Radios im Englisch-Rausch Überall Quote – nur bei Musik nicht

Ein Gastbeitrag von Thomas Paulwitz

Wer das Radio aufdreht, um Musik zu hören, taucht in eine fast rein englischsprachige Welt ein. Warum ist das so? Der Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender ist klar, er ist in Paragraph 11 des Rundfunkstaatsvertrags festgeschrieben: „Ihre Angebote haben der Bildung, Information, Beratung und Unterhaltung zu dienen. Sie haben Beiträge insbesondere zur Kultur anzubieten … Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags … die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.“ Doch wie ausgewogen ist ein Programm und wie sehr dient es der Kultur, wenn es fast ausschließlich englischsprachige Musik abspielt? Bei genauerem Hinsehen erweist sich wieder einmal, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk am Gebührenzahler vorbeisendet.

Eine aktuelle Stichprobe vom 12. November 2020 zeigt, wie einseitig das Musikprogramm geworden ist. An einem gewöhnlichen Wochentag, an einem Donnerstag, haben wir die Titellisten („Playlists“) von 35 gängigen öffentlich-rechtlichen Hörfunksendern unter die Lupe genommen. Mehrere weitverbreitete Sender von BR, HR, MDR, NDR, RB, RBB, SR, SWR und WDR haben wir einmal vormittags zwischen 10 und 11 Uhr und dann noch einmal nachmittags zwischen 15 und 16 Uhr geprüft. Die Ergebnisse sind nicht nur ernüchternd, sondern auch erschreckend.
In fast allen Sendern zeigt sich nämlich das gleiche, eintönige Bild. Mehr als die Hälfte spielen zu mehr als 90 Prozent englischsprachige Musik. Acht von zehn Sendern lassen sogar zu mehr als 80 Prozent englisch singen. Der kümmerliche Rest verteilt sich auf spanische, italienische, französische und, tatsächlich, auch deutsche Gesänge. Wenn überhaupt, dann ist in der Regel höchstens ein Lied in der Stunde in deutscher Sprache, alles andere ist Englisch.

Es herrscht Monotonie statt europäischer Vielfalt

Lieder in italienischer, französischer und spanischer Sprache werden – trotz aller öffentlichen Bekenntnisse zu Europa – so gut wie gar nicht gespielt, skandinavische oder osteuropäische Stimmen sucht man ganz und gar vergebens: Es herrscht sprachliche Einöde statt kultureller Vielfalt. Wie verträgt sich das mit dem Auftrag, der ebenfalls in Paragraph 11 des Rundfunkstaatsvertrags verankert ist, „die europäische Integration … zu fördern“? Großbritannien ist nicht mehr Mitglied der Europäischen Union. Doch im vormittäglich gemessenen Zeitraum spielten 13 von 35 Sendern sogar zu 100 Prozent englischsprachige Musik, nachmittags waren es vier von 35 Sendern.

Bereits Ende 2014 hatte die ARD gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erklärt, es herrsche „kein Handlungsbedarf, den Anteil deutschsprachiger Musik in den Radioprogrammen der ARD zu erhöhen oder per Quote festzuschreiben. Deutschsprachige Musik wird in den Radioprogrammen der ARD vielfältig abgebildet.“ Welch eine Verhöhnung der Gebührenzahler: Im Jahr 2019 waren nämlich lediglich elf Prozent der einhundert am meisten gehörten Lieder im Radio deutschsprachig. Das ermittelte das Erlanger Unternehmen „MusicTrace“ im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI).

Hörer wollen Musik auch in ihrer Sprache

Die Programmverantwortlichen führen gern ins Feld, dass sie die Musik spielen, welche die Zuhörer wünschen. „Dafür werden aufwendige regelmäßige Forschungen und Befragungen durchgeführt“, erklärte die ARD im April dieses Jahres. Die teuren Umfragen auf Kosten der Gebührenzahler sind jedoch offenkundig keinen Pfifferling wert. Denn wenn die Hörer selbst entscheiden können, sieht es völlig anders aus. Inzwischen laden sich nämlich viele ihre gewünschte Musik von Plattformen wie „Spotify“ herunter. Das Magazin „tonspion.de“ gibt hier den Anteil von in Deutschland hergestellter Musik mit 65 Prozent an (18.10.2019). Besonders der Anteil deutschsprachigen „Raps“ wachse und liege mittlerweile bei 16 Prozent. Nur die Nutzer aus den Vereinigten Staaten, Brasilien, Japan und Frankreich hören auf „Spotify“ einen noch höheren Anteil an einheimischer Musik.

Laut BVMI waren im Jahr 2019 acht der zehn erfolgreichsten Alben deutschsprachig. Mit Blick auf die erfolgreichsten 100 Alben des Jahres ist die Popularität deutschsprachiger und in Deutschland hergestellter Musik 2019 gestiegen: Waren 2018 etwa zwei von drei Alben nationale Produktionen (68,7 Prozent), so waren es 2019 bereits fast drei von vier (73,6 Prozent). Vor zehn Jahren waren es lediglich 49 Prozent. Seither ist der Anteil fortlaufend gewachsen. Die Hörfunksender der ARD haben diese Entwicklung offenkundig verschlafen.

Mindestquote die Lösung?

Wegen dieses krassen Missverhältnisses regt sich immer wieder der Ruf nach einer Mindestquote für deutschsprachige Musik. Der BVMI kommt zu dem Schluss: „Es ist aus Sicht des BVMI zwar nicht unbedingt sinnvoll, die – auch aktuell wieder von einigen – geforderte Quote für deutsche Künstlerinnen und Künstler im Radio neu aufzulegen. Doch wären Radiosender, auch mit Blick auf ihre Zukunft, möglicherweise gut beraten, sich stärker als bisher als Quelle und Partner für lokale und regionale – also auch deutschsprachige – Musik zu begreifen und sich dadurch zu profilieren, anstatt sich an den internationalen Playlists der Streaming-Dienste zu orientieren und letztlich mit diesen zu konkurrieren.“

Angesichts der Corona-Krise hat sich die finanzielle Lage der deutschsprachigen Künstler stark verschlechtert. Sie dürfen kaum noch auftreten und haben in der Regel fast keine Einnahmen. Wenn Konzerte stattfinden, dann unter stark verringerter Besucherzahl. Bereits Anfang April riefen daher Vertreter von Musikern zur „Solidarität für unsere Künstler“ auf und forderten eine 50-Prozent-Quote für einheimische Musiker im Radio. „Mehr Solidarität bedeutet mehr Sendezeit im Radio!“ Sie verlangten: „Gebt den Künstlern die Reichweite zurück! Nehmt sie in eure Playlisten! Stellt sie euren Zuhörern vor! … Wir fordern 50 Prozent Musikanteil auf den Sendern von in Deutschland lebenden, arbeitenden Künstlern inkl. Österreich und Schweiz. Wir fordern eine Sendung von 15 bis 20 Uhr mit Musik von in Deutschland lebenden Künstlern.“

Kennt die ARD ihr eigenes Programm?

Die ARD bügelte diesen Vorstoß jedoch sofort ab. Der Vorschlag hätte „praktisch keine Wirkung“ erklärte sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Die meisten Popwellen spielen ohnehin schon einen hohen Anteil deutschsprachiger oder in Deutschland produzierter Musik. Eine Erhöhung dieses Anteils käme nur einigen wenigen Künstlern zugute.“

Es darf bezweifelt werden, ob die ARD-Programmdirektoren ihr eigenes Programm kennen. Wir haben nach diesen angeblich deutschverliebten „Popwellen“ gesucht. In unserer Stichprobe haben wir sie leider nicht gefunden. Selbst an einer 20-Prozent-Deutsch-Quote würden derzeit fast alle Angebote scheitern. Von den 35 untersuchten Sendern sendeten nachmittags fünf Sender mindestens 20 Prozent auf Deutsch, vormittags waren es nur vier. Die einzigen beiden Sender, die im gemessenen Zeitraum sowohl vor- als auch nachmittags über 50 Prozent deutschsprachige Lieder gespielt haben, waren SWR 4 Rheinland-Pfalz und SWR 4 Baden-Württemberg. Offenbar hat sie der öffentlich-rechtliche Rundfunk bei seiner Anglisierungsorgie vergessen. Derzeit scheint es wahrscheinlicher, dass SWR 4 die Englisch-Quote erhöht, als dass die anderen Sender ihre Deutsch-Quote steigern. Kein Wunder, wenn viele das Radio abdrehen und ihre Musik von woanders beziehen. Bezahlen müssen sie den Englisch-Rausch trotzdem.


Thomas Paulwitz (*1973) ist Mitbegründer und Chefredakteur der seit dem Jahr 2000 erscheinenden Zeitschrift DEUTSCHE SPRACHWELT (Erlangen).
Außerdem ist er Vorstandsvorsitzender der in Düsseldorf ansässigen Theo-Münch-Stiftung für die Deutsche Sprache sowie Vorstandsmitglied und Mitbegründer der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft zu Köthen/Anhalt. 2006 erhielt er den Gerhard-Löwenthal-Preis für Journalisten „in Anerkennung seiner herausragenden Verdienste für einen engagierten unabhängigen Journalismus“. Die Sprachpflegezeitschrift DEUTSCHE SPRACHWELT erscheint vierteljährlich in gedruckter Form und dient den Bürgern, die sich um die deutsche Sprache sorgen, als Sprachrohr. Der Bezug der spendenfinanzierten Zeitschrift ist kostenlos: Postfach 1449, 91004 Erlangen, [email protected]

Bild: BigAlBaloo/Shutterstock
Text: Gast


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U.L.K.
1 Monat zuvor

Die ÖR-Sender begreifen nicht mal, was ihr Auftrag ist. Eigentlich sollten die ÖR-Sender ja für Alle etwas senden, unabhängig von der Einschaltquote, deswegen ja die Gebühren.

Nehmen wir den NDR: früher sendete er auch Schlager. Inzwischen heißt es von dort, auf den Hinweis, dass sie für mich keine Musik mehr senden, weil absolut fast ausschließlich englische Songs und keine Schlager mehr gesendet werden: wir haben doch jetzt NDR plus. Ja, toll, aber leider nur mit einem Digitalradio zu empfangen. Während ich genauso Gebühren zahle wie die Liebhaber der englischen Songs, muss ich zusätzlich noch Geld für ein Digitalradio ausgeben. Wäre ja ok, wenn man das Geld von den Gebühren abziehen könnte. Aber nein…

Und der NDR ist auch stolz drauf, so beliebt zu sein. Ich habe denen erklären müssen, dass das eigentlich irrelevant ist, weil sie ausgewogen senden müssen. Können oder wollen die nicht kapieren.

Aber auch politisch sind die ja schon lange nicht mehr neutral. Eigentlich erfüllen sie den Vertrag schon lange nicht mehr. Trotzdem müssen wir für die nicht erbrachte Leistung bezahlen. Eigentlich ein Unding!

Marcus
2 Monate zuvor

Ich möchte hauptsächlich gute(!) Musik hören. Da ist mir die Sprache zweitrangig. Auf deutsch gibt es hauptsächlich Herz-Schmerz-Schlager-Geklimpere, Depressives Jammergejaule oder primitiven Krautrock. Nur wenige Künstler machen wirklich gute Musik. Guten Pop, Funk, Jazz usw. gibt es eben fast nur von internationalen Bands, die dann auf englisch singen. Gut so. Ich bin froh, daß der öffentlich-rechtliche Rundfunk das auch spielt. Ich lese die Artikel hier gerne, aber man muß nicht jede Kleinigkeit die einem nicht passt zum Anlass nehmen, um auf die ÖR einzuprügeln. Oder wollt ihr einen rein privaten Kommerz-Rundfunk, oder gar einen Staatsfunk?

Karin
2 Monate zuvor

Hans und Chrisch !

Ihr habt es auf den Punkt gebracht !  Wie immer geht´s um Geld und vor allem um Politik. Schon vor ca. 20-30 Jahren war die englische Gleichmacherei ein Thema und schon damals wurden die wahren Gründe genannt: Geschäft,  Übernahme europäischer/deutscher Musikverlage durch amerikanische Globalisten und daraus folgend Kostensenkung, Gewinnmaximierung.                                                                                         .

. Da  entwickelt sich keine Musik, kein Künstler. Da wird designed, konstruiert, auf Wirkung berechnet.

Dass deutsche Musik, ja auch deutschsprachiger Schlager so schlecht sei, stimmt nicht. Das meint man nur, wenn man die englischen Texte nicht versteht. Die sind größtenteils grottenschlecht.  Das dauernd Gedudelte ist schlecht, weil  erst nichts anderes in die Öffentlichkeit kommt. Durch ständige Wiederholung gefällt es den Zuschauern/Zuhörern immer besser.

Warum sollten die amerikan. Konzerne aus ihrer Sicht auch mehr als nur das gerade Nötigste investieren?    Eine Handvoll Sänger, die gleichen Dekorationen, lediglich Variationen  von Liedchen reichen doch für die Zwecke.                                                                                              .

.Aber es geht nicht nur ums Geld. In der Filmindustrie läuft es genau so. In Hollywood sollen Tausende dafür sorgen, dass kein politisch ungewollter und nicht ins gewünschte Bild passende Film in die Kinos kommt. Vom Drehbuch, Auswahl der vor und hinter der Kamera Agierenden bis zum Vertrieb penibelste Prüfung.

In einem Fernsehbericht wurde vor Jahren in diesem Zusammenhang auch staatliche Schutzorgane, als federführend genannt, die zu Tausenden in den Bürotürmen der Unterhaltungs-Industrie  sitzen sollen.

Stefan A.
2 Monate zuvor

Ich habe in den 70er und 80er Jahren sehr viel Popmusik gehört, auch im Radio. Das meiste war englischsprachig, mir gefielen die englischen Titel besser, obwohl ich vieles nicht verstand, da viele englische Interpreten nur nuschelten. Nicht daß die deutschen Titel schlecht waren. Heute höre fast keine Popmusik mehr, diesen Technokram mag ich nicht. Mit Singen hat das nicht viel zu tun. Ich höre hauptsächlich die entspannte Loungemusik von DJ Jondal auf mixcloud, die auch überwiegend englischsprachig ist. Es gibt dort Interpreten wie z.B. Lana del Rey, Moby oder Massive Attack, die auch wirklich singen können.

Paulsen, Sönke
2 Monate zuvor

Ach ich wäre schon froh, wenn die Leute deutsch reden würden. Deutsch singen müssen sie dann gar nicht mehr…..

Eugen Richter
2 Monate zuvor

Äh. Radio was? Seit 2002 offline.

Chrisch
2 Monate zuvor

Als Musiker könnte ich zum Thema „Kommerzialisierung der Musik duch Medienkonzerne“ ganze Bücher schreiben – denn das ist einer der Hauptgründe für den Verlust von kulturellen Einflüssen und Sprachvielfalt in der Musik – und zwar weltweit und nicht nur in Deutschland.  Man sollte sich zudem auch nicht der Illusion hingeben, dass populäre „Künstler“ ihre Stücke noch selbst komponieren oder Texte schreiben, denn tatsächlich stehen dahinter oft internationale, aber willkürlich zusammengewürfelte Teams von sogenannten „Ghost Producern“, die jeweils einzelne Komponenten eines Stückes beisteuern, etwa eine Hookline („Atemlos … durch die Nacht“ …), Melodien (Kadenzen) oder einen Beat (Entschuldigung für die englischsprachigen Ausdrücke, aber so ist nun mal die heutige Nomenklatur in der Populärmusik , im gegensatz zur lateinischen in der Klassischen Musik).

Musik entsteht (nicht erst seit) heute am Fließband. Und es ist tatsächlich oft genug so, dass zuerst die Stücke entstehen und danach erst entschieden wird, welcher Künstler dazu passt. Das ist in der deutschsprachigen Schlagermusik übrigens nicht anders als in der englischsprachigen Tanzmusik. Und „Musik deutscher Herkunft“ (= deutsche Musik) ist demensprechend auch nicht zwangsläufig deutschsprachig. Bestes Beispiel für diese Art des „Produzierens“ ist der sehr erfolgreiche deutsche Musiker Frank Farian mit seinen Projekten Boney M, Milli Vanilli (die waren in den USA sehr erfolgreich, weil man sie dort für Afromaerikaner hielt) und  anderen Interpreten z.B. aus der Eurodance-Szene. Michael Jackson z.B. hat nicht ein einziges seiner Stücke selbst geschrieben und Elvis Presley ebensowenig! Die Stücke der Beatles wurden maßgeblich durch den „musikalischen Berater“ George Martin mitgestaltet, der als Toningenieur aber nur Angestellter des Musikverlages war, in dem die Beatles veröffentlichten. Paul McCartney soll bei ihm auch mitten in der Nacht schon vor der Tür gestanden und ihn geweckt haben, wenn er für eine Akkord-Kadenz mangels musiktheoretischer Ausbildung keinen „authentischen Schluß“ fand. Martin gilt als „fünfter Beatle“.

Der wahre Hintergrund britischer oder amerikanischer Top-Bands ist genauso ernüchternd und weit weg vom Klischee der „begabten“ Garagenmusiker entfernt, die nur zufällig entdeckt wurden, wie die Erde von der Sonne.  Kommerzielle Musik war immer schon global und die „Macher hinter den Künstlern“ immer schon international.  Die Interpreten hingegen sind inzwischen so austauschbar wie Unterhosen.  Und wer da nicht spurt, fliegt! Auch angebliche Stars.

Lange Rede, kurzer Sinn: Kommerzielle Musik ist Massenware für den globalen Markt. Und tatsächlich wird, von einigen musikalischen Nischen mal abgesehen, weltweit der gleiche Scheiss gehört. Und daran gewöhnt man sich, entwickelt Hörgewohnheiten, so wie man sich auch an Fastfood gewöhnt und komplementär dazu die Fähigkeit zum Schmecken von natürlichen Lebensmitteln verliert – aber das ist ein anderes Thema) . Und Radiosender, das als Fazit, spielen nun mal das, was die Leute gewohnt sind und deshalb hören wollen. Der Verlust des Eigenen beginnt hingegen schon viel früher, z.B. in der nicht mehr vorhandene musikalischen Erziehung und Ausbildung als Teil der kulturellen Identität.  Und das ist politisch im Rahmen der weltweiten kulturmarxistischen Zerstörung von Völkern und deren Kulturen gewollt.  Und mehr noch als in der Musik fällt mir das bei so genannten „Selfies“ auf: Da sieht man weltweit junge Frauen in den absolut gleichen (ordinären) Posen, mit den absolut gleichen Gesichtern, Mündern und Frisuren, den absolut gleichen „Outfits“ und den absolut gleichen, leeren Hirnen – egal ob in den USA (N/S), in Europa, in Asien oder in den orientalischen Ländern. Überall diese widerlichen „Fick-mich-Posen“. Und selbst in kulturell eigentlich stabilen Ländern wie Japan breitet sich diese Seuche schon aus. Die überall ebenso gleiche Musik (samt „Party-Kukltur“) ist ein Begleiteffekt, wobei es natürlich Überschneidungen in der Darstellung der „Sängerinnen“ gibt.

KULTURmarxismus betrifft eben vor allem auch die alltägliche Unterhaltungskultur, nicht nur Bildung und Politik! Die Kommerzialisierung des Kulturmarxismus ist dabei kein Zufall, sondern durchaus gewollt, wobei die Neo-Marxisten (besonders der Marke Silikon-Valley) monetäres Kapital keineswegs ablehnen, sondern als Mittel zum Zweck verstehen. Langfristig will man es natürlich überwinden … spätestens wenn die Welt ultrabunt ist und jedem alles gehört.

Joa Miebach
Antwort an  Chrisch
2 Monate zuvor

Ja, das ist richtig dargestellt. Kulturmarxismus in Eintracht mit dem Kapital der globalisierten Musikindustrie überziehen das, was man das Kulturempfinden der Völker nennt, und das in einem so gewaltigen Tsunamie, der von der Einmaligkeit und Unterschiedlichkeit der Völker und Nationen nichts mehr übrig lässt. Es grüßt uns Marx: „Das Kapital, das in der Musikindustrie angelegt wurde, muss weltweit maximal verwertet werden!“

Mr. Majestyk
2 Monate zuvor

Ich verweigere mich ja mittlerweile prinzipiell allem was öffentlichrechtlich ist, aber was nützt eine Sprachquote, wenn deutsche Titel auch inhaltlich und kulturell längst nicht mehr deutsch sind? Da kann noch so sehr auf deutsch gerappt werden, das hat doch mit deutscher Kultur nichts mehr zu tun. Und den Trend gibt es schon lange, der Osten war immer deutscher. Im Westen klang es eben internationaler, wobei ja auch italienische und französiche Titel längst aus dem Programm verschwunden sind. Man singt übrigens eher selten englisch, irgendwie klingt das alles nach Pidgin.

Ich selber bin ein großer Filmfan, seit frühester Jugend. Überwiegend amerikanisch, aber auch britisch, französisch und italienisch sozialisiert. Lange dachte ich, unsere Filmkultur nahm Schaden durch den Krieg, dadurch, daß so viele Künstler immigrierten. Pustekuchen, in den letzten Jahren habe ich erfahren, der Mist begann als deutsches Kino links und damit visueller Elendstourismus populär wurde, unterbrochen fast nur durch Klamauk. Die 50er bieten neben den zwar vorhanden Heilewelt-Filmen, aber auch immer wieder richtig gutes Kino, von Käutner bis Weidenmann. In den 60ern fing dann aber ein Trend an, daß die Themen eben nicht mehr deutsch waren, ermittelt wurde von London bis Hongkong, die Darsteller hießen zwar noch Fuchsberger oder Frank, spielten aber längst Briten und Amerikaner. Als der Spiegel noch Journalismus bot wurde diese Entwicklung sogar mal thematisiert und kritisiert.

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46176155.html

 

Hans
2 Monate zuvor

Eine subtile Fixierung auf die englischsprachigen, westlichen Machtzentren ist durchaus als Teil der allgemeinen Staatspropaganda zu verstehen. Das Ganze setzt sich ja auch im Fernsehprogramm (Hollywood- und US-Seriendominanz) und im Kino nahtlos fort – und nicht nur da. Vermittelt wird eine bestimmte, verengte „Weltsicht“. Das ist beabsichtigt. In kultureller Hinsicht werden wir insofern ziemlich dumm gehalten, man muss sich hierzulande wirklich sehr anstrengen, um asiatische oder gar afrikanische, ja selbst osteuropäische Kulturen aus der unmittelbaren Nachbarschaft kennenzulernen.

Es gibt aber noch einen zweiten Aspekt. Hinter Musik, Filmen und Serien stecken meistens Riesenkonzerne, Musikverlage, Filmstudios etc. Als öffentliche Auftraggeber müssten die öR Sender ihre Einkäufe, denn um solche handelt es sich, eigentlich öffentlich ausschreiben. Das tun sie aber nicht – warum eigentlich? Damit verletzen Sie das Vergaberecht der EU. Und wer jetzt sagt, dass ein einzelnes Lied ja deutlich unter den Wertgrenzen liegt, sagt nur die halbe Wahrheit, denn gekauft wird immer wieder bei einigen wenigen Anbietern. Da könnte das Verkehrsministerium, nur um das einmal zu illustrieren, für eine neue Autobahn einfach jeden Zementsack einzeln bestellen und jede öffentliche Ausschreibung vermeiden, oder?

Fritz Wunderlich
2 Monate zuvor

In Spanien hört man sehr viel Musik in der Landessprache, gefühlsmäßig fast nur, weil die ihre eigene Kultur schätzen.