Linksgrüne Volkserziehung mit Tunnelblick Die US-Wahlen im deutschen Fernsehen

Ein Gastbeitrag von Klaus Kelle

In Nächten, in denen es auf Aktualität, Analyse und professionelle Präsentation ankommt, trennt sich die Spreu vom Weizen. Jedenfalls im deutschen Fernsehen. Die nervenzerreißende Präsidentschaftswahl in den USA hat mich und Freunde bis 7.40 Uhr vor dem Großbildschirm in den Bann gezogen. Und stundenlang natürlich Channel-Hopping, immer wieder wechseln der Sender, immer dann, wenn es zu langweilig, zu belanglos oder linksgrüne Volkserziehung war. Besonders häufig weggeschaltet haben wir beim ZDF. Unerträglich das distanzlose Hochjubeln von Biden und das platte Niederreden von Trump. Mit Journalismus hatte das gar nichts mehr zu tun, das war Volksempfänger 2.0.

Als in den frühen Morgenstunden, wo die Spannung nahezu kaum erträglich wurde, eine junge Frau vor die Kamera gesetzt wurde, um den verbliebenen Zuschauern davon zu erzählen, dass Präsident Trump ein Frauenhasser und Rassist sei und die LTTBQARDBKAOK-Gedöns-Community gar nicht zufrieden sei mit den ersten vier Jahren Trumps im Weißen Haus, da beschlossen wir, für den Rest der Nacht auf diesen komplett überflüssigen Öffentlich-Rechtlichen Propagandasender zu verzichten.

Wir stiegen um auf CNN, bekanntermaßen auch gegen Trump – aber auf einem Niveau, wo noch erkennbar war, was Journalismus eigentlich sein sollte. Ein Lichtblick, wenigstens einer, in der trostlosen ZDF-Wahlsendung war allerdings auch eine Frau, irgendeine Expertin, die auf die Frage, ob Trump als Präsident alles falsch gemacht habe, wahrheitsgemäß antwortete, dass könne man so nicht sagen, da er seine Wahlversprechen weitgehend umgesetzt und den unteren Lohngruppen deutliche Einkommenszuwächse beschert habe. Und seine Außenpolitik sei im Nahen Osten und Südostasien sogar exzellent gewesen.

Unsere Köpfe zuckten herum, wir schauten uns entgeistert an. Ist die wahnsinnig? Das war definitiv das letzte Mal, dass diese Dame vor eine ZDF-Kamera eingeladen wird und die Realität beschreiben darf. Absoluter Tiefpunkt übrigens Elmar Theveßen, ZDF-Korrespondent in Washington D.C und schon Kanzlerinnenflüsterer, als er noch “Terrorismus-Experte” des ZDF in Deutschland war mit der unübersehbaren Neigung, zu versichern, dass nix mit nix zu tun hat, wenn sich wieder mal Söhne Allahs irgendwo in die Luft sprengen…

Einziger und deutlicher Lichtblick im deutschen TV übrigens die Wahlsendung von N 24, die aus irgendwelchen vollkommen idiotischen Gründen jetzt WELT heißen muss wie die gleichnamige Tageszeitung. Das Moderatorenteam um Carsten Hädler (Foto) und die Korrespondenten-Crew um Steffen Schwarzkopf boten eine tadellose Performance, informativ, unparteiisch und bestens gelaunt. So kann, ja so muss Nachrichtenjournalismus sein. Chapeau!


Bild: No-Mad/Shutterstock
text: Gast


Klaus Kelle , Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs. Dieser Beitrag ist auch auf seinem Blog „Denken erwünscht“ erschienen.


 

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Johannes
3 Monate zuvor

„Wir stiegen um auf CNN, bekanntermaßen auch gegen Trump – aber auf einem Niveau, wo noch erkennbar war, was Journalismus eigentlich sein sollte. “

Wenn man nicht sehr oft CNN schaut, dann könnte man das vielleicht wirklich glauben. Die ehrliche Dame, die Sie im nächsten Satz erwähnen, war offenbar das eine Prozent Ehrlichkeit, daß sich im Monat zu CNN verirrt. Wenn es um Politik geht, vor allem, wenn es um Republikaner gegen Demokraten geht, dann ist CNN reine Sudelpropaganda. Und zwar der allerübelsten Sorte. Der kann es jederzeit mit dem deutschen Fernsehen aufnehmen.
Zur Entschuldigung muß ich sagen, ich bin Österreicher, also auf deutsche Medien nicht wirklich gut zu sprechen.

S.L.
Antwort an  Johannes
3 Monate zuvor

Was meinen Sie, wie schlecht erst ca. 20%  Deutsche auf deutsche Medien zu sprechen sind?

Die betrifft der Mist ja, denn 80% ihrer Mitbürger glauben den MSM mehr (!) oder weniger (aber immer noch viel zu viel).

Mazy
Antwort an  Johannes
1 Monat zuvor

Ich bin Österreicherin, gegen die öffentliche deutsche Presse, aber auch gegen die meisten österreichischen Presseleute. Es gibt Ausnahmen bei uns, etwa Servus TV – das ist ein Hoffnungsschimmer. Ich freue mich irrsinnig auf den Tag, da ihnen alles um die Ohren fliegt – hier wie dort und überall. Zum Schluss siegt immer die Wahrheit und wir leben in Zeiten, wo alles aufgedeckt wird, daher wird dieser Tag bald kommen. Hurrah!!!

Paulsen, Sönke
3 Monate zuvor

Wieder mal ein Klasse Artikel! Ich weiss gar nicht, ob es sich um Volkserziehung handelt, wenn die Medien auf Trump einschlagen und Bidens allgemeine Ratlosigkeit entschuldigen. Ich glaube, aber das weiß der Autor sicher besser, dass die deutsche transatlantische Elite wirklich unglaubliche Angst hat, dauerhaft aus den USA augeladen zu werden. Ähnlich wie in der Wissenschaft, kann man in Deutschland auch im Journalismus kaum Karriere machen, wenn man nicht in den USA war und dort die Grundzüge der amerikanischen Weltsicht verinnerlichen durfte. Ich stelle mir vor, dass nach 8 Jahren Trump die Spitzenkräfte von Zeit, Welt, Süddeutscher, Bild und zahlreichen ÖR Kanälen entweder stramm rechts sein müssen oder aber in Peking und Moskau gekürt werden, statt in Washington. Wer will denn da schon hin? Außerdem käme der Gesinnungswechsel der für die Transatlantiker erforderlich wäre, um in Washington nach zwei Präsidentschaften Trump am Drücker zu sein, einer Gehirnwäsche gleich. Wer will das schon in unserem media-polit-science business? Da wird dann gleich eine ganze Generation platt gemacht, ähnlich wie damals in der Wendezeit im Osten. Es ist also die pure Angst, die diese Leute zu ihren Manipulationen Zuflucht nehmen lässt.

Leah
3 Monate zuvor

Das Project Syndicate schaltet internationale Medien gleich, ist in 156 Ländern aktiv und versorgt 506 Medien mit Texten.

Kein Wunder also, dass hüben wie drüben der gleiche mediale Dauerbeschuss, die gleichen radikalen Statements gegen Trump existent sind. Ob „Frauenhasser, Rassisist, Hassprediger, Narzisst, zweitklassiger Diktator, Märtyer“ usw.  oder „wer Trump wählt, wählt Lügen, Rechtsbruch und Rassismus“;  das Trump -Bashing kennt in seiner Niederträchtigkeit keinerlei Grenzen. Da fällt doch der „autoritäre Herrscher“ von Herrn Theveßen oder all die wiederwärtigen Schmutzkampagnen eines Herrn Restle, Zamperoni, Gensing etc. , etc,  etc. – alle vereint gegen Trump – gar nicht mehr auf.

Sie alle sind nur willige Vollstrecker einer Agenda, die sich ein großes Ziel gesetzt haben. Natürlich wäre da eine „zweite Amtszeit eines Rüpels und erwiesenen Lügners, dessen Charakter viele in keinster Weise ihren Kindern zum Vorbild empfehlen wollen, bedrohlich“.

Frank Schulz
Antwort an  Leah
3 Monate zuvor

Eigenartigerweise sind aber fast 70 Mio Amerikaner nicht auf die Propaganda hereingefallen und viele differenzieren sehr wohl präzise zwischen der Person Trump und seinen politischen Zielen. In unserem Land kann ich eine solch hohe Kompetenz beim Wähler leider nicht erkennen.

Frank Schulz
3 Monate zuvor

Der gute Elmar Theveßen verdiente für seine meist völlig überflüssigen und nichtssagenden Beiträge bereits im jahr 2017 € 205.000 im Jahr (Grundgehalt). Toll war auch der 600.000-Euro-Mann Claus Cleber, der bei Lanz ein Loblied auf das ÖR-System sang, welches durch Gebührenfinanzierung unempfindlich für kapitalistische Einflußnahme sei, das alles, nachdem er sich mühsam in 2 Nebensätzen abrang, dass es hier und da auch Erfolge von Trumps Politik gab. Kapitalismuskritik fällt leicht mit deutlich sechsstelligen Jahresgehältern, Dienstwagen und üppiger Altersvorsorge auf Kosten der Allgemeinheit, dazu ohne jedes Risiko oder Verantwortung. Wenn man dann die politische Ausrichtung der ÖR-Voluntäre betrachtet, wie Sie, Herr Reitschuster berichteten, und sich dazu den zwar ausführlichen, aber gänzlich unkommentierten, Bericht in der Tagesschau über die geplante Vermögensabgabe der Linken, unterlegt mit einer „Studie“ des DIW, ansieht, wird einem schwindelig!

Ally
Antwort an  Frank Schulz
3 Monate zuvor

Nicht nur an der Grammatik Ihrer Nachricht, sondern auch und gerade an deren Inhalt, merckt man ganz deutlich, dass uns Bildung fehlt. Bekanntlich ist es ja aber nie zu spät.

Mazy
Antwort an  Ally
1 Monat zuvor

Retourkutsche:   merkt schreibt man ohne „c“ –  aber, wie zugegeben, ist es nie zu spät etwas zu lernen.

Hansgeorg Voigt
3 Monate zuvor

Gestern hat Herr Gabriel im ZDF gesagt, dass Europa sich von Biden nichts versprechen soll, da Biden nach Corona die amerikanische Wirtschaft aufbauen muss. Die Grünsozialisten sollten sich die Regierung Obama ansehen und lernen, dass jeder amerikanische Präsident America 1st singt. Die einen sagen das, die anderen eben nicht. Wir werden uns lediglich auf sendungsbewusste Amerikaner einrichten müssen, die Demokratie auch mit Waffengewalt umsetzen werden. Das dürfte in den arabischen Staaten wieder etwas Öl ins Feuer gießen. Und, Biden macht es maximal ein Jahr und dann kommt Kamala Harris. Das macht es sicher nicht besser!

margit-kaestner
3 Monate zuvor

LEA´s Einblick : Anhörung der Betreiber von Twitter , Facebook und CO die auf Manipulationsvorwürfen basieren . Sehr aufschlussreich !

 

Indigoartshop
3 Monate zuvor

Tja.. wer wissen will, warum diese sogenannten Nachrichten in die weLt kommen, muß nur bis zur zweiten Werbe-Einblendung durchhalten von „Jeden-Tag-stehn-5 Dumme-mit-dir-auf-Punkt DE EH.“  Wie dumm muß man eigentlich sein für sowas? So abgrundtief dumm wie die Figuren, die darstellen, wie toll das alles ist?

Indigoartshop
3 Monate zuvor

Tja.. wer wissen will, warum diese sogenannten Nachrichten in die weLt kommen, muß nur bis zur zweiten Werbe-Einblendung durchhalten von „Jeden-Tag-stehn-5 Dumme-mit-dir-auf-Punkt DE EH.“  Wie blöde muß man eigentlich sein für sowas? So abgrundtief blöde wie die Figuren, die darstellen, wie toll das alles ist?

G.Bond
3 Monate zuvor

Man schaue mit einem unverstellten Blick nach Amerika. Dort haben sich bereits „am Dienstagabend (3.11.) in mehreren US-Städten Anhänger von „Black Lives Matter“ (BLM), „Antifa“ und ähnlichen gewalttätigen Gruppen zusammengerottet. Wie „Fox News“ berichtet, haben BLM-Sympathisanten unter anderem mehrere Straßen in der Nähe des Weißen Hauses blockiert. „…es stehen schon etliche Drohungen im Raum (die kommen nicht von Trump), im Falle seines Sieges den Aufstand zu inszenieren. Sondern von diesem Klientel, welches seine Felle in Gefahr sieht.

Hein Noog
3 Monate zuvor

Für den Durchschnittsdeutschen wird sich nicht viel ändern, ob da jetzt Trump oder Biden den Präsidenten mimt. Beide korrupt, Biden wahrscheinlich noch mehr wie Trump, das äußert sich offensichtlich auch durch seinen Sohn Hunter, der ja offensichtlich seinen Vater als Türöffner gebraucht hat, um Geschäftspartner zu beeindrucken. Hier glaube ich, ist auch noch so manches aufzuarbeiten. Ansonsten, „aus Raider (Trump) wird Twix (Biden), sonst ändert sich nix“. Wir können nur hoffen, dass er es zur Abwechslung nicht mal wieder so richtig „krachen“ lässt.

 

Hein Noog
Antwort an  Hein Noog
3 Monate zuvor

Liest der Hunter Biden hier im Forum mit?

Jetzt mal ehrlich, so ganz koscher ist doch diese Sache in der Ukraine nicht, und Daddy will da nie was mitbekommen haben. Wer das glaubt: https://www.youtube.com/watch?v=vB_auIGJG4g

anja
Antwort an  Hein Noog
3 Monate zuvor

In China haben die noch viel mehr abgezockt. Es ging da um Milliarden. Geldwäsche nennt man sowas.

Hunter Biden hat sich beklagt dass es die hälfte an seinem Vater abgeben muss.