler dagegen mobil – auf eine Art und Weise, die besonders wirksam ist: Mit bissigem Humor. Auf der Internetseite allesdichtmachen.de (alternativ auf Youtube hier) überziehen viele bekannte Schauspieler aus der Bundesrepublik die aktuelle, harte Corona-Politik mit heftigem Spott. Und der ist die gefährlichste Waffe gegen Regierungen, die erstarrt sind. Es sind prominente Namen: Jan Josef Liefers, Miriam Stein, Merit Becker, Heike Makatsch, Ulrich Tukur, Nadja Uhl sowie Ulrike Folkerts und viele andere. Das Motto der vielen kurzen Spots der Prominenten ist schon an der Überschrift der Seite auszumachen: Neben „#allesdichtmachen“ heißt es da „#niewiederaufmachen“ sowie „#lockdownfürimmer“.

Miriam Stein sagt etwa: „Ich finde, wir testen viel zu wenig, es kann nicht angehen, dass Menschen denken, sie seien gesund, nur weil sie keine Symptome haben. Ich bin dafür, dass wir alle Altersgruppen, auch Kleinkinder, und Säuglinge, und ungeborene Kinder testen! Jeden zweiten Tag zum PCR-Test, und zwar nur gegen Vorlage eines negativen Tests! Alle Modellrechnungen sagen, dann hätten wir innerhalb von Tagen eine Inzidenz von null! Seien Sie solidarisch! Mit dem PCR-Test!“

Jan Josef Liefers gibt sich nachdenklich: „Danke an alle Medien unseres Landes, die mit Haltung seit über einem Jahr dafür sorgen, dass der Alarm bleibt, wo er hingehört: nämlich ganz, ganz oben. Und die dafür sorgen, dass kein unnötiger Disput uns ablenken kann von der Zustimmung zu den sinnvollen und immer angemessenen Maßnahmen unserer Regierung. Verantwortungslosen, menschenverachtenden Experten und Wissenschaftlern, die zu anderen Schlüssen kommen als die beratenden Experten unserer Regierung, und die sich mit Professuren an weltberühmten Universitäten und Nobelpreisen schmücken, ich möchte sagen, tarnen, dürfen wir keine Bühne geben! Schließlich wissen nur ganz wenige Spezialisten, was wirklich gut für uns ist! In letzter Zeit habe ich aber den Eindruck, dass einige Zeitungen beginnen, überwunden geglaubte Vorstellungen von kritischem Journalismus wieder aufleben zu lassen. Dagegen müssen wir uns wehren! Das dürfen wir nicht zulassen! Wir sollten einfach nur allem zustimmen und tun, was man uns sagt! Nur so kommen wir gut durch die Pandemie. Bleiben Sie gesund! Verzweifeln Sie ruhig! Aber zweifeln Sie nicht.“

Diese gemeinsame Aktion könnte bahnbrechend sein und dazu beitragen, die Stimmung in Deutschland kippen zu lassen – weg vom Corona-Totalitarismus hin zu einem pragmatischen, undogmatischen Umgang mit dem Virus. Wer den forderte, musste bisher Angst haben, als „Verschwörungstheoretiker“ oder „Schwurbler“ diffamiert zu werden. Das Bekenntnis der Prominenten ist ein ebenso mutiger wie sehr wichtiger Schritt dagegen.

Interessant ist, wie die großen Medien mit der Aktion umgehen. Am Donnerstagabend konnte ich auf den großen Portalen, die ich besuchte, nicht eine einzige Meldung dazu im oberen Bereich der Seite finden. Auch bei einer schnellen Google-News-Suche wurde ich nicht fündig. Wie ist so ein kollektives Wegsehen zu erklären? Verstehen alle synchron, dass so etwas nicht gewünscht ist? Freiwillige Gleichtaktung? Ich bin sehr gespannt, wie lange das Ignorieren funktioniert – es ist eine Gratwanderung, denn damit verspielen die großen Medien noch mehr Vertrauen. Interessant, wie sie reagieren werden – wohl mit Meldungen unter „ferner liefen“. Möglicherweise aber auch mit massiven Attacken auf die Schauspieler. Aber je mehr Menschen man als „Covidioten“ diffamiert, umso mehr verliert diese Taktik an Wirksamkeit.

PS: Gegen Mitternacht war die Aktion Aufmacher auf bild.de – also der oberste Artikel dort. Die Bild war aber auch bisher schon dadurch aufgefallen, kritischer gegen die Regierung zu sein als viele andere große Medien. Ob und wie diese nachziehen werden?

PS: Die Seite der Aktion „allesdichtmachen.de“ ist aktuell offenbar überlastet, man erhält nur Fehlermeldungen. Auf dem Youtube-Kanal der Aktion können Sie die Spots alternativ ansehen. Hier ein paar Direktlinks zu einigen der Videos:

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Bild: Screenshot/Internet
Text: br

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