Laut Umfrage kommt Wagenknecht auf Anhieb auf 12 Prozent Kurs Richtung Sozialismus - mit nationaler Lackierung

Ohne jeden Zweifel hat sich Sahra Wagenknecht in der Corona-Zeit Verdienste erworben: Sie war, ebenso wie ihr Mann Oskar Lafontaine, eine der lautesten Stimmen der Vernunft aus der Politik. Auch mit ihrer Kritik an der „Champagner-Linken“ trifft die streitbare Bundestagsabgeordnete voll ins Schwarze. Ihre kritische Haltung zur verheerenden Einwanderungspolitik macht sie für viele Menschen zu einer Hoffnungsträgerin.

Nun will sie, wie schon lange vermutet, die Gunst der Stunde nutzen. Am Montag kündigte sie auf der Bundespressekonferenz an, eine eigene Partei zu gründen. Prompt gab es einen Umfrage-Hammer. Laut einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts INSA für die „Bild“ käme das „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW) auf Anhieb auf 12 Prozent der Stimmen. Es wäre damit die fünftstärkste politische Kraft in Deutschland, nur einen halben Prozentpunkt hinter den Grünen.

Damit hat Wagenknecht das Zeug dazu, die politische Ordnung in Deutschland durcheinanderzuwirbeln.

Besonders interessant: Der Umfrage zufolge verlieren vor allem die AfD (jetzt 18 Prozent) und die Union (26,5 Prozent) Stimmen an Wagenknecht. Das ist insofern faszinierend, als Wagenknecht nie einen Hehl aus ihrer sozialistischen Grundüberzeugung gemacht hat. Sie steht für einen Sozialismus mit nationaler Lackierung.

Dass sie damit besonders viele Wähler der Union und der AfD anzieht, ist bemerkenswert. Im Falle der AfD ist es noch verständlich. Denn ein Sozialismus mit nationaler Prägung – dafür steht auch der AfD-Flügel um Björn Höcke. Ganz im Gegensatz zu den eher im Westen starken bürgerlichen, konservativen Kräften in der Partei. Es gibt hier also durchaus eine erhebliche Schnittmenge zwischen Höcke und Wagenknecht sowie zwischen den Wählern der AfD und der BSW.

Warum dagegen die Union-Wähler an Wagenknecht verlieren könnte, ist schwieriger zu erklären. Es könnte auch auf einen gewissen Gedächtnisverlust in konservativen Kreisen zurückzuführen sein. Dass denen Wagenknechts migrationskritischen Töne und ihre Kritik an der „Linken“ gefällt, ist logisch.

Was sie aber offenbar vergessen, ist die sozialistische Grundüberzeugung Wagenknechts. Noch 2012 schrieb sie auf ihrer Internet-Seite, dass sie die linksextreme Antifa finanziell unterstütze – wie mir ein Leser heute schrieb und anhand eines Screenshots belegte.

1992 hatte Sahra Wagenknecht noch Sympathien für den linken Massenmörder Stalin geäußert. Innerhalb der „Linken“ war sie in der „Kommunistischen Plattform“ tätig, die als linksextrem gilt. Und unterzeichnete eine Kritik am „Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus“, der zufolge es sich dabei um einen „Kampfbegriff“ und eine „Provokation für viele Sozialisten und Kommunisten“ handelte.

Auch aus ihren Sypmathien für die zweite deutsche Diktatur, die DDR, machte Wagenknecht nie einen Hehl. Selbst den Mauerbau relativierte sie – und bezeichnete ihn als „friedenssichernde Maßnahme“.

Als die „Linke“-Vorgängerin PDS zugab, dass es für die Tötung von friedlichen Menschen an der Mauer keine „Rechtfertigung“ gebe, stimmte Wagenknecht als einziges Mitglied des Bundesvorstands dagegen.

Und sie erklärte, die DDR sei nicht undemokratischer als die BRD gewesen. Weil es dort „mehr betriebliche Selbstbestimmung der Arbeiter“ gegeben habe, „während im Westen eher die Kapitalisten als die Wähler über die politischen Geschicke“ bestimmten.

Waren all das wirklich nur „Jugendsünden“? Dann wären sie ohne jeden Zweifel lässlich. Aber: Wagenknecht hat sich nie von all dem überzeugend distanziert. Mehr noch: Nach allem, was wir wissen, steht sie zu diesen Aussagen.

Deshalb wird die politische Landschaft in Deutschland mit der BSW noch weiter nach links rücken. Vor allem, wenn Wagenknecht der AfD und der Union Wähler abnehmen kann. Angela Merkel und all diejenigen, die insgeheim die DDR als das bessere Deutschland betrachte(te)n, wird das freuen. Aus Sicht bürgerlicher Wähler gleicht Hoffnung auf Wagenknecht dagegen dem Austreiben des Teufels mit dem Belzebub.

Der Leser, der mir den Screenshot mit Wagenknechts Spenden-Bekenntnis für die Antifa zuschickte, schrieb in seinem Begleitbrief: „Sie wirft anderen Extremismus vor, aber spendet für solche. Frau Wagenknecht will eine neue Linke erschaffen, warum sollte ein Konservativer sie wählen? Ich möchte keinen Sozialismus und keine neue DDR.“

Unter Beschuss – aber umso wichtiger ist Ihre Unterstützung!  

„Verschwörungsideologe“, „Nazi“ oder „rechter Hetzer“: Als kritischer Journalist muss man sich heute ständig mit Schmutz bewerfen lassen. Besonders aktive dabei: die öffentlich-rechtlichen Sender. Der ARD-Chef-Faktenfinder Gensing verklagte mich schon 2019, der Böhmermann-Sender ZDF verleumdete mich erst kürzlich als „Verbreiter von Verschwörungserzählungen“ – ohne einen einzigen Beleg zu benennen, und in einem Beitrag voller Lügen. Springer-Journalist Garbor Steingardt verleumdete mich im „Focus“, für den ich 16 Jahre lang arbeitete, als „Mitglied einer Armee von Zinn­soldaten“ und einer „medialen Kampf­maschine“ der AfD. Auf Initiative des „Westdeutschen Rundfunks“ wurde ich sogar zur Fahndung ausgeschrieben. Wehrt man sich juristisch, bleibt man auf den Kosten in der Regel selbst sitzen. Umso wichtiger ist Ihre Unterstützung. Auch moralisch. Sie spornt an, weiter zu machen, und nicht aufzugeben. Ich danke Ihnen ganz herzlich dafür, dass Sie mir mit Ihrem Beitrag meine Arbeit ermöglichen – ohne Zwangsgebühren und Steuergelder.
Aktuell sind (wieder) Zuwendungen via Kreditkarte, Apple Pay etc. möglich – trotz der Paypal-Sperre: über diesen Link. Alternativ via Banküberweisung, IBAN: DE30 6805 1207 0000 3701 71. Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut.

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