„Querdenker“ jetzt auch noch im Visier der Stasi Staatlich alimentierte Hetze gegen Regierungskritiker

Ein Gastbeitrag von Antonia Winterstein*

Dieser Tage hörte ich im (früher von mir mal sehr geschätzten) Deutschlandfunk eine Nachricht: Anetta Kahane, die Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung, warnt vor Antisemitismus in der Querdenken-Bewegung. 

Wie bitte? WIE BITTE? 

Anetta Kahane, die Stasi-Schranze, erdreistet sich, ein Urteil über regierungskritische Demonstranten abzugeben? Sorry, ich kann mich zufällig noch sehr genau an die Friedliche Revolution im Osten erinnern, ich war nämlich dabei. Zusammen mit hunderttausenden Anderen. Und jetzt wagt es diese Un-Person Kahane, mir und all den anderen Demonstranten von damals, die wir friedlich ein Unrechtsregime gestürzt haben, sie wagt es, uns zu sagen, was wir über die Querdenker denken sollen? Und die großen Sender geben sich dafür her, diese “Einschätzung“ der Stasitante auch noch zu verbreiten? 

Das sagt leider viel darüber aus, in welchem Zustand sich dieses Land 31 Jahre nach der Wende befindet. 

Hier der Link zum Statement von Anetta Kahane.

Aber der Reihe nach. 

Ich bin nie bei einer Querdenker-Demo mitgelaufen, warum auch, ich bin Journalistin, keine Polit-Aktivistin. Aber ich beobachte seit Monaten sehr genau, wie Politik und Medien mit dieser Bewegung umgehen. Hier meine sicher subjektive Analyse:

Sehr effektive Diffamierungskampagnen

Das Corona-Gebäude der Bundesregierung muss auf sehr tönernen Füßen stehen. Wie sonst wäre es zu erklären, dass eine Bewegung von Kritikern der Corona-Maßnahmen, die vor allem vor der Aushöhlung der Demokratie warnen und befürchten, dass Deutschland Schritt für Schritt in einen totalitären Staat abgleiten könnte, vom ersten Tag an bis aufs Blut bekämpft wird. Und das nicht nur mit roher Polizeigewalt, wobei die Berliner Polizei immer wieder besonderen Einsatz zeigt. Nein, das Ganze wurde von Anfang an orchestriert durch verschiedene, sehr effektive Diffamierungskampagnen. 

Zunächst wurden die Demonstranten als Verschwörungstheoretiker (das Totschlagwort des Jahres), Spinner und Verwirrte (ARD-Chefredakteur Rainald Becker) Covidioten oder verunsicherte Bürger (mehrere Medien) bezeichnet.

Dann erkannten sogenannte Antifa-Aktivisten und andere linke Gruppen das Potenzial, das in dieser Bewegung steckt, aber ganz anders, als die meisten von uns „Potenzial“ definieren würden. Mit Potenzial ist in Bezug auf Antifa-Aktivisten der Eigennnutz gemeint, den sie hoffen, daraus ziehen zu können. Sehr schnell wurden im Internet die Worte „Rechte“ und „Nazis“ in die Runde geworfen, wenn es um die Querdenker ging, um die neue Bewegung quasi einzuzäunen. Aus Sicht von Antifa-Gruppen sind die Querdenker natürlich ein Glücksfall. Denn wer in seinem Leben nicht viel mehr Inhalt hat, als sich am Wochenende die Kämpfer-Kluft überzuziehen und „Nazis“ zu jagen, sein “Grundrecht“ auf Schaufensterscheiben einschlagen und Autos anzünden wahrzunehmen, der hat immer ein Problem: Er braucht zur Rechtfertigung seines jämmerlichen Anti-Daseins natürlich „fa“ – also Faschisten. Wo keine Faschos, da wird auch keine Anti-fa gebraucht. Und wo bekommt man auf einen Schlag gleich zehntausende neue Faschos/Nazis her? Ganz einfach, indem man eine ganze Bewegung, die eigentlich ganz andere Probleme wälzt, zu solchen erklärt.

Nützliche Antifa

Man könnte darüber grinsen, wenn es dabei geblieben wäre. Doch leider haben Politiker fast aller Bundestagsparteien und sogar Regierungssprecher, der ganze politische Betrieb und natürlich die Medien, schnell die „Erkenntnisse“ der Antifa für nützlich befunden und übernommen. Wohl in der Hoffnung, dass weniger Menschen sich angezogen fühlen würden von den Demos, wenn dort angeblich Nazis unterwegs sein sollen. 

Nun war nicht mehr nur von Spinnern und Verrückten die Rede, nein: Rechte Gruppen hatten plötzlich, angeblich, das Sagen bei den Querdenkern. Zeitgleich brüllten Antifa-Akteure allerorten den Querdenkern „Nazischweine“, „Faschisten“ und andere Vergleiche mit Deutschlands dunkelster Vergangenheit entgegen. Die Demonstranten allerdings waren immer noch die gleichen. 

Wer einmal eine Querdenken-Demo aus der Nähe betrachtet hat, wird feststellen, ja da sind schon einige sehr schräge, ungewöhnliche, aber eher fröhliche Gestalten dabei, die große Masse aber, das sind friedliche, ziemlich normale Bürgerinnen und Bürger, die keinesfalls leugnen, dass es das Virus gibt. Was Sie auf die Straße treibt, ist ihre Kenntnis darüber oder die Befürchtung, wozu diese Krise noch so benutzt werden könnte. Und selbst Reportern von eigentlich regierungskonformen Sendern rutschen bei diesen Demos immer mal wieder die Worte „Mitte der Gesellschaft“ heraus. Natürlich nur den Reportern, die vor Ort sind und selbst sehen…

Zusammenschnitt von Krawallszenen

In den Nachrichtensendungen der großen TV-Sender konnte sich der gemeine Zuschauer allerdings bisher kaum ein Bild von den “Bürgern aus der Mitte der Gesellschaft“ machen. Bilder von lächelnden, friedlichen Menschen mit Regenbogenfahnen, Kerzen und Herzballons sieht man vor allem in den Livestreams von unabhängigen Journalisten im Internet. Von den großen TV-Sendern werden sie ungern gezeigt. Viel lieber schneidet man die wenigen Bilder von Krawallszenen zusammen und zeigt diese dann in Dauerschleife. Die Kameraleute vor Ort sind, so scheint es, darauf trainiert, immer zur rechten am rechten (!) Ort zu sein, wenn es Krawallszenen gibt. Ob das Zufall, Gespür oder vielleicht doch Ergebnis gezielter Vorabinformation ist, wir wissen es nicht. 

Nachdem ich von Demo-Teilnehmern in Berlin gehört habe, dass sie den Eindruck hatten, dass dort quasi „Schauspieler“, vielleicht gekaufte Leute mit Reichsflaggen unterwegs waren, die mit nagelneuen, sehr großen Fahnen, mit niemandem sprechend, einmal quer durch die Demo gingen und dann wieder verschwanden, nachdem ich Videos von der Demo in Leipzig gesehen habe, die zeigen, wie die Polizei Störer von außen regelrecht zur Demo hin eskortiert, wo sie dann Gewalt anzetteln, halte ich alles für möglich. Es herrscht Krieg in Deutschland, Informationskrieg, und da wird offenbar mit vielen Mitteln gekämpft. 

Ziemlich schnell tauchte auch ein weiteres Phänomen auf. Das waren die „Auch-Anmelder“. Sobald die Querdenker in irgendeiner Stadt eine neue Demonstration angekündigt hatten, fanden sich etliche andere Gruppen, die zu genau demselben Zeitpunkt am selben Ort auch demonstrieren wollten. Linke Gruppen natürlich, sie müssen ja gegen die neu entdeckten „Nazis“ Flagge zeigen, und auch ihren Mittelfinger. Daneben meldeten sogenannte Reichsbürger und die NPD gern Kundgebungen in unmittelbarer Nähe zu den Querdenkern an. Für Fotografen und Kameraleute ergaben sich so schöne Möglichkeiten, beide Demos in einem Bild festzuhalten. Außerdem konnte der NPDler mit seiner Fahne schnell mal rüberschauen zu den Querdenkern. Und weil die ja vor allem auf eins aus sind: auf Frieden und Liebe, beziehen sie alle in ihre schönen Gebete, Tänze und ihren liebevollen Kampf für die Wahrheit mit ein. 

Der perfekte Feind

Sicher hätte da ab und zu ein lautes „Haut ab“ oder ein Transparent „Querdenker demonstrieren ohne Nazis“ gut getan. Aber selbst wenn sie es gerufen oder gezeigt hätten, es hätte keinen einzigen TV-Sender interessiert. Keine einzige Zeitung hätte darüber geschrieben. Für Politik und Medien sind die Querdenker nur nützlich, wenn man sie als perfekten “Feind“ inszenieren kann, und dafür müssen sie in die Schubladen „rechts“ und „antisemitisch“ passen. Und was nicht passt – das meiste – wird passend gemacht. Die Querdenker zum Hassobjekt zu stilisieren, ist die perfekte Ablenkung von dem, was die Regierenden gerade ihrem Volk zumuten.

Was viele Journalisten nicht sehen: Manch ein Querdenker macht eigentlich die Arbeit der Presse. Indem er sich über das „Bevölkerungsschutzgesetz“ informiert, die Einschätzungen von Anwälten dazu angehört hat und zu dem Schluss gekommen ist, dass er dagegen auf die Straße gehen muss. Dass die Querdenker das größtenteils ohne Maske tun, das kann man anprangern und unverantwortlich finden, aber deshalb ist niemand ein „Nazi“.

Ich selbst bekam den Gesetzentwurf am 4. November 2020 in die Hände und habe ihn sofort gelesen und weitere Informationen dazu eingeholt.

Lauter Covidioten?

Nun kenne ich viele Journalisten aus diversen Redaktionen und Medien und ich habe in den letzten Tagen, so oft ich konnte, die Probe aufs Exempel gemacht: Die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen haben bis heute keinen blassen Schimmer davon, was in diesem Gesetz drinsteht und was es auch für ihre Freiheit zukünftig bedeutet. Es interessiert sie einfach nicht. Es reicht ihnen vollkommen, den Agentur-Text von dpa dazu umzuschreiben und etwas einzukürzen. Dann noch schnell zwei vernichtende Sätze über die Querdenker-Demonstranten, diese „Covidioten, die den Ernst der Lage nicht erkannt haben“. Und schon gehen sie zum nächsten Thema. Ach ja, der Impfstoff, die große Hoffnung für uns alle.

Was mich von Anfang an bei den Querdenkerdemos gestört und verstört hat, das waren die plumpen Anspielungen auf das Dritte Reich und den Holocaust. In Form von Sternen mit der Aufschrift „Jude“ oder „Ungeimpft“. Im Gegensatz zur oben erwähnten Frau Kahane war mir und vielen anderen, mit denen ich darüber gesprochen habe, allerdings von Anfang an klar, was die Demonstranten damit ausdrücken wollen. Sie wollen warnen vor einer neuen Diktatur, mahnend an das Schicksal der Juden erinnern, um klar zu machen, für wie gefährlich sie den aktuellen, nennen wir es “Ab- und Umbau der Demokratie“ in Deutschland halten. Auch wenn diese Parallelen zu ziehen meiner Ansicht nach übertrieben und äußerst unsensibel ist: Es war niemals feindlich gegenüber den Juden gemeint. Es war niemals Judenhass im Spiel. Zumindest bei den Plakaten und Transparenten, die ich gesehen habe, nicht. Es ging einzig und allein um die mahnende Erinnerung daran, was auf deutschem Boden vor 80 Jahren passiert ist und wie schnell es vielleicht gehen könnte, dass man wieder ähnliche Verhältnisse bekommt. 

Davidstern und „Jude“-Schilder

Das ist eine Meinung, die man vertreten kann, diese Warnung zu äußern, ist nicht strafbar. Die Mittel, mit denen das umgesetzt wurde – Stern und „Jude“-Schilder – äußerst ungeeignet. Aber die Haltung, die hinter dieser Meinungsäußerung steckt, ist mir allemal lieber als all die zufriedenen Bürger, die sich keinerlei Gedanken um die Demokratie machen und jede Corona-Maßnahme schulterzuckend für alternativlos halten. 

Laut Wikipedia bezeichnet das Wort “Antisemitismus“ heute “alle Formen von Judenhass, pauschaler Judenfeindschaft, Judenfeindlichkeit oder Judenverfolgung“. Außerdem bezeichnet der Ausdruck “alle Einstellungen und Verhaltensweisen, die Einzelpersonen oder Gruppen aufgrund ihrer angenommenen oder realen Zugehörigkeit zu ,den Juden´ negative Eigenschaften unterstellen …“

Wenn nun aber, wie oben festgestellt, kein Judenhass und keine Judenfeindschaft im Spiel sind bei den Querdenken-Demonstranten, warum behauptet das dann Anetta Kahane in ihrem Statement? Warum verwendet sie den Begriff Antisemitismus falsch und irreführend? Bewusst oder unbewusst? Ich würde vermuten, dass sie das ganz bewusst tut und in demagogischer Absicht. Denn mit Demagogie arbeiten sie und ihre Stiftung auch bei anderen Themen. Erst vor kurzem postete die Amadeu-Antonio-Stiftung das Ergebnis einer Umfrage unter dem Hashtag “Moslemfeindschaft“.

Die Frage lautete: “Stimmen Sie der Aussage zu: Durch die vielen Muslime hier fühle ich mich manchmal wie ein Fremder im eigenen Land.“ Es wird nach einem Gefühl gefragt und 46,8 Prozent der Befragten sind so ehrlich zu sagen, ja ich habe manchmal dieses Gefühl, Fremder im eigenen Land zu sein. Dieses Gefühl sagt überhaupt nichts darüber aus, ob diese Menschen Muslimen gegenüber feindlich gesonnen sind. Sie geben lediglich Auskunft über ihr Gefühl, fremd zu sein. Die Amadeu-Antonio-Stiftung macht daraus Moslemfeindschaft und schürt damit selbst den Hass.

Was Anetta Kahane betrifft: Von früheren Stasi-Schranzen will ich zum Thema regierungskritische Demonstranten eigentlich nur eins hören: NICHTS.

Damit sollte mein Artikel eigentlich enden. Aber dann wollte ich doch noch eine Stimme dazu hören und so habe ich noch einen langjährigen Freund angerufen. Ein lebenskluger Mann. Ich wusste, dass er im Herbst 1989 als Demonstrant auf der Straße war und ich wusste, dass er jetzt bei “Querdenken“ aktiv ist, dass er die Führungsfiguren der Bewegung und ihre Aussagen genau verfolgt und schon bei mehreren Demos dabei war. Nennen wir ihn Leander. Ich rief ihn an und erzählte ihm, dass ich zum Thema Querdenken und Antisemitismus etwas schreibe und dass er ja sicher von der Äußerung Annetta Kahanes dazu gehört hätte. Da lachte er laut auf und sagte: “Ach die Frau Kahane hat auch mal wieder was abgesondert. Alles dummes Zeug.“ Ich fragte Leander, was er von den Demonstranten mit Judenstern und „Jude“-Aufnähern hält und ehrlich gesagt, erwartete ich eher, dass er sowas sagt wie, ja das sind Eseleien, kommt eben vor, sind viele verschiedene Menschen …

Aber Leander holte tief Luft und sagte: 

„Wieso wundert man sich darüber, dass Menschen, die es heute mit ihrer Meinung ganz und gar nicht leicht haben in der Gesellschaft, sich mit den Juden im Dritten Reich vergleichen? Menschen, die heute beim Thema Corona eine andere Meinung äußern, als die Regierung vorgibt, die FÜHLEN sich nicht nur verfolgt, sondern sie müssen tatsächlich mit ganz PRAKTISCHEN KONSEQUENZEN rechnen: Ärger im Job bis hin zum Verlust des Arbeitsplatzes, bei Selbständigkeit droht Auftragsentzug, soziale Ausgrenzung sowieso. Und wenn sich jemand in dieser seiner eigenen Situation an das Schicksal der Juden erinnert fühlt, warum soll er das dann nicht als Symbol verwenden dürfen? Ist es uns jetzt schon verboten, Symbole zu verwenden? Ist es schon so weit?“ Leander lachte ein grimmiges Lachen und fuhr fort:

„Und was hat jemand, der sich verfolgt fühlt, mit Antisemitismus zu tun? Er ist doch nicht derjenige, der jemanden verfolgt, sondern er selbst fühlt sich verfolgt. Und was die junge Frau betrifft, die sich mit Sophie Scholl verglichen hat: Diese Menschen, Sophie Scholl und all die Widerstandskämpfer der NS-Zeit, die wurden uns doch – im Osten zumindest – in der Schule immer als Vorbilder hingestellt. An denen sollten wir uns orientieren. Und vielleicht hat ja die junge Frau aus Westdeutschland auch mal ein Buch über Sophie Scholl gelesen und sich jetzt daran erinnert gefühlt, wenn sie in ihrem Umfeld nicht sagen kann, was sie wirklich denkt. Kann doch sein. Dann höre ich jetzt, ja aber Sophie Scholl wurde grausam von den Nazis ermordet, ja das stimmt. Und was auch stimmt: Diese junge Frau aus Kassel wurde nach ihrem Auftritt in Hannover medial getötet.“

Ich dankte meinem alten Freund und dachte noch eine Weile über seine Worte nach. Wer in diesen Zeiten gegen die Regierenden aufbegehrt, der muss ein dickes Fell haben. Nicht nur, dass einen die Medien als Idioten, Verschwörer,  Nazi oder Antisemiten betiteln. Viel schlimmer ist, dass Freunde, Bekannte, Kollegen oder gar die eigene Familie dies glauben könnten.

Ende der Geschichte. Fortsetzung folgt.

* Antonia Winterstein ist Journalistin und schreibt hier unter Pseudonym.
Bild: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen – Anetta Kahane (Amadeu-Antonio-Stiftung) und Prof. Dr. Naika Foroutan (Humboldt-Universität Berlin)
Anetta Kahane (Amadeu-Antonio-Stiftung) und Prof. Dr. Naika Foroutan (Humboldt-Universität Berlin)/Wikicommons/CC BY 2.0
Text: Gast

 

 

 

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Eispickel
2 Monate zuvor

Querdenker werden jetzt vom Verfassungsschutz beobachtet: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/baden-württemberg-verfassungsschutz-beobachtet-querdenker/ar-BB1bLrLw?ocid=spartan-dhp-feeds

Auszug: Die Radikalisierung der Corona-Protestbewegung wird auch Thema bei der Innenministerkonferenz sein, die an diesem Mittwoch beginnt. In einem Lagebild für das Bund-Länder-Treffen ist die Rede von einer möglichen »neuen Form des Extremismus«, der sich nicht in die üblichen Schubladen packen lasse.

Und deshalb zimmert man für die Querdenker eine ganz eigene, was nicht passt wird passend gemacht. Richtige wäre eigentlich „extreme Idealisten“.

Sandro
2 Monate zuvor

Ein hervorragender Beitrag, der viele meiner Eindrücke wiedergibt & bestätigt, wobei in einigen Punkten, war ich schon erstaunt & würde sie sogar anders deuten.

Am Beginn waren die Querdenker die Unwissenden & Covidioten, es hat nicht funktioniert, dann wurden sie zu Nazis & sogar Faschisten (die Deutung scheint vielen Journalisten/Reportern gar nicht klar zu sein), auch das hat nicht funktioniert – ich erinnere an den Gesang der Querdenker, zusammen mit der AntiFa, in Berlin „Nazis raus“, es hat mich zum Lachen gebracht & die Behauptungen eben jener Journalisten ad absurdum gestellt – nun sind es Reichsbürger, welche die Organisation unterwandert haben & in ihrem Sinne missbrauchen (heute Morgen im Radio, MDR, 10 Minuten Dauerfeuer).

All diese oben genannten Diffamierungen, werden der Bewegung nicht wirklich schaden denke ich, was ihnen aber schaden wird, ist die von ihnen angeführte Diffamierung in Beruf, Familie & von Freunden, das ist wirklich eine ernste Sache & lässt Leute zurückschrecken.

Das dem Politikbetrieb die Querdenker gelegen kommen, um von den eigenen Untaten abzulenken, würde ich so nicht deuten, dazu bedient sich die Politik viel gravierenderen Vorwänden – echter rechter Gewalt, Terror, organisierter Kriminalität. Viel mehr glaube ich, dass die „Volksvertreter“ & die ihnen geneigten Medien, nicht wissen, wie sie diese Bewegung verorten können & womit sie sie rechtsstaatlich/politisch/medial bekämpfen & „unschädlich“ machen können. Was sich da entwickelt, aus der Querdenken Bewegung, hat das Zeug, zu wirklichen Veränderungen beizutragen & so lange sich Herr Ballweg & seine Mitstreiter vor keinen politischen Karren spannen lassen, wird es schwer werden, sie aufzuhalten.

Es würde mich auch nicht verwundern, wenn die AntiFa, welche im Moment eine „Opposition“ zur Querdenken Bewegung darstellt, sich eines Tages selbiger anschließt, so sie es verstanden haben, was die Politik da gerade macht & wozu sie sie missbraucht.

Frau Kahanes Ausführungen, mit Bezug auf die Querdenker, oder in irgendeiner anderen Hinsicht, sind es nicht wert, auch nur benannt zu werden, adeln Sie diese Frau nicht mit ihrer Aufmerksamkeit, sie sucht ihre Existenz – Fördermittelberechtigung, mehr nicht.

Sehr erstaunt bin ich auch über die Illustration Ihrer Kollegen, welchen Sie – sicher nur zum Teil – Ahnungslosigkeit unterstellen, das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Beim Thema #1, Corona, gibt es irgendjemanden in dieser Zunft, der ahnungslos ist? Was für eine erschreckende Vorstellung, allerdings die genehmste Art, sich aus der Affäre zu ziehen, so etwas gab es in Deutschland schon mal.

Gut gefallen hat mir „Leanders“ Statement, welches ich so unterstreichen würde. Nicht gefallen hat mir, dass Sie Wikipedia für eine politische Definition herangezogen haben, das ist allerdings eine sehr persönliche Auffassung.

Nochmals auf den Punkt Familie/Freunde zurück zu kommen, den ich, wie oben schon benannt, für sehr kritisch halte. Meine Mutter, zu der ich eine sehr innige Beziehung pflege, hat in diesem Jahr zu Weihnachten, meinen & den Besuch ihrer Enkelkinder abgelehnt, Sie werden erraten warum.

Kurt Schumacher
3 Monate zuvor

Stasis sind rot-lackierte Nazis.

Wolf-Peter Kächelen
3 Monate zuvor

Zur Abwegigkeit wie Absurdität der Äußerungen – von Einordnung kann definitiv nicht ernsthaft gesprochen werden – von Frau Kahane, Auszüge eines Briefes von mir an Frau Esken vom Sommer dieses Jahres im Kontext der sozialdemokratischen Wortschöpfung „Covidioten“: „Ist doch einer der weltweit prominentesten, wie profiliertesten Kritiker der von Seiten der Politik im Rahmen von Covid-19 getroffenen Maßnahmen, insbesondere der Lockdowns, Micheal Levitt (https://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Levitt ). “ … Ich „erlaube (…) mir einige der Studienergebnisse von Micheal Levitt zu Covid-19 beizufügen:“ https://www.dropbox.com/s/r4gxdvlcnrxet1i/1.The_Corona_Chronologies.%20Part%20I%20-%20China.%20Part%20II.%20Rest_of_World_Michael_Levitt%2CStanford_r.pdf?dl=0 https://unherd.com/thepost/nobel-prize-winning-scientist-the-covid-19-epidemic-was-never-exponential/ https://www.dailymail.co.uk/news/article-8351649/Lockdown-waste-time-kill-saved-claims-Nobel-laureate.html https://twitter.com/MLevitt_NP2013  „

Hans Mertens
3 Monate zuvor

Die Theorie, dass jede geäußerte Verschwörungstheorie kryptischer Antisemitismus sei, ist ein sehr gefährliches Denkmodell, das nicht neu ist. Durch Frau Kahane wurde es nun erstmalig in die breite Öffentlichkeit getragen.

In der Neuen Linken, aus der sich die Antifa rekrutiert, ist dieses Gedankengefängnis allerdings seit Jahren einer der Hauptglaubenssätze an dem keine Kritik erlaubt ist.

Das Konstrukt hat vielfältige Funktionen:

  • Die Definitionshoheit darüber, was eine Verschwörungstheorie ist, bleibt monopolistisch bei den Vordenkern der Bewegung.
  • Einmal als Verschwörungstheoretiker markierte Personen und Gruppen werden so automatisch zum Feindobjekt.
  • Durch das Markieren einer Meinung als VT wird automatisch ein sehr niedrigschwelliges Denkverbot bei einem großen Teil der Neuen Linken zu diesem Sachverhalt festgeschrieben. Dieses zu übertreten bedeutet Stigmatisierung und Ausschluß aus der Gruppe. Im Resultat macht es das Nachdenken über andere Meiungen für große Teile der Neuen Linken unmöglich. Es ist also ein totalitäres Gedankengefängnis, das keinen Wiederspruch duldet. Denkt man über fremde Meinugen nach und hält vielleicht manche Aspekte von ihnen für schlüssig, wird man selbst zum Nazi und Ausgestoßenen.
  • Durch die Definitionshoheit was eine VT sei und was nicht und den daraus (offenkundig absurden) Schluss dass diese auch immer antisemitisch sei, werden besonders die jungen Neuen Linken in Social Media und die Antifa auf die Strasse getrieben um dagegen anzukämpfen.

Aus dieser totalitären Denkhygiene entstehen die absurden Szenen der letzten Monate und Jahre. Linke stellen sich plötzlich vor den Staat, kämpfen für Grundrechtseinschränkungen, befürworten Polizeigewalt und sehen Personen, die *für* die Erhaltung ihrer Grundrechte einstehen wollen als Nazis, die es zu bekämpfen gilt.

Versucht man ins Gespräch zu kommen, spürt man die niedrigschwellig etablierten Denkverbote sehr deutlich. Sobald man diese argumentativ überschreitet, wird man agressiv im Kollektiv niedergeschrien und beleidigt. Dies ist eine sehr gefährliche und totalitäre Entwicklung, da sie bereits jetzt Kommunikation fast unmöglich macht und aktiv die freie Meinungsäußerung erschwert.

 

Onkel Hieronymus
3 Monate zuvor

Danke für diesen aus subjektiver Sicht geschriebenen, aber sehr treffenden Beitrag, der viel meiner eigenen Sichtweise und Meinung zur derzeitigen Situation entspricht. Eine der besten „Meinungen“ zur Diffamierung der Querdenkerbewegung, zu der ich mich auch zähle, die ich bisher lesen durfte! Merci!🙏🏻👍🏻

Etwas schade, dass man solche für die breite Masse als „kritisch“ empfundene Meinungen heutzutage nur noch unter Pseudonymen posten kann ohne …- Wie war der tolle Kommentar unter dem Wasserwerfer-Beitrag noch? 🤔 -… danach zuhause „freundlich“ vom frontalen Novemberregen begrüßt zu werden und auf unbestimmte Zeit gründlich weggespült zu werden. Daher muss ich wohl als jahrelanger Mainstream-Medien-Meinungs-Dissident auch leider unter einem Pseudonym diesen Kommentar abgeben! Dennoch: Tolles Sratement!

Carsten
3 Monate zuvor

Vielen Dank für die Worte, Frau Winterstein. Sie treffen es auf den Punkt.

Erstmals in meinem Leben gehe ich regelmäßig demonstrieren. Ob Querdenken oder nicht, ist mir egal. Mir geht es um Frieden, Freiheit, Menschlichkeit und  echte, direkte Demokratie.

Wenn ich als ehemaliger langjähriger SPD-Wähler von unseren Politikern, die reine Interessen- und keine Volksvertreter sind, sowie den sog. Mainstreammedien als Covidiot, Antisemit und Rechtsextremer abgestempelt werde, dann schmerzt es zunächst. Aber dann kommt die Erkenntnis, das man auf der richtigen Seite steht und das derzeitige „System“ die Hosen gestrichen  voll hat.

Was Schlimmeres kann denen nicht passieren, als das Menschen vereint Flagge zeigen und die ganzen Lügen, Täuschungen und Propaganda nicht mehr glauben. Da helfen auch solche Figuren wie Kahane nicht mehr. Im Gegenteil, sie beschleunigen den eigenen Zerfall.

Hermann
3 Monate zuvor

Ein bisschen Psychologie. Aus der Sicht eines Ingenieurs.
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Die Sucht nach Konformität
Hinderlich, Dinge neutral zu bewerten, ist ein Aspekt der kognitiven Dissonanz: Die Sucht nach Konformität.
Zur Untersuchung dieses „Gruppendruckes“ hat der Sozialpsychologe Solomon Asch ein Experiment durchgeführt: Einer Testgruppe wurden Spielkarten vorgelegt, auf denen verschieden lange Linien dargestellt waren. Die Probanden wurden gefragt, welches die längste Linie sei. Eine simple Frage.
Sie wussten aber nicht, dass die meisten Personen der Testgruppe Teil des Experimentes waren. Sie zeigten auf eine Linie mittlerer Länge. Die meisten „echten“ Probanden schlossen sich dann der falschen Mehrheits-„Meinung“ an. Der Effekt war umso stärker, je größer die Gruppe war, die die falsche Linie identifiziert hatte.
Gehirnuntersuchungen im Computertomographen zeigten mittlerweile, dass falsche Bewertungen unter Gruppendruck als „wahr“ empfunden werden. Das Einzige, was zählt, ist, dass sich ein Gehirn wohlfühlt. Fakten sind meist irrelevant. Deshalb funktioniert auch die Demokratie auf Dauer nicht, denn es wird die Partei gewählt, die der Masse Lösungen liefert, die für deren Gehirn am bequemsten sind. Das kann völliger Unsinn sein.
„Erklärt man das Verhalten eines Menschen damit, dass er Mitglied einer sozialen Gruppe ist, spricht man seit Pettigrew (1979) vom „ultimativen Attributionsfehler“. „Oft dient diese dispositionale Ursachenzuschreibung der Aufrechterhaltung von Vorurteilen“ schreibt Wikipedia.
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Und dann gibt es noch dazu die
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Affektheuristik
Um es bequem zu haben, findet Beurteilung häufig nicht mehr nach Fakten, sondern nach Bauchgefühl statt, was als „Affektheuristik“ bezeichnet wird. Bei dieser Heuristik verlässt man sich alleine auf Gefühle. Meinungen und daraus folgende Entscheidungen beruhen auf Zu- oder Abneigung. Die Gefühle werden nicht bewusst empfunden und meist in „gut“ und „schlecht“ eingeteilt. Wird resümierend die Einstellung bewertet, wird die ursprüngliche Haltung „rationalisiert“.
Die Fähigkeit, mit einfachen Mitteln und relativ wenig „Input“ logische, plausible Schlüsse zu ziehen, hat in den letzten Jahren abgenommen. Diese kann einem das Leben sehr erleichtern. Die Kunst bei dieser Methode besteht darin, möglichst schnell auf Grundlagen wie einfache Formeln zu reduzieren, die keinen Interpretationsspielraum besitzen. Oder auch Widersprüche zu erkennen. Da dies niemand mehr beherrscht, setzt sich Affektheuristik immer weiter durch.
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Und dashalb ist das alles so wirr. Das Gehirn dieser Leute versucht KRAMPFHAFT den Schwachsinn, den sie über die Konformität „auferlegt“ bekommen, zu rationalisieren.  Und dann kommt so ein wirres Zeugs heraus, um den Unsinn zu rationalisieren.
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Genau deshalb schrieb Lütz ein Buch: „Irre- unser Problem sind die Normalen“, was vermutlich das Zitat von George Bernard Shaw zurückgeht:
»Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.«

Alex Chara
Antwort an  Hermann
3 Monate zuvor

Super Beitrag, kannte die Experimente nicht.

Aber das erklärt, warum Merkel mit ihrem Stil, so beliebt bei vielen ist.

Grüsse von noch einem Ingenieur

Sebastian Drude
3 Monate zuvor

Zur Angemessenheit des Judensterns, um auf Ausgrenzung und Diskriminierung hinzuweisen dieser Beitrag einer über 70jährigen, die eine Maskenbefreiung hat und ihr Attest, was sie immer am Hals trägt, wie einen Judenstern erlebt.

https://eapi.pcloud.com/getpubthumb?code=XZRIQ7ZDLNIsL9zpoROxSXxxMR3eu84w5LX

Für mich ist es absehbar, dass in absehbarer Zeit ungeimpfte ähnlich behandelt werden wie Juden und Regimegegner in den Vorkriegsjahren.  „Wegen Euch können wir noch immer nicht zur Normalität zurückkehren!“ wird uns die Ablehnung der folgsamen Mehrheit entgegenbrüllen, denn natürlich werden wir, sobald der Impfstoff da ist, für alles weitere verantwortlich gemacht werden.

Dirk Jungnickel
3 Monate zuvor

Ein wichtiger und wahrer Text von Frau Winterstein, nur schade dass Sie ein Pseudonym

verwenden /müssen. Diese Kahane wird sich nicht angemessen verkriechen, weil

Scham in den Kreisen , in denen sie ausgebrütet wurde, ein Fremdwort ist.