Öffentlich-rechtliche Drosten-Heiligenverehrung Ikonenmalerei statt Journalismus

Manche von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, schreiben mir, sie könnten gar nicht verstehen, warum ich so oft über die öffentlich-rechtlichen Sender schreibe. Sie würden diese gar nicht mehr ansehen und anhören. Und das auch mir empfehlen. Aber als Journalist muss ich sie verfolgen. Leider. Zum einen, um zu sehen, was die Anstalten mit dem Geld von Abermillionen Gebührenzahlern tun. Und auch, weil sie immer noch Millionen erreichen, von denen ihnen viele noch blind vertrauen.

Zudem bekomme ich oft Hinweise von Kollegen, Freunden und Lesern auf die neuesten Auswüchse in den Anstalten. Etwa heute. Gleich nach dem Aufstehen fand ich im Chat folgende Nachricht von einer sehr geschätzten Kollegin, die ich über meine Seite kennenlernte und die längst eine gute Freundin ist:

„Seit einer Stunde Gefälligkeitsinterview von Anna Seibt im Deutschlandfunk mit Christian Drosten. (Sendung Zwischentöne). Fragen wie: Wie sind Sie zu den Coronaviren gekommen, war es Liebe auf den ersten Blick? Unerträglich!“

Und das am zweiten Adventssonntag.

Weiter schrieb die Kollegin:

„Ich habe allerdings nach dieser Frage wirklich ausgeschaltet. Bis dahin kein einziges auch nur im Ansatz kritisches Wort. Stattdessen Fragen wie, wie kommen Sie mit Ihrer Rolle in der Öffentlichkeit klar, kommen Sie noch dazu, Gitarre zu spielen? Welche Rolle spielt Religion bei Ihnen? Darauf er: „Müsste mich mal wieder mehr drum kümmern. Gemeinde und so.“

Und dann:

„Und Fragen nach seiner Kindheit auf dem Bauernhof im Emsland oder war es doch mehr eine Schweinezucht? Antwort: Schweine und Kühe. Mehr Kühe als Schweine. Und der kleine Christian musste schon sehr früh mitarbeiten auf dem Hof.“

Und das in einer Zeit, in der es massive Zweifel an der Seriosität seiner Doktorarbeit gibt und massive Kritik an seiner Studie, die die Grundlage der Anwendung der PCR-Tests ist. Auf deren Grundlage wiederum ein ganzes Volk eingesperrt und die Wirtschaft ruiniert wird. Nicht der Hauch einer Absicht, darüber zu sprechen.

Normalerweise sind in dieser Sendung Künstler, Schriftsteller, Philosophen oder Wissenschaftler zu Gast, die wirklich was Interessantes zu erzählen haben, nicht dieser Plebs. Und normalerweise wird diese Sendung von wesentlich qualifizierteren Moderatoren (Joachim Scholl z.B.) moderiert und nicht von dieser Tante. Aber vielleicht haben sich die Erwachsenen geweigert.

Als ich reinhörte, traute ich meinen Ohren nicht: Da werden Fragen eingeleitet mit Phrasen wie „weil Sie ja moralisch so unangreifbar dastehen“. Oder: „Sie wirken bei Ihren Auftritten eigentlich immer unangreifbar“. Oder: „Sie rauchen natürlich nicht, fahren überall mit dem Fahrrad hin.“ Und dann: „Gibt es denn dennoch irgend ein Laster, das Sie haben?“ Dazu Drosten: „Das ist schwer zu beantworten …Ich habe in den letzten Monaten einiges an Verletzungen erfahren.“

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Seibt hört nicht auf mit der Honig-Schmiererei: „Eigentlich muss man nichts mehr zu ihm sagen … er ist durch die Pandemie zum Wissenschafts-Star geworden.“ Oder: „Sie wirken immer so fröhlich.“ Und: „Sie wirken immer sehr angstfrei und souverän und Sie wissen, was zu tun ist.“

Seibt stellt Fragen wie: „Haben Sie das Gefühl, Sie müssen jetzt besonders aufpassen, sich an alle Regeln zu halten?“ Dazu Drosten: „Ja, das Gefühl habe ich.“ Oder: „Was fasziniert Sie an Rockmusik?“

Nicht mal Schülerzeitungsniveau

Das hat mit Journalismus nichts mehr zu tun. Das ist Ikonenmalerei. Heiligenverehrung. Und damit eine Verhöhnung der Gebührenzahler. Das gefühlte Motto: Täglich verliebt sich eine öffentlich-rechtliche Redakteurin (oder Redakteur) in Drosten. Dem Interview Schülerzeitungsniveau zu bescheinigen, wäre eine Beleidigung für Schülerzeitungsredakteure. Wenn Sie sich das Stück antun wollen, können Sie es hier anhören.

Drosten zeichnet selbst eifrig am eigenen Heiligenschein mit. Über seinen Podcast sagt er, er sei „lange nicht mehr die einzige Informationsquelle in der deutschen Öffentlichkeit. Der Wissenschaftsjournalismus hat sehr stark nachgezogen.“ Drosten sieht sich selbst also als das Licht in der Finsternis, dem nun andere nacheifern. An Selbstverliebtheit ist das nur noch schwer zu überbieten.

mvg

Seibt sagt dann noch, es werde zu wenig darüber gesprochen, dass wir eigentlich selbst an Corona schuld seien: „Mit der Umweltzerstörung. Massentierhaltung gilt als einer der Ursprungsorte für solche Pandemien. Was haben Sie da für ein Gefühl, ist das austariert?“ Dazu Drosten: „Ich denke, das kann nicht alles zur gleichen Zeit laufen. Wir werden in der Nachbereitung der Pandemie darüber reden, wie kam es zu solchen Pandemien? Der Eindruck, der sich immer wieder ergibt, ist, dass man Tiere so hält, wie sie natürlich nicht vorkommen.“

Das ist richtig. Aber hat es wirklich mit der aktuellen Corona-Krise zu tun? Drosten selbst sagt, das derzeitige Virus komme von der Fledermaus, SARS1 dagegen von Schleichkatzen und Marderhunden. Und dann: „Das sind eben Tiere, die man als Nutztiere benutzt“. Leider fragt Seibt nicht nach, inwieweit Fledermäuse als Nutztiere genutzt werden. Drosten führt das zwar für Marderhunde als Pelzlieferanten aus, aber nicht für Fledermäuse. Ob es wirklich neu ist, dass diese in China verzehrt werden, oder eine alte Tradition in China, erfährt der Zuhörer leider nicht.

Schon die Ankündigung der Sendung hat es in sich: „Christian Drosten schildert, warum er trotz der Corona-Pandemie positiv in die Zukunft blickt, wie er zur Virologie kam und dass er eigentlich gar nicht so gerne Chef ist. Dazu hat der Institutsdirektor für Virologie an der Berliner Charité seine Lieblingsmusik mitgebracht.“

https://www.facebook.com/deutschlandfunk/posts/3837743679590243

So schlimm so eine unfreiwillige Parodie auf Journalismus schon an sich ist. Dass sie mit Milliarden von uns allen zwangsfinanziert wird, macht sie unerträglich und zeigt, wie die eigentlich großartige Idee des gebührenfinanzierten Rundfunks heute pervertiert ist.

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Bild: Deutschlandfunk/Screenshot
Text: red

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Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2021 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

Meine Seite, erst im Dezember 2019 gestartet, hatte allein im Mai 2021  17,5 Millionen Klicks. Und sie hat mächtige Feinde. ARD-Chef-“Faktenfinder” Gensing hat mich verklagt. Immer wieder gibt es Abmahnungen, etwa von linken Aktivisten. Ihre Hilfe ist deshalb besonders wertvoll! Mit jedem Euro setzen Sie ein Zeichen, ärgern gebühren-gepolsterte “Haltungs-Journalisten” und leisten einen wichtigen Beitrag, Journalismus ohne Belehrung und ohne Ideologie zu fördern – und millionenfach zu verbreiten. Ganz herzlichen Dank!


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