Stellen Sie sich für einen Moment vor, zwei Europäerinnen wollen in einem Schwimmbad abseits der Touristenzentren in Saudi-Arabien in knappen Einteiler baden – und der Bademeister dort verbietet das unter Hinweis auf die strenge Kleiderordnung in dem islamischen Land. Käme irgendjemand auf die Idee, sich deswegen aufzuregen oder müsste gar der Bademeister mit juristischen Folgen rechnen?
Umgekehrt ist das der Fall. Weil die Geschäftsführerin und der Geschäftsführer eines Hotels in St. Johann in Österreich zwei muslimische Frauen das Baden im Ganzkörper-Schwimmanzug verboten, hat sie das Landesverwaltungsgericht Salzburg Verwaltungsstrafen gegen die beiden von jeweils 100 Euro bestätigt, wie die „Junge Freiheit“ meldet. Die Damen wurden, so das Gericht, wegen ihrer Religion benachteiligt.
Hauptsache Ideologie
Die Begründung der Manager – hygienische Bedenken – war laut Gericht nicht schlagkräftig, weil die Burkini aus demselben Material wie andere Badeanzüge bestehen, so der Richter. Dass mehr Stofffläche nach Ansicht von Hygiene-Experten prinzipiell mehr Potenzial für Keime, Schweiß, Hautschuppen und Rückstände bietet, ließ der Richter offenbar vor lauter Ideologie einfach unter den Tisch bzw. ins Wasser fallen.
Außerdem missfiel dem Khaki offenbar, dass die Hotelmitarbeiter den beiden Frauen gesagt hätten, sie müssten sich anpassen. Mit Burkini könne man „vielleicht in Saudi-Arabien schwimmen“, aber nicht in Österreich.
Eine gesunde, normale Haltung – in jedem anderen Land der Welt (außer Deutschland natürlich) würde man das als selbstverständlich betrachten. Aber in unserem ideologisierten Paralleluniversum gilt das als suspekt, ja „rassistisch“. Wer die eigene Kultur und ihre Traditionen verteidigt, steht unter Generalverdacht – auch vor dem Richter. Wer hingegen importierte religiöse Ansprüche, die eigentlich jedem Vorkämpfer für Emanzipation ein Dorn im Auge sein müssten, durchsetzt, wird als fortschrittlich gefeiert.
Eigentlich ganz einfach
Ich finde: Ein Hotelbetreiber, der aus Erfahrung oder Vorsicht sagt, „bei uns wollen wir möglichst wenig zusätzlichen Stoff im Wasser“, handelt damit weder irrational noch böswillig oder gar islamfeindlich. Er nutzt schlicht sein Hausrecht. Wenn das jemand nicht gefällt, kann er gehen.
Eine der betroffenen Frauen sagte den Salzburger Nachrichten, sie empfinde es als „tiefe Demütigung“, wenn sie gezwungen würde, sich auszuziehen. Müsste nach derselben Logik nicht auch jeder überzeugte FKK-Anhänger es als tiefe Demütigung empfinden, wenn er außerhalb von FKK-Geländen gezwungen wird, sich anzuziehen? Und müsste man Leuten, die sich eingeengt fühlen durch Badehosen, dann nicht ebenfalls per Gerichtsbeschluss das Recht einräumen, nackt durchs Hallenbad zu laufen? Und müsste man dann umgekehrt nicht allen Saunabesuchern vorschreiben, sich anzuziehen, weil nackte Männer im Schwitzraum für streng islamische Frauen sicher noch bedrohlicher sind als ein Burkini-Verbot? Ganz zu schweigen vom Schweinefleisch in der Restaurantküche oder am Nachbartisch.
Während in Saudi-Arabien eine Europäerin im Bikini vermutlich mit der Peitsche oder Schlimmerem rechnen müsste – ohne dass irgendein europäisches Gericht sich dafür interessiert –, zwingt uns das Landesverwaltungsgericht Salzburg, unsere eigenen Badeordnungen und hygienischen Standards über Bord zu werfen, nur damit importierte Religionsvorschriften hierzulande Vorrang haben.
Das ist kein „Rechtsstaat“. Das ist Unterwerfung mit richterlichem Segen.
Die Botschaft an die einheimische Bevölkerung ist kristallklar: Eure Kultur, eure Gewohnheiten, eure Hygienevorstellungen – alles zweitrangig. Hauptsache, niemand fühlt sich „diskriminiert“. Die importierten Parallelgesellschaften dürfen ihre mittelalterlichen Regeln nicht nur behalten, sondern mit staatlicher Hilfe durchsetzen. Wer sich dagegen wehrt, zahlt Strafe. In Saudi-Arabien würde man über solche europäischen Clowns nur müde lächeln. Hier bei uns regieren sie bereits.
Absolut absurd
Willkommen in der selbstzerstörerischen Parallelwelt des „buntesten Deutschlands“ und des „neuen Österreichs“ – wo die Demütigung der Einheimischen als Fortschritt gefeiert wird und wer „Anpassung“ einfordert, zum Rechtsbrecher erklärt wird.
Was kommt als Nächstes? In zwanzig Jahren die Burkini-Pflicht für alle, weil irgendjemand sich „erniedrigt“ fühlt, wenn europäische Frauen im normalen Badeanzug schwimmen? Und nein, das ist nicht als Witz gemeint. Das ist nicht mehr und nicht weniger als das Ende der Sackgasse, in die wir uns begeben haben. Der erzwungen-freiwillige Verzicht auf Schweinefleisch in vielen Schul- und Kitakantinen und das Zurückdrängen christlicher Traditionen aus dem öffentlichen Raum belegen das schon heute.
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