Biontech/Pfizer suchen schwerkranke Kinder ab zwei Jahren für Dreifach-Impfstudie Fragwürdige Forschung

Von Christian Euler

Seit kurzem können Kinder ab zwölf Jahren mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft werden. Die Wartelisten sind lang – doch die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) steht noch aus. „Das Virus wird uns nicht wieder verlassen. Die aktuellen Corona-Impfungen werden deswegen nicht die letzten sein“, sagte gleichwohl der STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens in einem Interview mit der Funke Mediengruppe.

Da eine hohe Impfquote zugleich als Schlüssel im Kampf gegen Corona gilt, war dies Grund genug für die Bundesregierung, hierzulande die Impfung auch für Kinder ab zwölf Jahren zu erlauben. Pfizer und der deutsche Kooperationspartner Biontech wollen nun offenbar die Altersgrenze weiter senken. In ihrer neuen Studie „NCT04895982“ möchten der US-Pharma-Riese und der Mainzer Impfstoffhersteller herausfinden, ob ihre Covid-19 -Impfstoffe auch für immungeschwächte Menschen ab zwei Jahren sicher sind.

„Ihre Teilnahme ist der Beginn des Fortschritts“, lautet die Botschaft, die die Beteiligung an der Studie schmackhaft machen soll. Gesucht werden 180 Erwachsene und 180 Kinder in den Vereinigten Staaten, Brasilien und Deutschland.

Gruselig: Die Lebenserwartung der Studienteilnehmer soll noch mindestens zwölf Monate betragen

Diese sollen drei Dosen des Biontech/Pfizer-mRNA-Vakzins erhalten. Danach sollen über einen Zeitraum von sechs Monaten nach der dritten Impfung die Wirksamkeit und Nebenwirkungen untersucht werden. Jeder Teilnehmer wird voraussichtlich 14 Monate lang an der Studie teilnehmen, die im September beginnen und im Januar 2023 abgeschlossen sein soll.

Befremdend: Gefragt als Studienteilnehmer sind Menschen, die aufgrund unterschiedlichster Krankheiten immungeschwächt sind. Dazu zählen laut Ausschreibung neben chronischer lymphatischer Leukämie auch Bronchialkarzinome und Autoimmun- oder Entzündungserkrankungen. Dieser Suchaufruf richtet sich an über 18-Jährige.

Schauerlich: Mindestens zwei Jahre alt sollen die Probanden sein, die sich mindestens drei Monate vor ihrer Teilnahme einer Organtransplantation, Knochenmark- oder Stammzellentransplantation unterziehen mussten. Ebenso makaber: Die Lebenserwartung soll zum Zeitpunkt des Studienbeginns noch mindestens ein Jahr betragen.

Zu den nachvollziehbareren Voraussetzungen zählt das Einverständnis der Eltern der Kinder und Jugendlichen. Genau darin besteht zumindest die Hoffnung: dass die Studie an der Vernunft der Erziehungsberechtigten scheitert.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

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Dipl.-Volkswirt Christian Euler widmet sich seit 1998 intensiv dem Finanz- und Wirtschaftsjournalismus. Nach Stationen bei Börse Online in München und als Korrespondent beim „Focus“ in Frankfurt schreibt er seit 2006 als Investment Writer und freier Autor u.a. für die „Welt“-Gruppe, Cash und den Wiener Börsen-Kurier.
Bild: Phil Pasquini/Shutterstock
Text: ce
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