Beweist Schweden Unsinn des Lockdowns? Vergleich stellt Corona-Maßnahmen in Frage

Von Christian Euler

Schweden beklagte im Frühjahr fünfmal mehr Tote als Deutschland, vor allem in Altenheimen. Die Skandinavier zeigten sich lernfähig – im Gegensatz zu Deutschland – und haben die zweite Welle ohne Lockdown deutlich besser gemeistert. Das zeigen Erhebungen des Weekly Epidemiological and Operational Update der WHO. Danach ist die Zahl der an oder mit Corona Verstorbenen in Schweden zwischen dem 5. Juli und dem 27. Dezember 2020 von 5.420 auf 8.279 gestiegen – ohne Lockdown und ohne Maskenpflicht, aber mit konsequentem Schutz der Heime.

In Deutschland ist die Anzahl der Todesfälle im gleichen Zeitraum trotz aller Auflagen und der Schließung des öffentlichen Lebens von 9.012 auf 29.778 gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von mehr als 300 Prozent – gegenüber knapp 60 Prozent in Schweden. Ein weiterer Hinweis darauf, dass das Narrativ des exponentiellen Wachstums nur eines von vielen Mitteln der Panikmache ist – und eine schallende Ohrfeige für die Regierungsstrategie. Ohne Lockdown, so tönt es bis heute aus Berlin, würde sich die Anzahl der Toten vervielfachen. Derweil bleibt die Regierung unbelehrbar, wie der gestrige Corona-Gipfel einmal mehr verdeutlicht hat. Ein Blick über die geistigen und regionalen Grenzen? Fehlanzeige!

Nach Monaten harter Einschränkungen, ohne Sport und Geselligkeit, nach flächendeckenden Schließungen von Geschäften und Schulen, nach dem drohenden Bankrott ganzer Branchen täte ein Umdenken not – zumal die Inzidenzzahlen anders als noch im Januar nicht mehr auf einem Niveau sind, das keinen anderen Schluss als die Verlängerung des Shutdowns zulässt.

Doch statt rational zu agieren, drehen die Mächtigen die Referenzwerte bei den Neuinfektionen je 100.000 Einwohner nach Belieben, um eine Scheinbegründung für die Verlängerung des Lockdowns zu liefern. Am Ende könnte selbst eine Inzidenz von Null nicht genügen. Vermutlich warnen dann Merkel, Söder und Co.: „Wir dürfen das Erreichte nicht gefährden.“

So bleibt nach nun fast einem Jahr der schärfsten Grundrechtseinschränkungen in der Geschichte der Bundesrepublik kein Ende absehbar. Unangetastet bleibt allein die schiere staatliche Macht, deren Einschränkung auch anlässlich des jüngsten Lockdown-Gipfel nicht auf der Agenda stand.

„Die Politik hat sich vollkommen an eine einseitige (intensiv-)medizinische Perspektive gebunden und sie in der ihr eigenen Art zu einem totalen Anspruch umformuliert“, schrieb der Verfassungsrechtler Hinnerk Wißmann kürzlich in einem Gastbeitrag für die „Welt“. „Eine solche Politik muss aber scheitern, wenn sie ihre Formeln („Jeder Tote ist zu viel!“) wirklich ernst nimmt, oder sie führt in die totale Entgrenzung des Maßnahmenstaates. Das sind Alternativen, die mit unserer Verfassungsordnung nicht viel gemein haben.“

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Dipl.-Volkswirt Christian Euler widmet sich seit 1998 intensiv dem Finanz- und Wirtschaftsjournalismus. Nach Stationen bei Börse Online in München und als Korrespondent beim „Focus“ in Frankfurt schreibt er seit 2006 als Investment Writer und freier Autor u.a. für die „Welt“-Gruppe, Cash und den Wiener Börsen-Kurier.
Bild: MyNewImages/Shutterstock
Text: ce

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