Statistisches Bundesamt veröffentlicht irreführende Todeszahlen 5.327 "Geistertote" im Jahr 2020

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Thomas Rießinger

In seiner Pressemitteilung Nr. 032 vom 22. Januar 2021 hat das Statistische Bundesamt neben seinen Befunden zur Übersterblichkeit die folgende Tabelle veröffentlicht:


Hier werden die wöchentlichen Sterbefallzahlen für das Jahr 2020 aufgelistet, wobei die ersten 39 Kalenderwochen zu einem großen Posten zusammengefasst sind. Am Ende findet man dann in der Spalte „Gesamtzahl 2020“ und der Zeile „KW 1-52“ den Wert 972.155.

Bis zum Ende der 52. Kalenderwoche, also bis einschließlich 27.12.2020, sind nach dieser Tabelle im Jahr 2020 exakt 972.155 Sterbefälle aufgetreten. Eine klare und präzise Zahl, nur leider eine falsche Zahl. Sieht man sich nämlich die verfügbaren Daten genauer an, so stellt man fest, dass bei tagesgenauer Zählung die Anzahl der Sterbefälle im Jahr 2020 in Wahrheit bei 966.828 lag, das sind immerhin 5.327 weniger. Wie kommt das? Allem Anschein nach hat man beim Verfassen der Pressemitteilung vergessen oder übersehen, dass Kalenderwochen gemeinhin an einem Montag beginnen, Kalenderjahre diese Eigenschaft aber nicht immer teilen. Tatsächlich begann das Jahr 2020 mit einem Mittwoch, weshalb die erste Kalenderwoche noch mit zwei Tagen, mit den letzten beiden Tagen des Jahres 2019 belastet war. Und ein Blick in die tagesgenauen Auswertungen des Jahres 2019 zeigt, dass am 30.12. und 31.12.2019 insgesamt 5.327 Sterbefälle vorlagen, welch ein Zufall!

In einer öffentlich zugänglichen Tabelle schlägt man also kurzerhand mehr als 5.000 Tote, die eindeutig dem vorhergehenden Jahr anzulasten sind, dem Jahr 2020 zu und verliert kein Wort darüber. Sicher, wer immer das möchte, kann sich in den zugänglichen Excel-Tabellen informieren, aber man darf mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass der übliche interessierte Leser das nur selten tun wird, der Politiker oder gar der Journalist des öffentlich-rechtlichen Rundfunks schon gar nicht. Schließlich hat man ja eine schöne und übersichtliche Tabelle der Pressestelle, und die wird schon stimmen.

Der genaue numerische Wert spielt in diesem Zusammenhang nicht die Hauptrolle, sondern die Tatsache, dass eine Bundesbehörde in ihren Pressemitteilungen überhöhte Zahlen veröffentlicht und man davon ausgehen darf, dass es kaum einer merkt. Ein verzeihlicher Fehler? Mag sein; in diesem Fall sollte man hoffen, dass er nicht mehr vorkommt. Oder etwa Absicht, um die vermutete Übersterblichkeit möglichst groß und eindrucksvoll aussehen zu lassen? Was auch immer zutreffen mag, der Steigerung des Vertrauens in das ohnehin immer grotesker werdende Handeln und Wandeln der sogenannten Verantwortlichen dürften solche Verfahrensweisen nicht zuträglich sein.

PS: In den Kommentaren hier hat auch der Pressesprecher des Statistischen Bundesamtes Florian Burg Stellung bezogen. Ich bringe seinen Kommentar aus Gründen der Ausgewogenheit auch gleich hier:

In der angesprochenen Tabelle werden die Daten für die Jahre 2016-2020 nach Kalenderwochen verglichen insoweit schon Daten für 2020 vorliegen. Die jeweiligen Zeiträume sind somit vollständig vergleichbar. Die erste Kalenderwoche 2020 enthält auch zwei Tage aus dem Jahr 2019. An dieser Definition können wir nichts ändern und sie betrifft nicht nur das Jahr 2020.

Die Tage einfach wegzulassen wäre ein schwerwiegender Fehler, da dann nicht mehr gleichlange Zeiträume miteinander verglichen werden. Die angesprochene Zeile enthält ganz klar die Beschriftung KW 1-52. Das Jahr 2020 hatte zudem eine 53. Kalenderwoche. Derzeit liegen nur Daten bis zum Ende der 52. Kalenderwoche am 27.12.2020 vor. Erste Gesamtzahlen für das tagesgenaue Kalenderjahr gibt es von uns in einer Pressemitteilung diesen Freitag (29.01.). Auch dieser Hinweis ist in der Pressemitteilung enthalten.

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Thomas Rießinger ist promovierter Mathematiker und war Professor für Mathematik und Informatik an der Fachhochschule Frankfurt am Main. Neben einigen Fachbüchern über Mathematik hat er auch Aufsätze zur Philosophie und Geschichte sowie ein Buch zur Unterhaltungsmathematik publiziert.

 

 

Bild: Twin Design/Shutterstocky
Text: Gast 

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Albrecht Storz
28 Tage zuvor

Und noch eine von den vielen eindeutigen Studien und Berechnungen:

 

https://coronakrise-blog.jimdofree.com/27-01-21-im-jahr-2020-sind-relativ-nicht-mehr-menschen-verstorben-als-in-den-jahren-vorher/

 

Wo soll denn da die Seuche sein? Durch was will die Bundesregierung die schlimmsten Grundrechtseinschränkungen der BRD legitimiert sehen?

 

Wenn diese Versager/Verbrecher-Bande nicht bald Abtritt ist alles verloren.

Albrecht Storz
28 Tage zuvor

Frage an den Pressesprecher des stat. Bundesamtes:

Herr Burg, haben Sie bzw. das stat. Bundesamt, wie es Ihre Pflicht ist, die Bundesregierung auf die eklatante Diskrepanz zwischen deren öffentlichen Darstellungen des Sterbegeschehens 2020 (Stichworte: Corona-Pandemie, Gesundheitssystem sei in Gefahr, angebl. großflächige Überlastung der Intensivstationen, Maßnahmen, Grundrechtseinschränkungen, Lockdown) und den offiziellen Sterbezahlen 2020 (keinerlei Besonderheiten erkennbar) hingewiesen?

Albrecht Storz
28 Tage zuvor

Mein Resümee:

 

  • Die Zahlen wurden vom Stat. Bundesamt korrekt (nach deren Definitionen) angegeben.

 

  • Im Rahmen der aktuelle gesellschaftlich wichtigen Diskussionen sind sie aber irreführend und hätten einer genaueren Darstellung/besserer Erläuterungen bedurft.

 

  • wenn man die demographischen Tatsachen und den allgemeinen Trend sowie den Wissensstand der Bundesregierung berücksichtigt ist für 2020 für niemanden Informierten eine besondere Übersterblichkeit erkennbar und damit auch nicht behauptbar

 

  • Wo ist die tödliche, Gesundheitssysteme bedrohende, grassierende Seuche?

 

 

 

 

Zaphod B.
29 Tage zuvor

Statistiken mit der Dimension KW haben immer eine Abweichung zu Statistiken der Dimension Kalenderjahr!

Zuordnung der KW erfolgt nach der 3:4 Regel. Nur 3 Tage im alten Jahr = KW1 für ALLE Tage dieser Woche, nur 3 Tage im neuen Jahr = KW52/53 für ALLE Tage dieser Woche.

Das war auch schon vor Corona so und schon immer Abweichungen zur 365Tage Betrachtung ergeben.

Man möge einen Kalender mit KW Angabe konsultieren und diese Auszählerei auch in Vorjahren machen!

Hannes
29 Tage zuvor

In der Exceldatei sind doch tagesgenaue Zahlen verfügbar, die Gesamtsumme von 01.01. bis 31.12. der Jahre 2016-19 und die Summe von 01.01. bis 27.12.2020, selbst ohne die fehlenden 4 Tage bis 31.12. ergibt sich eine rein zahlenmäßige Übersterblichkeit in 2020, wobei das Anwachsen der Bevölkerung und die Altersstruktur nicht berücksichtigt sind.

966.828 für 2020

929.168 für 2019

944.565 für 2018

921.574 für 2017 und

899.687 für 2016

Die Daten sind also gar nicht direkt vergleichbar, auch deswegen nicht, weil das statistische Bundesamt ausdrücklich darauf hinweist:

Daten ab dem 1. Januar 2020 sind vorläufig – hierbei handelt es sich um eine reine Fallzahlauszählung der eingegangenen Sterbefallmeldungen aus den Standesämtern – ohne die übliche statistische Aufbereitung.

Viel Lärm also um nichts, warten wir einfach ab, bis die korrekten Zahlen für 2020 vorliegen.

Florian Burg, Pressesprecher Statistisches Bundesamt
29 Tage zuvor

In der angesprochenen Tabelle werden die Daten für die Jahre 2016-2020 nach Kalenderwochen verglichen insoweit schon Daten für 2020 vorliegen. Die jeweiligen Zeiträume sind somit vollständig vergleichbar. Die erste Kalenderwoche 2020 enthält auch zwei Tage aus dem Jahr 2019. An dieser Definition können wir nichts ändern und sie betrifft nicht nur das Jahr 2020.

 

Die Tage einfach wegzulassen wäre ein schwerwiegender Fehler, da dann nicht mehr gleichlange Zeiträume miteinander verglichen werden. Die angesprochene Zeile enthält ganz klar die Beschriftung KW 1-52. Das Jahr 2020 hatte zudem eine 53. Kalenderwoche. Derzeit liegen nur Daten bis zum Ende der 52. Kalenderwoche am 27.12.2020 vor. Erste Gesamtzahlen für das tagesgenaue Kalenderjahr gibt es von uns in einer Pressemitteilung diesen Freitag (29.01.). Auch dieser Hinweis ist in der Pressemitteilung enthalten.

Prof. Dr. Werner Müller

Lieber Herr Burg,

es ist schön, dass Sie sich in die Niederungen der Verschwörungstheoretiker begeben. 8 Monate vor meine 25jährigen Dienstjubiläum und 3 Jahre vor meiner Pensionierung kann ich mit dem Stempel leben, jetzt plötzlich unseriös sein zu sollen.

Können Sie uns erklären, wie es auch nach 6 Monaten noch zu Nachmeldungen kommt? Todesfälle werden doch eigentlich sehr schnell entdeckt. Es wundert mich auch, dass Sie mit einem 4-Jahres-Durchschnitt vergleichen. Lt. meinem Statistik-Grundkurs im Studium sollte immer eine ungerade Zahl gewählt werden, um Rundungen mit 0,5 zu vermeiden. Hatte es eine Bedeutung, dass 2016 eher niedrige Fallzahlen hat?

Beste Grüße

Prof. Dr. Werner Müller

 

 

 

 

Florian Burg, Pressesprecher Statistisches Bundesamt
Antwort an  Prof. Dr. Werner Müller
28 Tage zuvor

Lieber Herr Prof. Dr. Müller,

Nachmeldungen nach 6 Monaten sind die Ausnahme (nach vier Wochen beträgt der Abdeckungsgrad vollständiger Sterbefallmeldungen im Bundesdurchschnitt bereits 97%), können aber in Abhängigkeit der personellen Ausstattung der meldenden Standämter auftreten, wenn für die Beurkundung der Sterbefälle nicht alle Dokumente vorliegen und aufwändige Recherche- und Prüfarbeiten nötig sind. Detailliert sind die Hintergründe zur Erhebung von Sterbefällen in diesem Artikel in Wirtschaft und Statistik dargelegt – siehe insbesondere Kapitel 2 „Erhebung von Sterbefällen“:

https://www.destatis.de/DE/Methoden/WISTA-Wirtschaft-und-Statistik/2020/04/sonderauswertung-sterbefallzahlen-042020.pdf?__blob=publicationFile

Den Durchschnitt der vier Vorjahre als Referenz zu verwenden ist international übliche Praxis. Das Jahr 2016 spielt keine Sonderrolle – im Durchschnitt 2016 bis 2019 sind zwei Jahre mit relativ milder Grippewelle und zwei Jahre mit deutlicheren Auswirkungen der Grippewelle enthalten. Auch vor diesem Hintergrund ist der Durchschnitt ausgewogen. Die Rundung stellt kein Problem dar und führt nicht zu Ungenauigkeiten.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Burg

Prof. Dr. Werner Müller

Sehr geehrter Herr Burg,

 

ich danke Ihnen sehr für Ihre Antwort. Ich hoffe, dass sich Ihr Amt – anders als andere regierungsnahen Stellen – einer sachlichen Diskussion nicht verschließen wird. Ich danke Ihnen auch, dass Sie mit den aktuellen Veröffentlichungen der Sonderauswertungen Sterbefälle gerade den Regierungskritikern Argumente liefern. Das lässt hoffen, dass die Regierung Spahn-Merkel bei der Unterdrückung der Regierungskritiker trotz aller negativen Entwicklungen doch noch nicht das Niveau von Erdogan, Lukashenko und Putin erreicht hat.

 

Bis zum 21.08.20 veröffentlichten Sie tagesgenaue Daten bezüglich der Altersstruktur der Todesfälle und schwenkten danach auf Kalenderwochen um – warum eigentlich? Wenn ich die endgültigen Daten für 2019 mit den Daten vom 21.08.20 vergleiche, dann hatten Sie nach über einem Jahr noch 2.441 gefunden. (Siehe Arbeitsblatt Tage, Feld NJ167 meiner Downloaddatei sterbefaelle-16-20.xlsw auf https://www.prof-mueller.net/corona/corona-daten/ , aus Ihrer Datei entwickelt) Natürlich waren das nur 0,26 %; die 97-%ige Richtigkeit wäre auch bei 25.000 zusätzlichen Fällen noch gegeben.

 

Ich möchte doch den 3-Jahres-Durchschnitt empfehlen, weil er neben der Vermeidung der 0,5-Rundung auch die demografische Entwicklung besser sichtbar macht. Ich möchte Sie auf das Arbeitsblatt „Grafik“ der erwähnten Datei hinweisen. In der ersten Grafik „2020  ohne Corona“ sehen Sie (aus Ihren Daten) die demographiebedingte Übersterblichkeit der Altersgruppe ab 80 in 2020. Die Altersgruppe 60-79 lag dagegen unter dem Durchschnitt, die Gruppe < 60 auf dem Durchschnitt. Die Gruppe < 60 lag ausweislich der beiden folgenden Grafiken mit Corona bis Ende März unter dem 3-Jahres-Durchschnitt 17-19 und anschließend darauf. In 2019 lag die Gruppe unter dem 3-Jahres-Durchschnitt 16-18.

 

Die Gruppe 60-79 lag in 2020 nur in den Wochen 14-16 und ab 45 über dem Durchschnitt, sonst darunter. In 2019 war sie bis Woche 15 unter dem Durchschnitt und schwankte danach um ihn. Die Gruppe ab 80 lag schon in 2019 permanent über dem Durchschnitt, und 2020 war diese Entwicklung nur verstärkt sichtbar.

 

Aus den Daten Ihres Amtes ist klar zu erkennen, dass wir in der Statistik den demographischen Wandel erkennen können, und keine tödliche Bedrohung durch eine bisher unbekannte Krankheit. Diese Entwicklung beschleunigt sich jetzt etwas, aber sie setzt nicht zusätzlich ein. Es wäre gut, wenn diese Wahrheit auch in Ihren Pressemitteilungen zum Ausdruck käme.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Werner Müller

Albrecht Storz

Frage an den Pressesprecher des stat. Bundesamtes: Herr Burg, haben Sie bzw. das stat. Bundesamt, wie es Ihre Pflicht ist, die Bundesregierung auf die eklatante Diskrepanz zwischen deren öffentlichen Darstellungen des Sterbegeschehens 2020 (Stichworte: Corona-Pandemie, Gesundheitssystem sei in Gefahr, angebl. großflächige Überlastung der Intensivstationen, Maßnahmen, Grundrechtseinschränkungen, Lockdown) und den offiziellen Sterbezahlen 2020 (keinerlei Besonderheiten erkennbar) hingewiesen?

Dietmar Walther

Florian Burg, ich wundere mich, dass Sie als Pressesprecher des statistischen Bundesamtes nicht auf meinen Kommentar reagiert haben (17 Kommentare höher.!).  Heute konnte ich die Zahlen nochmal „aktualisieren.! Hier mein Kommentar von Heute.!: “  Ich konnte in der Tagesschau auch nicht vernehmen, dass das statistische Bundesamt die Todeszahlen im laufe des Jahres 2020, nachträglich massiv nach oben „verändert“ hat. Bereits in den Monaten Jan.-Mai wurden schon über 3000 Tote „dazugerechnet“, waren es für diese 5 Monate am 26.Juni 2020 noch 409465 Tote lt. des stat. Bu.Amt, wurden für den gleichen Zeitraum am 29.01.2021 bereits 412469 Tote „auf der gleichen Seite“ gemeldet.“  Herr Burg, vieleicht können Sie ja diese „wundersame Vermehrung“ der Zahlen erklären.? Ich kann Ihnen auch gerne eine Kopie meiner ausgedruckten Zahlen zusenden zwecks Korrektur dieser nachträglichen „Irrtümer“.  Freue mich auf eine Reaktion Ihrerseits.

Florian Burg, Pressesprecher Statistisches Bundesamt
Antwort an  Dietmar Walther
24 Tage zuvor

Sehr geehrter Herr Walther,

ich kann hierzu nur auf die methodischen Hinweise in unseren Meldungen verweisen, in denen erklärt wird, dass es sich um eine Sonderauswertung aus Rohdaten handelt und es vorläufige Daten sind, die sich durch Nachmeldungen erhöhen können. Sie auch meine Antwort an Herrn Prof. Dr. Müller weiter oben. Wir haben das von Anfang an in unseren Meldungen transparent gemacht:

„Ab 2020 werden erste vorläufige Daten dargestellt. Bei den vorläufigen Daten handelt es sich um eine reine Fallzahlauszählung der eingegangenen Sterbefallmeldungen aus den Standesämtern ohne die übliche Plausibilisierung und Vollständigkeitskontrolle der Daten.

Durch gesetzliche Regelungen zur Meldung von Sterbefällen beim Standesamt und Unterschiede im Meldeverhalten der Standesämter an die amtliche Statistik sind aktuelle Aussagen zur Zahl der Sterbefälle derzeit mit einem Verzug von etwa vier Wochen möglich. Durch die verzögerten Meldungen werden sich die vorliegenden Ergebnisse für das Jahr 2020 unter Berücksichtigung des Meldeverhaltens aus der Vergangenheit noch um schätzungsweise 1 % (etwa 10 000 Fälle) erhöhen.“

Mit freundlichen Grüßen

Florian Burg

K.R.

Erscheint mir auffällig daß Sie jetzt die nachgemeldeten Fälle auf 1% schätzen. Die waren in früheren Jahren realiter doch weniger, oder ? Habe folgende umfangreiche Datentabelle erhalten: https://ogy.de/b00p   Die Daten sind doch von ihrem Amt ? Anklickbar in der oberen blauen Legende über den Grafiken. Es dürfte auch bei ARD klar gewesen sein daß bei einem Jahresvergleich Altersstruktur und Bevölkerungszahlen zu berücksichtigen sind und daß nur so eine Grafik Aussagekraft hat.

Florian Burg, Pressesprecher des Statistischen Bundesamtes
Antwort an  K.R.
21 Tage zuvor

Dass es früher weniger Nachmeldungen gab, liegt einfach daran, dass wir erst seit dem Frühjahr 2020 die Rohdaten im Rahmen einer Sonderauswertung früher veröffentlichen. Hier gilt: Je aktueller/schneller vorläufige Daten veröffentlicht werden, desto höher die Zahl späterer Nachmeldungen. Darauf weisen wir in allen unseren diesbezüglichen Meldungen hin.

Zu der verlinkten Analyse: Diese wurde offenbar auf Basis unserer Daten durchgeführt, stammt aber nicht von uns. Die Quellenangabe hätte also richtigerweise lauten müssen: Eigene Berechnungen auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes. Zu der Analyse ist anzumerken, dass für das Jahr 2020 aktuell nur vorläufige Sterbezahlen vorliegen, die somit nur eingeschränkt mit den endgültigen Daten der Vorjahre vergleichbar sind (siehe oben). Zudem liegen für das Jahr 2020 noch gar keine Bevölkerungszahlen nach Altersgruppen vor!

André Dreilich
29 Tage zuvor

Nasowas, ich hab den Link auf diesen Beitrag bei FB gepostet und prompt einen diskriminierenden Aufkleber von den Genossen Faktencheckern erhalten. Fühle mich geehrt und gebe das Lob gern weiter.

Prof. Dr. Werner Müller
29 Tage zuvor

Der Kollege war leider etwas voreilig. Natürlich wurden zwei Tage aus 2019 mitgezählt, es fehlen allerdings noch die 4 letzten Tage aus 2020. Es fehlen also per Saldo noch ca. 6.000 Fälle. 2020 hat 366 Tage, wodurch schon 2.824 zusätzliche Fälle in der Statistik erscheinen. Die Bundesregierung hatte auf Arbeitsebene in 2017 auf Basis der Daten für 2016 wegen der demografischen Entwicklung für 2020 mit 995.000 Fällen gerechnet und das Schaltjahr dabei berücksichtigt (siehe http://www.prof-mueller.net). 2020 sind auch noch vorläufige Zahlen. Das Statistische Bundesamt hat in den letzten Monaten auch noch nach 6 Monaten weitere Fälle gefunden – es müssen wohl schon Skelette gewesen sein. Eigentlich war zu vermuten, dass es zu Doppelmeldungen kommt, wenn Menschen nicht an ihrem Wohnort sterben. Vielleicht meldet das Standesamt des Todesortes diese Fälle nicht, und das Standesamt am Wohnort erst verspätet.

 

Interessant ist, dass 2020 53 Kalenderwochen hat, denn 5 Tage der ersten und 4 Tage der letzten Woche fallen in 2020. Das Statistische Bundesamt wird aber wohl nicht so gedankenlos sein, und 2020 mit 271 Tagen und die übrigen Jahre nur mit 364 Tagen anzusetzen. Das muss man aber noch abwarten.

U. Schumacher
30 Tage zuvor

Sehr geehrter Herr Reitschuster,

leider ist Herrn Prof. Rießinger hier ein Fehler unterlaufen. Ich beobachte die offiziellen Zahlen selbst sehr genau und kritisch. Die im Artikel verlinkten, tagesgenauen Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen in der Tat 966.828 Sterbefälle, nur sind diese Daten Stand 22.01.2021 und es fehlen 4 Tage vom 28.12. bis 31.12.2020. Diese werden erst in der nächsten Veröffentlichung, am 29.01.2021 vorhanden sein.

Ergänzt man diese 4 fehlenden Tage mit dem letzten verfügbaren 7 Tage Mittelwert (21.12. bis 27.12.) von 3495 Toten täglich, berücksichtigt ferner einen sinkenden Trend von ca 1% pro Tag, so fehlen in der Summe für diese 4 Tage ca. 13.770 Sterbefälle.

Somit ergibt sich „tagesgenau“ vom 1.1.2020 bis 31.12.2020 eine Gesamtzahl von 966.828 + 13770 = 980.598 Sterbefälle. In der beanstandeten Tabelle fehlen also sogar noch ca 8.770 Tote.

Weiterhin habe ich beobachtet, daß viele Sterbefälle nachgemeldet werden, die veröffentlichten Daten daher von Woche zu Woche noch steigen. Dies ist in den veröffentlichten Tabellen zu sehen. Dies mag der Arbeitsweise der Standesämter und der fehlenden Digitalisierung geschuldet sein, bedeutet aber, daß die Zahl der Sterbefälle für 2020 noch immer nicht entgültig ist.

Natürlich hat Herr Prof. Rießinger Recht, daß die ungenauen Angaben und das seltsame zusammenzählen über Kalenderwochen den Anforderungen an ein Statistisches Bundesamt nicht gerecht werden.

Zudem verzerrt die Fokusierung der Tabelle auf die letzten 13 Kalenderwochen den Eindruck stark, schließlich lag Deutschland in den 40 Wochen davor völlig im Trend. Das kann man durchaus als gewollte Beeinflussung der Medien bezeichnen.

Interessant wird es, die Ursache des Anstieges in den letzten 13 Wochen von 2020 zu erfahren. Ich vermute, hiervon sind bereits ein großer Anteil die Kollateralschäden der verheerenden Lockdown-Politik, sowie der von den „Leitmedien“ geschürten Angst und Panik in der Bevölkerung (Aufschieben notwendiger Behandlungen, Vermeidung von Arztbesuchen, Suizide, etc…)

Bezüglich der Übersterblichkeit liegen wir 2020 aber durchaus im Trend. Seit 2006 steigt die Todesrate in Deutschland stetig an, von 0,998 in 2006 bis auf 1,13 in 2019 und 1,176 (eigene Hochrechnung) in 2020. Dies ist wohl größtenteils dem zunehmenden Alter der über 80-jährigen (von 4,8% in 2006 bis 6,9% in 2019) und der 60 bis 79-jährigen (von 20,4% in 2006  auf 21,7% in 2019) geschuldet.

Was die vom Statistischen Bundesamt und den meisten Medien gemachten Vergleiche der absoluten Sterbezahlen anbelangt, so sind diese irreführend. Denn die Bevölkerung wächst ja ebenfalls stetig mit. Von 2016 mit 82,5 Millionen auf 2020 mit mindestens 83,2 Millionen.Vergleichbar ist daher nur die Sterberate, welche die jeweilige Bevölkerungszahl berücksichtigt.

Ich freue mich auf weitere kritische Artikel von Ihnen!

 

 

K.R.
Antwort an  U. Schumacher
30 Tage zuvor

Ihre forsche Behauptung im ersten Satz kann ich mir nur erklären daß Sie den Artikel von Herrn Prof. Rießinger nur oberflächlich durchgelesen haben, sofern sie den Textteil überhaupt gelesen haben. Neben anderen Hinweisen steht da klipp und klar daß es Zahlen bis 27.12.20 sind.

Thomas Jäger
Antwort an  U. Schumacher
29 Tage zuvor

Selbst bei 980.600 entspricht das nur einer Jahressterblichkeit von 1,18%. Dieser Wert liegt in einer Linie der letzten Jahre und war zu erwarten. 1968und 1969 (Hongkong Influenza) lag die Jahressterblichkeit bei 1,26 %, ebenso im Jahr 1975 bei 1,26% –  also mehrmals deutlich höhere Werte bei jüngerer Bevölkerung.

 

Das alles passt sicherlich nicht zu einer schweren Pandemie in 2020. Die vielen Lockdown Toten durch versäumte Notfall- und Krebs-Behandlungen, verschobene oder reduzierte OPs, reduzierte Pflege und Vereinsamung in Altersheimen usw. sind sicherlich in der Höhe nicht zu unterschätzen. Sie müssten noch annähernd ermittelt werden und noch abgezogen werden. Wie weit verringert sich dann noch die Sterblichkeit?

 

Auch interessant: in Schwedenlag in 2020 die Sterblichkeit bei 0,91% – also deutlich niedriger als bei uns.

M. Illoinen
30 Tage zuvor

Gibt es irgend eine Zahl die überhaupt noch Ernst zu nehmen ist? Alleine der Bevölkerungszuwachs in den letzten 10 Jahren, sowie der Zuwachs der Älteren in den letzten 10 Jahren, wären diese Zahlen berücksichtigt worden, würde die  Statistik eine Untersterblichkeit ausweisen. . Denn der Zuwachs der Bevölkerung lag bei über 3 Mio. sowie bei über 400 000 Älteren.

Wie viele aber Opfer der Maßnahmen  wurden und noch werden, zeigt keine Tabelle. Nicht einmal die Suizid Rate wird vor Dezember 2022 veröffentlicht werden.

Bereits als Prof. Homburg nachgewiesen hatte, dass die sog. R.- kurve schon vor Beginn der Einschränkungen am fallen gewesen ist, und spätestens drei Tage vor dem Einschluss, war die R.- Kurve unter der magischen Eins gewesen. Spätestens da, hätte, wäre es um Wissenschaft und Gesundheit gegangen, alles wieder geöffnet werden müssen?

Denn ich darf einmal daran erinnern, bis zur Einführung der Maßnahmen fuhren täglich in Deutschland ca. 30 Mio. Menschen mit dem ÖNPV ohne Abstand ohne Maske: Aber statt Prof. Homburg für diesen Hinweis, das Bundesverdienstkreuz zu überreichen, wurde der Mann diffamiert und bedroht. Ebenso ging es jeden das Märchen der Regierung hinterfragten.

Deshalb mein Fazit, es ging und geht nicht um Gesundheit, sondern einzig und alleine um Politik. Das hatte doch Frau Merkel gesagt, als sie  vor ein paar Tagen gefragt wurde, ob das eine Entscheidung der Wissenschaft war, verneinte sie und sagte es war eine politische Entscheidung. Mit anderen Worten nicht die Wissenschaft, sondern die Politik zerstört das Land teilweise oder ganz. Also sind wir mitten im Aufbau einer Diktatur.